Forum: Politik
Biologie als Kränkung: Unsere deutschen Kreationisten
WDR/ Oliver Ziebe

Viel ist von der menschlichen Hybris die Rede, die den Planeten zerstöre, wenn man ihr nicht Einhalt gebiete. Aber dass die Natur dem Menschen Grenzen setzen könnte, ist uns in Wahrheit sehr unangenehm. Ein gutes Beispiel dafür ist die Gender-Debatte.

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garfield 08.09.2015, 18:14
70.

Zitat von sysop
Die Schicksalhaftigkeit von Herkunft und Klasse gebrochen zu haben, gilt als große Emanzipationsleistung
... die uns Deutschen offenbar noch bevorsteht.
Zitat von sysop
"Es wäre zu begrüßen, wenn für Kulturwissenschaftler im Grundstudium einige Semester Naturwissenschaften obligatorisch wären"
Und vor allem für Sozialwissenschaftler. Dann können sie endlich lernen, dass Arm und Reich naturgesetzlich vorgegeben sind. Wenn sie das verinnerlicht haben, dürfen sie den ehrenvollen Titel "Sozialdarwinisten" tragen. Fleischhauer gehört wohl auch zu diesen Graduierten - wenn man seine Beiträge so Revue passieren lässt.

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David67 08.09.2015, 18:14
71. Nein es gibt klare biologische Publikationen,

Zitat von kufu
Nein, die Grundannahmen lassen sich beweisen: Unter der Annahme, dass alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern, einschließlich körperlicher, sozikulturell bedingt sind, folgt nach ein paar Volten, dass es keine biologischen Unterschiede gibt. Da sich dies empirisch nicht widerlegen lässt, hat es als Tatsache zu gelten.
die beweisen, dass ein guter Teil der Unterschiede zwischen den Geschlechtern biologisch bestimmt sind. Norwegen hatr daraufhin sein Genderinstitut geschlossen, auf 3sat wurde der österreichische Minister gefragt, ob und warum das nicht auch in Ö gemacht wird. Er hat gar nicht abgestritten, dass dies wissenschaftlicher Quatsch ist, sondern diplomatisch geagt, wir haben das nunmal, was sollen wir machen, lassen wir es.
Leider sorgt die grüneninfiltrierte Presse bei uns dafür, dass so etwas unter der Decke bleibt.

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HesaLhaina 08.09.2015, 18:16
72. Aussagen...

...aus Studien zu geschlechtsspezifischen Fragestellungen immer mit einer Prise Salz genießen - gibt es vielleicht unter den Männern häufiger Autisten, weil Frauen die Symptome eher kompensieren können (bspw. beim Asperger-Autismus)? Treten Depressionen bei Frauen häufiger auf, weil Männer sich der Diagnose verweigern? Gibt es da tatsächlich einen genetischen Ursprung? Daran knapsen sich die Wissenschaften immer noch ab und sie werden es auch noch länger tun. Klar erwiesen ist: es gibt biologische Unterschiede. Doch ob diese biologischen Unterschiede im Alltag so ins Gewicht fallen, dass die Tauglichkeit von Menschen aufgrund ihres Geschlechts bezweifelt wird... (ich erinnere mich an dieser Stelle an den ziemlich lächerlichen Spruch eines Dozenten in einem Studiengang für Bau und Vermessung, der gegen Studentinnen folgend argumentierte: Die kann man ja nicht auf den zugigen Bau mitnehmen, die kriegen ja alle Blasenentzündungen!), und darin geht es in der Gender-Debatte doch meist. Ungleichwertigkeit aufgrund des Geschlechts, was in den allermeisten Fällen einfach nur lächerliche Argumente sind. Frauen durften auch vor 100 Jahren nicht wählen weil man sie für solche schwerwiegenden Entscheidungen zu töricht hielt.
Vieles in der Genderdebatte könnte einfach dadurch gelöst werden, dass man beiden Geschlechtern anerkennt, sie haben grundsätzlich die selben Voraussetzungen. Denn Menschen sind auch im selben Geschlecht so stark unterschiedlich von ihren körperlichen und geistigen/seelischen Voraussetzungen, dass auch dort pauschal zum Beispiel nicht jeder Mann bzw. jede Frau für die selben Aufgaben geeignet ist. Lasst doch Dinge von den Personen tun, die es können, und nicht, die es können sollten, weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben.

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Wheredoyouwanttogotoday? 08.09.2015, 18:17
73. Ja und?

Aus den erforschten Unterschieden wurde aber hergeleitet, dass Frauen nur Family wollen und wegen ihrer Emotionalität nie wissentschaftlich arbeiten oder gar Richterin oder Nachrichtensprecherin sein können, gescheige denn wählen können vgl. zB. "Die akademische Frau" von 1897 zur Frage, ob Frauen studieren könnten.

