Forum: Politik
Beschädigen die Wikileaks-Dokumente das Verhältnis zwischen den USA und ihren Bündnis

Wie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.

Seite 506 von 586
mbockstette 05.12.2010, 21:44
5050.

Zitat von oliver twist aka maga
Vielleicht ist die Kritik unverhältnismäßig - in dem einen wie in dem anderen Fall. Allerdings haben beide Länder auch ihre entschiedendsten Verteidiger. Was aber nicht angeht, ist Kritik (und sei diese noch so ungerechtfertigt) mit Verweis auf den ZWK oder den Kalten Krieg unterbinden zu wollen. Wo Kritik ungerecht ist, sollte dies richtig gestellt werden wie ich es einige Male im Fall Nordkoreas getan habe. (Zuletzt als es um die Gründe des Kriegseintritts Amerikas 1917 ging.)
Ich fühle mich dadurch nicht persönlich angesprochen, Oliver, denn ich habe mich in diesem Forum gegen die Behauptung gestemmt die BRD sei ein Vasall der USA und somit nicht souverän. Und um dies zu belegen auf die Ost-Politik, den OSZE Prozess, den Wandel durch Annäherung, die Weigerung am Irak-Krieg teilzunehmen, die Förderung der EU etc. berufen, das sind alles keine unlauteren Verweise auf den WK II und den Kalten Krieg, sondern Beispiele souveränen Handelns deutscher Politik.

Zitat von oliver twist aka maga
Entscheidend ist nicht die Frage nach der moralischen Qualität der USA, sondern die nach der Beschädigung des Verhältnisses zwischen den USA und ihren Bündnispartnern. Und diese scheint mir offensichtlich zu sein, was im State Department sehr wohl registriert worden ist, wo man sich um Schadensbegrenzung bemüht. Wer wird denn mit den Amerikanern noch offen reden, wenn er rechnen muss, seine vertraulichen Aussagen im Internet wiederzufinden?
Jedes Land von dem hunderttausende von diplomatischen Depeschen ins Netz gestellt würden hätte reichlich Anlass sich bei Freund und Feind für deren Inhalte und die Art und Weise der Beschaffung zu entschuldigen.

Dass die USA so grob fahrlässig mit der Vertraulichkeit der Depeschen umgegangen sind ist in der Tat ein Schaden an dem sie noch lange zu knabbern haben werden. Die Inhalte der Depeschen wiederum zeigen auf, dass sich die USA ein recht realistisches Bild von der Welt haben.

Beitrag melden
RagnarLodbrok 05.12.2010, 21:51
5051.

Zitat von Michael Schnarch
Ich bin nicht im Entferntesten ein Gegner von Wikileaks. Ganz im Gegenteil: Ich bin froh, dass diese Doklzmente zum Vorschein kamen. Und ich halte die meisten Nachrichten und Beschreibungen für äußerst treffend. Aber es besteht ein Grund für Kritik, aber kein Grund zur Hetze und Polemik gegen die USA.
Besteht ein Grund zur Kritik an den Mordaufrufen gegen Assange durch hochrangige US Politiker?

Beitrag melden
G. Henning 05.12.2010, 21:56
5052.

Zitat von Michael Schnarch
Na dann hätten Sie ja heutzutage genügend zu tun.
Bin ich iranischer Politiker? Verteidige ich dieses Regime?

Beitrag melden
mbockstette 05.12.2010, 22:13
5053.

Zitat von Michael Schnarch
Welche "schlimmsten Verbrechen" meinen Sie? Etwa die da?
Aus gegebenem Anlass wäre es doch wesentlich naheliegender sich diesem Aspekt zum Thema Wikileaks und die US-Depeschen zuzuwenden:
Diplomaten mosern über Österreichs Politiker
http://www.spiegel.de/politik/auslan...731743,00.html

Beitrag melden
tapuzim 05.12.2010, 22:33
5054.

Zitat von oliver twist aka maga
Entscheidend ist nicht die Frage nach der moralischen Qualität der USA, sondern die nach der Beschädigung des Verhältnisses zwischen den USA und ihren Bündnispartnern. Und diese scheint mir offensichtlich zu sein, was im State Department sehr wohl registriert worden ist, wo man sich um Schadensbegrenzung bemüht. Wer wird denn mit den Amerikanern noch offen reden, wenn er rechnen muss, seine vertraulichen Aussagen im Internet wiederzufinden?
Aus diesen Gründen kann man dem diplomatischen Korps nur eine Empfehlung geben:

diplomatisches Schweigen!

