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Berichte über Geheimtreffen: Tory-Minister und Labour-Politiker beraten angeblich übe
DPA

An den Treffen sollen hochrangige Minister beteiligt sein: Laut Medienberichten sprechen britische Tories mit der Opposition über einen neuen Brexit-Kurs. Sie wollen Premierministerin May unter Druck setzen.

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Oskar ist der Beste 13.06.2017, 12:50
40. Das Referendum war....

...über den Austritt aus der EU, sonst nichts. Alles andere ist reine Interpretation dieses Willens. Ja der Brexit war motiviert, daß man Kontrolle über Einwanderung erlangen würde und nun stellt sich heraus, daß der Preis dafür unbezahlbar ist (Aufgabe des gemeinsamen Marktes)...natürlich wäre es schön, wenn beide großen Parteien sich einigen würden und dem britischen Volk sagten "WIR KÖNNEN DIE EU NICHT VERLASSEN" und entsprechend handeln würden, aber leider ist das Land zu sehr gespalten im Moment als das man sich das politisch erlauben kann.

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DerBlicker 13.06.2017, 13:02
41. an der Realität vorbei

Zitat von biobayer
Welche Wahlschlappe ? Wenn Angela Merkel im Herbst 42 Prozent für die Union einfahren würde, wären die Medien voll des Glücks und der Lobpreisungen auf die neue "Führerin der freien Welt." Aktuell steht Merkel in wohlwollenden Umfragen bei gerade mal bei 38 %. Theresa May hatte ein noch besseres Ergebnis angestrebt - und ein gutes erhalten. "Das Volk" hat Theresa May ein deutliches, solides Mandat für einen harten Brexit auferlegt. Dass eine Regierungschefin koalieren muss, ist in Europa Normalität. Dies muss keineswegs ein Nachteil sein - im Gegenteil : durch eine Koalition erhält sie eine noch breitere Legitimation ihres harten Brexit-Kurses.
UK hat Mehrheitswahlrecht, da sind Koalitionen die Ausnahme. Frau May hat eine dicke absolute Mehrheit verloren und steht nun deutlich schlechter da. offenbar findet das Volk ihren Kurs nicht gut. Zudem sind die Torys tief gespalten, die eine Hälfte will den Brexit um jeden Preis, die andere Hälfte will eigentlich gar keinen Brexit. Unter diesen Umständen hat Theresa May keine Chance als starke Regierungschefin den Brexit zu gestalten, da sie im eigenen Laden keine Autorität mehr genießt.

Den harten Brexit wollen zudem nur Leute mit begrenztem Horizont, denn er bringt UK nur wirtschaftliche Nachteile und ohne Wirtschaft ist alles nichts, das werden die Brexiteers auch noch merken.

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Atheist_Crusader 13.06.2017, 13:10
42.

Zitat von Referendumm
Erst ist GB in der EU drin und redet sowie droht seit Jahrzehnten mit einem Austritt, nun gibts den Brexit und GB wird wohl wiederum Jahrzehnten von einem harten Brexit reden und diesen androhen, um dann doch eher kuschelweich in der EU zu bleiben. Denn so doof sind die Insulaner dann doch nicht. Selbstverständlich bleiben sie mit vielen neuen Extrawürsten. Und dann geht das Spiel von vorne los.
Die Extrawüste wird es dann geben, wenn sich 27 Staatsoberhäupter - die meisten davon ziemlich genervt von der britische Regierung und sehr darauf bedacht den EU-Austritt so unschön wie möglich zu machen - einig sind, dass sie die behalten dürfen.
Und die Briten haben praktisch keine Druckmittel. Alles was sie der EU androhen können, kann diese aufgrund ihrer Wirtschaftsmacht um ein Vielfaches verstärkt zurückdrohen.

Eher bekommt Pakistan eine lesbische Hinduistin als Präsidenten, als dass das vorteilhaft für London ausgeht.

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liberal.insanity 13.06.2017, 13:12
43. Ich habe es ja gesagt, sie war ein Remainer und ist ein Remainer

Theresa May Campaiging for #Remain - BBCTV 15th June 2016
https://www.youtube.com/watch?v=aL-6kBDkgxo&t=78s
Sie hat die die Wahl ausgerufen und dann alles getan um den 25% Vorsprung zu zerstören, damit Brexit so gut wie möglich verhindert wird. Die Frau gehörte zum Flügel des Cameron Establishments.
Ihr Plan ist es die Entscheidung des Volkes zum Brexit zu revidieren, ihre Partei zu schädigen und dann abzutreten.

