Forum: Politik
Besuch in Berlin: Macrons Liebeserklärung an Deutschland
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"Frankreich liebt Sie": Vor dem Bundestag hat Präsident Macron den Deutschen einen Heiratsantrag gemacht. Das war kein sentimentaler Ausrutscher - sondern ein Angebot, das man nur einmal im Leben bekommt.

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go-west 18.11.2018, 21:51
30. Welche Beziehung hat mehr Aussicht auf Erfolg und Glück?

Eine, die von wirklicher Empathie, Solidarität und den Blick auf das große Ganze geprägt ist oder die eine, in der kleinkariert aufgerechnet wird wer was und wann bezahlt hat, wer das größere Stück Fleisch bekommen oder wer zum letzten Mal den Abwasch gemacht hat? Natürlich können die Deutschen penibel nachrechnen, dass sie mal wieder mehr zahlen mussten als die anderen. Wohlweislich unterschlagend, dass man den eigenen Wohlstand erst dadurch erreicht hat, dass diese Anderen die eigenen Produkte abgenommen haben und weiterhin abnehmen. Das deutsch-französische Paar, welches gleichzeitig auch der Kern Europas ist, ist alternativlos. Wo sonst noch in dieser Welt werden denn noch Werte wie Menschenrechte, Pressefreiheit, Pluralismus, Gleichberechtigung, Toleranz gegenüber Andersartigen, Solidarität, Gewaltenteilung und Demokratie verteidigt und hochgehalten, von einigen weiteren Ausnahmen abgesehen? Klar müssen auch die Franzosen die Ärmel hochkrempeln, das ist ja gerade die Botschaft von Präsident Macron. Die Alternative wäre, daß Europa in Kleinstaaterei zurückfällt und in kleinlichem Hickhack zum Durchsetzen eigener Interessen in die weltweite Bedeutungslosigkeit verabschiedet. Liebe Deutsche, schlägt die ausgestreckte Hand bitte nicht aus, seht bitte eher das große Ganze als die unbestreitbar zu leistenden Anstrengungen, die aber durchaus zu schultern sind. Es lohnt sich.

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go-west 18.11.2018, 21:53
31. Welche Beziehung hat mehr Aussicht auf Glück und Erfolg?

Eine, die von wirklicher Empathie, Solidarität Verantwortung füreinander und den Blick auf das große Ganze geprägt ist oder eine, in der kleinkariert aufgerechnet wird wer was und wann bezahlt hat, wer das größere Stück Fleisch bekommen oder wer zum letzten Mal den Abwasch gemacht hat? Natürlich können die Deutschen penibel nachrechnen, dass sie mal wieder mehr zahlen mussten als die anderen. Wohlweislich unterschlagend, dass man den eigenen Wohlstand erst dadurch erreicht hat, dass diese Anderen die eigenen Produkte abgenommen haben und weiterhin abnehmen. Das deutsch-französische Paar, welches gleichzeitig auch der Kern Europas ist, ist alternativlos. Wo sonst noch in dieser Welt werden denn noch Werte wie Menschenrechte, Pressefreiheit, Pluralismus, Gleichberechtigung, Toleranz gegenüber Andersartigen, Solidarität, Gewaltenteilung und Demokratie verteidigt und hochgehalten, von einigen weiteren Ausnahmen abgesehen? Klar müssen auch die Franzosen die Ärmel hochkrempeln, das ist ja gerade die Botschaft von Präsident Macron an sein Volk. Die Alternative wäre, daß Europa in Kleinstaaterei zurückfällt und in kleinlichem Hickhack zwecks Durchsetzen eigener Interessen in die weltweite Bedeutungslosigkeit verabschiedet. Liebe Deutsche, schlägt die ausgestreckte Hand bitte nicht aus, seht bitte eher das große Ganze als die unbestreitbar zu leistenden Anstrengungen, die aber durchaus zu schultern sind. Es lohnt sich.

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imlattig 18.11.2018, 21:53
32. na das...

war wohl eher eine liebeserklaerung an angela.macron mag ja, wie bekannt etwas aeltere damen.

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marcel.a.mueller 18.11.2018, 21:53
33. Leere Worte, nichts mehr....

Ich habe lange in Frankreich gelebt. Schönrednerei ist alltäglich, und leider ist selten etwas dahinter. Die kulturellen Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland sind immens, Deutschland tut gut daran, genügend Distanz zu wahren und nicht auf Macrons Geplapper hereinzufallen. Die aktuellen Ereignisse in Frankreich geben ein gutes Beispiel ab, Frankreich wird seine ökologischen wie sozialen Probleme nicht in den Griff kriegen, sie werden sich im Gegenteil nur verschlimmern...

