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Beschaffung von Sturmgewehren: Bundeswehr gerät unter Korruptionsverdacht
REUTERS

Die Bundeswehr gerät außer durch das Drohnen-Desaster nun auch durch den Verdacht auf Korruption unter Druck: Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge sind Staatsanwälte aktiv, weil Gewehre trotz bekannter Probleme im Einsatz bestellt wurden. Auch gegen einen General wird demnach ermittelt.

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Hans58 26.05.2013, 10:31
1.

Zitat von sysop
Die Bundeswehr gerät außer durch das Drohnen-Desaster nun auch durch den Verdacht auf Korruption unter Druck: Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge sind Staatsanwälte aktiv, weil Gewehre trotz bekannter Probleme im Einsatz bestellt wurden. Auch gegen einen General wird demnach ermittelt.
Die Gewehre (G 36) wurden nicht "im Einsatz bestellt", sondern zur Verwendung in das Einsatzland geschickt, bestellt wurden sie wo anders, nämlich da, wo die StA ermittelt.

Seit etwa 2010 wird über das G 36 in der Truppe "gemurrt."

Soldatenglück » Blog Archive » Bundeswehr-Gewehr G36 bedingt einsatzbereit, Waffe wird bei Feuergefechten heiß, Treffergenauigkeit sinkt auf Eindrittel (Video)
G36 : Deutsches Sturmgewehr versagt bei langem Gefecht - Nachrichten Politik - Deutschland - DIE WELT

Wie nicht anders zu erwarten, hat Heckler & Koch dazu eine Stellungnahme abgegeben: Heckler & Koch :: Stellungnahme: Aktuelle Medienberichte zum Gewehr G36

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monolithos 26.05.2013, 10:34
2. Was wäre die Alternative?

Und nu? Hätte man den Soldaten keine Waffen an die Hand geben sollen, um nicht unter Korruptionsverdacht zu geraten? Sicher, unsere Soldaten verdienen die bestmögliche Ausrüstung, aber wenn Probleme erkannt werden, müssen sie sachgerecht abgearbeitet werden. Ein Beschaffungsstopp trotz Bedarf ist sicher nicht die Musterlösung. Außerdem sind die Waffen in der Regel nicht für gezielte Tötungseinsätze gedacht, sondern zur Selbstverteidigung. Dafür ist sicher auch ein Gewehr mit etwas geringerer Treffergenauigkeit erstmal geeignet, bis der Fehler gefunden ist. Warum sich daraus ein Korruptionsverdacht ergeben soll, lässt der Artikel leider offen ... und ist damit nicht mehr als eine reißerische Meldung ohne journalistische Substanz.

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Mesi0013 26.05.2013, 10:40
3. Militärisch-industrielle Komplex

Vielleicht muss man mal darüber nachdenken den militärisch-industriellen-Komplex zu durchbrechen. Letztendlich ist es eine kriminelle Vereinigung, zum Schaden des Steuerzahlers. Politiker, aktive Soldaten, Rüstungsfirmen und Soldaten ausser Dienst, die von den Firmen angeworben werden, 'deichseln' Beschaffungen und der Steuerzahler muss bluten. Man muss doch nur mal die Magazine anschauen, die die Bundeswehr selbst herausgibt: die sind voll mit Anzeigen von Firmen, die Soldaten suchen, gerade für den Bereich der Beschaffungen. Das geht nicht, dieser Klüngel muss ein Ende haben, wir leben in einer Demokratie und die Bundeswehr wirbt für sich, Sie sei eine Parlamentsarmee! Dann soll sie es in diesem Bereich mal beweisen! Und wenn Beamte oder Soldaten zum Schaden des Steuerzahlers Mist bauen, dann sollen Sie für diese 'Dienstpflichtverletzung' dann auch bitte persönlich haftbar gemacht werden können. Hier ist leider eine gesetzeslücke vorhanden, wahrscheinlich sogar ganz bewusst...

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AusVersehen 26.05.2013, 10:41
4. Welche Gewehre?

Die Information um welche und wieviele Gewehre es sich dabei handelt wären vielleicht förderlich gewesen. Auch wie viel diese Gewehre dem Steuerzahler gekostet haben, wäre doch mal interessant gewesen.

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Mesi0013 26.05.2013, 10:50
5. Militärisch-industrielle Komplex

Vielleicht muss man mal darüber nachdenken den militärisch-industriellen-Komplex zu durchbrechen. Letztendlich ist es eine kriminelle Vereinigung, zum Schaden des Steuerzahlers. Politiker, aktive Soldaten, Rüstungsfirmen und Soldaten ausser Dienst, die von den Firmen angeworben werden, 'deichseln' Beschaffungen und der Steuerzahler muss bluten. Man muss doch nur mal die Magazine anschauen, die die Bundeswehr selbst herausgibt: die sind voll mit Anzeigen von Firmen, die Soldaten suchen, gerade für den Bereich der Beschaffungen. Das geht nicht, dieser Klüngel muss ein Ende haben, wir leben in einer Demokratie und die Bundeswehr wirbt für sich, Sie sei eine Parlamentsarmee! Dann soll sie es in diesem Bereich mal beweisen! Und wenn Beamte oder Soldaten zum Schaden des Steuerzahlers Mist bauen, dann sollen Sie für diese 'Dienstpflichtverletzung' dann auch bitte persönlich haftbar gemacht werden können. Hier ist leider eine gesetzeslücke vorhanden, wahrscheinlich sogar ganz bewusst...

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morpholyte 26.05.2013, 10:51
6. Was für ein Unsinn !!