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die-metapha 13.06.2017, 13:26
44.

Zitat von biobayer
Deshalb sind die Beteiligten noch lange keine Verschwörer.
Wären Sie so freundlich, meinen Post nochmals zu lesen - aufmerksam?
Nichts anderes hatte ich doch geschrieben! Der Vorwurf der "Verschwörer" kam von einem anderen Foristen, auf welchem ich dann geantwortet hatte.

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Crom 13.06.2017, 13:26
45.

Zitat von biobayer
Welche Wahlschlappe ? Wenn Angela Merkel im Herbst 42 Prozent für die Union einfahren würde, wären die Medien voll des Glücks und der Lobpreisungen auf die neue "Führerin der freien Welt." Aktuell steht Merkel in wohlwollenden Umfragen bei gerade mal bei 38 %. Theresa May hatte ein noch besseres Ergebnis angestrebt - und ein gutes erhalten. "Das Volk" hat Theresa May ein deutliches, solides Mandat für einen harten Brexit auferlegt. Dass eine Regierungschefin koalieren muss, ist in Europa Normalität. Dies muss keineswegs ein Nachteil sein - im Gegenteil : durch eine Koalition erhält sie eine noch breitere Legitimation ihres harten Brexit-Kurses.
May hat aber keine Mehrheit, Merkel dagegen schon. Der harte Brexit hat ebenfalls keine Mehrheit. Offenbar ist dem Volk der weiche Brexit lieber. Parteien die für einen weichen Brexit oder sogar dagegen sind, haben jedenfalls eine Mehrheit erhalten.

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newbie99 13.06.2017, 13:39
46. Also doch keine Wahlschlappe???

Zitat von biobayer
Welche Wahlschlappe ? Wenn Angela Merkel im Herbst 42 Prozent für die Union einfahren würde, wären die Medien voll des Glücks und der Lobpreisungen auf die neue "Führerin der freien Welt." Aktuell steht Merkel in wohlwollenden Umfragen bei gerade mal bei 38 %. Theresa May hatte ein noch besseres Ergebnis angestrebt - und ein gutes erhalten. "Das Volk" hat Theresa May ein deutliches, solides Mandat für einen harten Brexit auferlegt. Dass eine Regierungschefin koalieren muss, ist in Europa Normalität. Dies muss keineswegs ein Nachteil sein - im Gegenteil : durch eine Koalition erhält sie eine noch breitere Legitimation ihres harten Brexit-Kurses. Dass Politiker über Parteigrenzen hinweg Kontakte pflegen, ist auch in Deutschland nicht ganz unbekannt. Man denke nur an die Berliner "Pizza-Connection". Deshalb sind die Beteiligten noch lange keine Verschwörer.
Glauben Sie wirklich, Sie können irgend jemanden mit diesen "Argumenten" davon überzeugen, Theresa May habe ein gutes Ergebnis erzielt? Sie spricht ja sogar selbst von einem von ihr eingebrocktem Schlamassel, aus dem sie die Partei befreien will. Haben Sie in den 80igern eine Ausbildung in der Redaktion des "Neuen Deutschlands" gemacht??

Grandios, das britische Wahlergebnis (42 %) mit einer Bundestagswahl zu vergleichen. Es fehlt natürlich der Hinweis, dass dort nach dem Mehrheits- und hier nach dem Verhältniswahlrecht abgestimmt wurde. Eine Kleinigkeit nur, die aber beträchtliche Auswirkungen hat: Auch ein Teil der Bundestagswahl läuft nach dem Mehrheitswahlrecht ab - nämlich die "Erste Stimme". Nach deren Ergebnissen werden die Direktmandate im Bundestag verteilt. Für das aktuelle Parlament (gewählt in 2013) heißt das: 191 Sitze CDU, 58 SPD, 4 Linke, 1 Grüne, 45 CSU.

In Großbritannien war es über viele Jahrzehnte hinweg quasi undenkbar, eine Koalition eingehen zu müssen. Erst seit wenigen Jahren kommt das "schon mal" vor. Bei diesem Wahlrecht eine absolute Mehrheit zu verlieren, heißt nicht von einem "absolut überragenden" Ergebnis auf ein immer noch gutes Ergebnis zurückzufallen, vielmehr darf das definitiv als fette Wahlschlappe gewertet werden. Zusammen mit DUP haben die Konservativen jetzt eine hauchdünne Mehrheit im Parlament. Von einer noch breiteren Zustimmung in der Bevölkerung für May's Kurs kann da wohl kaum die Rede sein. Der eigentlichen Gewinner der Wahl ist schließlich Labour. May wollte die Position ihrer Partei verbessern und hat sie nun tatsächlich massiv verschlechtert. Augenscheinlich unterstützten die Britten ihren Hart-Brexit-Kurs eben gerade nicht!

