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Berliner Mai-Krawalle: Richterin spricht Schüler von Mordversuch frei

Für die Staatsanwaltschaft ist der Freispruch zweier junger Berliner eine schwere Schlappe: Versuchter Mord lautete ihr Vorwurf - weil die Männer bei den Mai-Krawallen im vergangenen Jahr Molotow-Cocktails gegen Polizisten geschleudert haben sollen. Die Richterin kam zu einem anderen Ergebnis.

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unterländer 29.01.2010, 23:08
110. Glück auf

Zitat von discurso
Na, dann klären Sie mich doch bitte auf. Wie würden Sie es bezeichnen?

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discurso 30.01.2010, 10:05
111. .

Zitat von unterländer
Na, dann klären Sie mich doch bitte auf. Wie würden Sie es bezeichnen?
In diesem Fall war sich nicht einmal der Staatsanwalt, im Gegensatz zu dem hier diskutierten Berliner Fall, sicher:

Ganz überzeugt scheint auch Staatsanwalt Peter Lückemann nicht von seiner Entscheidung. Einer Potsdamer Zeitung sagte er Mitte September: "Die Entscheidung war eine Gratwanderung zwischen Fremdschuld und Selbstbeteiligung."

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troy_mcclure 30.01.2010, 11:35
112. Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

Zitat von discurso
In diesem Fall war sich nicht einmal der Staatsanwalt, im Gegensatz zu dem hier diskutierten Berliner Fall, sicher: Ganz überzeugt scheint auch Staatsanwalt Peter Lückemann nicht von seiner Entscheidung. Einer Potsdamer Zeitung sagte er Mitte September: "Die Entscheidung war eine Gratwanderung zwischen Fremdschuld und Selbstbeteiligung."
Aber auch Fremdverschulden kann, wie offenbar in diesem Fall, ein Unfall sein

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discurso 30.01.2010, 12:25
113. .

Zitat von troy_mcclure
Aber auch Fremdverschulden kann, wie offenbar in diesem Fall, ein Unfall sein
Eben nicht, ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen.

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unterländer 30.01.2010, 19:17
114. Ach ja, der Titel

Zitat von discurso
In diesem Fall war sich nicht einmal der Staatsanwalt, im Gegensatz zu dem hier diskutierten Berliner Fall, sicher: Ganz überzeugt scheint auch Staatsanwalt Peter Lückemann nicht von seiner Entscheidung. Einer Potsdamer Zeitung sagte er Mitte September: "Die Entscheidung war eine Gratwanderung zwischen Fremdschuld und Selbstbeteiligung."
Mich interessiert aber auch Ihre persönliche Meinung. Wie würden Sie es bezeichnen? Sie haben es vorgezogen zu dieser Frage zu schweigen. Warum?

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discurso 31.01.2010, 10:51
115. .

Zitat von unterländer
Mich interessiert aber auch Ihre persönliche Meinung. Wie würden Sie es bezeichnen? Sie haben es vorgezogen zu dieser Frage zu schweigen. Warum?
Ob Vorsatz vorlag, kann ich nicht beurteilen, Fahrlässigkeit mMn aber schon.

Der Rechtsanwalt des Klägers:
Es sei ein Widerspruch in sich, nicht einmal von Fahrlässigkeit auszugehen. "Ich schieße jemandem ins Auge und soll sorgfältig gearbeitet haben?", fragt Sauer.

Wasserwerfer können, wie man hier sieht, eine gefährliche Waffe sein, und die Besatzungen sind deshalb angewiesen mit dem Wasserstrahl nicht auf die Köpfe zu zielen.

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unterländer 01.02.2010, 00:21
116. Uuuuh, ja sicher, der Titel

Zitat von discurso
Ob Vorsatz vorlag, kann ich nicht beurteilen, Fahrlässigkeit mMn aber schon. Der Rechtsanwalt des Klägers: Es sei ein Widerspruch in sich.....
Und was ist eine fahrlässige Körperverletzung, evtl. mit weiteren Qualifizierungen wie "schwer" oder "mit Todesfolge"? Ein Unfall, wie ich vermute. Deshalb denke ich auch, dass Ihr Sarkasmus im ursprünglichen Beitrag fehl am Platze war. Sie scheinen nämlich ebenfalls von einem Unfall auszugehen.

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discurso 02.02.2010, 14:35
117. .

