Forum: Politik
BND-Spionage: Österreich fordert Aufklärung von Deutschland
DPA

Die Staats- und Regierungsspitze in Wien reagiert empört auf die mutmaßlich umfassende Bespitzelung österreichischer Einrichtungen durch den BND. Ausspähung unter befreundeten Staaten sei nicht akzeptabel.

Seite 8 von 8
menton 17.06.2018, 07:35
70. Auch ich will Aufklärung!

Mich interessiert dabei nicht, ob es eine juristische oder moralische Rechtfertigung für die Ausspäherei gab - ich gehe davon aus, dass es die nicht gab! Letztlich gehört es aber wohl zum Berufsbild eines Spions, sich über sowas im Interesse seines Auftraggebers hinwegzusetzen.


Aber: Ich bin mir sicher, dass so eine Überwachung sehr viel Geld kostet, das wir als Steuerzahler bezahlen....

Wer hat das angeordnet und was genau hat man sich davon versprochen. Außer Wirtschaftsspionage (die dann ja wohl die Unternehmen veranlassen und bezahlen müssten) kann ich mir einfach kein sinnvolles Betätigungsfeld für einen Spion in Österreich vorstellen.

Die Rechtfertigung des Kostenaufwandes würde mich wirklich interessieren. Hat sich da vielleicht ein Abteilungsleiter schmieren lassen, damit er steuerfinanzierte Spione zugunsten eines Unternehmens Informationen beschaffen ließ??

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kajoter 17.06.2018, 08:04
71. Wir erinnern uns

Damals agierte ein gewisser Jörg Haider, die Wurzel vieler Übel, z.B der Vater des Erfolgs der FPÖ. Die Bauernfänger, aka Nationalisten, waren noch ein recht seltenes Phänomen, so dass sie im Gegensatz zu heute als wesentlich größere Gefahr empfunden wurden. Und da es auch noch beim südlichen Nachbarn stattfand und dort eine veritable Staatskrise auslösen konnte, ist die Abhöraktion verständlich.
Genauso verständlich, wie z.B. die Schweiz wegen der sogenannten "Steuer-CDs" Spione in Deutschland einsetzten. Und wer weiß, vielleicht spionieren die Franzosen gerade in Bayern und Sachsen, um unsere Verlässlichkeit in der EU besser einschätzen zu können.
Meine Güte, wir haben einen Geheimdienst und derartige Aktionen stehen eben in seiner Arbeitsbeschreibung. Wenn er noch nicht mal bei braunen Schmuddelkindern nachschauen darf, können wir ihn auch gleich auflösn. Das einzig Fragwürdige an der Sache ist nur der Umstand, dass das mit dem Geheimen offensichtlich nicht geklappt hat. Vielleicht wären daher ein paar Nachhilfestunden in Moskau angebracht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carinanavis 17.06.2018, 08:54
72. woher

Zitat von jkbremen
erstens mal sehen, was der BND für eine Gurkentruppe ist, weil erwischen lassen geht gar nicht. Zweitens geschieht es dem Datenschutz-Musterknaben Deutschland ganz recht, wenn nun herauskommt, dass auch der deutsche Geheimdienst befreundete Nationen bespitzelt hat. Drittens sollen sich die Österreicher nicht so anstellen, denn wahrscheinlich spitzeln sie auch und auch Deutschland und falls nicht, dann nur weil ihnen die Ressourcen abgehen.
wissen Sie, dass die Liste echt ist? Die Abhörddaten sind mindestens 12 Jahre alt, zudem wurde die ganze Affäre schon 2015 Grundlage einer Anzeige durch die damalige österreichische Innenministerin Mikl-Leitner.

Das Wiederaufkochen der Affäre dürfte eng mit der aktuellen BVT-Affäre verknüpft sein, in der FPÖ-Innenninister Kickl Daten und Akten zu Rechtsextremisten beschlagnahmen ließ, die beim österreichischen Verfassungsschutz (BVT) gesammelt worden waren. Entweder ist das BND-Bashing ein Ablenkungsmanöver oder zielt darauf, das BVT völlig zu diskreditieren, um eine Neuorganisation unter Führung der FPÖ durchführen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neandiausdemtal 17.06.2018, 09:08
73. Glaube ich nicht

Zitat von nwz86
Vielleicht versucht das deutsche demokratische Regime nur Erkenntnisse zu gewinnen, wie Demokatie funktioniert. Selbst hat man davon ja nicht allzu viel Ahnung. Wir vermuten immer Vorsatz, dabei weiss es die Merkel-Clique vielleicht garnicht besser!
Aber Erkenntnisse in Sachen gehässiger Spießigkeit sind vermutlich gewonnen worden. Immerhin sind Bayern und eben Österreich die Heimat "der Bewegung" gewesen. Und erneut macht man sich dort wieder auf den Weg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neandiausdemtal 17.06.2018, 09:22
74. Ötzi - ein weites Feld

