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Becker-Prozess in Stammheim: Stille nach dem Schuss

Wer erschoss Generalbundesanwalt Siegfried Buback? 30 Jahre nach dem deutschen Herbst sitzt Ex-RAF-Frau Verena Becker genau dort auf der Anklagebank, wo die Republik einst die großen Terrorprozesse erlebte - und schweigt. Szenen einer Zeitreise.

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nahal 30.09.2010, 15:38
1. 12 Jahre

Zitat von sysop
Wer erschoss Generalbundesanwalt Siegfried Buback? 30 Jahre nach dem deutschen Herbst sitzt Ex-RAF-Frau Verena Becker genau dort auf der Anklagebank, wo die Republik einst die großen Terrorprozesse erlebte - und schweigt. Szenen einer Zeitreise.
Was ich mich frage ist:
Wieso wird eine verurteilte Mörderin, die lebenslänglich erhalten hat, die eindeutig der Aufforderung, zur Aufklärung weiterer Straftaten beizutragen, nicht nachgekommen ist, auf Bewährung, nach nur 12 Jahren, entlassen?

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creativefinancial 30.09.2010, 15:49
2. Gerechtigkeit

Zitat von sysop
Wer erschoss Generalbundesanwalt Siegfried Buback? 30 Jahre nach dem deutschen Herbst sitzt Ex-RAF-Frau Verena Becker genau dort auf der Anklagebank, wo die Republik einst die großen Terrorprozesse erlebte - und schweigt. Szenen einer Zeitreise.
Die Verjährung hat ihren Sinn. Sie wurde damals aus politisch-taktischen Gründen für Mord aufgehoben.
Die Wahrheitsfindung wird nicht stattfinden. Die Nebenkläger können Fragen stellen , erhalten sie Antworten ?
Mit Grechtigkeit hat das nichts mehr zu tun.

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creativefinancial 30.09.2010, 15:54
3. bewährung

Zitat von nahal
Was ich mich frage ist: Wieso wird eine verurteilte Mörderin, die lebenslänglich erhalten hat, die eindeutig der Aufforderung, zur Aufklärung weiterer Straftaten beizutragen, nicht nachgekommen ist, auf Bewährung, nach nur 12 Jahren, entlassen?
Der Sinn des Strafrechts ist nicht die Rache und Vergeltung.
Frau Becker hat ihr Leben geändert: sie ist über 20 Jahre in Freiheit OHNE neue Straftaten zu begehen. Also kann man von einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft ausgehen.

Niemand kann gezwungen werden, zur Aufklärung von Straftaten beizutragen. Frau Becker ist auch nicht wegen Mordes, sondern wegen versuchten Mordes verurteilt worden.

Ich verstehe Herrn Buback und seinen Wunsch , den Tod seines Vaters aufzuklären.

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_unwissender 30.09.2010, 16:58
4. Was ist das denn?

Zitat von creativefinancial
Der Sinn des Strafrechts ist nicht die Rache und Vergeltung. Frau Becker hat ihr Leben geändert: sie ist über 20 Jahre in Freiheit OHNE neue Straftaten zu begehen. Also kann man von einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft .....
Genau!
Nicht Rache, nicht Vergeltung. So soll Recht gemacht werden.
Verurteilt?
Ich denke, Frau Becker wurde verurteilt, weil sie mit dabei war. Zumindest damals ging es nicht um Details. Da sollte die "Härte des Rechtsstaates" gezeigt werden.
Der Wunsch von Herrn Buback ist zu verstehen. Aber ist dieses Interesse das "öffentliche Interesse" - im Sinne von staatsanwaltlicher Aufgabe?

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o_jannis 30.09.2010, 17:04
5. Wiedereingliederung ersetzt Strafe ?

Zitat von creativefinancial
Der Sinn des Strafrechts ist nicht die Rache und Vergeltung. Frau Becker hat ihr Leben geändert: sie ist über 20 Jahre in Freiheit OHNE neue Straftaten zu begehen. Also kann man von einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft ausgehen. [...]
Folgt man Ihrer Logik, dann könnte man auf die Anklage eines Mörders, dessen Tat erst nach 20 Jahren oder später offenbar wird, komplett verzichten - wenn er in besagtem Zeitraum keine weitere Straftat begangen hat. Er ist ja wieder eingegliedert... Wozu dann noch Nazi- und KZ-Prozesse ? Der Demjaniuk z.B hat sich über 40 Jahre lang nichts mehr zu schulden kommen lassen und ist schon halb tot. Die Zeit heilt alle Wunden ???

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Klo 30.09.2010, 17:15
6. ...

Zitat von nahal
Wieso wird eine verurteilte Mörderin, die lebenslänglich erhalten hat, die eindeutig der Aufforderung, zur Aufklärung weiterer Straftaten beizutragen, nicht nachgekommen ist, auf Bewährung, nach nur 12 Jahren, entlassen?
Weil von ihr keine Gefahr mehr ausging und sie deshalb von Bundespräsident Richard von Weizsäcker begnadigt wurde. Beschwerden hierzu nimmt allenfalls Herr von Weizsäcker entgegen. Wenden Sie sich an ihn.

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ratbag 30.09.2010, 17:26
7. .

Wenn Verena Becker einen Müllkutscher, Postbote oder Taxifahrer umgebracht hätte. hätte man sie wegen Mord oder Beihilfe zum Mord zu Lebenslänglich verurteilt.
Hier wäre sie wahrscheinlich auch nach 12 Jahren begnadigt worden.

Und könnte sich nun unbehelligt den Rest ihres Lebens in Freiheit mit ihrer Schuld auseinandersetzen.

Es war aber kein "Normaler" Mensch der Opfer dieser Täter wurde. Es war einer aus der damaligen Elite!

Nun wird das Recht verbogen, nur weil der Sohn des Opfers wissen will, wer der Mörder tatsächlich ist!
Ich habe durchaus Verständniss für das Anliegen des Herrn Buback.
Kein Verständniss habe ich für die Tatsache bei solch einem Anliegen dann ein neuer Prozess einberaumt wird.

Wenn Buback der Sohn eines Müllkutschers, Postboten oder Taxifahrers wäre, müsste er damit leben das kein Gericht sich nach 20 Jahren bemüht seine Frage zu beantworten.


Dieser Schau-Prozess zeigt, das die BRD aus der Geschichte nichts gelernt hat.

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ratbag 30.09.2010, 17:28
8. .

Zitat von sysop
30 Jahre nach dem deutschen Herbst sitzt Ex-RAF-Frau Verena Becker genau dort auf der Anklagebank, wo die Republik einst die großen Terrorprozesse erlebte -
Genau das ist das einzigste was man als Angeklagter in solchen Fällen auch tun sollte:

Schweigen!

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j.breitinger 30.09.2010, 17:34
9. Nicht der Logik gefolgt...

Zitat von o_jannis
Folgt man Ihrer Logik, dann könnte man auf die Anklage eines Mörders, dessen Tat erst nach 20 Jahren oder später offenbar wird, komplett verzichten - wenn er in besagtem Zeitraum keine weitere Straftat begangen hat. Er ist ja wieder eingegliedert... Wozu dann noch Nazi- und KZ-Prozesse ? Der Demjaniuk z.B hat sich über 40 Jahre lang nichts mehr zu schulden kommen lassen und ist schon halb tot. Die Zeit heilt alle Wunden ???
Unhaltbarer Vergleich, denn im Gegensatz zu den angesprochenen Nazi-Verbreche(r)n, wurde Becker für schuldig befunden und auch bestraft.

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