Zitat von monolithos
Und nu? Hätte man den Soldaten keine Waffen an die Hand geben sollen, um nicht unter Korruptionsverdacht zu geraten?
Das G36 Sturmgewehr hätte/kann sofort gegen die Altbestände des äußerst zuverlässigen G3 ausgetaquscht werden.

Zitat von monolithos
Sicher, unsere Soldaten verdienen die bestmögliche Ausrüstung, aber wenn Probleme erkannt werden, müssen sie sachgerecht abgearbeitet werden. Ein Beschaffungsstopp trotz Bedarf ist sicher nicht die Musterlösung.
Doch ist es !!
Hat man erst einmal flächendeckend Schrott eingeführt wird man ihn noch schwerer wieder los.

Zitat von monolithos
Außerdem sind die Waffen in der Regel nicht für gezielte Tötungseinsätze gedacht, sondern zur Selbstverteidigung. Dafür ist sicher auch ein Gewehr mit etwas geringerer Treffergenauigkeit erstmal geeignet, bis der Fehler gefunden ist. Warum sich daraus ein Korruptionsverdacht ergeben soll, lässt der Artikel leider offen ... und ist damit nicht mehr als eine reißerische Meldung ohne journalistische Substanz.
So einen Blödsinn kann nur jemand schreiben, der die zahlreichen Berichte der letzten Monate, teils Jahre, nicht kennt.
Jeder einigermaßen klar denkende Mensch wundert sich seit langem über diese Vorgänge.

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bwl-spaten 26.05.2013, 10:51
7. xxx

Zitat von monolithos
Und nu? Hätte man den Soldaten keine Waffen an die Hand geben sollen, um nicht unter Korruptionsverdacht zu geraten?
Geiles Argument. Ich habe eine Müllhalde gebaut. Die Häfte der Steuergelder dafür habe ich in die eigene Tasche gesteckt. Zudem ist die Müllhalde nicht betriebsfähig. Wollt ihr etwa keine Müllhalde? Seht Ihr! Jetzt habt ihr Sie!


Zitat von monolithos
Sicher, unsere Soldaten verdienen die bestmögliche Ausrüstung, aber wenn Probleme erkannt werden, müssen sie sachgerecht abgearbeitet werden. Ein Beschaffungsstopp trotz Bedarf ist sicher nicht die Musterlösung.
Was für ein Geschwurbel. UNsere SOldaten verdienen funktionierende GEwehre, aber wenn sie kaputt sind muss trotzdem weiter geliefert werden.

Wo lernt man sowas auf Mehmet Gökan's Verkaufsrhetorikseminar?


Zitat von monolithos
Außerdem sind die Waffen in der Regel nicht für gezielte Tötungseinsätze gedacht, sondern zur Selbstverteidigung.
Klar zur Selbstverteidigung zum Beispiel bei völkerrechts- und verfassungswidrigen Angriffs- und Besatzungskriegen.

Wann bitte mußte die BW jemals im Rahmen des Verfassungsauftrages auf deutschem Boden die Sicherheit des deutschen Staates verteidigen? Richtig niemals. Und der Moment wo das passiert ist das Ende Europas, Sie glauebn doch nicht dass die BRD jemals mit konventionellen Waffen verteidigt werden muss. Außer gegen ihre eigenen Bürger vielleicht.

Zitat von monolithos
Warum sich daraus ein Korruptionsverdacht ergeben soll, lässt der Artikel leider offen
Weil über Jahre hin betriebsunfähige Waffen, Drohnen etc in Milliardenwert geliefert wurden bzw Auftragsgelder geflossen sind und weil Rüstungsindustrie eines der korruptesten GEschäfte weltweit ist. Nichts eigenet sich besser für Korruption, ist schließlich alles ganz streng geheim, Riesenaufträge, Staat als größter Abnehmer, das sind Laborbedingungen für Korruption.

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wolfgangreusch 26.05.2013, 10:57
8. Zweitbeste Wahl

Vor der Beschaffung wurde das G36 z.B. an der Winterkampfschule in Mittenwald getestet. Bereits als ich Anno 98 dort eine Führung durch die Lehrsammlung bekam, erzählte der Zuständige von den Tests:"Wir haben das G36 und das Steyr AUG verglichen. Dreimal dürfen Sie raten, welches Gewehr besser abgeschnitten hat. Und welches dann beschafft wurde, wissen Sie selbst ...". So läuft es eben in der Rüstung. Dass ändert sich nur sehr zaghaft und erst seit Kurzem. Wir witzelten schon damals, wenn wir mal wieder halbgare, aber Hauptsache deutsche Produkte in die Truppe bekamen:"Dafür hat wieder ein Abteilungsleiter beim BWB die neue E-Klasse bekommen ..."

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marthaimschnee 26.05.2013, 11:00
9.

Zitat von AusVersehen
Die Information um welche und wieviele Gewehre es sich dabei handelt wären vielleicht förderlich gewesen
Da kann es eigentlich nur um das G36 gehen. Alleine schon die Umstellung auf das "Freizeitkaliber" 5.56x45, um mit dem US Spielzeug(*) kompatibel zu sein, war ein richtig schlechter Witz - laut einigen Berichten erreichen die Waffen auf 200m Entfernung keine nennenswerte Wirkung mehr. Und die Zuverlässigkeit gegenüber dem G3 ist miserabel. Sowas kann sich nur dank Korruption verbreiten, weil niemand mit Sachverstand aus militärischer Motivation heraus solchen Plunder beschaffen würde.

*die Amis haben in ihrem Arsenal wenigstens ein paar halbwegs zuverlässige Modelle

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