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Brandbrief in Saarbrücken: Eine Schule in Angst
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Schüler und Eltern bedrohen Lehrer, beschimpfen sie aufs Übelste: An der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken ist Unterricht kaum mehr möglich. Was läuft da schief?

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h3li05exe 15.12.2017, 17:48
30.

Die Lehrer würden den Unterricht ja gerne mit Innovationen weiterentwickeln, aber das ist eben sehr sehr schwer, wenn das Schulsystem auf der einen Seite totgespart wird und auf der anderen Seite durch eine irrsinnig schnell wachsende Zahl staatlicher Vorgaben den Schulen alle Möglichkeit genommen wird, irgendetwas noch individuell zu entscheiden.

Sie sprechen ja die einfallslosen Reaktionen der Lehrer auf Störverhalten ein. Ist Ihnen klar, dass das die einzigen Möglichkeiten sind, die wir noch haben, weil uns so vieles von Juristen verboten wird und wir viele andere Dinge schon aus finanzieller Not heraus nicht machen können? Jede Schule sollte bspw. über ein Trainingsraum-Konzept verfügen, jede Schule sollte Team-Stunden haben, jede Schule sollte auf moderne Medien zurückgreifen. Jede Schule sollte sozialpädagogische Begleitprojekte wie z.B. Coolness-Training oder Anti-Aggressions-Training haben. Aber die Schulen haben weder Personal nach Geld, um diese Dinge umzusetzen.

Das absurdeste und krankeste ist ja, dass in die Gymnasien immer fleißig reingepumpt wird, wo die eh schon, im Vergleich zu den anderen Schulformen, die einfachste Klientel haben. Alle anderen Schulformen leiden darunter! Aber ich möchte den Gymnasien gar nichts wegnehmen, ich möchte nur betonen, wie ungleich die Mittel verteilt werden. Der Staat muss das Bildungsbudget endlich um mindestens 50% anheben. Das wäre eine sinnvolle Investition in die Zukunft!

Andererseits: Gewisse Stellen wollen vielleicht auch gar kein gebildetes Volk.

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mol1969 15.12.2017, 17:50
31.

Zitat von zudummzumzum
Fünf Jahre Studium, um jungen Menschen den Schulstoff der 5. bis 10. Klasse beizubringen? Was machen die eigentlich den ganzen Tag? Die Studenten, die sich so etwas antun, sollten als Lehrer ungeeignet sein und es ist niemand da, der diesen inneren Widerspruch auflöst! Lehrer sind in erster Linie "Führungskräfte". Viel stärker als der Stoff, den sie zu vermitteln haben, sollte ihr Auftritt, ihre Konfliktfähigkeit und ihre Durchsetzungsfähigkeit zählen. Explizit auch im Team mit ihren Kollegen. Eins Studium auf Masterniveau - und dabei noch nicht mal fähig, den Eltern der Kinder ihre Flausen aus dem Kopf zu treiben? Dabei ist es egal, ob die Eltern Migranten, AfD-Bettelprekariat oder "normale Menschen" sind. Lehrer sind keine "Facharbeiter", sondern Beamte des Höheren Dienstes. Ausgestattet mit dem höchsten Bildungslevel, das die europäische Bildungslandschaft kennt. Und was für Pappnasen kommen dabei heraus? "Pädagogen", denen nichts besseres einfällt als Eintrag ins Klassenbuch oder ein Doppelminus in der ominösen eigenen Buchführung. Mir sind die Menschen suspekt, die sich heute noch auf ein Lehramtsstudium einlassen. Diese Plackerei im Studium, um dann auf einem Holzstuhl vor einer Schiefertafel zu sitzen - wie anno 1930? Welcher intelligente Mensch gibt sich so etwas, und wenn ja, aus welcher wirklichen Motivation. Warum lernen die keinen vernünftigen Beruf? Die Lehrpläne veraltet, die Lernmedien antiquiert ... wo ist der verbreitete Protest der Lehrer zu ihrer Arbeitsumgebung? Immer nur mehr Personal zu fordern, ist dabei nur blöde und beweist doch nur, dass man sich auch im 21. Jahrundert immer noch nicht wirklich von einer Technologie jenseits bunter Kreide helfen lassen möchte. Dass solchen Menschen jede Autorität fehlt, und dass die "Kunden" (Eltern und Schüler) das auch spüren, ist logisch und richtig. Und da schließt sich der Kreis. Wer dann aus einer solchen Schule kommt und trotzdem Lehrer werden möchte, ist sicherlich nicht geeignet für diesen Beruf und seine Anforderungen ...
Und wie sieht Ihr Lösungsvorschlag aus? Den erkenne ich in Ihrem Posting nicht.