Beitrag melden
pauline-luise 05.12.2010, 22:39
5055. Transparenz

Zitat von sysop
Wie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
In Zeiten, wo die Koalition offensichtlich unfähig ist, normale Beziehungen zu Amerika zu pflegen - denn hier kommt eindeutig das angespannte Verhältnis der Regierung zu der amerikanischen Regierung zu Tage, da braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß es zu einer derartigen Mißtrauenslage führt, die eben dann Lecks bekommt. Die Lecks können nur dazu beitragen, daß man daran arbeitet, gute Beziehungen herzustellen, die nichts verbergen.

Beitrag melden
RroseSelavy 05.12.2010, 22:58
5056. "Beschaffung"?

Zitat von mbockstette
Jedes Land von dem hunderttausende von diplomatischen Depeschen ins Netz gestellt würden hätte reichlich Anlass sich bei Freund und Feind für deren Inhalte und die Art und Weise der Beschaffung zu entschuldigen.
Ich möchte Ihren transatlantischen Dialog eigentlich nur ganz kurz stören. Was meinen Sie mit "Beschaffung"? Die Quelle? WikiLeaks?

Beitrag melden
pauline-luise 06.12.2010, 23:10
5057. Außenpolitik

Zitat von sysop
Wie Amerika die Welt sieht - 251.287 geheime Dokumente aus dem Washingtoner Außenministerium enthüllen die Sicht der US-Diplomatie auf Freund und Feind.
Durch diese Informationen wird klar, daß es eine Dissonanz gibt zwischen Außenministerium und Regierung.
Es ist schon lange offensichtlich, daß hier keine Harmonie besteht und keine Eindeutigkeit in der Handlung.
Bei Schröder /Fischer waren die Kompetenzen eindeutig klar -keiner fiel dem andern in den Rücken.
Bei Merkel /Westerwelle gibt es ständig Kompetenz- und Richtungsstreit. In Frau Merkels Team zu arbeiten ist schwierig, sie hat die Oberhand - und hält sich zurück. Damit muß man umgehen können.

Beitrag melden
tuwat 06.12.2010, 00:47
5058. Frieden?

Zitat von Deali
Friedensnobelpreis für Assange!!! Deali
Hass kann niemals die Grundlage für Frieden sein.

Beitrag melden
Gandhi 06.12.2010, 03:34
5059. Was sie als Kritik bezeichnen,

Zitat von Michael Schnarch
Ich bin nicht im Entferntesten ein Gegner von Wikileaks. Ganz im Gegenteil: Ich bin froh, dass diese Doklzmente zum Vorschein kamen. Und ich halte die meisten Nachrichten und Beschreibungen für äußerst treffend. Aber es besteht ein Grund für Kritik, aber kein Grund zur Hetze und Polemik gegen die USA.
laeuft hier als 'slap on the hand'.
Wenn ein Praesident foltern laesst, obwohl die etsprechenden internationalen Vertraege, die mein Land unterzeichnet hat, klar definieren, was Folter darstellt, nur weil er meint, durch eine bestellte "Expertise" eines ebenso auf Folter eingestellten Juristen dazu berechtigt zu sein, dann ist Kritik wohl ein zu mildes Vorgehen.

Ebenso verhaelt es sich mit dem Irak. Es bestreitet niemand, dass die Welt ohne Saddam besser da steht, allerdings aendert das nichts an der Illegalitaet des Krieges, es aendert auch nichts an den irakischen Menschenverlusten, fuer die die Besatzungsmacht verantwortlich zeichnet (Vom Internationalem Recht her wissen sie ja, warum das so ist).

Wikileaks hat auch da aufgezeigt, wie katastrophal die Fehleinschaetzungen waren (und Warnungen hatte es genuegend gegeben).

Es da bei Kritik bewenden zu lassen, ist , wie gesagt sehr bescheiden, reflektiert aber die Machtverhaeltnisse und den Unwillen von westlichen Staatsfuehrern, auf Einhaltung von Vertraegen zu bestehen, bzw. Verstoessen zu ahnden.

Damit oeffnet man zukuenftigen Verstoessen Tuer und Tor.

Waeren die Taeter aus einem schwaecheren Land, das hier westliche Interessen verletzt haette, wuerden die Verantwortlichen schon laengst in Den Haag eingesperrt sein.

Kritik ist gut, aber nicht ausreichend. In Grossbritannien gaebe es ja noch bessere Handhabe gegen Blair, aber nichts geschieht. Das es dann zu dem kommt, was sie als Hetze und Polemik (wo ist die Polemik?) bezeichen, ist die verstaendliche Folge.

Beitrag melden
Seite 506 von 586
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!