Forum: Politik
Barack Obama: Der verlorene Freund?

Die Enthüllung des US-Überwachungsprogramms Prism ist nur ein weiterer Schritt der Entfremdung von den USA und Deutschland. Auch der zunehmende Fokus beider Länder auf Ostasien verändert die Leitlinien der politischen Ausrichtung. Gibt es noch eine gemeinsame Vision über die wichtigsten Fragen der Zukunft zwischen den USA und Deutschland?

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gandhiforever 09.06.2013, 12:31
1. Natuerlich gibt es diese Vision noch

Dafuer arbeitet man doch in Afghanistan zusammen.

Ihre Bundeskanzlerin distanziert sich ja auch nicht von meinem Praesidenten, sie macht brav, was er moechte.

Wie es beim jeweiligen Volk aussieht, ist natuerlich eine andre Frage.

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pcpero 09.06.2013, 15:20
2. in visio veritas

Zitat von sysop
Die Enthüllung des US-Überwachungsprogramms Prism ist nur ein weiterer Schritt der Entfremdung von den USA und Deutschland. Auch der zunehmende Fokus beider Länder auf Ostasien verändert die Leitlinien der politischen Ausrichtung. Gibt es noch eine gemeinsame Vision über die wichtigsten Fragen der Zukunft zwischen den USA und Deutschland?
Natürlich gibt es die zitierte Vision noch: von Nostalgikern der Alkten Welt vllt..
Aber durch die bewusste Blockbildung europäischer Administrationen, Deutschland an vorderster Front, hat sich natürlich eine gemeinsame Ausrichtung entzweit, und die USA lassen sich eben selbstbewusst die butter nicht vom Brot nehmen. Der Schnitt ins eigene Fleisch der USE ist vorprogrammiert, und Zurückrudern wirkt kindisch!

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W. Robert 11.06.2013, 11:11
3. American Dream

Warum wurde Kennedy in Deutschland als Held gefeiert, und warum ist man inzwischen von Obama so maßlos enttäuscht?
Ich denke, in der Epoche Kennedys war man noch felsenfest davon überzeugt, es tatsächlich mit dem „mächtigsten Mann des Westens“ zu tun zu haben. Das war natürlich eine Illusion. Schon Eisenhower konnte sich nicht mehr gegen das Phänomen durchsetzen, das er den militärisch industriellen Komplex nannte. Dass seine Befugnisse zur Richtliniengestaltung auch sehr begrenzt waren, musste Kennedy feststellen, als er die Währungshoheit dem privaten Bankenkartell entziehen wollte. In einer naiven Vorstellung von Politik dachten viele Deutsche, dass ein Präsident Obama irgend etwas an der Agenda der Think Tanks, Geheimdienste und Bankenelite ändern könnte oder wollte. Aber die Weltpolitik geht genauso weiter wie zu Zeiten seines Vorgängers.

Die Welt befindet sich wieder mitten im kalten Krieg, und der gesamte Westen wird durch die Gier der US-Elite bis zu einem Punkt ausgesaugt, an dem der Lebensstandard unter das russische Niveau sinkt. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass in Russland 42 Millionen Bürger von Essensmarken leben müssten. Die USA haben sich durch den Patriot Act in einen autoritären Polizeistaat verwandelt, und das weltweite Ansehen ist ruiniert. Der US-Kongress ist weitgehend entmachtet, und ein verselbstständigter Geheimdienst und Privatarmeen erinnern eher an eine Orwellsche Dystopie als an einen demokratischen Staat.

Die Umwandlung zum Polizeistaat in den USA ist abgeschlossen, und jetzt zeigt die NSA stolz was sie alles kann. Die Message ist deutlich: Big Brother passt auf, und der Bürger besser auch. Es warten viele schöne neue Privatknäste auf Kundschaft, und einer der zwölf Geheimdienste ist bestimmt in jeder Neighbourhood präsent. Auch die neue Öffentlichkeit über Bilderberg schlägt in die selbe Kerbe: Schaut her, wir sind eure neuen Vorgesetzten, und für irgendwelche Gegenmaßnahmen ist es längst zu spät.

