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Bahn-Streik: Ein Dank an die Lokführer
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Wenn Manager "Personal abbauen", nehmen wir es hin. Wenn die Abhängigen für ihre Interessen kämpfen, herrscht Empörung. Der Bahnstreik ist kein Skandal - sondern ein Geschenk. Er erinnert uns an die Macht der Arbeitnehmer.

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pauleschnueter 07.11.2014, 12:30
920. Weiterstreiken

Das gute an den Lokführern ist ja: das abgewetzte "wir verlegen unseren Standort, wenn ihr nicht das Maul haltet" funktioniert hier nicht. Darum meine vollste Unterstützung!

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christian.pung.9 07.11.2014, 12:39
921. GDL hat Leuchtturmcharakter

Meiner Meinung nach gehören die wichtigen Versorger wie Bahn, Wasser- und Stromversorgung nicht in die Hand von privaten Unternehmen. Gewinne aus diesen Unternehmungen gehören in den Unterhalt, Investition und Rücklagen für die Nachhaltigkeit bzw Modernisierung.Warum werden diese Gewinne als Shareholder Value dem Unternehmen entzogen? Besonders bei der Bahn gibt es einen nicht mehr aufzuholenden Sanierungsstau. Personalabbau, zum Zweck der Gewinnmaximierung, mag kurzfristig die Bilanzen schönen und die Bahn fit für die Börse machen aber wir bekommen ja mit, was daraus geworden ist. Der Großteil der deutschen Arbeitnehmer, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht, ist handzahm den Forderungen den Arbeitgebern gegenüber geworden. Überstunden häufen sich an, Arbeitseffizienz und Verdichtung nehmen zu; Familie und Freizeit stehen weit hinten an. Wenn es Gewerkschaften wie die GDL nicht geben würde, die mit ihren Maximalforderungen Leuchtturmcharakter haben, wo stehen wir dann ? Froh sein, überhaupt einen Job zu haben ?

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Kaygeebee 07.11.2014, 12:45
922.

Margaret Thatcher hat es passend formuliert: "Ich kenne keine Gesellschaft, ich kenne nur Individuen". Jeder gegen jeden, die Aufkündigung des sozialen Zusammenhalts, der Startschuss für die neoliberalen Turbokapitalisten und die Hoffnung des Mittelstandes, eines Tages auch mit den großen Hunden pissen zu können.
Unsere Vorfahren würde im Grabe rotieren wenn sie sehen könnten, wie leichtsinnig wir ihre Errungenschaften einfach beiseite wischen. Arbeiterrechte wurden hart und blutig erkämpft, heute werden diejenigen, welche sie in Anspruch nehmen, als Nestbeschmutzer beschimpft. Das Motto der Bundesrepublik sollte wirklich sein "Don't rock the boat!". Bloß nicht den Aufschwung gefährden oder irgendwie gegen den Strom gehen.

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lindenbast 07.11.2014, 12:46
923.

Zitat von heidschnucke
dass Sie keine Ahnung haben, sieht man schon daran, dass Sie Lokführer mit Piloten und Ärzten in einen Topf werfen. Ich denke, dass man mit ca. 2.000 Euro brutto nicht zu den Previligierten zählt.
HÄ?! 2000 Euronen, das ist über Hartz IV, und ausgepeitscht werden sie auch nicht, das muss doch jetzt aber mal reichen!

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spon-facebook-10000284720 07.11.2014, 12:48
924. Na endlich...

mal einer, der begriffen hat, dass die Bahn kein Wohlfahrtsverein ist, sondern ein Unternehmen(staatlich oder nicht ist völlig egal) und dessen Arbeitern steht das Recht auf Streik zu. Punkt!

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neu_im_forum 07.11.2014, 12:49
925. Forum

hauptsächlich EVG Bashing, Sozialromantik, und eine konsequente Ignorierung der Tatsachen (die Mehrheit der Zugbegleiter sind in der EVG organisiert). Das zeichnet Dad Forum hier aus !

