Forum: Politik
Bahnstreiker als Vorbild: Danke, Herr Weselsky!
DPA

Die Lokführer streiken für uns alle. Deutschland sollte Claus Weselsky dankbar sein. Aber Politik und Öffentlichkeit sind gegen ihn. Was wir vergessen: Seine Niederlage wäre unsere Niederlage.

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Hartmut Schwensen 07.05.2015, 17:00
40. Mit Papas Millionen lässt sich leicht reden ...

... wenn man morgens nicht auf die S-Bahn / Bahn angewiesen ist. Nimmt man halt den Chauffeur.

Es bleibt beim alten Spruch von Gerhard Schröder:

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«
(Winston Churchill)

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sumpremerulerxenu 07.05.2015, 17:01
42.

Danke für diesen Artikel. Anstatt einen Keil zwischen die Bevölkerungsgruppen der unteren 90% zu treiben, wie es Ihr Kollege F. versucht, und vom Kern des Problems abzulenken, sollte man vielmehr Versuchen, der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken. Ansonsten werden Streiks und andere Aktionen nur weiter ausarten, wenn jedes Grüppchen versucht, Ihren Teil des Kuchens zu vergrößern. Aber "Teile & Herrsche" wird von Politik und Kapital mit Hilfe der Medien immer noch erfolgreich praktiziert.

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kevinschmied704 07.05.2015, 17:01
43. @erkläromat

was spricht dagegen? das die mitarbeiter mehr freizeit und mehr geld in der tasche haben? richtig, nämlich garnichts. vorallem dann nicht wenn man weiss wieviel sich dieser bahnvostandt in die eigene tasche steckt.
dieser kampf ist ein ungleicher kampf. die mittel der gdl bescheiden, im vergleich zu den mitteln der bahn. die bahn kann sich ausfälle in dreistelligen millionen höhen erlauben. wenn man bedenkt das ein streik immer darauf hinausläuft das man als schwacher gegner den starken versucht so weit auszubluten bis er nach gibt. fragt man sich zwangsläufig warum ist der bahn diese sache so wichtig? es sind inzwichen fast 300 mil. euro an verlust entstanden und der BIP sinkt deswegen um 0.1% . also ich frage sie warum stämmt sich alles dagegen? wieviel verlust will die bahn also noch hinnehmen? was verspricht sich die bahn davon? die rechnung geht für mich nicht auf! was soll das ganze?

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exilator_ 07.05.2015, 17:01
44.

Nie vergessen darf man, dass die neoliberale FDP und die neoliberale CDU diese Spartengewerkschaften mit der Absicht gefördert haben, die Flächengewerkschaften zu schwächen.





Das wird ganz sicher kommen, dass Streiks verboten werden, denn viele der Handelnden sind ostsozialisiert und glauben es gäbe die DDR 2.01. Hinzu kommt, dass D. längst keine Demokratie mehr ist, wie sie es bis vor 20 Jahren etwa war. Seither fand ein schleichender Wandel hin zur Parteien und Wirtschaftsdiktatur statt. Die GDL ist ein Kind der neoliberalistischen Denkweise der Politik. Aber die kriegen das schon hin, das mit dem eingeschränkten Streikrecht, auch wenn das erst der Anfang ist, Streiks werden in 3 Jahren per Beschluss der Staatsratsvorsitzenden verboten, und mit aller Härte unterbunden.

Exilator

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asap_B 07.05.2015, 17:02
45. Genau richtig !!

In diesem Kommentar wird mal der Finger in die richtige Wunde gelegt.
Denn die Bahn will doch nur eine Einigung zu ihren eigen Konditionen. Klar wir alle leiden unter dem Streik aber wir leiden auch unter den hohen Preisen der Bahn, unter dem schlechten Service und unter der schlechten Sicherheit auf den Bahnhöfen.
Denn die großen Gewerkschaften verwässern doch nur alles und viele Berufsgruppen werden zum Vorteil von Berufsgruppen schlechter gestellt ..die der großen Gewerkschaft an nächsten sind. Z.B IG Metall die Werker profitieren und die Angestellten zahlen drauf.
Oder was sollte die Umstellung von LOHN / Gehalt auf ein Entgelt.
Das neue Gesetz von Frau Nahles, die selbst noch nie außerhalb der Politik gearbeitet hat, ist eh verfassungswidrig. Aber es verschafft der Bahn Zeit um Fakten zu schaffen.
Und ich bin nur ein Vielfahrer mit der Bahn und leide unter dem Streik auch viel, aber ich kann die Ziele nachvollziehen.

