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Blutige Proteste in Nicaragua: Revolte gegen das Machthaber-Ehepaar
REUTERS

Im sozialistischen Nicaragua treibt eine geplante Rentenreformen Jung und Alt auf die Straße. Die Wut der Menschen richtet sich gegen Präsident Ortega und seine Frau und Stellvertreterin, Rosario Murillo.

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tribes 22.04.2018, 12:16
1. Es wird auch Zeit!

Nicaragua ist eigentlich ein schönes, von der Natur gesegnetes Land. Die Menschen haben es nicht verdient erst von Somoza und nunmehr von den Pseudo-Rebellen Sandinistas, verkörpert durch dieses machtgierige Ehepaar, über Jahrzehnte ausgenutzt zu werden. Fast hoffe ich, es gibt einen kurzen Bürgerkrieg und Nicaragua kann den Weg Costa Ricas einschlagen. Aber leider sehe ich auch die Gefahr, dass es eher ein Honduras oder El Salvador wird. Ausserdem wird sich natürlich auch die USA sich einmischen. Vielleicht kann die UNO ja mal positiv wirken ....

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h.hass 22.04.2018, 12:17
2.

Interessant, dass so viele "sozialistische" Staaten früher oder später zu einer diktatorischen Erbmonarchie mutieren, der es nur noch darum geht, der eigenen Dynastie so lange wie möglich die Macht zu sichern.

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TomRohwer 22.04.2018, 12:24
3. Linke Monarchie

Schon faszinierend, wie aus einem von den Linken begeistert gefeierter "Freiheitskämpfer" ein monarchischer Machthaber wurde, der mit seiner Familie das Land regiert.

Ganz genauso übrigens wie die Somoza-Familie seinerzeit, oder auch die Castro-Monarchie in Kuba.

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silvia_schnabel 22.04.2018, 12:35
4. Sind sie sicher,

dass das nicht wieder so eine bunte Revolution ala mittlerer Osten wird? In den Barrios mit kleinen 5 Dollarscheinen wedeln, reicht, um die einfachen Leute zu Allem zu motivieren. Genau so wurde Ortega 1990 "abgewühlt", was danach kam, war aber keineswegs besser. Heute, nach 25 Jahren, scheinen das viele vergessen zu haben, oder doch nicht? Wurde Ortega nicht erst im vergangem Jahr mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt? Und, Nicaragua hat sich richtung China geöffnet........ein Schelm, wer .....

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Neurolog 22.04.2018, 12:42
5. Verrat an der Revolution von 1979?

Ortega und seine Gattin hatten schon 1979, kurz nach dem triumphalen Sieg der Sandinisten über Diktator Somoza, durch ihre radikal-undemokratische Kulturpolitik familiendynastische Ambitionen offenbart. Sie hatten Erfolg damit, während Intellektuelle, wie der Schriftsteller Sergio Ramirez, damals Vizepräsident in der Regierung Ortegas, sich angewidert ins Private zurückzogen. Zwar hatten die USA die "Kontras" als Feinde der sandinistischen Revolution unterstützt, aber der innere Feind, Ortega, heute ein weiterer Diktator Nikaraguas, lässt sogor auf intellektuelle (Studenten, Kritiker) schießen. Diesen Verrat zu beklagen, führt zu nichts, deshalb sollten eher die Schriften des Sergio Ramirez gelesen werden. Und man sollte auch der Rede der sandinistischen Dichterin Gioconda Belli lauschen.

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johannes48 22.04.2018, 12:49
6. Guter Artikel!

Ich bin seit einiger Zeit in Nicaragua. Der angebliche kommunistische "Befreier", Daniel Ortega, hat den üblichen Weg eines kommunistischen Machthabers beschritten und auch seine gesamte Familie in seiner "Regierung" eingebunden! Damit hat er schon eine Familiendynastie eingerichtet! Diese Familiendynastie plündert Nicaragua schamlos aus! Einer seiner wichtigsten Komplizen dabei ist der venezuelanische Präsident, Maduro! Daniel Ortega ist nichts anderes als ein verbrecherischer Diktator! Natürlich macht er, nach typisch sozialistisch/kommunistischer Diktatorenart, das Ausland für die Proteste verantwortlich. Aber in Wirklichkeit ist wohl die "Rentenreform" der letzte Anlass dazu, dass das Volk sich nun gegen seine "Familiendynastie" erhebt!

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hansfrans79 22.04.2018, 13:10
7.

Zitat von h.hass
Interessant, dass so viele "sozialistische" Staaten früher oder später zu einer diktatorischen Erbmonarchie mutieren, der es nur noch darum geht, der eigenen Dynastie so lange wie möglich die Macht zu sichern.
Noch interessanter ist, dass in kapitalistischen Staaten noch viel häufiger Diktaturen herrschen, das aber niemanden interessiert.
Oder dass sich Staaten als sozialistisch beschreiben, die nach ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gar nicht sozialistisch sein können.

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Stäffelesrutscher 22.04.2018, 13:22
8.

Wie kommt der Autor darauf, dass Nicaragua »sozialistisch« sei? Die Familie Ortega ist eine kleptokratische Unternehmung, und im Artikel selbst ist ihr Aufstieg einigermaßen zutreffend beschrieben, wobei das Ausschalten politischer Gegner weit früher begann als hier dargestellt und unter »Gegner« die Mehrheit der zur betreffenden Zeit noch lebenden der neun »historischen Kommandanten« der FSLN fällt, die das Ehepaar Ortega/Murillo per Salamitaktik einen nach dem anderen kaltstellte. Die einstige Befreiungsbewegung FSLN ist zu einem Haufen Claqueure und Jubelperser geworden. Es ist bezeichnend, dass auf einem - zwar abgebildeten, aber leider nicht übersetzten - Transparent der Spruch »Que se rinda tu madre« auftaucht (»Soll doch Deine Mutter sich ergeben!«), der eines der berühmtesten Zitate aus dem Befreiungskampf gegen die vorherige Familiendynastie, nämlich den Somoza-Clan ist: als eine übermächtige Militärtruppe den Dichter und Guerillero Leonel Rugama aufforderte, sich zu ergeben, rief dieser zurück »Que se rinda tu madre«.

Wahrscheinlich hätte all das vermieden werden können, wenn die USA unter Reagan nicht einen so brutalen Krieg gegen Nicaragua geführt hätten, der von den meisten europäischen Staaten leider geduldet/unterstützt wurde, unter anderem dadurch, dass die freiesten Wahlen in der Geschichte des Landes, 1984, geringgeschätzt und stattdessen »Regime Change« betrieben wurde.

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butzibart13 22.04.2018, 13:24
9. kriminelle Familiendynastien

Ein bisschen Venezuela lässt grüßen. Dort und wie in Nicaragua sind die Herrschende zu reinen Kriminellen verkommen. Es ist schon erstaunlich, dass die Proteste mit einer Urgewalt quasi aus dem Nichts entstanden sind. Unterschwellig muss es schon seit geraumer Zeit gegärt haben, schon allein gegen die Tatsache, dass im Prinzip eine Familie eine Dynastie errichten will. Schuld sind wieder die USA, die damit wahrscheinlich diesmal nichts zu tun haben. In Russland und China wird man diese Vorgänge nicht gerne sehen.

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