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geando 18.11.2018, 21:53
34. Nicht von so einem Spielchen hinreissen lassen

"Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!"- das sagte einst Gustav Heinemann im Spiegel. Im Umkehrschluss kann natürlich ein Staat keinen anderen Staat "lieben" und die Mehrheit der Franzosen ist mit Sicherheit nicht "verliebt" in den östlichen Nachbarstaat. Die Franzosen verstehen es allerdings (im Gegensatz zu vielen Deutschen) auch ihren Charme als Mittel der Diplomatie einzusetzen- was manchem gefühlsdarbenden Deutschen scheinbar sogleich in schamesrote Kopflosigkeit versetzt. Dabei ist es nicht mehr als das- ein Mittel der Diplomatie Frankreichs und sollte daher trotzdem mit dem behandelt werden, was die Deutschen am besten können: Nüchternheit und Rationalität. Frankreich handelt immer in erster Linie im eigenen Interesse, das sollte Deutschland auch tun. Wenn man dann gemeinsame Interessen formulieren kann- um so besser. Man sollte sich aber nicht von so einem Spielchen hinreissen lassen.

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ekatus 18.11.2018, 22:12
35. Über Liebe:

Was für eine Rede, was für ein Artikel!

Emmanuel Macron ist ein begnadeter Rhetor vor dem Herrn!
Für jede Weihnachtsansprache im deutschen Fernsehen geeignet.

Politik sollte nüchtern sein und verlässlich!
Meinetwegen auch partnerschaftlich!

Aber "LIEBE" hat in der Politik nichts zu suchen, ebensowenig wie der "HASS".

Man kann Frankreichs Menschen, Landschaft, Kultur oder seine Küche und seine Weine lieben bzw. sympathisch finden, ja, das kann man.
Das sind persönliche Dinge und auch ich bin durchaus Fan Frankreichs und seiner Lebensart.
Nicht in allen, aber in vielen Dingen.

Und in diesem Persönlichen ist Liebe am besten aufgehoben ... und festigt sich!

Nicht unkritisch, aber immerhin in verlässlicher Sympathie.

Staatsgeschäft ist anders!
Staaten haben Interessen, Politiker haben Interessen.
"Liebe" ist da fehl am Platz und vernebelt nüchternes Abwägen des sinnvoll Machbaren.

Emmanuel Macrons Politik schwimmt zuhause in Frankreich gehörig und in Deutschland ist er automatisch als "GOOD GUY" gesetzt, wenig von Politik und Medien hinterfragt.

Obwohl er doch zum Thema Migration nach Europa nur vollmundigen kosmopolitischen Feinsprech auf internationalen Staatstreffen und Konferenzen abgibt, in der praktischen Handhabe des Zuwanderungskomplexes aber nicht fern von Viktor Orbán oder Matteo Salvini agiert.

Ein ambivalenter Künstler, nicht wahr?
Allerdings gelingt dieses Zauberkunststück nur für den kreuzbraven Gläubigen deutschen Regierungs- und Mediensprechs. Die Kulisse für die Performance ist dünn und die Tricks benötigen ein nicht näheres Hinschauen.

Wenn man dazu Näheres wissen will, muss man sich nur in schweizerischen oder französischen Medien orientieren.

Die Presse Frankreichs ist wesentlich aufmüpfiger als die oft regierungswillfährige deutsche.

Die wirklichen Interessen Emmanuel Macrons sind klar:
Er benötigt deutsches Geld für seine innenpolitischen und europäischen Pläne.
Und er will eine persönliche Vision als dauernde Hinterlassenschaft setzen, denn er ahnt, dass seine erste Amtszeit als Präsident der französischen Republik wahrscheinlich auch gleichzeitig seine letzte sein könnte.

Macron ist aus Merkels Sicht der internationale Hilfssheriff für ihren international doch in schwere Wasser geratenen Kurs.

Macron hingegen schwebt eine "Liebes"partnerschaft mit Deutschland unter der unausgesprochenen Dominanz Frankreichs vor. So war die Idee immer und wird sie wohl noch lange sein.

Anders ist Macrons Ansatz eines Beginns einer Europäischen Armee in kleinem Kreis von Willigen als Einsatzcorps in Afrika auch gar nicht zu verstehen.

Bevorzugt gemeint sind damit natürlich frühere französische Kolonialgebiete wo Frankreich inzwischen die Kraft zur Wahrung seiner politischen und ökonomischen Interessen ausgeht!

Auch dreht es sich natürlich um die Rüstungsindustrie und Macron war tatsächlich der Erste, der kürzlich Geschäftseinschränkungen im Waffenhandel mit Saudi-Arabien nach dem Konsulatsmord an dem Journalisten Kashoggi auf alle Fälle eine Absage erteilte.

Soviel zur "Moral" einer "Europäischen Lichtgestalt", welche gerade die politische Kategorie der "Liebe" eingeführt hat.

