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BGH verweigert Kunduz-Entschädigung: Schuld? Aber wir doch nicht
AP

Die Karlsruher zum Kunduz-Bombardement entspricht internationalem Standard, dennoch ist sie unmoralisch: Täter werden in Kriegszeiten stets besser geschützt als Opfer.

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spon-1299090993322 06.10.2016, 19:49
30.

Zitat von Hans58
Ein deutscher Oberst hat keine Befehlsbefugnis gegenüber US-Piloten. Der Befehl dazu kam damals aus Doha von US-Seite. Dass die US- Piloten - offenbar trotz besseren Wissens - dann um "Freigabe zum Abwurf" bei ihrer vorgesetzten Stelle ersuchten, hat dazu geführt, dass sie strafversetzt wurden. Amtshandlung im Einsatz hat der BGH zutreffend verneint.
Glatte Lüge durch den BGH, Ihr post beweist übrigens auch , daß der Offizier Klein sehr wohl wußte , daß dort eine Vielzahl Zivilisten steht, genau deshalb haben sich die US Piloten ja auch stundenlang geweigert, erst die dritte(!!!) Besatzung hat den Luftschlag ausgeführt, entgegen den Nato-Einsatzregeln, deshalb wurdendie versetzt!
Die BGH Begründung Klein hätte seine Aufklärungsmittel ausgeschöpft ist eine glatte Lüge, kann jeder im NATO-Abschlussbericht nachlesen, aber die Deutsche Seite hat ja ihren eigenen Bericht , von den Feldjägern, die sich aber aus Feigheit nicht an den Ort rangetraut haben ... Stunde später ist dann Gen McChrystal persöhnlich durchs Flussbett gelaufen.

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Sumerer 06.10.2016, 19:51
31.

Zitat von Hans58
Ein deutscher Oberst hat keine Befehlsbefugnis gegenüber US-Piloten. Der Befehl dazu kam damals aus Doha von US-Seite. Dass die US- Piloten - offenbar trotz besseren Wissens - dann um "Freigabe zum Abwurf" bei ihrer vorgesetzten Stelle ersuchten, hat dazu geführt, dass sie strafversetzt wurden. Amtshandlung im Einsatz hat der BGH zutreffend verneint.
So kann man Oberst Klein auch nicht heraus reden.

Der Mann hat nicht ordentlich aufgeklärt und seine Fehlentscheidung auf Grund unordentlicher Aufklärung getroffen.

Weder Sie noch ich wollten so grob fahrlässig behandelt werden. Ich jedenfalls keineswegs.

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spon-1299090993322 06.10.2016, 19:56
32.

Zitat von oidahund
Entschuldigung, aber das ist kein Kommentar, sondern eine Polemik. Gegen Oberst Klein wurde ermittelt und es wurde kein Strafverfahren eingeleitet, weil strafrechtlich nichts gefunden wurde. Außerdem wird hier der falsche Täter benannt - die Täter waren die Taliban, denn sie hatten die Lastwagen mit Gewalt und mit Todesopfern geraubt. Oberst Klein musste davon ausgehen, dass damit Anschläge verübt werden sollen. Was wäre passiert, wenn die Anschläge durch geführt worden wären und der Verantwortliche hätte nicht (auch unter Inkaufnahme ziviler Opfer) diese nicht vorher zerstören lassen. Eine Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kämpfern ist bei solchen Kreigssituationen nicht sicher möglich, weil die Kämpfer nicht uniformiert sind, weil sowohl Jugendliche als auch gesetzte Männer kämpfen. Wer derart polemisiert, der will sich nicht mit einer Situation vor Ort eindenken, der hat auch keinen Willen sich mit der juristischen Begründung auseinaderzusetzen.
"Oberst Klein musste davon ausgehen, dass damit Anschläge verübt werden sollen. "

Reine Schutzbehauptung, die Laster steckten Stundenlang auf der Sandbank fest , und wurden pausenlos aus der Luft bewacht. Das ist alles lückenlos dokumentiert.
Es ging allein um die Tötung eines Talibankommandeurs vor Ort, und gerade deshalb ist das auch KEIN Kriegsverbrechen , sondern NUR ein Kollateralschaden. Ohne die versuchte gezielte Tötung, wäre dies sehr wohl ein Kriegsverbrechen gewesen, denn der militärische Wert der Laster war null. Und Klein nach dem Verstoß gegen die Rules of Engangement auch noch zu befördern, diese Beleidigung hat Centcom nicht vergessen !

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catcargerry 06.10.2016, 19:57
33. Da sind wohl auch zuerst andere dran

Wie sind eigentlich die Angehörigen der Schnapsbrenner (eigenes Equipment und Material), Schwarzschlachter (eigenes Vieh) und Kohlenklauer gegen Ende des WK Zwo entschädigt worden? Mein Vater hat sich schon an der Exekutionswand gesehen, bis sich herausstellte, dass die Polizisten nur ihr Motorrad repariert haben wollten. Sie haben während dessen dann sogar die Brennblase unter Kontrolle gehalten. Klagen die Afghanen eigentlich auf den Wert des Benzins, das die Opfer für sie klauen sollten, oder auch auf die Beute weiterer Plünderungen, die durch den Tod ausgefallen sind?

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Nordstadtbewohner 06.10.2016, 20:05
34. Wer ist schuld?

"Wir"?
Oberst Klein hat damals eine Fehlentscheidung getroffen. Von daher verstehe ich nicht, wer hier mit diesem "wir" überhaupt gemeint ist. Verantwortung ist immer personenbezogen. Sich hinter einem "wir" zu verstecken, halte ich für falsch und schäbig. Wenn der Autor der Meinung ist, Klein müsse für sein Handeln bestraft werden, so ist das völlig in Ordnung. Aber bitte nicht mit diesem billigen "wir".

