Forum: Politik
Bomben auf Aleppo: Russland bestrafen - oder besser nicht?
REUTERS

Mit Bomben gegen Zivilisten: Russland unterstützt den Krieg des syrischen Diktators Assad gegen sein Volk. Nun wird in der EU über neue Sanktionen gegen Moskau diskutiert. Wären sie sinnvoll?

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christian_xx_ 17.10.2016, 18:40
1.

Ich hätte noch ein weiteres Contra-Argument: Die Sanktionen würden den Falschen bestrafen, denn Russland ist auf Bitten von Assad in Syrien. Wie wäre es, die zu bestrafen, die ohne jegliches Einverständnis gerade ein souveränes Land bombardieren?

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Fred Widmer 17.10.2016, 18:51
2. Warum nicht Assad und Rußland unterstützen

Warum nicht Assad und Rußland unterstützen und dem islamistischen Treiben in Ost-Aleppo ein für alle mal ein Ende bereiten?
Ein bißchen Selbstkritik des Westens nach der Unterstützung der Islamisten wäre angebracht. Der Versuch der Islamisten, in Syrien die Macht zu übernehmen, ist gescheitert.

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einfachmensch 17.10.2016, 18:53
3. uns wer verhängt Saktionen gegen die USA?

Es ist doch Augenwischerei, zu glauben, dass nur die "bösen" Russen an den mörderischen Zuständen in Aleppo verantwortlich sind. Klar, Russland wird seinen Posten am Mittelmeer niemals aufgeben - und dafür braucht er Assad. Das ist nicht schön, könnte aber millionen von Zivilisten das Leben retten - UND, ich denke über eine "demokratische" Lösung im gesammten Nahen-Osten brauchen wir nicht diskutieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist doch auch der, dass die USA, aber auch die Türkei, islamistische Terroristen (Al-Nusra, AL-Quaida und sogar den IS (Türkei)) seit Jahren (und noch immer) massiv mit Waffen und Muntition unterstützen. Würden die USA diese Waffenlieferungen endlich einstellen, gingen den "Freiheitkämpfern" (Al-Nusra, etc.) ganz schnell die "Argumente" aus - der Kampf um Aleppo wäre längst entschieden und es müsste, wenigstens dort, keine Menschen mehr sterben!
Also, hört auf auf die bösen Russen zu schimpfen. Der Krieg wäre längst beendet, wenn der Westen mit den Russen kooperieren würde. Es geht hier um Menschenleben und nicht um Politik!

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godfader 17.10.2016, 18:53
4. Assad führt keinen

Das "Volk" Syriens ist dabei nur Opfer in einem Stellvertreterkrieg zwischen den USA (inkl. Saudiarabien) sowie Assads Regime und Russland. Es wäre genauso absurd zu behaupten die Regierung in Bagdad führt krieg gegen das eigene Volk, weil es Mossul angreift und dort mehrere Tausend Zivilisten sterben werden. Der Westen hatten 2012 die Chance Assad mit Hilfe Russlands abdanken zu lassen -- aber die hat man verstreichen lassen weil sich die Geheimdienststrategen der CIA sicher waren, dass Assad sich nur noch wenige Wochen an der Macht halten könne. Warum also Zugeständnisse machen?

Wir sollten weniger auf Assad schimpfen oder mit dem Finger auf Russland zeigen als vielmehr sehen was wir als Westen im Mittleren Osten sicherheitsstrategisch verbockt haben. Leider eine ganze Menge: Irak, Afghanistan, Lybien, Syrien.

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aljoschu 17.10.2016, 18:56
5. Beispielloser journalistischer Niedergang

Schon allein der erste Satz ist voller ideologisch vorgeprägter Annahmen: "Mit Bomben gegen Zivilisten: Russland unterstützt den Krieg des syrischen Diktators Assad gegen sein Volk." - Warum überlässt man nicht dem mündigen Leser die Interpretation der Geschehnisse in Syrien? Warum muss man ihm immer wieder die eigene schräge Meinung ins Haar schmieren?
Denn wäre es nicht bspws. auch eine valide Interpretation, dass Russland die einzigen Truppen in dem geschundenen Land unterhält , die sich legitim dort aufhalten. Und dass wir es sind gemeinsam mit unseren amerikanischen Freunden, die sich im Land Assads völkerrechtswidrig einmischen und unter dem Vorwand, den Terror zu bekämpfen , diesen geradezu heranzüchten.
Der deutsche Journalismus hat derzeit einen vorher seit 70 Jahren nicht mehr gekannten Tiefpunkt erreicht.

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aynodigas 17.10.2016, 18:57
6. Wo ist die EU gelandet?

