Forum: Politik
Bahn-Streik: Ein Dank an die Lokführer
Getty Images

Wenn Manager "Personal abbauen", nehmen wir es hin. Wenn die Abhängigen für ihre Interessen kämpfen, herrscht Empörung. Der Bahnstreik ist kein Skandal - sondern ein Geschenk. Er erinnert uns an die Macht der Arbeitnehmer.

Seite 89 von 105
stefan.franz 07.11.2014, 09:16
880. So ein Schmarrn

Selten einen so undifferenzierten und am Thema vorbei gehenden Artikel gelesen. Es geht nicht um das Streikrecht - das will den Lokführern doch niemand einschränken. Es geht um die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel. Wieso muss gerade jetzt nach einem Angebot der Bahn der längste Streik der Bahngeschichte ausgerufen werden?
Und zum Umgang mit Herrn Weselsky: Wer sich so ins Rampenlicht stellt und solch ein Vokabular verwendet wie er, der braucht sich nicht zu wundern, dass es als Kritik an ihm als Person auf ihn reinprasselt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kdshp 07.11.2014, 09:18
881.

Zitat von UlliK
hätte nicht gedacht, dass ich Herrn Augstein mal ABLEHNE ! ... Ein 'normaler' Streik richtet sich gegen ein Unternehmen, dessen Gewinn durch den Streik geschmälert wird, OHNE Auswirkungen auf die Bevölkerung und die restliche Wirtschaft. Dem ......
Äh so ist das nun mal bei den privaten unternehmen und gewerkschaften! Wollen sie wieder mehr staat? WOHIN das führt wissen wir ja nur zu gut UND nein danke dann lieber alle paar jahre mal nen streik. Seien sie flexibel was in der heutigen zeit auch ganz wichtig ist. Also nicht jammern sondern handeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tims2212 07.11.2014, 09:35
882. Danke Herr Augstein...

...bin ja doch eher selten Ihrer Meinung, aber dieser Kommentar hats auf den Punkt gebracht!
Bin selbst Betroffener und fahre normalerweise mit der Bahn von Düsseldorf nach Köln. Bin daher nun mit dem Auto im Stau unterwegs und bin froh wenn die Bahn wieder fährt. Ich, mit 35, kann mich nicht mehr an die großen Streiks der deutschen Gewerkschaften erinnern. Meiner Meinung hat die GDL nur einen Fehler gemacht. Sie hätten nur den Güterbetrieb bestreiken sollen. Wenns der Industrie weh tut, wird sich immer ganz schnell geeinigt. Jetzt ist es nur ein gefundenes Fressen für Bild und Konsorten. Sie haben vollkommen recht; der Deutsche hat Solidarität verlernt. Das fängt schon im Strassenverkehr an und ich erlebe es jeden Tag in den Zügen. Anstatt das erstmal die Fahrgäste die ankommen aus dem Zug gelassen werden, wird sofort rein gedrängt, als wenn das Seelenheil von einem Sitzplatz abhinge. Und auch die Blicke sind immer wieder lustig, wenn der "Jungspunt" (also ich), nicht müde wird darauf hinzuweisen, dass es schneller ginge, wenn den aussteigenden einfach mal Platz gemacht werden würde! Wenn wir jetzt noch große amerikanische Erfindungen wie da TTIP bekommen, sehe ich wirklich schwarz. So langsam kann ich die Mitmenschen verstehen, die sich neue Länder suchen, in denen die Menschen vielleicht wieder miteinander und nicht gegeneinander leben. Und dabei finde ich unser Land wirklich toll! Oder ich fand es zumindest mal!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
blowup 07.11.2014, 09:36
883. Volle Zustimmung

Zitat von lawlord
hätte nicht gedacht, dass ich Herrn Augstein mal zustimme ...
Ich bin auch nicht gerade ein Augstein-Fan. Aber dieser Artikel bringt es Wort und Wort, Satz für Satz, auf den Punkt. Respekt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schutzpatron 07.11.2014, 09:37
884. Den Laden dicht machen

Zitat von trude2004
Ich finde es gut so. In Zeiten von Leiharbeit, altersarmut, hohen Energiepreisen und umlage auf die kleinen Bürger, korrupten Politikern mit exorbitant hohen Nebeneinkünften gönne ich der GDL .....
Wenn ich Bahnchef wäre, würde ich alle aussperren,
4,6....8.....Wochen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans_Nase 07.11.2014, 09:41
885. Masslosigkeit verdient keine Solidarität!

