Forum: Politik
Besetzung des Hongkonger Flughafen : Sie wollen, dass die Welt sie versteht
Kin Cheung/ AP

Hongkongs Aufstand erreicht ein globales Drehkreuz: Tausende Demonstranten haben den Betrieb am Flughafen der Finanzmetropole weitgehend zum Erliegen gebracht. Die Polizei hielt sich bisher zurück.

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banker1 12.08.2019, 20:04
1. passt

doch gerade zum Handelsstreit, oder ??

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KMtheo 12.08.2019, 20:15
2. Ende des rechtsstaatlichen Systems in Hongkong

Die Hongkonger Regierung verweigert nach wie vor den Dialog über simpelste Menschenrechte. Denn: Das dramatischste für die Hongkonger ist inzwischen nicht nur die Auslieferungsfrage, sondern die Aushöhlung der Bürgerrechte durch die Polizei , die neuen Internierungslagern und vor allem die Verweigerung des Zugangs von Rechtsanwälten zu Mandanten (Spiegel-online berichtet hier m.E. ungenügend). Dass Menschen sich auf Rechtsstaatlichkeit verlassen können, ist eines der höchsten Güter (und nebenbei wichtig für eine verlässliche Wirtschaft). Dass Regierungschefin Carrie Lam der Polizei alles durchgehen lässt und zu keinen Gesprächen über irgendetwas gewillt ist, zeigt, dass sie offensichtlich schon zur Marionette Pekings geworden ist. Das funktionierende Rechtssystem Hongkongs (in Anlehnung an das englische Recht) wird gerade durch die Polizei und der aktiven Hilfe der Regierungschefin persönlich zerstört.

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Stäffelesrutscher 12.08.2019, 20:26
3.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie bei G20 die Staatsmacht in Hamburg agiert hätte, wenn die Vermummten nicht nur in der Hafenstraße herumgestanden, sondern die Terminals in Fuhlsbüttel besetzt hätten ...

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C. V. Neuves 12.08.2019, 20:32
4. Absicht

Man kann den Flughafen als Geste einmal besetzen. Beim zweiten Mal ist das eine Kriegserklärung. Die Regierung in Peking muss nun wohl feststellen, dass die Verwaltung in Hongkong nicht mehr unter Kontrolle ist. Dass aber haben die Demonstrationen wohl bebsichtigt. Die Demonstrationen zeigen auch hervorragende Koordination die auf zentrale Steuerung schliessen lässt. Das in kleinen ad-hoc Kommitees auszubaldowern und zu kioordinieren ist zu komplex.

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FrankDunkel 12.08.2019, 20:36
5.

Es ist zu befürchten, dass Peking die Bewegung mit Gewalt niederschlägt und die freie Welt wie so oft nichts dagegen tun kann.
Über wirtschaftlichen Druck lachen die Herren doch nur.

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henrikw 12.08.2019, 20:38
6. Anfang vom Ende

Das letzte verzweifelte (und vergebliche) Aufbäumen vor der totalitären Unterwerfung. Das Ende jeglicher Freiheit war schon 1997 besiegelt. Kaum vorstellbar, dass jemand ernsthaft an den "Sonderstatus" Hong Kongs geglaubt hat. Jetzt geht es "Heim ins Reich" - um mal ein anderes totalitäres Regime zu zitieren. Mittelfristig wird auch Taiwan dran glauben müssen.

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Frankonia 12.08.2019, 20:42
7. Was sagt denn

unsere Regierung zur verbalen Unterstütung der Hongkonger Demonstranten und dortigen Demokratiebewegung? Weis jemand ob Merkel schon aufgewacht ist? Die demonstrieren dort regelrecht um ihr Leben, um ihre noch vorhandenen Rechte usw. und nicht ohne Grund auch im Flughafen. Mit all ihren Aktionen schreien sie es in die Welt um was für ein Autokrates und eher wenig Menschliches System es sich bei der VC handelt. Ich hoffe da kommt noch was aus Deutschland und anderen "Demokratien", noch bevor die Demonstranten evtl. schreckliche Gewalt vom Staat erleiden müssen. Sicher, ich bin ein Fantast... MfG

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ctrader62 12.08.2019, 21:20
8. Schwer zu beurteilen, aber alles nur Zufall ?

Seit 20 Jahren wächst der Einfluss von Peking in HongKong. Warum gerade jetzt Proteste so umfassend werden, dass sie Peking in Bedrängnis bringen, muss nicht zwingend ein Zufall sein. Die Chinesen hatten in den letzten Jahrhunderten schreckliche Bürgerkriege, Dynastien wurden immer durch Aufstände gestürzt. Das werden sie auf alle Fälle verhindern wollen. Man sollte berücksichtigen, dass die Machthaber die Kulturrevolution Mitte der 1960er selbst noch erlebt haben. Oft genug wurden nahe Angehörige vom aufgewiegelten Mob getötet oder verstümmelt, in der Summe waren es viele Millionen Tote. Manche Journalisten berichten, dass der Konsens in der chinesischen Gesellschaft darin besteht, dass die Herrschaft der kommunistischen Partei respektiert wird, solange das Wohlstandsversprechen eingelöst wird. Somit ist Peking in einer Zwickmühle. Wenn sie HongKong gewähren lassen, schwächen sie sich selbst, das ist keine wirkliche Option. Marschieren sie direkt oder indirekt in HongKong ein, dann werden sie keine militärische Gegenwehr erleben, aber die auch für China extrem wichtige Finanz- und Verkehrzentrum in HongKong wird starken Schaden nehmen und es dürfte dann genügend politische Gründe geben, China wirtschaftlich in die Enge zu treiben und die Lebensmittelpreise im Land in die Höhe zu treiben.Das mögliche strategische Ziel, China in seinem Aufstieg noch einmal wirksame Knüppel zwischen die Beine zu werfen, könnte in der aktuellen Lage Auftrieb bekommen.
Es ist schwer zu beurteilen und ich weiß es natürlich nicht. Aber irgendwie scheint sich für dieses mögliche Szenario gerade alles gut zu fügen.

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artep 12.08.2019, 21:32
9.

Zitat von Frankonia
unsere Regierung zur verbalen Unterstütung der Hongkonger Demonstranten und dortigen Demokratiebewegung? Weis jemand ob Merkel schon aufgewacht ist? Die demonstrieren dort regelrecht um ihr Leben, um ihre noch vorhandenen Rechte usw. und nicht ohne Grund auch im Flughafen. Mit all ihren Aktionen schreien sie es in die Welt um was für ein Autokrates und eher wenig Menschliches System es sich bei der VC handelt. Ich hoffe da kommt noch was aus Deutschland und anderen "Demokratien", noch bevor die Demonstranten evtl. schreckliche Gewalt vom Staat erleiden müssen. Sicher, ich bin ein Fantast... MfG
Unsere Regierung sagt dazu nichts, weil China im Recht ist. Wer Freiheit will, muss auwandern und alle Immobilien zurücklassen. Eine Härte, die auch viele Menschen in Europa getroffen hat. Wem die Freiheit nicht so viel bedeutet, der kann bleiben. China ist so groß, dass es nicht die Menschen bis ins Letzte knechten kann oder auch will.

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