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Brasiliens Ex-Präsident Lula: Ein Mann, sie zu spalten
REUTERS

Brasiliens Ex-Präsident Lula soll wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt werden. Für viele Bürger ist er ein Held, trotzdem. Eine schwierige Situation für die Regierung - der sie mit einem Trick zu entkommen sucht.

pishtakko 10.03.2016, 21:20
1. la comision de la verdad ...

verdad heisst "warheit"... das gab es sicher auch nicht bei der treuhand

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ththt 10.03.2016, 21:27
2. Artikelverweis

Ob es Sinn ergibt, auf brasilianische Artikel in Portugiesisch zu verweisen? Nicht viele hier dürften der Sprache mächtig sein.

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tô-yirri 10.03.2016, 22:24
3. Hopplas, Sra. Graça Peters

Ich weiss nicht, woher Sie berichten, halte aber Ihren Artikel fuer ziemlich oberflaechlich, selbst wenn man davon ausgeht, dass Brasilien aus "deutscher Sicht" nur eine verhaeltnismaessig geringe Rolle im Interessenspektrum spielt. So hat beispielsweise der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo schon vor einigen Tagen verfuegt, dass die fuer den 13. 03 geplante Gegendemonstration von (v.a. organisierten - CUT, MST) Anhaengern der Partido dos Trabalhadores (PT) wegen der hohen Wahrscheinlichkeit von gewaltsamen Auseinandersetzungen nicht stattfinden duerfe. CUT, MST etc. haben auch inzwischen ihre Demostration abgesagt.

Lula ein Held? Dann sollten Sie sich einmal auf der Strasse bei den sog. kleinen Leuten kundig machen! Soweit diese naemlich nicht von den waehrend der Regierungszeit dieses Praesidenten ausufernden Transferleistungen profitiert haben, muessen sie heute in Zeiten einer abkuehlenden Weltkonjunktur die "Suppe" ausloeffeln, die ihnen der von Ihnen so apstrophierte Held eingebrockt hat. Von den mittlerweile ziemlich miesen Tricks dieses Helden, die Justiz auf Deibel komm raus auszuhebeln, wollen wir hier gar nicht reden, das wuerde den Rahmen eines Kommentars sprengen.

Saudações do São Paulo por um estrangeiro (uma "ovelha negra"), vivendo nesse pais desde oito anos com olhos abertos!

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Deutsch-Brasilianer 10.03.2016, 22:48
4. In dem Artikel fehlt ein wichtiger Aspekt

Die Stimmung ist deshalb so aufgeheizt weil Lula wie ein Verbrecher, begleitet von einer ganzen Battalion von Polizisten , abgeführt wurde ohne eine Vorladung für die Vernehmung bekommen zu haben. Lula erklärte immer dass er jederzeit zu einer Aussage zum Petropbrasskandal zur Verfügung stehe. Die Aktion war rechtlich zweifelhaft, es sollte wohl ein drastisches visuelles Bild von Lula als Kriminellen geschaffen werden, da alle Versuche der Opposition, sein Image zu beflecken, scheiterten. Das ganze kommt einer öffentlichen Vorverurteilung gleich, obwohl die Staatsanwaltschaft versicherte, dass es nur Hinweise, aber keine konkrete Beweise für die Anschuldigungen gibt. In der Anweisung Moros hieß es ebenfalls, dass Lula nur um Falle einer Weigerung abgeführt werden solle. Jetzt redet er sich damit heraus, dass die Polizisten zu seinem Schutze abgestellt wurden, wegen möglicher gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Lula-Gegnern und Befürwortern.

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bertholdalfredrosswag 10.03.2016, 22:55
5. Meine Meinung zum Thema

Vom hören sagen,- ich lebe in Paraguay an der Grenze zu Brasilien - hatte man von Lula nur positives während seiner Amtszeit zu hören bekommen. Wenn die Anschuldigungen bewiesen werden können tut Lula mir leid. Ich hätte gerne meine gute Meinung von ihm behalten. Sollte ihm also bewiesen werden wessen man ihn verdächtigt, ist jedenfalls auch das in Ordnung und ein Zeichen für einen politischen Wandel. Denn vor Lulas Regierungszeit war die Korruption unmäßig und vergrößerte das Ausmaß der Slums in den Städten. Die Landbevölkerung blieb ohnehin unbeachtet und zwang sie zur Flucht in die Metropolen wo man eventuell Arbeit in der Dienstleistung finden oder von den Abfällen der Geschäfte zu überleben vermochte, oder eben auch mit Drogen und Diebstahl und dergleichen. Vielerorts verhielt sich die Polizei untätig weil es zu gefährlich war und auch weil die Justitz von Korruption durchsetzt war. Wer schmieren konnte kam bald wieder frei, wer nicht schmieren konnte mußte vielfach ohne Prozess in den überfüllten Gefängnissen schmoren. Unter Lula hat sich einiges geändert und er sorgte sich mehr als seine Vorgänger um die Verarmung der Unterschicht.