Obama ist ein Zyniker, und erinnert zusehends an einen unseriösen Gebrauchtwagenverkäufer, der mittels Rhetorik jede Gurke als Premium-Limo verkaufen will. Die Demokratie im Westen wird zunehmend zur Farce, und im moslemischen Raum verzichtet man längst auf die Einforderung demokratischer und säkularer Prinzipien. Zunehmend macht sich auch ein latenter und undifferenzierter Anti-Amerikanismus breit, was natürlich in der Auswirkung höchstens den US-Mittelstand und den Kulturaustausch schädigt. Um es klar zu formulieren: Wir wollen hier keinen Polizeistaat nach US-Muster, und auch kein von Bankstern ruiniertes Europa. Das sollte man in der Debatte etwas deutlicher artikulieren.

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hjm 11.06.2013, 16:36
4.

Zitat von W. Robert
Um es klar zu formulieren: Wir wollen hier keinen Polizeistaat nach US-Muster, und auch kein von Bankstern ruiniertes Europa. Das sollte man in der Debatte etwas deutlicher artikulieren.
Leider wird „hier“ gerade vor allem eins laut und deutlich formuliert: Wir wollen kein (vereinigtes) Europa, das seine kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Werte als solches in der Welt vertritt, sondern lieber wieder zurück zu einem unkoordinierten Laden von Kleinstaaten, die dann alle wieder „souverän“ ihre eigenen Interessen verfolgen können. Das hat dann zwar zur Folge, dass jeder dieser Kleinstaaten zum wirtschaftlichen Spielball Chinas, zum politischen Spielball Amerikas und zum kulturellen Spielball des Islam wird. Aber das ist dann eben der Preis, den man dafür zahlen muss, dass man seine Währung nicht mit Griechenland teilen muss, seine Arbeitsplätze nicht mit Rumänien und seine Asylanten nicht mit Italien.

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rolandbayer 12.06.2013, 12:24
5. der lack ist ab

an diesem präsidenten, der sich offensichtlich mit allen mitteln gegen den "untergang des amerikanischen imperiums" stemmt, das, wie damals rom, bis über alle maßen verschuldet ist.

offensichtlich gemacht durch sog. "geheimnisverräter", die vielleicht einfach nur den vergangenen werten, z. b. freiheit, der usa verpflichtet sind, findet hier eine "ausdehnung der kampfzone" in form von weltweiter digitaler totalüberwachung statt. dafür werden anscheinend noch gelder / kredite flüssig gemacht.

es wird höchste zeit, daß obama den ihm nicht gebührenden Friedensnobelpreis zurückgibt. facebooknutzer sollten zuckerberg mit einem bergvon shitstorm eindecken, googler, youtuber, appler,... söllten erkennen, wie sie veräppelt wurden und reagieren...

das gegenteil von geheimnisverräter ist geheimniskrämer, die sehr wohlverschwörungspraktiker sind.

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pcpero 12.06.2013, 17:07
6. Less is More

Zitat von hjm
Leider wird „hier“ gerade vor allem eins laut und deutlich formuliert: Wir wollen kein (vereinigtes) Europa, das seine kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Werte als solches in der Welt vertritt, sondern lieber wieder zurück zu einem unkoordinierten Laden von Kleinstaaten, die dann alle wieder „souverän“ ihre eigenen Interessen verfolgen können. Das hat dann zwar zur Folge, dass jeder dieser Kleinstaaten zum wirtschaftlichen Spielball Chinas, zum politischen Spielball Amerikas und zum kulturellen Spielball des Islam wird. Aber das ist dann eben der Preis, den man dafür zahlen muss, dass man seine Währung nicht mit Griechenland teilen muss, seine Arbeitsplätze nicht mit Rumänien und seine Asylanten nicht mit Italien.
Mir ist in jedem Fall und unter allen Umständen ein Vielstaateneuropa lieber als ein Großmarkteuropa, welches in der Welt herumtönt und zur Blockbildung beiträgt, statt die Grenzen zu öffnen, rsp. die Horizonte!
Obama muss America schützen, und wie macht ein Amerikaner das: wie Alles: Total und kompromisslos, die Anderen werden eh nicht gefragt-warum auch? Hätte Lincoln nicht so rigoros gehandelt, seiner Überzeugung gemäß, gäbe es heute kein America, welches den D-Day blutig gewonnen hat und somit Deutschland gerettet! Die Nadelstichtaktik bin Ladens zeigt Reaktion, und einen ähnlichen Angriff wie am 11.09.01 darf es nie wieder geben! Und um das zu verhindern, ist im Vorfeld das Abhören von Kontakten notwendig, die ein ganz bestimmtes Profil aufweisen! Die Flirts aller Anderen Socialnetworkuser sind dagegen total uninteressant, und man sollte sich nicht künstlich aufregen-

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delta058 12.06.2013, 18:04
7.