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zitronenspecht 07.05.2015, 17:02
46. Aber Hallo Herr Augstein.......

Mut zur Wahrheit? Hut ab.
Was Recht ist muss Recht bleiben. Bin Ihnen für diesen
Beitrag wirklich dankbar. Ein CDU-ler.

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horstbier 07.05.2015, 17:03
47. Die Lokführer sollen durchhalten!

Ca. 96% aller Deutschen Arbeitgeber sind in ihren Berufsverbänden organisiert, verfügen über eine Wirtschaftskraft, die von Gewerkschaften mit 30% Mitgliedern auch nicht annähern erreicht werden kann. Das permanente eindreschen auf den GDL-Chef Weselski soll von den laschen Gewerkschaften ablenken! GDL Mitglieder haltet durch! Glück auf!

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Desmond 07.05.2015, 17:03
48. Streikrecht

Niemand will jemanden das Streikrecht wegnehmen. Vielmehr sollte es auch unter Gewerkschaften verpönt sein Partikularinteressen durchzusetzen. Wenn alle wichtigen Berufsgruppen bei der Bahn ihre Gewerkschaft bilden (Lokführer, Stellwerker, Instandsetzung usw.) würde der Betrieb über kurz oder lang stillstehen und diese Gruppen könnten bestimmt mehr für sich rausholen. Aber einige würden auch die Verlierer sein. Denn ob die Leute vom Sicherheitsdienst nun da sind oder ob die Putzkolonnen streiken oder nicht spielt für den Betrieb nur eine untergeordnete Rolle. Wer vertritt diese Berufsgruppen wenn jeder nur für sich kämpft. Ja die Mitarbeiter müssen ein Streikrecht haben aber sie sollten es verantwortungsvoll und im Sinne aller Mitarbeiter einsetzen.

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aljoschu 07.05.2015, 17:04
49. Herzlichen Dank, Herr Augstein, über die einsamen, aber unmissverständlichen Worte!

Ja, es muss gesagt werden, dass der Lohnkampf der Gewerkschafter ein unverzichtbares Merkmal eines gemäßigten Kapitalismus ist, einer sozialen Marktwirtschaft so wie sie für die alte Bonner Republik kennzeichnend war. Da hatten die Arbeitnehmern gegenüber der Übermacht der Arbeitgeber noch einen Hebel in der Hand. Dieser Hebel ist durch die systematische Lobby-Arbeit der Konzerne, unter maßgeblicher Mithilfe von SPD und CDU/CSU lahm gelegt worden.
Ja, man würde sich wünschen, dass auch die unterprivilegierten Arbeitnehmer in unserer Gesellschaft - die am unteren Rand der Einkommenspyramide herumkrebsen, die Krankenschwestern, die Altenpfleger, die Kindergartenbetreuer, die Heerscharen der Zeitarbeitsangestellten, etc. diesen Hebel in der Hand hätten - nur dann müssten sie sich nicht für einen Hungerlohn krumm und krank arbeiten - so lange wie eben die Gesundheit noch mitmacht, bevor sie der Arbeitgeber ausspuckt wie ein ausgelutschtes Stück Kautabak und sie durch einen neuen, jüngeren und gesünderen Mitarbeiter ersetzt.
Wenn dieser letzte Hebel im medialen Schaukampf mit der Lokomotivführergewerkschaft auch noch zerbrochen wird, dann wird es endgültig düster für die abhängige Lohnarbeit in Deutschland und die Schere der Einkommensverhältnisse wird weiter aufgerissen wie das Gebiss eines gierigen Raubtieres.
Welcome ihr Jungen, im Raubtier-Kapitalismus!

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