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denkpanzer 07.11.2014, 12:54
926. Falsch

Zitat von kein_gut_mensch
Leider übersehen sie bei diesem Machtkampf das es hier auch nur um privilegierte Arbeitnehmer geht die am längeren Hebel sitzen, nichts mit Solidarität und so. Ähnlich wie bei Cockpit oder dem Marburger Bund.
Falsch, die GDL setzt sich ja gerade auch für Nichtlokführer ein. Und wenn sich alle Pflegekräfte zu einer Gewerkschaft zusammenschließen würden hätten die deutlich mehr Macht als ein Marburger Bund. Die Ärzte sind halt nicht bereit für wenig Geld zu arbeiten, die Pflegekräfte lassen sich ausnutzen.

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wiseguyno1 07.11.2014, 12:57
927. Beitrag

Zitat von neu_im_forum
hauptsächlich EVG Bashing, Sozialromantik, und eine konsequente Ignorierung der Tatsachen (die Mehrheit der Zugbegleiter sind in der EVG organisiert). Das zeichnet Dad Forum hier aus !
hauptsächlich Foristen-Bashing, Schlagworte und ebenfalls eine konsequente Ignorierung der Tatsachen (wer wo mehrheitlich organisiert ist, das ist völlig irrelevant, da jede Gewerkschaft jeweils für ihre Mitglieder eintritt und verhandelt)
Das zeichnet den Beitrag hier aus !

Und nun?

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der_c 07.11.2014, 13:05
928. Anfeindungen sich fehl am Platz, aber Konkurrenzkampf um Mitglieder auch

Herr Aufstein bleibt der Linken linien treu. Vieles davon kann man ohne Wenn und aber unterschreiben. Wenn aber 70% aller Zugbegleiter und anderen Bahn-Angestellten in einer Gewerkschaft sind und 30% in der anderen, diese aber nun auch für die anderen 70% verhandeln will, da beginnt das Problem. Ist die 70%-Gewerkschaft nun zu handzahm, obwohl die Gremien ja ständig neu gewählt werden oder die 30% zu gierig? Gierig, weil die alte Führung schon zweistellige Lohnerhöhungen für sich rausholte und nun öffentlich Mitglieder von der anderen Gewerkschaft abwirbt?

Sollte die Gewerkschaft Cockpit nun auch so lange streiken bis sie auch für Bodenpersonal verhandeln darf um Mitglieder von einer anderen Gewerkschaft zu bekommen, nur weil man mit den Piloten am längeren hebel sitzt?

Zuletzt bin ich enttäuscht über einen Satz, den ungewohnt Falsch ist von Herr Augstein:
"Die Bahn ist ein Unternehmen in Staatshand, das aber nach den Prinzipien des privaten Profits betrieben wird - das ist die vollkommene Perversion des modernen Kapitalismus."
Die Bahn soll möglichst sicher und günstig Personen befördern und ggf. Gewinne den allgemeingut, also dem Bundeshaushalt, zur Verfügung zustellen. Das ist keine vollkommene Perversion, genau so wenig wie bei Stadtwerken usw.
Das Lohnerhöhungen dort notwendig sind, daran zweifelt kaum keiner. Aber wenn Gewerkschaften von der Basis kontrolliert werden reicht eine für ein Betrieb, wie fast überall, bis auf Lufhansa und Bahn.

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b.alt 07.11.2014, 13:05
929. Bravo Herr Augstein!

Da bin ich ganz bei Ihnen. Ich würde mir wünschen das sich andere Gewerkschaften wie z.B. Verdi sich mal ein Beispiel nimmt an der GDL. Die frechheiten die sich die Arbeitgeber erlauben (Minilöhne,Überstunden und und und) lässt es Zeit werden das ganze System mehr zum nutzen der Allgemeinheit zu bewegen, und bitte keine selbstzerfleischung ala Arbeitsplätze. Es wird höchste Zeit...

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