Zitat von sysop
Die Enthüllung des US-Überwachungsprogramms Prism ist nur ein weiterer Schritt der Entfremdung von den USA und Deutschland. Auch der zunehmende Fokus beider Länder auf Ostasien verändert die Leitlinien der politischen Ausrichtung. Gibt es noch eine gemeinsame Vision über die wichtigsten Fragen der Zukunft zwischen den USA und Deutschland?
Komisch nur, wie bei SPON immer gegen Russland gehetzt wird, im Gegensatz zu den USA brechen die keine Verträge.

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olafh 12.06.2013, 22:05
8. Stimmt!

Zitat von W. Robert
Warum wurde Kennedy in Deutschland als Held gefeiert, und warum ist man inzwischen von Obama so maßlos enttäuscht? Ich denke, in der Epoche Kennedys war man noch felsenfest davon überzeugt, es tatsächlich mit dem „mächtigsten Mann des Westens“ zu tun zu haben. Das war natürlich eine Illusion. Schon Eisenhower konnte sich nicht mehr gegen das Phänomen durchsetzen, das er den militärisch industriellen Komplex nannte. Dass seine Befugnisse zur Richtliniengestaltung auch sehr begrenzt waren, musste Kennedy feststellen, als er die Währungshoheit dem privaten Bankenkartell entziehen wollte. In einer naiven Vorstellung von Politik dachten viele Deutsche, dass ein Präsident Obama irgend etwas an der Agenda der Think Tanks, Geheimdienste und Bankenelite ändern könnte oder wollte. Aber die Weltpolitik geht genauso weiter wie zu Zeiten seines Vorgängers. Die Welt befindet sich wieder mitten im kalten Krieg, und der gesamte Westen wird durch die Gier der US-Elite bis zu einem Punkt ausgesaugt, an dem der Lebensstandard unter das russische Niveau sinkt. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass in Russland 42 Millionen Bürger von Essensmarken leben müssten. Die USA haben sich durch den Patriot Act in einen autoritären Polizeistaat verwandelt, und das weltweite Ansehen ist ruiniert. Der US-Kongress ist weitgehend entmachtet, und ein verselbstständigter Geheimdienst und Privatarmeen erinnern eher an eine Orwellsche Dystopie als an einen demokratischen Staat. Die Umwandlung zum Polizeistaat in den USA ist abgeschlossen, und jetzt zeigt die NSA stolz was sie alles kann. Die Message ist deutlich: Big Brother passt auf, und der Bürger besser auch. Es warten viele schöne neue Privatknäste auf Kundschaft, und einer der zwölf Geheimdienste ist bestimmt in jeder Neighbourhood präsent. Auch die neue Öffentlichkeit über Bilderberg schlägt in die selbe Kerbe: Schaut her, wir sind eure neuen Vorgesetzten, und für irgendwelche Gegenmaßnahmen ist es längst zu spät. Obama ist ein Zyniker, und erinnert zusehends an einen unseriösen Gebrauchtwagenverkäufer, der mittels Rhetorik jede Gurke als Premium-Limo verkaufen will. Die Demokratie im Westen wird zunehmend zur Farce, und im moslemischen Raum verzichtet man längst auf die Einforderung demokratischer und säkularer Prinzipien. Zunehmend macht sich auch ein latenter und undifferenzierter Anti-Amerikanismus breit, was natürlich in der Auswirkung höchstens den US-Mittelstand und den Kulturaustausch schädigt. Um es klar zu formulieren: Wir wollen hier keinen Polizeistaat nach US-Muster, und auch kein von Bankstern ruiniertes Europa. Das sollte man in der Debatte etwas deutlicher artikulieren.

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rolli 13.06.2013, 12:58
9.

Zitat von sysop
Die Enthüllung des US-Überwachungsprogramms Prism ist nur ein weiterer Schritt der Entfremdung von den USA und Deutschland. Auch der zunehmende Fokus beider Länder auf Ostasien verändert die Leitlinien der politischen Ausrichtung. Gibt es noch eine gemeinsame Vision über die wichtigsten Fragen der Zukunft zwischen den USA und Deutschland?
Obama ist der Wolf im Schafspelz ähnlich wie Schröder. Mehr muss man dazu nicht sagen. Arme USA.

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