Ich gebe Hr. Augstein gerne recht, wenn er das Streikrecht als hohes Gut achtet. Nur sollte man nicht vergessen, wo es herkommt - aus einer Zeit, in der die Leute regelrecht an ihrer Arbeit verreckt sind und bis aufs Blut ausgenutzt wurden. Aus dieser Zeit kommt auch die Notwendigkeit zu Solidarität - ebenfalls ein Gut, das man nicht vergessen sollte; und auch einüben, wenns angezeigt ist.
Jedoch ist das was wir hier mit der GDL sehen, ein Beispiel, das sicher keine Solidarität verdient - was die intelligente Mehrheit der Bevölkerung gottlob auch nicht tut. Denn die Forderung (15% mehr Lohn) ist einfach nur masslos. Und sie ist unverhältnismässig. Mal im Ernst, ein Lokführer muss im Prinzip nur bremsen und gasgeben. Ein Job, den jeder vernuftbegabte Mensch nach ein paar Wochen drauf hat. Jeder Berufskraftfahrer im normalen Wahnsinn auf den deutschen Strassen leistet zig mal mehr (und hat mehr Verantwortung für seine Mitmenschen) als ein Lokführer. Dennoch sind letzere bereits jetzt besser gestellt und verdienen mehr als z.B. ein Busfahrer. Im Endeffekt nutzt die GDL also ihre einzigartige Position schamlos aus, um sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern - oder wer zahlt sonst die zu Herhöhung der Ticketpreise?
Lieber Hr. Augstein, das Ganze ist kein Klassenkampf asu der Not heraus, der Solidarität zu Recht erfordern würde, sondern Erpressung der Gesellschaft zur persönlichen Bereicherung! Denn zahlen tut nicht "die Bahn" sondern jeder Einzelne - momentan über Mehrkosten für Alternativtransport, Fehlzeiten auf Arbeit und damit verbundenen Lohnabzug (etwas was einen Hr. Augstein sicher nicht trifft), Stress in den Familien (wer Kinder hat und auf einmal alles umorganisiern muss, weiss wo von ich rede); und morgen über höhere Ticketpreise und Wegfall von weiteren Strecken, die unrentabel geworden sind...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
r.muck 07.11.2014, 09:41
886. Buchstabe für Buchstabe,

Wort für Wort von Augsteins Kolumne sollten sich Arbeitnehmer und der DGB hinter die Löffel schreiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schutzpatron 07.11.2014, 09:43
887.

Zitat von kdshp
Äh so ist das nun mal bei den privaten unternehmen und gewerkschaften! Wollen sie wieder mehr staat? WOHIN das führt wissen wir ja nur zu gut UND nein danke dann lieber alle paar jahre mal nen streik. Seien sie flexibel was in der heutigen zeit auch ganz wichtig ist. Also nicht jammern sondern handeln.
Als die Deutsche Bahn noch Bundesbahn war,
war sie ein zehn mal besserer Servicebetrieb wie heute.
Dies gilt auch für die Post.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lexington67 07.11.2014, 09:43
888.

Zitat von otzer
Hier mal ein ganz anderer Aspekt: In Deutschland sterben pro Tag etwa 10 Menschen im Straßenverkehr. Ein vielfach höhere Zahl wird pro Tag schwer verletzt. Das macht in vier Tagen also ca. 40 Verkehrstote. Es darf angenommen werden, dass bei einem flächendeckenden Bahnstreik der Straßenverkehr signifikant zunimmt - ich würde schätzen mindestens um 20 Prozent. Rein statistisch steigt damit die Zahl der Verkehrstoten ebenfalls um 20 Prozent (da diese eindeutig mit den gefahrenen Kilometern korreliert). Dies würde bei einem viertägigen Streik bedeuten, dass bei obigen Annahmen etwa 8 Menschen zusätzlich im Straßenverkehr sterben - was statistisch nicht zu widerlegen ist. Von vielen zusätzliche Schwerverletzten gar nicht zu sprechen. Ich würde mich mit dieser Verantwortung nicht wohl fühlen. Steht das Streikrecht in diesem Falle auch über dem Recht der Bürger auf bestmögliche körperliche Unversehrtheit?
da dies ein Statistischer Wert ist, ist die Betrachtung akademisch, eine Statistik berücksichtigt keine Einzelschicksale. Welche 2 der jetzt dann 10 Verkehrstoten kann man der Bahn anlasten? Es ist doch eher so, das diese Toten, so sarkastisch es klingen mag, Opfer des allgemeinen Lebensrisikos geworden sind und bei jedem Einzelfall geprüft wird wer jetzt daran Schuld war.
Aber man macht es sich zu einfach, wenn man jemandem die Vorfahrt nimmt, der kracht in die rechte Fahrzeugseite und der Beifahrer verstirbt und Schuld ist der Streik der Bahn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lexington67 07.11.2014, 09:48
889.

Zitat von wolffm
Besitzer einer BahnCard 100, 50 oder auch nur 25 sollten dann mal Geld zurückfordern! Für die BahnCard habe ich im Voraus bezahlt, je nach Ausführung ganz oder teileweise. Wenn ein Industriebetrieb bestreikt wird, dann ist das in der Regel eine Sache zwischen AG und AN. In diesem Fall werden aber die Reisenden in Geiselhaft genommen und (!) finanziell geschädigt.
Dann bedanken sie sich bei ihrem gewählten vertretern die die bahn privatisiert haben, die beamten durch Arbeitnehmer ersetzt haben und damit Streikrecht gewähren.

Übrigens, ein Streik ist sinnlos wenn es keiner merkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 89 von 105