Und Männer dürfen niemals weinen oder sich um ihren Nachwuchs kümmern, sondern sollen bitte weiter männliche 60 Stunden irgendwo außerhalb des Hauses sein, bis sie der Infarkt ereilt. Nicht so wie Jan Fleischauer, weibisch rumschreiben, pfui, kein richtiger Mann.

DARUM geht es doch bei Gender Studies. Diese Idiotien aufbrechen und zeigen, was kulturell bedingt ist und wie man das verbessern kann.

Für ALLE.

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box-horn 08.09.2015, 18:19
74.

Zitat von hajoschneider
… aber auch der Glaube an die Biologie bzw. an die Wahrheit der Naturwissenschaft ist letztendlich nur ein Glaube. Nämlich der Glaube, dass einzig und allein die Naturwissenschaft wahre Aussagen über das Leben hervorbringen kann. Die Naturwissenschaft beansprucht damit den Platz, den vorher Gott/Göttin oder die Götter innehatten. Schön wäre es deshalb, wenn auch die Naturwissenschaft sich ihrer Grenzen bewusst würde. Jeder Wissenschaftler muss sich bewusst sein, wo er Fakten vorfindet (schon die Erhebung der Fakten kann ja interessengeleitet sein) und wo er aus Fakten Folgerungen ableitet, die in der Regel schon wieder vom eigenen Weltbild beeinflusst sind. Siehe den gestrigen Artikel über Prof. Kutschera. Schön wäre es, wenn wir mal zu Wahrheiten finden würden, aber das ist in meinen Augen leider nicht möglich. Wir werden also ewig weiterdiskutieren.
Der Unterschied zwischen Glauben und Wissenschaft besteht darin, daß nur als wissenschaftliche Annahme/Aussage bezeichnet werden kann, was - methodisch - verifizierbar resp. falsifizierbar ist. Darüberhinaus gehende Aussagen etwa in Gestalt "unbestreitbarer", nicht zu diskutierender "Wahrheiten" sind per se unwissenschaftlich. Und ganz und gar unwissenschaftlich ist rein ideologisch-interessengesteuerte "Forschung", bei der das Ergebnis bereits vorher feststeht. Und davon tummeln sich vor allem in den Gesellschaftswissenschaften so etliche obskure Erscheinungen.

Zu über allem stehende "Wahrheiten" kann man weder auf dem Weg der Wissenschaft noch auf ideologisch gesteuerter Forschung kommen. Forschung führt niemals zu "Wahrheiten", höchstens zu Annahmen und wiederum weiteren Fragen.

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Gottloser 08.09.2015, 18:19
75. Man könnte das aber auch andersherum sehen

Zitat von muunoy
Nicht nur für Geisteswissenschaftler und Chefideologen empfehle ich wenigstens ein paar Grundkenntnisse in Physik, Chemie und Biologie. Auch Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern und den meisten Journalisten täte das ganz gut. Naja, unter den aufgezählten Gruppen sind nach meiner Erfahrung immerhin Wirtschaftswissenschaftler naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber aufgeschlossen. Aber der Stuss, den manche Politiker von sich geben oder den man regelmäßig in der Presse lessen kann, ist teilweise unerträglich. Die Nachrichten aus der Chemie veröffentlichen in der April-Ausgabe immer ein paar besondere Hammer aus dem Blätterwald.
Es könnte Naturwissenschaftlern nicht schaden, sich auch mit der Arbeits- oder Denkweise von Geisteswissenschaftlern zu beschäftigen. Da würde man schnell feststellen, dass die vermeintlichen Unterschiede nicht so gravierend sind. In allen Wissenschaften gilt zumindest die Überprüfbarkeit von Ergebnissen als Grundkonsenz. So wie ich mich als Historiker nur den realen geschichtlichen Abläufen nähern kann, können sich beispielsweise Geologen auch nur den Vorhersagen von Vulkanausbrüchen oder Erdbeben nähern.
Was ich aber schon immer für wichtig hielt, wäre eine verstärkte interdisziplinäre Forschung. Die scheitert im speziellen Fall nicht nur an den Gender-Leuten, sondern auch an den Naturwissenschaftlern. Genderforschung und Erbbiologie tragen zur Zeit beide Beteiligten, wie eine Standarte vor sich her. Spannend ist dabei, dass auch Erbbiologen die Methoden der Genderforschung benutzen, die Ergebnisse aber unterschiedlich interpretieren. Darin liegt letztlich die Crux.

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Wheredoyouwanttogotoday? 08.09.2015, 18:20
76. Hä?

Zitat von alocasia.portora
Anhänger der Gendertheorie haben ein Problem mit Andersartigkeit an sich. Statt daran zu arbeiten, daß unterschiedliche Menschen mittels verplichtender Mindeststandards friedlich mit- oder nebeneinander leben können, leugnen sie einfach die Differenzen weg. Ein vergeblicher bis zerstörerischer Ansatz.
Gender Studies erforscht doch gerade die Andersartigkeit und wie wir am besten damit umgehen. Bislang gibst nur a) Mann (muss Fussball mögen) und b) Frau (uss Schuhe mögen).