Zitat von taugtma
wie allgemein vor Monaten bekannt gegeben wurde hat die Bundeswehr nicht genügend Winterjacken für die dienenden Soldaten. Folgerichtig wurden nun - siehe SPON Beitrag- vom BND Österreichische Holzfäller / Holzhändler bespitzelt . Dieser Berufszweig ist primär im Winter im Forst aktiv. Also ähnliche Bedingungen wie Sie der Soldat zu erwarten hat. ( bin selbst ehemaliger Kradmelder und nun Freizeit Holzfäller) . Die Geschichte führt uns aber zurück bis zu ÖTZI - der Mann wusste sich in kalter Umgebung trefflich zu kleiden . Aber auch 5000 Jahre später ist der Noriker noch in den Bergen unterwegs - heute als Skifahrer . Also warum unsere Holzhändler abhören - fragen Sie uns einfach . Wir helfen unsern Nachbarn gerne . Mfg PP
Vermutlich ist besagter Ötzi von einem Vorläufer der berittenen bayerischen Gebirgsmarine beim Versuch des illegalen Grenzübertritts gestoppt worden. Er war halt Flüchtling.
Und wenn Söder genau genug suchen läßt, findet sich bestimmt noch ein Kruzifixzeichen auf der tödlichen Pfeilspitze.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansriedl 17.06.2018, 13:00
75. In aller Freundschaft ausgespäht

Österreichs Staatsspitze ist zurecht empört: Freunde spähen einander nicht aus.
Gibst du mir,
geb ich dir Glaubt man Insidern, funktioniert die Sache unter Spionen nämlich – vereinfacht dargestellt – so: Lässt du mir in deinem Land ein wenig Freiraum mich umzuhören und umzuschauen, gebe ich dir dafür Infos, die du sonst nie bekommen hättest, weil du a. ein zu kleines Land bist; b. zu wenige Ressourcen hast, um sie dir selber zu beschaffen; c. nicht in den wichtigen Netzwerken (z.B. Nato) vertreten bist. Quid pro quo, und wir reden nicht mehr darüber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carinanavis 17.06.2018, 15:11
76. zu unrecht empört

Zitat von hansriedl
Österreichs Staatsspitze ist zurecht empört: Freunde spähen einander nicht aus. Gibst du mir, geb ich dir Glaubt man Insidern, funktioniert die Sache unter Spionen nämlich – vereinfacht dargestellt – so: Lässt du mir in deinem Land ein wenig Freiraum mich umzuhören und umzuschauen, gebe ich dir dafür Infos, die du sonst nie bekommen hättest, weil du a. ein zu kleines Land bist; b. zu wenige Ressourcen hast, um sie dir selber zu beschaffen; c. nicht in den wichtigen Netzwerken (z.B. Nato) vertreten bist. Quid pro quo, und wir reden nicht mehr darüber.
denn über die BND-Spionage wusste die österreichische Regierung schon vor 3 Jahren bestens Bescheid. Mit Sicherheit hat der BND Kooperationen mit den den österreichischen Geheimdiensten unterhalten. Interssant dabei ist, dass HNA (Heeresnachichteamt, militärisch Ausland), HAA (Heeresabwehramt, militärisch Inland) und BVT (Bundesamt Verfassungsschutz & Terrorabwehr) gewisse parteipolitische Präferenzen haben: https://www.focus.de/politik/ausland/tid-32425/cia-mossad-bnd-die-geheimdienste-der-welt-oesterreich_aid_1047681.html

Schon 2015 wurde eine wahrscheinliche Zusammenarbeit BVT, CIA und BND bzw. HNA und NSA durch den dubiosen Abgeordneten Peter Pilz and die Öffentlichkeit gebracht: https://futurezone.at/netzpolitik/bnd-schoepft-oesterreichische-telekomdaten-fuer-nsa-ab/130.615.523

Beitrag melden Antworten / Zitieren
g_bec 18.06.2018, 07:48
77. Blick in die Geschichte.

Zitat von Andi P
Richtig. Das ist genau mein Gedanke. Darüber hätte ich gerne mal eine Antwort. Wieso ließ Schröder mit hilfe der Grünen Österreich auspionieren?
Ganz einfach: Zu dieser Zeit gelangten erstmals wieder die Brüder im Geiste eines gewissen anderen Österreichers in die Regierung. Ein gewisses Unwohlsein der damaligen rot-grünen Regierung ist daher doch verständlich. Schließlich haben die Roten und Grünen im Gegensatz zu den Schwarzen und Blauen aus der Geschichte gelernt und schauen lieber genauer hin, mit wem sie sich einlassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 8