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rjb26 06.10.2016, 20:06
35. die Richter

haben sich letztendlich korrekt verhalten, Dh im Sinne der gierigen Gesetze. moralisch gesehen war es allerdings gs ein Verbrechen, das wiederum teil eines völkerrechtswidrigen und verfassungswidrigen einfalls in ein fremdes land, das die BRD nicht bedroht, also ei es Verbrechens auf Geheiß der Regierung war.
rechtlich wäre also dort anzusetzen.

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stgtbl 06.10.2016, 20:14
36.

Also es tut mir echt Leid das jetzt so sagen zu müssen aber alle die meinen, Klein hatte alle seine Möglichkeiten ausgeschöpft ist doch schlicht und ergreifend falsch. Selbst die ausführenden Piloten haben ihm mehrmals angeboten den Schauplatz im Tiefflug zu überfliegen und somit die Menschen zu vertreiben. Hätte das nichts genutzt, hätte man die Tanker immer noch bombardieren können.
Zweitens zwingt meiner Meinung nach niemand Soldaten, nach Afghanistan zu gehen. Natürlich stimmt es, dass sie dort von dem von uns gewählten Parlament hinbeordert wurden, aber es hat sie ja wohl keiner daran gehindert den Einsatz zu verweigern, bzw sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Ich würde mich doch auch nach einer anderen Beschäftigung umsehen, wenn ich Bedenken hätte mit dem was mein AG so tut.
Drittens an alle, die meinen das man keine Tanklaster ausraubt: Waren sie schon jemals in Ihrem Leben Bewohner eines Kriegsgebiets in dem so ziemlich alles nicht vorhanden war und man um das Überleben kämpfen muss. Wohl nicht, aber ist ja auch einfacher aus seinem bequemen Bürosessel die Lanze über die Dorfbewohner zu brechen oder etwa nicht?
Viertens ging es in dem genannten Fall doch gar nicht darum Herrn Klein ans Bein zu pinkeln, sondern vielmehr darum, die Angehörigen zu entschädigen. Nur mal zur Info, wir reden hier nicht über horrende MIlliardenbeträge sondern über etwas mehr als acht Millionen. Da kostet der Autobahndeckel bei mir um die Ecke fast das zwanzigfach...
Also meiner Meinung nach ist Herr Klein einfach nur ein inkompetenter Beamter, der der Meinung war Offizier sein sei ein leichtes Leben, der einfach seine Beförderung zum General mit der Tötung von ein paar Taliban zu beschleunigen und dabei alles um sich herum vergessen hat und nun nicht dazu in der Lage ist die Konsequenzen aus seinem Mord zu ziehen.

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Sumerer 06.10.2016, 20:15
37.

Zitat von catcargerry
Wie sind eigentlich die Angehörigen der Schnapsbrenner (eigenes Equipment und Material), Schwarzschlachter (eigenes Vieh) und Kohlenklauer gegen Ende des WK Zwo entschädigt worden? Mein Vater hat sich schon an der Exekutionswand gesehen, bis sich herausstellte, dass die Polizisten nur ihr Motorrad repariert haben wollten. Sie haben während dessen dann sogar die Brennblase unter Kontrolle gehalten. Klagen die Afghanen eigentlich auf den Wert des Benzins, das die Opfer für sie klauen sollten, oder auch auf die Beute weiterer Plünderungen, die durch den Tod ausgefallen sind?
Der Wert eines sinnlos getöteten Menschenlebens kann ja wohl schlecht gegen seine ausgefallene Beute verrechnet werden!

Entweder hat der Nicht-Kombattant einen unauslöschlichen Wert oder nicht. Im Eigeninteresse hat er seinen unauslöschlichen Wert. Er verliert nur durch mehr als dämliche militärische Fehler gegebenenfalls auch sein Leben. Und genau diese sollten auch geahndet werden - schon aus eigenem Interesse. Alles andere ist mehr als nur doof.

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pimperle.wichtig1 06.10.2016, 20:16
38. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

Wir wollen Wohlstand, wir wollen komfortable Urlaube, wir wollen eine umfassende, möglichst kostenlose Krankenversicherung, Rentenversicherung, billigen Wohnraum und Sicherheit und Frieden in Deutschland. Der größte Teil dieses Wohlstands baut darauf, dass wir billige Rohstoffe aus armen Ländern bekommen und dass wir für Niedrigstlöhne bei katastrophalen Arbeitsbedingungen in armen Ländern produzieren lassen. Wenn wir diese Privilegien nicht mit Hilfe zumeist kriegerischer Machtmitteln verteidigten, würden die Ärmeren uns das alles streitig machen.
Keiner (von uns) will verzichten und teilen.
Aber wehe man rüttelt mal an dieser Traumwelt von Gerechtigkeit und Recht und Freiheit, die eigentlich nur durch schmutzige Machtkämpfe und Kriege aufrecht erhalten wird.
Die Armee macht ihren Job, weil wir es so wollen. Aber wenn es dann mal in unsere gemütlichen Wohnzimmer kommt, dann kann man ja soo bequem über angebliche Fehler richten.
Hinterher hat es dann keiner so gewollt. Das hatten wir doch schon vor 70 Jahren mal. Es hat sich wenig geändert...

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GetulioV 06.10.2016, 20:20
39. ...

Zitat von bloub
natürlich nicht, weil angreifer, was deutsche soldaten in afghanistan nunmal darstellen, völlig zurecht keinen rechtsschutz geniessen.
Das ist kompletter Humbug. Die Bundeswehr hält sich nicht als Angreifer in AFG auf, sondern auf ausdrückliches Bitten der dortigen legitimen Regierung.

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