Forum: Politik
Bei Vereidigungszeremonie: Trump entschuldigt sich bei Kavanaugh
DPA

Brett Kavanaugh, dem drei Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen, sei "furchtbares Leid" widerfahren. Das sagte nun US-Präsident Trump - er entschuldigte sich im Namen der Nation bei dem neuen Supreme-Court-Richter.

Seite 7 von 13
helmut.alt 09.10.2018, 10:08
60.

Zitat von scooby11568
Ob da juristisch noch etwas zu machen wäre, weiß ich nicht. Hier geht es darum, dass jemand, der Frauen belästigt hat, für ein so wichtiges Amt nicht geeignet ist. Charakter, auch nicht vorhandener, verjährt nicht.
Es geht in der Tat nicht um Verjährung, sondern darum ob nach 10, 30 oder 50 Jahren ein "Schuldnachweis" noch erbracht werden kann, oder ob eine solche Anklage als Diffamie (oft politisch begründet) einzustufen ist. Deshalb der Appell: eine Deadline vorgeben und allen "Opfern" der Vergangenheit die Gelegenheit bieten sexuelle Übergriffe anzuzeigen. Nach der Deadline sollte Schluss sein, denn dann wäre eine Klage als Verleumdung einzustufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
polza_mancini 09.10.2018, 10:09
61.

Zitat von Atheist_Crusader
Einem ordentlichen Gerichtsverfahren müsste auch eine ordentliche Untersuchung vorangehen. Und daran hatten die Kavanaugh-Verteidiger sichtlich keinerlei Interesse. Und das hier war noch nicht einmal eine Entschudligung. Ich weiß nicht ob Ihnen das aufgefallen ist, aber Trump entschudligt sich nicht. Jaja, er bentuzt das Wort Entschuldigung, aber nur um gegen jene auszuteilen die es gewagt haben seinen Speichellecker schlecht aussehen zu lassen. Er entschuldigt sich nicht für seine eigenen Verfehlungen, nicht für seine persönlichen Angriffe, nicht für seine Parteilichkeit oder Verbissenheit... sondern im Grunde nur dafür, dass des Leute gibt denen das Ganze nicht gepasst hat. In der Qualität liegt das noch weit unter passiv-aggressiven Pseudo-Entschuldigungen wie "Entschuldigung, dass Du ein Problem mit meiner Art hast."
Ich stimme Ihnen weitestgehend zu, was die lächerliche Untersuchung angeht. Hier wird nur ein bisschen viel Rosinenpickerei bei den Gegnern betrieben: einerseits soll die Aussage Frau Fords ausreichen (da ja kein Gerichtsverfahren), andererseits soll das komplette Arsenal einen Strafprozesses herangezogen werden. Wat nu? Würden Sie überhaupt in Erwägung ziehen, dass die Vorwürfe unberechtigt sind - hört sich eher so an, als wenn Sie schon entschieden wären. Ich für meinen teil weiss es einfach nicht - nur unsympathisch reicht mir nicht und wenn er "unschuldig" ist, dann hätte ich für den bizarren Auftritt sogar Verständnis (was ihn gleichwohl aus dann anderen Gründen ungeeignet für einen solchen Posten erschein lässt)...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 09.10.2018, 10:09
62. Brett K. Theater in der heissen Phase des Wahlkampfes

Brett K. Theater in der heissen Phase des Wahlkampfes:

Trump schlachtet die Geschichte fuer die Reps in den umstrittenen Wahlkreisen aus, die Demokraten fuer ihre Kandidaten.

Auguren, Kaffeesatzleser und Kristallkugelpolierer haben Hochzeit. Wem nuetzt die Geschichte mehr? Wem schadet sie?

Bisher versagen alle Vorhersagereien zum Thema. In vielen umstrittenen Wahlkreisen der insgesamt 470 Wahlkaempfe (435 Abgeordnetenhaus + 35 Senatssitze) spielen weisse, gutgebildete Frauen in den Vorstaedten die Rolle des Zuengleins an der Waage. Je nach Quelle der Vorhersager sind die Frauen, welche ueblicherweise Reps waehlten nun am zweifeln und wissen nicht ob sie weiterhin Reps waehlen werden oder nicht. Andere ebenso weise Zukunftserkenner sagen das Gegenteil, dass nun, nachdem Trump die demokratischen Luegengeschichten gegen Brett K. aufgedeckt hat, diese Frauen erst Recht die Reps waehlen werden.