Zitat von unterländer
Und was ist eine fahrlässige Körperverletzung, evtl. mit weiteren Qualifizierungen wie "schwer" oder "mit Todesfolge"? Ein Unfall, wie ich vermute. Deshalb denke ich auch, dass Ihr Sarkasmus im ursprünglichen Beitrag fehl am Platze war. Sie scheinen nämlich ebenfalls von einem Unfall auszugehen.
Ob Unfall oder nicht, das wirkliche Problem sehe ich eher hier:

99 Prozent aller wegen Körperverletzung angezeigten Polizisten landen nicht mal vor Gericht.
http://archiv.mopo.de/archiv/2010/20...olizisten.html

Sie sind Polizeibeamter, oder?
MMn fehlt eine unabhängige Kommission für Delikte im Zusammenhang von Polizeibeamten und die Kennzeichnungspflicht, dann hätten viele Bürger auch wieder mehr Vertrauen in die Polizei und die Justiz.

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kalle61 02.02.2010, 17:45
118. Version des Staatsanwalts

zur Info: ich war bei etlichen Prozesstagen als Zuhörer im Saal, also weiß, was ich schreibe.

Die Version aus dem Plädoyer des Staatsanwalts geht eindeutig hervor, dass Yunus und Rigo NICHT aktiv teilgenommen haben. Sie haben sich nach Ansicht des Staatsanwalts abseits gehalten, Sie hatte keine Möglichkeit den Molli zu bauen, haben auf einem Verkaufswagen die Situation auf dem Kotti beobachtet und bekamen Hunger, hatten aber kein Geld mehr. Also wollten sie bei einer Sparkasse Geld abheben. Auf dem Weg dorthin (direkt auf eine Polizeisperre zu) wurde ihnen aus einer Gruppe Unbekannter ein Molli gegeben, den Yunus angezündet haben und Rigo geworfen haben soll. Anschliessend sind sie weiter auf die Polizeisperre zu, wo sie verhaftet wurden.

Soweit in Kurzform der Staatsanwalt. Es ist derart unwahrscheinlich, dass jemand einem Fremden, der gerade vorbei kommt, ein Molli gibt. Weiterhin haben Entlastungszeugen den Täter als blond mit kurzen Haaren beschrieben, Rigo hat braunes Haar. Entlastungszeugen sind sich einig, dass die Täter in die Dunkelheit des Platzes geflüchtet sind. Nur die Polizei hält es für normal, dass man nach einer solchen Tat frech auf eine Polizeisperre zu geht.

Ich halte dieses Verfahren für einen Skandal, auch weil die Richterin nie die Entscheidungen plausibel begründet hat und das hinterlässt den Beigeschmack von Willkür und Rechtsbeugung.

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thiber 03.02.2010, 13:55
119. ...

Zitat von adrianhb
Und der Staat sollte für die Bürger dasein und sie nicht ohne ausreichende Grundlage sieben Monate einknasten.
Das ist die Zielsetzung. Sie schreiben ja selbst "sollte". Und wenn der Staat perfekt ist, dann passiert das auch nie.
Nun stellen wir also fest, dass weder der Staat noch Staatsbedienstete perfekt sind. Inwieweit überrascht Sie diese Feststellung?

Zitat von adrianhb
Gut, wir vergleichen jetzt also hochkriminelle Molotowcocktailwerfer mit ein paar Polizisten und stellen fest, dass diese Polizisten "weit weniger kriminelle Energie" besitzen? Die Einstufung dieser Polizisten ist tatsächlich nicht ganz klar. Sind sie jetzt einfach überfordert gewesen? Haben sie Probleme mit ihrem Gedächtnis oder haben sie absichtlich falsch ausgesagt, um ein Ermittlungsergebnis zu liefern? Um nochmal auf das von ihnen erwähnte Gewaltmonopol zurückzukommen, das sollte nicht in solche Hände gelegt werden. Wobei die Staatsanwaltschaft und Justiz in diesem Fall nicht besser waren. Und sind, die Staatsanwaltschaft scheint in Revision gehen zu wollen!
Man muss kein Insider sein, um das Geschehene nachzuvollziehen. Polizist irrt sich bei der Zuordnung einer Täterschaft. Irrtum wird weitergegeben. Vorgesetzte greifen das auf und eskalieren das Thema. Übereifriger Staatsanwalt versucht, das Thema durchzuziehen. Bei späteren Nachfragen bleibt der Polizist bei seiner Darstellung, schon um nicht als dämlich darzustehen und um nicht seine Karriere zu gefährden.

Solange in Berlin auf zwei fälschlicherweise Eingesperrte zig Tausende frei rumlaufende Schuldige kommen, ist m. E. der Rechtstaat nicht durch solche fehlgeleitete Staatanwälte in Gefahr, sondern vielmehr durch Autozündler und Molotov-Cocktail-werfende Mörder.

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