Und wenn dann ein Teil ihrer eigenen Partei mit dem politischen Gegner über eine Abkehr von ihrem demonstrativ nach außen getragenen Kurs verhandeln, ist das keineswegs eine ganz normale Sache sondern zeugt von der Zerrissenheit der Tories und dem hohen Misstrauen, dass Teile der Partei ihrer Vorsitzenden entgegenbringen.

Somit ausdrücklich kein klares Wählervotum für einen harten Kurs gegen die EU sondern Schlinger-Fahrt - es bleibt spannend!

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Gerdd 13.06.2017, 14:14
47. Aus Sicht Europas ...

Zitat von Christian Svenssson
Weicher Brexit, ist das, was die Norweger, Isländer haben. Man bezahlt für den Binnenmarkt, hat aber keinen Einfluss auf die Beschlüsse der EU, muss aber allen Beschlüssen folgen. Freier Arbeitsmarkt ist eingeschlossen. Was ist der Unterschied zur Mitgliedschaft? Alles mittragen, aber keinen Einfluss.
... wäre die norwegische Lösung für GB optimal:

Die Briten ...
... haben nix mehr zu sagen
... müssen alles mitmachen
... ohne Widerworte
... zahlen den vollen Preis für Nichtmitglieder
... und alle Maggie-Thatcher-Sonderregeln sind Geschichte.

Und ansonsten ändert sich nichts - keiner braucht umzuziehen, alle Wirtschaftsverträge können in Kraft bleiben, die immensen Umstrukturierungskosten fallen weg - für alle.

Nur eins bleibt - das Volk wird sich irgendwann wundern, wieso die ganzen Ausländer immer noch da sind. Und manch einer wird dann womöglich aufmucken. Aber auf lange Sicht bleiben eben doch nur die Jungen übrig, denen das keine Probleme machen würde.

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g_bec 13.06.2017, 14:18
48. Öhm...

Zitat von Catullus
Ich denke, dass die Ausländerfeindlichkeit von der Sie reden eher in weiten Teilen Deutschlands zu finden ist, als in GB. Wer im Glashaus sitzt...
DIESE Ausländerfeindlichkeit ist eher NICHT in DEU zu Hause: Die Brexiteers haben ganz offen mit Kampagnen gegen den "polish plumber" als Sinnbild der europäischen Arbeitnehmerfreizügigkeit für den BREXIT geworben. Und so etwas propagiert nicht mal die sonst offen fremdenfeindliche afd!

PS: Diese Kampagne von Farage u. Co. war im Übrigen totaler Quatsch. Erst der "polish plumber" hat schließlich, im Verbund mit seinem deutschen Bauleiter, Einhand-Mischbatterien als sichtbaren Beweis für die Notwendigkeit der Arbeitnehmerfreizügigkeit auf die Insel gebracht ;-)

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Gerdd 13.06.2017, 14:25
49. Wenn sie bleiben wollen sollten ...

Zitat von Christian Svenssson
Wenn UK weiter in der EU bleiben will, gibt es keine Extrawürste, weil nichts verhandelt wird. Verhandeln kann man nur , wenn man austritt oder nach März 2019, wieder eintreten will.
... dann stellt sich die Frage, ob das überhaupt noch geht. Artikel 50 hat meines Wissens keine Vorrichtung für den Rücktritt vom Austritt. Sollte also eine britische Regierung - nach welchen Vorgaben auch immer - den Rücktritt vom Austritt erklären wollen, müßten wohl die 27 anderen Mitgliedsstaaten einmütig ihr Einverständnis erklären. Dabei könnten sie dann Bedingungen stellen. Und von da an wird's vermutlich heftig für die Briten. Man könnte durchaus zu dem Schluß kommen, daß Mays Neuwahlen-Debakel ein Vorgeschmack ist auf das Brexit-Debakel. Ohne Not in Gang gesetzt, um nehr für sich herauszuschlagen, steht man nachher mit weniger da als zuvor.

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