Am Tag nach den Wahlen, am 7. Nov. 2018, wissen wir alle mehr. Nur noch ein klein bisschen Geduld;-)
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KingTut 09.10.2018, 10:09
63. Entschuldigung für ein rechtsstaatliches Verfahren

Bei Trump wundert einen gar nichts mehr. Vielleicht entschuldigt sich der "unindicted co-conspirator" (wie er offiziell genannt werden darf) demnächst bei Cohen, Manafort, Gates, Flynn, Pinedo, Papadopulos und van der Zwaan, dass ihnen der Rechtsstaat auf die Schliche gekommen ist und sie sich aufgrund der erdrückenden Beweislage auf Schuldeingeständnisse (guilty pleas) einlassen mussten.
Dass Kavanaugh sich nach eigenen Angaben niemandem verpflichtet sein will, außer dem Gesetz und dem amerikanischen Volk, lässt hoffen. Denn noch am 27.09. erklärte er bei seiner Anhörung in Richtung Demokraten: "wie Du mir so ich Dir" ("what comes around, goes around"). Die Antwort werden wir erst wissen, wenn das Supreme Court vor wegweisenden Entscheidungen steht. Dann bin ich gerne bereit, meine derzeitigen Vorbehalte gegen ihn unter Umständen zu revidieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KingTut 09.10.2018, 10:13
64. Angebot

Zitat von Hardisch
Haben wir diese Geschichte nun endlich hinter uns?? Ich darf daran erinnern, dass wir nicht Teil der USA sind und weiß sowieso nicht, warum wir medial dermaßen mit dieser Story bombardiert wurden!
Bombadiert wurden wir doch mit anderen Stories, was kein Werturteil meinerseits ist, wenn der Spiegel eine breite Auswahl an Nachrichten aus aller Welt anbietet, von der sich jeder das aussuchen kann, was ihn am meisten interessiert. Ich finde es gut, dass wir über diese Geschehnisse bei unserem wichtigsten Verbündeten und der Führungsnation der freien Welt auf dem Laufenden gehalten werden. Herr Nelles und Kollegen tun hier einen phantastischen Job! Danke dafür.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mostly_harmless 09.10.2018, 10:16
65.

Zitat von helmut.alt
wenn Kandidatinnen behaupten, dass sie vor 10, 30 oder 50 Jahren sexuell belästigt wurden. Es wäre angebracht ALLEN fiktiven oder realen Opfern der Vergangenheit eine deadline einzuräumen, z.B. bis zum 1.1.2019, um solche Vorkommnisse öffentlich zu machen und anzuzeigen. Dann muss Schluss sein. Spätere Anklagen wären dann als Lügen, Intrigen oder Unterstellungen einzustufen.
Oh, ein Täter-Schutz-Gesetz. Großartige Idee. Zumindest wenn man Sympathien für Vergewaltiger hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herbix 09.10.2018, 10:19
66.

Zitat von scooby11568
Ob da juristisch noch etwas zu machen wäre, weiß ich nicht. Hier geht es darum, dass jemand, der Frauen belästigt hat, für ein so wichtiges Amt nicht geeignet ist. Charakter, auch nicht vorhandener, verjährt nicht.
Das lässt sich leicht beantworten:
Natürlich ist jemand, der Frauen belästigt hat, für ein so wichtiges Amt nicht geeignet.
Das gilt übrigens auch für Frauen, die Männer belästigen oder belästigt haben.
Aber die entscheidende Frage ist: Ist die Anschuldigung beweisbar oder ist sie erlogen ?
Und das ist im konkreten Fall fraglich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 09.10.2018, 10:19
67. Den Hexenjägern sind zum ersten Mal Grenzen aufgezeigt worden. Wirklic

Zitat von walter_de_chepe
Metoo appelliert an die niedersten Instinkte des Menschen: Der Denunziant darf sich wieder an Hexenjagden beteiligen. Den Hexenjägern sind zum ersten Mal Grenzen aufgezeigt worden.
"Den Hexenjägern sind zum ersten Mal Grenzen aufgezeigt worden." Wirklich?

Wer jemand beschuldigt riskiert vor Gericht wegen Verleumdung verklagt zu werden. Wer unter Eid jemand beschuldigt und es nicht beweisen kann, also luegt, riskiert bis zu 5 Jahren Gefaengnis.

Warum verklagte Brett K. die Frau Ford NICHT? Warum verklagt CR7 Alle, inklusive Der Spiegel und SPON wegen uebler Nachrede, Verleumdung?

Brett K. hatte 3 Moeglichkeiten, wie er unmittelbar nach Bekanntwerden der Beschuldigungen der 3 Frauen reagieren konnte:

1. Er kann die Beschuldigerinnen vor Gericht wegen Verleumdung verklagen.

2, Er kann eine sofortige Untersuchung durch das FBI verlangen. Brett K. lehnte dies 8-fach ab.

