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Bahn-Streik: Ein Dank an die Lokführer
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Wenn Manager "Personal abbauen", nehmen wir es hin. Wenn die Abhängigen für ihre Interessen kämpfen, herrscht Empörung. Der Bahnstreik ist kein Skandal - sondern ein Geschenk. Er erinnert uns an die Macht der Arbeitnehmer.

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cburgdorff 06.11.2014, 13:05
150. Zurück ins 19. Jahrhundert...

Man muss kein Linker sein um zu erkennen, dass dieser Streik nur die Auswüchse einer "marktkonformen Demokratie" brutal ans Tageslicht zerrt: Der Arbeitnehmer als willfähriges Mittel einer berechnenden Elite. Und alle Lämmer blöcken einträchtig mi im Chor.
Vorschlag: Bezahlt die Leute anständig, gebt Anreize für Leistungsboni und behandelt sie auch ansonsten fair. Dann klappt's auch mit der Loyalität! Ansonsten, weiterhin wünsche ich "Gute Reise!"

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fakilaki 06.11.2014, 13:05
151. genau

Richtig Herr Augstein,
Ihr Kommentar ist zu 100 Prozent
zutreffend!
Wem es nicht passt das Arbeitnehmer
fuer ihre Rechte streiken duerfen,
ab nach China

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Racer77 06.11.2014, 13:05
152. Als Journalist kann man das einfach schreiben...

Augstein kann das so locker sehen. Er kann seine Artikelchen auch am heimischen Schreibtisch oder auf der Wohnzimmercouch verfassen. Er ist nicht darauf angewiesen pünktlich an seinen Arbeitsplatz zu erscheinen oder in den Ballungsgebieten um den knappen Parkraum zu konkurrieren, wenn man denn mit dem Auto zur Arbeit gefahren ist.

Aber was ist mit den ganzen Pendlern, die wegen des unverhältnismäßigen Streiks nicht zur Arbeit kommen können? Warum streikt die GDL mit ihrem Führer Weselski nicht lediglich im Güter- und Fernverkehr, damit zumindest der einfache Arbeiter noch seiner Tätigkeit nachgehen kann und keine Entlassung fürchten muss?

Und ob, wie Augstein sagt, der Streik von der Verfassung gedeckt ist würde ich gerne einmal durch das Verfassungsgericht geprüft wissen. Denn meines Wissens ist dort Machtkampf zwischen Gewerkschaften und Größenwahnsinn eines Vorsitzenden nicht als legitimer Streikgrund aufgeführt.

Wahrscheinlich erklärt Weselski die GDL bald auch noch für Piloten, Kabinenpersonal, LKW-Fahrer, Fernbusfahrer und Taxifahrer zuständig...

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freemailer2000 06.11.2014, 13:05
153. Da ..

Zitat von wolffm
Besitzer einer BahnCard 100, 50 oder auch nur 25 sollten dann mal Geld zurückfordern! Für die BahnCard habe ich im Voraus bezahlt, je nach Ausführung ganz oder teileweise. Wenn ein Industriebetrieb bestreikt wird, dann ist das in der Regel eine Sache zwischen AG und AN. In diesem Fall werden aber die Reisenden in Geiselhaft genommen und (!) finanziell geschädigt.
..ist es wieder .Das ICH Denken.Bravo!Schon mal überlegt,dass beide ,AG und AN Sie in "Geiselhaft"nehmen?

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analyse 06.11.2014, 13:05
154. so was von realitätsfern! Und wie kuerzfristig gedacht

von Herrn Augstein:Konsequent diesen Streik zuende gedacht bedeutet das Sozialismus = Niedrigstgehälter +hohe Arbeitslosigkeit egal,ob die Arbeitslosen zu Hause bleiben,oder, wie in der DDR, in den Betrieb müssen. Und in diesem Fall auch noch auf Kosten der Bahnkunden und der Steuerzahler ! =auch nicht immer die reichsten Bürger !

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sinasina 06.11.2014, 13:06
155. Wer hilft den jungen Menschen, wenn es so etwas wie gesellschaftlich- familiäre Solidarität nicht mehr gibt?

Ich bin öfter nicht Ihrer Meinung - aber von Herzen danke, Herr Augstein, für Ihren Artikel.