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ls-rio 10.03.2016, 23:04
6. Ich lebe in Rio und kenne keinen mehr

der inzwischen nicht erkannt hat, dass Lula und Co Verbrecher sind. Das schliesst die kleinen Leute auf der Strasse ein, sogar die, die Transferleistungen beziehen, von denen sie wissen, dass sie wohl nicht mehr lange bezahlbar sind. Neulich explodierte ein Taxifahrer bei der Erwaehnung des Namens Lula und sagte, er wuerde gerne ins Gefaengnis gehen, wenn ihm Lula vor den Wagen laufen wuerde und er ihn mit Vergnuegen ueberfahren koennte. Das ist die Stimmung im Lande, durch die Bank.
Lediglich der Glaube der meisten Brasilianer, dass Lula sich mit Hilfe des Systems der Strafverfolgung entziehen kann, gepaart mit der landesueblichen fatalistischen Einstellung laesst die Leute in Ruhe verharren. Man koenne ja eh nix machen...
Lula selber spielt inzwischen ein boeses Spiel mit den meist ignoranten, weil komplett ungebildeten und uninformiwrten, Waehlern und wiegelt frei jeglicher sachlicher Information nur noch zum Aufstand auf.
Die Maske irgendwelcher Seriositaet, auf die ja unglaublicherweise Politiker und Journalisten in Europa und der Welt jahrelang auf das laecherlichste freiwillig reingefallen sind, ist komplett gefallen und uebrig geblieben ist nur noch ein ruecksichtsloser, ungebildeter Semianalphabet der mal Praesident gespielt hat.

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elecherc 11.03.2016, 00:28
7. Das Problem sind weder Dilma noch Lula

Das Problem ist, dass der Bestechungsskandal mit dem Erdölkonzern Petrobras nicht nur die Machenschaften der Arbeiterpartei (PT) aufdeckt, sondern auch zeigt, dass es neben Korrupteuren auch Korrumpierte gibt, also alle die, die gerne die Hände aufhielten. Und da kommen viele aus der politischen und unternehmerischen „Elite“ (= traditionelle Oberschicht). Ich betrachte deshalb das Vorgehen der brasilianischen Justiz als Vorbereitung eines Staatsstreichs von oben, mit dem verhindert werden soll, dass durch die Popularität Lulas, die Arbeiterpartei weitere 4 - 8 Jahre an der Regierung bleibt.
Fakt ist, dass in Brasilien 17 Parteien im Parlament vertreten sind und die gewählten Abgeordneten im Senat und im Parlament (câmara) sich in erster Linie als Vertreter ihrer lokalen Machtclique, ihrer Region und ihrer Partei (in dieser Reihenfolge) betrachten und nie das Wohl des Gesamtstaates im Auge haben. Die Arbeiterpartei hatte trotz der Wahlerfolge ihrer Spitzenkandidaten Lula und Dilma bei den Präsidentschaftswahlen immer nur eine Minderheit in den Parlamenten (< 30%). Aktuell benötigt Dilma 9 Koalitionspartner. Ihr Hauptkoalitionspartner, die PMDB, die noch als pro-forma Opposition aus den Zeiten der Militärdiktatur stammt, verstand sich immer nur als Vertreter von Partikularinteressen. Bezeichnend ist, dass der Parlamentspräsident (also nicht etwa nur ein einfacher Abgeordneter) Eduardo Cunha von der PMDB Gelder, deren Herkunft nicht geklärt ist, auf Konten in der Schweiz gebunkert hat. Der ehemalige Staatspräsident Fernando Collor, der 1992 durch ein Impeachment wegen erwiesener Korruption abgesetzt wurde, ist jetzt wieder Senator seines Bundesstaates Alagos, den er praktisch mit seiner Familie beherrscht. Auch er steht unter dem dringenden Verdacht, aus dem Petrobras-Skandal Schmiergelder empfangen zu haben, letztes Jahr konnte man im TV sehen, dass er in seiner riesigen Villa in Brasilia eine ganze Flotte von superteuren Luxusautos, mit Renommiermarken aus aller Welt, unterhielt. Nur ist in solchen Fällen, - das sind nur zwei Beispiele von vielen - die brasilianische Justiz sehr langsam.
Die Wirtschaftskrise in Brasilien ist sicher auch eine Folge von fehlerhaften Entscheidungen der jetzigen Präsidentin, aber die weltwirtschaftliche Lage mit sinkenden Rohstoffpreisen und sinkender Rohstoff-Nachfrage betrifft auch viele andere Länder in der Welt. Dilma, Lula und die PT sind nicht an allem schuld. Übrigens ist die PMDB seit dem Ende der Militärdiktatur 1986 bisher in jedem Kabinett vertreten gewesen. - siehe auch: http://www.economist.com/news/americas/21659731-junior-partner-government-running-country-power-behind-throne (Saudações de um Alemão que conhece Brasil há 30 anos)

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TBF 11.03.2016, 01:29
8.

Dass die PT in europäischem Maßstab korrupt ist, ist denke ich allen klar gewesen. Das Problem ist, dass die Alternativen in großem Maße selbst für brasilianische Verhältnisse korrupt sind. Grund dafür ist, dass die PT die einzige Partei ist, die als Partei korrupt sein kann, weil sie als einzige über europäische parteistrukturen und instrumente verfügt. Die anderen Parteien sind leider zum großen Teil simple Wahlvereine und Sammelbecken für Einzelpolitiker, die wiederum in hohem Maße korrupt sind und von ihren Parteien nicht belangt werden können.
Die Parteienlandschaft in Brasilien ist wie man sieht eine einzige Katastrophe.

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ratonraton 11.03.2016, 02:01
9. Brasil sil sil sil...

Lula corre o risco de ser preso por um apartamento e um sítio que não é dele, e o Cunha, cheio de provas de corrupção e contas espúrias, lindo, leve e solto. Um brinde à sociedade midiática global. Lamentável.

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