Das Problem sind - von Ausnahmen mal abgesehen - nicht die Lehrer, sondern die fehlenden Sanktionierungsmöglichkeiten. Wer zu meiner Schulzeit in den 70er/80er-Jahren den Unterricht wiederholt gestört hat, wurde vor die Tür geschickt. Dort machte dann der Schuldirektor regelmäßig seine Runden und mit dem gab es dann erst richtig Streß. Strafarbeiten, Nachsitzen, Hausmeisterunterstützung beim Putzen usw. wurden regelmäßig vergeben. Die Eltern wurden informiert und - unglaublich - diese nahmen nicht ihr armes Kind in Schutz und zogen gegen die Schule vor Gericht, sondern sorgten dafür, dass zu Hause dann nochmal eine Standpauke auf den Störenfried wartete.

Ergebnis waren vergleichsweise wenige Störungen, ich kann mich an keine Chaos-Schulstunden erinnern.

Man hat den Lehrern all diese Sanktionierungsmöglichkeiten genommen. Und die Eltern sind heute nicht mehr die Verbündeten der Lehrer, sondern deren Gegner.

Was sollen die Lehrer dann noch tun?

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frankie2017 15.12.2017, 17:51
32. So ist es halt.

Wir sind ja ein so reiches Land höre ich überall. Leider werden die Schulen nicht mit dem Nötigsten ausgestattet. Zwangsläufig muss es bergab gehen.

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Ökofred 15.12.2017, 17:51
33. Stimmt zwar, aber..

Zitat von fawlty
Gut, dass mit dem Spiegel ein großes Medium diese Sache aufgreift. Ich hatte das vor ein paar Tagen gelesen und befürchtete schon, das Ganze würde im Medienbetrieb unbeachtet bleiben. Ansätze dieser katastrophalen Entwicklung kann man an ganz, ganz vielen Haupt-, Real, Sekundar-, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen erkennen!
Leider hört man nie was von den gegenteiligen Bsp. In Berlin haben beinahe alle Schulen hohe Quoten von Zuwanderungskindern (nicht nur Flüchtlinge, auch eingessene Deutschtürken, Polen und andere EU Ausländer.) An vielen läuft es gut und geräuschlos, auch inzwischen an der berühmten "Rütli Schule", die dann auch besser ausgestattet wurde. Aber davon liest man selten. Ist ja nicht so spannend.

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Ökofred 15.12.2017, 17:53
34. Gehts noch?

Zitat von bs2509
Wie die Opfer von Anschlägen, werden auch Lehrer, Eltern und Schüler, die damit konfrontiert werden, einfach mit platten Sonntagsreden nach Hause geschickt. Und was dabei noch ersichtlich ist, zeigte sich in Berlin, dort arteten die aus, die dieses System missbrauchen.
Jetzt werden Lehrer und Eltern schon mit Anschlagsopfern verglichen. Wir habens weit gebracht!

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fat_bob_ger 15.12.2017, 17:54
35. Ich sehe schon, sie fühlen sich berufen

als Pädagoge hier einzugreifen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie die Schüler nicht schlagen dürfen, wie es vielleicht in manchen arabischen Ländern noch üblich ist, sie sollten bei Disziplinarmaßnahmen eine bestimmte Reihenfolge einhalten und Sie sollten wissen, dass ihre disziplinarischen Maßnahmen von höherer Stelle kassiert werden, wenn sie in irgendeiner Form "unangemessen" oder "rechtswidrig" sein sollten. Auf den Punkt gebracht: Wenn Sie körperlich angegriffen werden, dann dürfen Sie in Notwehr zurückschlagen, ansonsten bitte nur warme Worte....und mit den Eltern sprechen, die ebenfalls ihre Kinder nicht im Griff haben und sich das von den Lehrern erhoffen.

