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Blutiger Machtkampf in Nahost: Das irakische Puzzle
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Dschihadisten marschieren auf Bagdad zu, kurdische Einheiten und schiitische Milizen stellen sich entgegen. Iran verspricht der Maliki-Regierung uneingeschränkte Solidarität. Wer verfolgt welche Ziele und Interessen im Irak?

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brasilpe 15.06.2014, 13:23
100. Ein kritisches Auge auf die Muslime in Europa werfen

Zitat von brux
Das grosse Schlachten zwischen Sunniten und Schiiten kündigt sich seit Jahren an. Nun ist es wohl so weit, und die Amerikaner sind sicherlich nicht ursächlich dafür (und auch nicht die früheren Kolonialherren Frankreich und Grossbritannien). Das Töten besorgen die Einheimischen im wesentlichen schon selbst. Das wird die Analogie zum 30-jährigen Krieg, nur eben mit modernen Waffen (die wohl im wesentlichen vom freien Markt, also aus China, kommen). Irgendwann werden wir uns an diesen Krieg aller Kriege unter den Muslimen sogar gewöhnt haben. Wir sollten uns raushalten, unsere erneuerbaren Energien schnellstens entwickeln, und ein kritisches Auge auf den Muslimen in Europa haben.
Ich fürchte, das wird nicht mehr viel nützen. Dazu ist es allem Anschein nach schon zu spät.
Nun ja, immerhin hat es die Mehrheit so gewollt. Die Gründe dafür spielen keine Rolle (mehr).

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alexanderlord 16.06.2014, 16:27
101. Die Rolle Irans völlig fehlgedeutet

"Irans schiitisches Regime zeigt sich fest entschlossen, die sunnitischen Dschihadisten mit allen Mitteln zu bekämpfen."

Solche Formulierungen sind irreführend und
schüren nur den konfessionellen Hass noch weiter:
Statt "sunnitische Dschihadisten" zu schreiben,
könnte man einfach bei dem bleiben, was
die iranische Regierung konstatierte.
Sie sprechen von extremistische Taqfiris, d.h. radikale "Muslime", die andere Muslime der Apostasie bezichtigen. Viel wichtiger aber: "sunnitische Dschihadisten" zu bekämpfen ist viel zu pauschal, da
es sich hier lediglich um salafistische
Dschihadisten handelt, die eine marginale
Zahl unter den Sunniten darstellen
und für die Sunniten somit nicht repräsentativ sind.

Auch ist es nicht das "oberste regionalpolitische Ziel"
der iranischen Führung, dass Assad an der Macht bleibt. Von Anfang an hat die iranische Regierung klar gemacht, dass sie für freie verfassungskonforme Wahlen ist und Wahlen ohne Assad sind eben nicht verfassungskonform. Vor allem aber hat die iranische Führung immer gesagt, dass das Volk in Syrien zu entscheiden habe, nie war die Rede davon, dass Assad um jeden Preis bleiben muss.
Auch Ahmadinejad hatte dies in der Washington Post konstatiert.

Schließlich: Dass Iran darauf spekuliert,
"dass Washington im Gegenzug für eine iranische Unterstützung im Irak zu Zugeständnissen auf anderen Feldern bereit sein könnte"
ist selbst nichts anderes als Spekulation
und ziemlich irreführend, da es aus aus Teheran als Reaktion auf diese Frage lediglich hieß, dass man darüber nachdenke, je nachdem, ob die USA
auch wirklich gegen die Terroristen einschreitet. Reaktion


auf diese Frage lediglich hieß, dass man darüber nachdenke, je nachdem, ob die USA
auch wirklich gegen die Terroristen einschreitet.

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