"Wer zum Streik aufruft, macht sich heutzutage verdächtig.
Solidarität? Vergesst es! Solidarität muss man üben. Sie verlernt sich sonst. Aber nicht mal in der gleichen Branche üben sich die Kollegen heute noch in Solidarität. Das wissen wir spätestens seit dem Scheitern des Metaller-Streik von 2003. Weil der Arbeitskampf der Metall- und Elektroindustrie im Osten die eigene Produktion behinderte, kochten die Kollegen im Westen vor Wut. Unvergessen, wie der damalige Chef des DaimlerChrysler-Betriebsrats den IG-Metall-Vize Jürgen Peters, der sich hinter die streikenden Ost-Kollegen gestellt hatte, einen "tarifpolitischen Geisterfahrer" nannte."
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"Der Philosoph Byung-Chul Han hat geschrieben: "Der Neoliberalismus formt aus dem unterdrückten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst. Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und schämt sich. Man problematisiert sich selbst statt die Gesellschaft."
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Bis in Familien zieht sich dies Haltung hineine. Eine meiner (mittlerweile verstorbenen) Freundinnen bekam sehr wenig Rente. Von ihrer Familie wurde ihr indirekt (und teilweise auch sehr direkt) vorgeworfen, sie hätte ja etwas für ihre Alterssicherung tun können. Dass sich aber ein Gesellschaftsmodell änderte und man ab einem bestimmten Alter nicht mehr auf den (nun veränderten) gesellschaftlichen Zug aufspringen kann, fiel geflissentlich unter den Tisch. Wir Freunde haben ihr dann geholfen - aber wer hilft den jungen Menschen, die in solche Situationen geraten - wenn es so etwas wie gesellschaftlich- familiäre Solidarität nicht mehr gibt?
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Herr Augstein, mir wird Angst, wenn es Mahner wie Sie immer weniger gibt - man nehme z.B. den Kabarettisten Dieter Nuhr, der selbst von seinen Kollegen im Regen stehen gelassen wird, denn kritische Satire darf es nur geben, wenn man keinem wirklich auf die Füße tritt. Und die von der Arbeitsagentur propagierten Ich-AGs zeigen das Symptom unserer Zeit.

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montykomm! 06.11.2014, 13:06
156. Sollte die Bahn eine Verlust-Gesellschaft sein?

"Die Bahn ist ein Unternehmen in Staatshand, das aber nach den Prinzipien des privaten Profits betrieben wird - das ist die vollkommene Perversion des modernen Kapitalismus." Meint Herr Augstein.
Nach welchen Prinzipien die Bahn betrieben werden sollte sagt er uns nicht. Ihm geht es um Klassenkampf.
Woran ist denn der Sozialismus gescheitert? Nicht etwa an den Prinzipien, nach denen die Unternehmen in Staatshand betrieben wurden?

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sprengtness 06.11.2014, 13:06
157. Kolumne von Augstein

Recht so Herr Augstein. Ich war jahrelang selbst in der heutigen EVG. Weil ich mich von diesen Leuten nicht mehr ausreichend vertreten gefühlt habe bin ich dann in die GDL eingetreten. Dieser Streik zeigt das die Mitarbeiter von der GDL sehr gut vertreten werden. Diese "Kuschelstreiks" früher von Gded oder Transnet besonders von Hansen zeigt m.E. nur das die Interesse für die Arbeitnehmer nicht gerade vorhanden ist. Warum schließt sich die EVG nicht der GDL an und streikt mit? Aberder EVG geht es vermutlich auch nur um die Macht der der GDL vorgeworfen wird. Und die Zerstrittenheit der einzelnen Gewerkschaften ist die Stärke des Arbeitgebers. Daran sollten die EVG- Oberen mal denken.

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nic 06.11.2014, 13:06
158.

Guter Artikel. Und wenn es der Politik oder Bürgern stinkt, dann können sie ja, so wie der Arbeitnehmerflügel der CDU, für die Reverstaatlichung der Bahn sorgen.

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ManuC 06.11.2014, 13:06
159.

auf diesen artikel habe ich lange gewartet! Danke! besinnung auf das, was den spiegel sonst von den konservativen medien unterscheidet

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