Wahrscheinlich gehören Sie zu dem Personenkreis, dem es "nie einfallen würde fremder Leute Kinder" zu erziehen, die aber gleichzeitig neidisch auf 14 Wochen unterrichtsfreie Zeit schauen und das Gehalt. Ich garantiere Ihnen, Sie wären der Erste, der in derartigen Klassen die Nerven verlieren würde. Erziehung kommt in erster Linie vom Elternhaus. Die Kollegen müssen dann schauen, was sie mit dem pädagogischen Sondermüll veranstalten. Dabei ist es völlig unerheblich, ob das in einem Hightechklassenzimmer oder vor einer Tafel stattfindet. Glauben Sie im Ernst, dass missratene Subjekte sich von Technik oder neuen Unterrichtsmethoden beeindrucken lassen?

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kissi1 15.12.2017, 17:54
36. @zudummzumzum

Ihr Kommentar ist auf so vielen Ebenen falsch, ich kann und will gar nicht näher darauf eingehen. Es reicht mir lediglich, Sie darauf hinzuweisen, dass Sie gerade einen ganzen Berufsstand verunglimpfen. Es ist offensichtlich, dass Sie sich durch völlige Unwissenheit als Gesprächspartner komplett disqualifizieren. Leben Sie damit. Wenn Sie von einer Sache keine Ahnung haben, sparen Sie sich bitte selbst die Lebenszeit dazu Kommentare zu schreiben. Stattdessen können Sie sich ja weiterbilden. Im Bereich Schule zum Beispiel. Da besteht Nachholbedarf.

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peterphamburg 15.12.2017, 17:56
37. Zerrissen

Der Bruch in dieser Gesellschaft laesst sich gut in der Regelschule beobachten.

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Bernd.Brincken 15.12.2017, 17:56
38. Schulpflicht

Die Schulpflicht ist grundsätzlich eine richtige Sache. Aber wenn die jeweiligen Eltern das im Kern nicht unterstützen, muss man sich nicht wundern, wenn ihre Kinder sich querstellen.
Man kann dann aber auch nicht den Eltern ihre Kinder wegnehmen, denn das hat absehbar noch schädlichere Auswirkungen.

Eine simple Lösung wäre doch, die Schulpflicht in solchen Fällen auszusetzen. Nicht einfach auf Antrag, sondern nur nach gründlicher Einzelfallprüfung - aber jedenfalls als Möglichkeit.
Das würde viel Druck aus dem Kessel nehmen, und auf jeden Fall jenen Schülern zugute kommen, die gerne lernen. Soll es ja auch auf Gesamtschulen geben.

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der_weisse_wal 15.12.2017, 17:57
39.

Das wage ich zu bezweifeln.
Auch die Lehrer sind Opfer des Systems. Durch den "Schule-ist-Dienstleistungs-Gedanken" der Politik haben Lehrer jede Authorität verloren und sind zu Unterhaltern für die Schüler degradiert. Eltern und Schüler sind keine "Kunden". Es besteht Schulpflicht. In Zeiten des Wehrdienstes waren Gefreite und Zivis auch keine "Kunden" der Bundewehr und Co.
Lehrer sind auch keine "Führungskräfte". Respekt, Sozialisation und Disziplin sollten Kinder im einen Zuhause lernen. Die Schule ist nicht dazu da, aus Tieren Menschen zu machen.
Übrigens sind nicht alle Lehrer Beamte. Viele sind nur Angestellte, weil sie die Vorraussetzungen nicht erfüllen. Über die Verbeamtung entscheidet das Bundesland.
Die benotung erfolgt über einen Notenschlüssel und muss nachvollziehbar sein. Für den Fall eines Noteneinspruchs - meist erfolgreich, da Eltern ja "Kunden" sind. Und sie haben bekanntlich immer Recht. Nix ominöses. Nur Prozentrechnung.
Die Lehrpläne sind ohne Zweifel veraltet. Und es gibt auch immer wieder Proteste und Appelle der Lehrerschaft. Aber streikende Lehrer sind eben noch unpopulärer, weil die lieben Eltern dann die Kinder am Hals haben. Dann würden Sie jetzt über faule, streikende Lehrer schimpfen. Die Lehrpläne kommen von der Politik.
Wenn Sie so viel Ahnung haben, warum sind Sie dann eigentlich nicht Lehrer geworden und starten Schulreformen im Alleingang? Oder soll das Lehrerbashing über Ihr eigenes Schulversagen hinwegtäuschen - an dem natürlich die Lehrer Schuld tragen.
Sehr suspekt Ihr Beitrag...

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