3. Als Kandidat zuruecktreten.

In jedem der 3 Faelle waere diese leidige TV Show entfallen. Wie traurig fuer uns, die Medienkonsumenten;-)
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kajoter 09.10.2018, 10:23
68. @ #7

Wer hat wohl einen größeren Einfluss auf unsere Politik und unser Leben- der amerikanische oder der deutsche Präsident?
Daneben kann man in Trump, seinen Handlungen und seinen Handlangern eine sehr gute Blaupause dafür sehen, mit welchen Mitteln rechtsnationale Populisten an die Macht kommen und diese festigen und ausbauen. Und welcher Tugenden es bedarf, sich ihnen entgegenzustellen.
Außerdem: Uns wird gerade eine grandiose Tragikomödie in Sachen Populismus vor Augen geführt und zwar in typisch amerikanischer Weise. D.h. alles ist gigantisch und unvergleichlich, aber fast nichts von dem, was gesagt wird, ist wahr. Alles ist Schein und entwickelt sich zu einer Konfrontation, bei der gutes und vernünftiges Benehmen und Anstand von denen ausgenutzt werden, die es permanent vermissen lassen, denn gerade mit diesen Tugenden erweist sich die Gegenseite vorläufig als sich selbst behindernd.
Dem Grölfaz mit der größten Megafon aller Zeiten stehen nach wie vor Protagonisten gegenüber, deren Fassungslosigkeit über all seine Reden und Taten sie immer noch daran hindert, adäquate Antworten und Strategien zu finden.
Jüngstes Beispiel: Bei seinem letzten Wahlkampfauftritt behauptete Trump, es gäbe ein von den Demokraten verabschiedetes Gesetz, das den USA offene Grenzen verordnete, es stamme von der Senatorin D. Feinstein. Natürlich gibt es kein solches Gesetz, dem Publikum war es trotzdem eine heftige Reaktion wert. So wie es auch frenetischen Beifall spendete, als er behauptete, bessere Umfragewerte als A. Lincoln auzuweisen!
Welche Reaktionen wären darauf angemessen? Staunen, Kopfschütteln, der Ruf nach einem psychiatrischen Notarzt?
Einer derartig unfassbaren Chuzpe begegnet man sonst nur noch in Diktaturen und bei einem Publikum, das aus Analphabeten besteht.
Wenn Trump danach wieder im WH weilt, wird um ihn herum alles dafür getan, solche Aussagen in einem extrem geschönten Licht erscheinen zu lassen, und dabei wird natürlich wieder gelogen, getrickst, verharmlost. Und so zwingt eine dreiste Lüge allen Vertretern dieser Administration und Partei dazu, sie zu teilen und zu verteidigen. Ansonsten stünde der Kaiser wieder einmal nackt da.
Wie sieht es dagegen im betulichen Deutschland aus?
Wir besitzen angeblich ja auch völlig unkontrollierte Grenzen und unsere Kanzlerin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Deutsche so gut wie möglich durch Ausländer zu ersetzen.
Mit anderen Worten: Es wird auch gelogen und übertrieben, wenn auch in deutlich kleineren Dimensionen. Falls wir aber einen derartigen Grölfaz vernehmen würden, falls die AfD von tatsächlichen Rechtsradikalen mit einem charismatischen Anführer gekapert würde, was dann?
Mein Tipp: Dann würde sie sich genauso verhalten wie die amerikanischen Republikaner. Davon kann man ausgehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brehn 09.10.2018, 10:23
69.

Zitat von Draw2001
Dieser Artikel - am Beispiel der Wahl eines Richters auf Lebenszeit am obersten Gericht der USA - beleuchtet die Motivation der wählenden Politiker. Jemand - der scheinbar die Interessen der z.Z. herrschenden Partei vertritt - soll auf einen bestimmten Posten gehoben werden. Auch wenn sich dann im Laufe des Verfahrens zeigt, dass derjenige u.U. dafür nicht geeignet ist, blenden diese Abgeordneten (also die Republikaner) jede Kritik aus, um diesen Kandidaten durchzusetzen. Man muss dazu wissen, dass für dieses Verfahren es früher eine 60 zu 40-Regelung gegeben hat, die dann leider abgeschafft wurde. Das Ergebnis sehen wir jetzt: Ein sogenannter „Wunschkandidat“ kann durchgeschleust werden.
Vielmehr noch, ist das Durchdrücken von Kavanaugh (leider) als populistischer Sieg gegen die Linke, Demokraten und vor Allem Frauen zu sehen. Es gab eine ganze Liste mit Kandidaten welche alle gleichermaßen geeignet waren, die Ziele der Republikaner durchzusetzen (Anti-Abtreibung etc.) welche jedoch nicht mit solchen Vorwürfen belastet waren bzw. sind und welche sich auch nicht dermaßen respektlos verhalten hätten bzw. mit Verschwörungstheorien um sich geschmissen hätten wie Kavanaugh es getan hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 13