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benmargin78 18.11.2018, 22:15
36. Frankreich ist am Abgrund

Frankreich hat die notwendigen Reformen seit 30 Jahren verschlafen. Das Land hat sich aus der Industrie verabschiedet. Die Arbeitslosigkeit ist in den Regionen, die einst auf Industrie beruhten, flächendeckend. Der Appell Macrons an Deutschland ist nicht nur eine Liebeserklärung aber noch mehr, er flieht Deutschland an, Frankreich zu helfen, bevor es zu spät wird und das Land von den Populisten und Rechtsextremen übernommen wird, was meiner Meinung nach unausweichlich ist, denn die politische klasse in Frankreich ist unfähig und korrupt. Deutschland hat die Hausaufgaben in den letzten 30 Jahren sehr gut gemeistert und ist damit neben einer wirtschaftlichen zu einer politischen Macht aufgestiegen, was noch Frankreich in den Schatten gestellt hat. Deutschland muss, meiner Meinung nach, Frankreich helfen, die Frage ist wie? Eine Transferunion wäre für das deutsche Volk ungerecht. Ich denke, die Franzosen müssen selber ihre Hausaufgaben machen und sich anstrengen. Die waren immer eine große Nation und verfügen über das know How. Deren Problem ist die Hartnäckigkeit an Modellen festzuhalten, die gescheitert sind.

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basileus97 18.11.2018, 22:17
37. Gegenseitigkeit

Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Es wird Zeit dass Deutschland (Merkel) etwas zurückgibt und sich endlich mal mit den Vorschlägen beschäftigt was aus dem Kind (EU) werden soll.

Macron hat geliefert und Merkel bisher blockiert, ändern sie ihre Meinung und retten sie Europa Frau Bundeskanzlerin.

Für die Ehe, für die Liebe.

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Clara77 18.11.2018, 22:30
38.

Sorry, aber... Länder machen für gewöhnlich einander keine Heiratsanträge, sondern es geht im Guten wie im Bösen weitgehend um Interessen. Wer das nicht sieht, macht sich etwas vor. Und die Europäische Union hat auch nach wie vor das Problem, dass sie sogar weniger als die beiden Blöcke im Ost-West-Konflikt etwas hat, was sie darüber hinaus verbindet. Darum verfällt sie immer wieder in diesen Kitsch. Dicker als hier allerdings selten aufgetragen worden.

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waldschrat_72 18.11.2018, 22:39
39. Ja.

Und noch einmal ein Ja. Auch wenn man wissen muss, das Macron in der Tat auch tagespolitisch getrieben wird. Doch dies sollte man nicht allzu hoch hängen. Der Mann lebt und leidet in der Tagespolitik (zur Zeit: die Gelbwesten) auf der einen Seite. Keine Frage. Aber der Mann hat vor allem eine unglaublich starke Vision: die eines WIRKLICH vereinten Europa. Und das fängt am Nukleus Frankreich-Deutschland in der Tat an. Oder scheitert hier auch. Ich persönlich nehme Macron diese Vision wirklich ab. Der Mann will das wirklich wuppen. Der Unwille kann mittlerweile nur noch ein deutscher sein, denn mehr als noch so offenkundig die "Liebe" zu erklären (die wir doch ehrlicherweise für die Franzosen genauso empfinden) bzw. die Hosen (bitte nicht falsch verstehen) runterzulassen, kann der französische Staats-Präsident ja nun gar nicht mehr tun. Soviele Handschuhe gibt es gar nicht, die noch in den Ring geworfen werden müssen, um das Klingeln noch zu verstehen. Macron hat absolut Recht. Die Zeit der Klein-Klein-und der "Das ist Mein- Politik" muss vorbei sein. Und wenn es uns auf einigen Feldern unter dem Strich was mehr kostet als die Franzosen, so what ? Wir sollten uns eher fragen, was wir auf anderen Feldern auch bekommen. Unter Anderem einen 110 MIllionen- Staat. Einen zuverlässigen französischen Atomschirm inklusive. Denn die militärische Drohkulisse der Bundeswehr bewegt sich aktuell auf dem Niveau eines Schwellenlandes. Wir bekämen eine Keimzelle eines wirklich vereinten Europa, das gemeinsame Werte in den Vordergrund stellt. Gemeinsam mit Menschen, die wirklich ziemlich genau so ticken wie wir. Wenn mit wem überhaupt, dann von mir aus immer sofort mit Frankreich. Deutsche Politik sollte schnellstmöglich eine adäquate und belastbare Antwort auf diesen französischen Frontalangriff liefern. Ob nun ausgerechnet eine Frau Merkel dazu noch in der Lage oder bereit ist, das ist die Frage. Allerdings: da sie nun nichts mehr zu verlieren, und nur noch zu gewinnen hat, liegt in dieser Offerte ihre vielleicht größte Chance, nun doch noch "historisch" zu werden.

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