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Blutiger Machtkampf in Kiew: Klitschko ruft Demonstranten zum Widerstand auf
REUTERS

Mehrere Tote, Hunderte Verletzte: In der Ukraine verschärft sich die Machtkampf. Ein Treffen der Opposition mit Präsident Janukowitsch blieb erfolglos. Zehntausende haben sich wieder im Zentrum von Kiew versammelt - sie sind bereit zu kämpfen, wie Oppositionspolitiker Klitschko betont.

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KnoKo 22.01.2014, 21:48
1. Nicht gut

Herr Klitschko hat anscheinend Angst, dass ihm die radikalen Kräfte in der Opposition den Rang ablaufen, wenn er selbst zu moderat auftritt. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass seine Worte auf einmal so gewählt werden, dass sie recht unzweideutig einen Aufruf zum Bürgerkrieg darstellen.
Aufklärung darüber, wer die Getöteten auf dem Gewissen hat oder um wen es sich bei den Toten handelt gibt es auch nicht. Aber wirklich wissen will es wohl auch keiner. Viel wichtiger scheint zu sein, sie für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.
In einem recht interessanten Licht erscheint übrigens auch der Umstand, dass nur wenige Stunden zuvor von Klitschko geäußert wurde, dass es wohl bald Tote geben werde. Nicht, dass ich da irgendetwas unterstellen möchte. Aber ein wenig seltsam mutet es schon an.

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ediart 22.01.2014, 22:01
2. Unüberschaubar

Diese Opositon in der Ukraine ist von Nationalisten durchsetzt die ihre Chance sehen ihre Ideologie zu etablieren, das ist nicht gut für Europa. Was diese Bewegung will gilt genau zu beobachten und in der Berichterstattung hiesiger Medien zu ergründen. Klitschko ist kein Politiker und seine gemachte Popularität in den Publikationen der Medien spiegelt ein unreallistisches Bild dieser sogenannten "demokratischen" Bewegung wieder.

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stefan taschkent 22.01.2014, 22:27
3. Teilung

Bei aller Sympathie, aber die Demonstranten repräsentieren eben NICHT zwangsläufig die Mehrheit der Bevölkerung - aus welchen Gründen auch immer. Bei einer weiteren Radikalisierung könnte es zu einer Teilung kommen, bei der die wirtschaftlich (relativ) starke Ostukraine sowie die starken Teile des Südens nach Russland driften (bzw. dort verbleiben) und der wirtschaftlich schwache Westen sich der EU annähert. Das wäre, als ob bei einer Teilung Deutschlands die NBL an die EU "fielen". Wie hier geopolitisch herumgezündelt wird ist schon bedenklich.

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florian.skacel 22.01.2014, 22:29
4. Kommentare am Kern vorbei

Liebe Leute,
dies ist mein erster Kommentar, da ich es manchmal nicht aushalte, was hier geschrieben wird.
Beide meine Vorredner haben recht, wenn es darum geht, dass die Sache für die Opposition ziemlich ausweglos ist.
ABER: Dass es der Opposition nur um den eigenen Erfolg geht, entspricht einfach nicht mehr der Wahrheit. Wer in der friedlichen Zeit auf dem Maidan war, hat schon in dieser Zeit gemerkt, das die Leute zwar nicht wissen, wie es genau weiter geht, aber dass der jetzige Präsident weg muss - das ist das Ziel.

Militärs fahren auf die Hauptstadt zu, (angeblich bezahlte) schlägertruppen schüchtern die Leute ein.
Und: Das Demonstrationsrecht wurde aufgehoben, mit einer Abstimmung per Handzeichen, bei der das Parlament boykottiert war. Das Gesetz wurde binnen minuten beschlossen, abgestimmt und von den Verantwortlichen unterzeichnet. Einfach so, wie es gerade passte.
Bis zum Gesetzesbeschluss war es friedlich. Durch die Wegnahme des Demonstrationsrechts, eines unserer Grundgesetze kommt es zu Verzweiflung, die in Gewalt umschlägt. Es gibt Tote durch Scharfschützen...
Militärs fahren auf die Hauptstadt zu. Es geht nicht darum, wer von der Opposition die meisten Chancen hat. Es geht darum, seine Meinung zu äußern... Und dies ist in Gefahr... und deswegen müssen die Ukrainer handeln - und mit Ihnen alle, die nicht wollen, dass die Ukraine zu einem Polizeistaat wird.

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grover01 22.01.2014, 22:30
5.

Zitat von sysop
Mehrere Tote, Hunderte Verletzte: In der Ukraine verschärft sich die Machtkampf. Ein Treffen der Opposition mit Präsident Janukowitsch blieb erfolglos. Zehntausende haben sich wieder im Zentrum von Kiew versammelt - sie sind bereit zu kämpfen, wie Oppositionspolitiker Klitschko betont.
Ein Machtkampf zwischen Westen und Russland um die Ukraine. Was ist die bessere Wahl für die Ukrainer? In vielen Punkten ist Russland mitlerweile freiheitlicher als die EU. Russen dürfen Glühbirnen kaufen, müssen nicht die Hälfte ihres Gehalts beim Staat abgeben, und man gilt nicht als rechtsradial, wenn man sich für familiäre Werte einsetzt. Ich denke die Ukraine fährt langfristig besser mit Russland.

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joG 22.01.2014, 22:33
6. Es ist seit einigen Wochen öffentlichen, ...

....dass das Risiko real ist, dass wir eine Situation bekommen wie man sie bekommt, wenn Menschen frei sein wollen und die regierenden Personen das nicht erlauben.

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weltenbummler1 22.01.2014, 22:50
7. Angenommen

Janukowitsch träte zurück, was würde passieren? Die Opposition würde sich zerstreiten und Janukowitsch mit Hilfe Russlands und der Unterstützung durch große Teile der Ostukraine gewinnen. Da hilft jeder Protest Klitschkos nicht. Solange er keine geeinte Opposition hinter sich schart sind die Chancen auf einen Machtwechsel gleich Null.

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phyrgisch 22.01.2014, 22:54
8. Liebe Ukrainer

versucht es mal mit Wahlen.

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carranza 22.01.2014, 22:54
9. Man kann nur das beste hoffen

Zitat von KnoKo
Herr Klitschko hat anscheinend Angst, dass ihm die radikalen Kräfte in der Opposition den Rang ablaufen, wenn er selbst zu moderat auftritt. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass seine Worte auf einmal so gewählt werden, dass sie recht unzweideutig einen Aufruf zum Bürgerkrieg darstellen. Aufklärung darüber, wer die Getöteten auf dem Gewissen hat oder um wen es sich bei den Toten handelt gibt es auch nicht. Aber wirklich wissen will es wohl auch keiner. Viel wichtiger scheint zu sein, sie für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. In einem recht interessanten Licht erscheint übrigens auch der Umstand, dass nur wenige Stunden zuvor von Klitschko geäußert wurde, dass es wohl bald Tote geben werde. Nicht, dass ich da irgendetwas unterstellen möchte. Aber ein wenig seltsam mutet es schon an.
Also allein die Tatsache, dass anlässlich einer Demonstration Scharfschützen postiert werden, lässt doch zumindest erkennen, dass Janukowitsch die Eskalation zum Bürgerkrieg billigend in Kauf genommen hat.
Bereits Tucholsky sagte: "Soldaten sind potenzielle Mörder."
Man kann nur hoffen, dass sich Janukowitsch nicht wie Assad an die Macht klammert, sondern sehr bald einsieht, unerwünscht zu sein.

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