Manche sind eben anders und sollen das auch leben dürfen, ohne Geschlechtskorsett.

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querulant1892 08.09.2015, 18:20
77. Eher nicht....

Zitat von hajoschneider
… aber auch der Glaube an die Biologie bzw. an die Wahrheit der Naturwissenschaft ist letztendlich nur ein Glaube. Nämlich der Glaube, dass einzig und allein die Naturwissenschaft wahre Aussagen über das Leben hervorbringen kann. Die Naturwissenschaft beansprucht damit den Platz, den vorher Gott/Göttin oder die Götter innehatten. Schön wäre es deshalb, wenn auch die Naturwissenschaft sich ihrer Grenzen bewusst würde. Jeder Wissenschaftler muss sich bewusst sein, wo er Fakten vorfindet (schon die Erhebung der Fakten kann ja interessengeleitet sein) und wo er aus Fakten Folgerungen ableitet, die in der Regel schon wieder vom eigenen Weltbild beeinflusst sind. Siehe den gestrigen Artikel über Prof. Kutschera. Schön wäre es, wenn wir mal zu Wahrheiten finden würden, aber das ist in meinen Augen leider nicht möglich. Wir werden also ewig weiterdiskutieren.
Ich habe mal ein Kinderbuch über berühmte Wissenschaftler gelesen (Das war aus dieser bekannten "Was ist was"-Reihe vom Tesloff-Verlag.)
Dort wurde die Arbeit von Wissenschaftlern mit jener von Detektiven oder Kriminalkomissaren verglichen.

Das Ziel ist es, eine These zu überprüfen oder einen Sachverhalt zu klären.
Und dabei geht es (um bei Vergleich mit dem Detektiv / Kriminalkomissar zu bleiben) darum, den wahren Täter einer Tat zu ermitteln!

Bei Glauben (Religion und Ideologien) geht es hingegen darum, an das zu glauben, WAS MAN GERNE HÖREN MÖCHTE!
Ich habe oft mit Kreationisten und anderen Wissenschaftsgegnern im www diskutiert.
Und ich habe im Laufe der Zeit immer mehr gemerkt, dass viele Kreationisten Darwins Evolutionstheorie eben NICHT deshalb ablehnen, weil diese aus ihrer Sicht unseriös / unlogisch ist
-
Sondern weil Darwin ihr emotionales Weltbild angegriffen hat
(Sinngemäß: "Wir Menschen sind mit Tieren verwandt? Igitt! Ekelhaft"... "Aber wenn sich die Bibel mit der Schöpfung geirrt hat, bedeutet das doch auch wohl, dass auch alle anderen Geschichten aus der Bibel wie etwa das Leben nach dem Tod oder die Nächstenliebe wohl falsch sind .")

Dieses Verhalten lässt sich aber auch bei anderen Wissenschaftsgegnern (Esoterikern, Impfgegner, Verschwörungstheoretikern beobachten!)


Religion und Wissenschaft sind alleine schon deshalb nicht gleichrangig, weil Religionen (im Vergleich zu wissenschaftlichen Thesen) nicht falsifizierbar sind!

(Falsifizierbar: Grundsätzlich muss es möglich sein, eine These durch Experimente, Tests, Beobachtungen o.Ä. zu wiederlegen.
Ansonsten könnte ich auch sagen: "Du lachst mich aus, weil ich an den Weihnachtsmann glaube? Ja dann beweise doch mal, dass es den Weihnachtsmann NICHT gibt.")

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femtom1nd 08.09.2015, 18:26
78. Logik ...

Genderfetischisten/innen darf man auf keinen Fall mit Logik, oder Argumenten kommen sonst setzt die Schnappatmung ein. Sie bedienen sich zwar aus dem Fundus der Logik (gleich), stülpen dann aber diesem einen Vergleichsoperator ihre Ideologie über. Und versuchen sich dann, mit dieser Beschränkung- sehr amüsant zu sehen - in der Programmierung des menschlichen Hirns, um für sich das Optimalste herauszuschlagen.

Dabei benötigt man für die Programmierung mindestens sechs Vergleichsoperatoren, die zwei arithmetische Werte vergleichen und einen logischen Wert als Ergebnis liefern: kleiner als; kleiner gleich; größer als; größer gleich; gleich; ungleich.

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Waudel 08.09.2015, 18:27
79. Herr Fleischhauer,

dieser Artikel ist Spitze. Aber leider ist es so, dass je mehr naturwissenschaftliche Kenntnisse abnehmen, esoterischer Aberglaube zunimmt. Denn es ist einfacher esoterisch daherzuschwätzen als sich eingehend mit Forschungsergebnisse zu beschäftigen.

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