Es gibt nur zwei Lösungen:
Verhandeln oder Sanktionen.

Das Reden hat bis jetzt nichts gebracht (Es wird weiter gemordet).
Die EU sollte endlich kapieren, dass es mit Despoten die Zivilflugzeugen abschießen, Verträge nicht einhalten (z.B. Budapester Memorandum von 5. Dezember 1994 und Plutonium Management and Disposition Agreement in April 2010) das Reden nichts bringt. Man kann sie nicht vertrauen. Wo ist die EU gelandet? Sie zeigt überhaupt keine Stärke und lässt sich manipulieren. Sei kann doch nicht zulassen, dass nur zwei Despoten den Weltfriede gefährden. Also bleiben nur die Sanktionen übrig. Es könnte trotzdem mehr bringen als Sprechbasen die sofort platzen.

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syracusa 17.10.2016, 18:58
7.

Sanktionen würden am Leid der Opfer von Assads und Putins Kriegsverbrechen sicher nichts nützen. Aber sie würden für Putin die Kosten seiner Politik in die Höhe treiben, und das würde zumindest langfristig in sein Kalkül eingehen.

Für Putin stellt sich im Kern nur eine Frage: wie kann ich dass russische Volk davon abhalten, sich gegen mich so zu erheben, wie es die Syrer machten oder die Ukraine. Putins bisherige Antwort auf diese Frage folgt dem Muster aller Diktatoren: die Konstruktion eines äußeren Feindes, der das Volk im Inneren zusammen hält, und die immer härtere Verfolgung und Ausschaltung jeder Opposition.

Anders als im Kalten Krieg 1.0 bringen Handel und Gespräche hier gar nichts. Ob wir nun Sanktionen verhängen oder nicht, ändert gar nichts daran, dass Putin ALLES, was wir tun oder nicht tun, zum Anlass nimmt, uns als Aggressoren darzustellen, um sein Volk in Angst zu versetzen und von Aufruhr abzuhalten.

Aber: Sanktionen dienen uns der eigenen Selbstvergewisserung. Mit solchen Leuten macht man keine Geschäfte. Allerdings fehlt unserer Politik dazu das notwendige Verantwortungsbewusstsein, denn dann müssten wir mit derselben Begründung auch Sanktionen gegen Saudi Arabien verhängen und auch gegen die Türkei.

Fazit: ich bin für Sanktionen gegen Russland, bei gleichzeitiger Verhängung von Sanktionen gegen die Türkei und Saudi Arabien.

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einfachmensch 17.10.2016, 18:58
8. und wer verhängt Sanktionen gegen die USA?

Es ist doch Augenwischerei, zu glauben, dass nur die "bösen" Russen an den mörderischen Zuständen in Aleppo verantwortlich sind. Klar, Russland wird seinen Posten am Mittelmeer niemals aufgeben - und dafür braucht er Assad. Das ist nicht schön, könnte aber millionen von Zivilisten das Leben retten - UND, ich denke über eine "demokratische" Lösung im gesammten Nahen-Osten brauchen wir nicht diskutieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist doch auch der, dass die USA, aber auch die Türkei, islamistische Terroristen (Al-Nusra, AL-Quaida und sogar den IS (Türkei)) seit Jahren (und noch immer) massiv mit Waffen und Muntition unterstützen. Würden die USA diese Waffenlieferungen endlich einstellen, gingen den "Freiheitkämpfern" (Al-Nusra, etc.) ganz schnell die "Argumente" aus - der Kampf um Aleppo wäre längst entschieden und es müsste, wenigstens dort, keine Menschen mehr sterben!
Also, hört auf auf die bösen Russen zu schimpfen. Der Krieg wäre längst beendet, wenn der Westen mit den Russen kooperieren würde. Es geht hier um Menschenleben und nicht um Politik!

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winki 17.10.2016, 19:00
9. Russland bestrafen - oder besser nicht?

Das ist hier die Frage? Zuvor eine andere Frage. Wer hat bisher die Amerikaner bestraft für Hiroshima, Nakasaki, Vietnam, Afghanistan, Irak, Syrien und und und? Dazu noch die Organisierung von Militärputchs wie z.B. in Chile gegen die demokratisch gewählte Regierung von Alliende. Wenn die Amerikaner dafür vor ein internationales Tribunal bestellt werden, dann könnte man darüber nachdenken. Wenn sie dann auch noch erkären warum sie die Ukraine mit Mdr Dollar in die Situation gebracht haben wie sie jetzt ist, und warum sie die Nato-Osterweiterung trotz gegenteiliger Zusagen ständig voran treiben, dann könnte man darüber nachdenken die Russen irgendwie zu bestrafen, falls die Argumente dafür stichhaltig sind.

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