Forum: Politik
Brauchen wir den elektronischen Entgeltnachweis?

"Elena" - kurz für elektronischer Entgeltnachweis - wurde am Freitag in Deutschland gestartet. Eigentlich sollte "Elena" beim Bürokratieabbau helfen: Bei dem Mega-Projekt werden Millionen von Angestellten-Daten erfasst. Dazu sollten allerdings auch Informationen über Abmahnungen oder Streikverhalten gehören. Doch Gewerkschafter und Datenschützer liefen Sturm - jetzt will die Regierung nachbessern. Was denken Sie - ist solch eine zentrale elektronische Erfassung notwendig?

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atzlan 01.01.2010, 16:44
1.

Zitat von sysop
"Elena" - kurz für elektronischer Entgeltnachweis - wurde am Freitag in Deutschland gestartet. Eigentlich sollte "Elena" beim Bürokratieabbau helfen: Bei dem Mega-Projekt werden Millionen von Angestellten-Daten erfasst. Dazu sollten allerdings auch Informationen über Abmahnungen oder Streikverhalten gehören. Doch Gewerkschafter und Datenschützer liefen Sturm - jetzt will die Regierung nachbessern. Was denken Sie - ist solch eine zentrale elektronische Erfassung notwendig?
Notwendig wohl nur aus Sicht von Personalabteilungen mit den entsprechenden Beziehungen, ist die zentrale Erfassung von Fehlzeiten, Abmahnungen u.ä. zum Zweck des Bürokratieabbaus unangemessen, unverhältnismäßig und verfassungswidrig.

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Beutz 01.01.2010, 17:43
2.

Zitat von sysop
"Elena" - kurz für elektronischer Entgeltnachweis - wurde am Freitag in Deutschland gestartet. Eigentlich sollte "Elena" beim Bürokratieabbau helfen: Bei dem Mega-Projekt werden Millionen von Angestellten-Daten erfasst. Dazu sollten allerdings auch Informationen über Abmahnungen oder Streikverhalten gehören. Doch Gewerkschafter und Datenschützer liefen Sturm - jetzt will die Regierung nachbessern. Was denken Sie - ist solch eine zentrale elektronische Erfassung notwendig?
Nein, eher:
Wir brauchen einen elektronischen Fähigkeitsnachweis für Politiker.

Liebe Grüße.

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Hilfskraft 01.01.2010, 17:45
3. Regierung will "Elena" entschärfen

wenn ich lese, was mit uns geplant war, fällt mir nur noch

S T A S I
dazu ein.
Hat das was mit Frau Merkels Herkunft zu tun?
Man könnte es fast meinen.
H.

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bnz 01.01.2010, 17:58
4.

was übrigens an so einer stelle noch nie diskutiert wurde ist die namensgebung selbst von solchen verfahren oder institutionen von staat oder industrie an sich. ein bekannter von mir wollte seine neugeborene elena nennen. nachdem er mitbekommen hat, was sich zukünftig hinter diesem namen verstanden werden sollte, hat er (und die mutter) von der namenswahl wieder abstand genommen - aus sorge, dass der name in zukunft negativ besetzt sein könnte.

das hört sich zwar ziemlich irrelevant und vielleicht übetrieben an, wirft für mich aber trotzdem die frage auf inwieweit namen, die für die namensgebung von lebewesen benutzt werden, für die namensgebung von "nicht-lebewesen" herhalten dürfen. ich finde das insgesamt nicht unkritisch. extrembeispiel: stellt euch mal vor die "stasi" hätte den namen "peter" getragen, weil man dafür ein tolles akronym gefunden hätte. damit wäre der name für ewig gebrandmarkt. wie sich die sache auf bereits existierende elenas auswirken wird ist ja auch noch vollkommen offen.

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Wako 01.01.2010, 17:59
5. Der gläserne Einkommensbezieher

Die Sparer und Geldanleger sind schon seit Jahren "gläsern", ihre Konten und Depots und Schließfächer sind sowohl von den Finanzämtern als auch von den Sozialbehörden feststellbar und auch einsehbar. Warum soll das nicht auch für die Einkommensbezieher gelten, die sich soziale Wohltaten zu Lasten der Gemeinschafterschleichen, wenn z. B. das Einkommen der doppelverdienenden Ehefrau verschwiegen wird ...

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fintenklecks 01.01.2010, 18:00
6. Bis bald

Zitat von uhu456
Jedes Tier im Zoo und jeder Hund, der ins Ausland mitgenommen werden soll, hat ein Chip-Implantat, das einfach per Spritze unter die Haut gejagt wird. Warum nicht bei allen Bundesbürgern, könnte man gleich Babies nach der Geburt implementieren. Das würde erst die richtige Überwachung selbst im Vorbeigehen erlauben. Arbeitgeber könnten bereits am Toreingang aus der nicht aufrechten Haltung auf mangelnde Arbeitsfähigkeit schließen (hat wohl gesumpft in der letzten Nacht) und ihre Bezahlung angleichen. Man könnte das als besonders vorteilhaft beim bargeldlosen Zahlungsverkehr oder bei der Maut verkaufen. Vielleicht mit einer kleinen fernsteuerbaren Giftkapsel, die probeweise einmal im Jahr bei Langzeitarbeitslosen und Rentnern über 67 getestet wird.
Das kommt erst, wenn alle Daten erhoben und gebündelt werden können. Sonst muss man die Chips ja immer wieder neu programmieren.

Warum eigentlich Chips. Bald haben wir die Technik zum Auslesen der Gehirne. Wir brauchen lediglich die Installation der entsprechenden Router.
In der Medizin klappt es doch schon mit der Auslesetechnik. Was wir bräuchten, wäre nur die Gendatenbank.

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anmich 01.01.2010, 18:00
7.

Da wird seit Jahren schon an dem Fragebogen gearbeitet, aber erst zum Start wird die Diskussion um diese Datensammelwut begonnen. Leider wird es jetzt schon zu spät sein, da noch viel zu ändern.
Die Einzigen, die es freut, sind die Verwaltungsmitarbeiter in allen Unternehmen und Behörden, die mit der Sammlung, dem Ausfüllen der Fragebögen, dem Erfassen und Auswerten der Daten zu tun haben. "So ein Vorhaben bringt und sichert viele Arbeitsplätze."
Ist man als Angestellter eigentlich berechtigt, eine detaillierte Auskunft über die dort gespeicherten Daten zu erhalten und kostet die was? Und hat man die Möglichkeit Änderungen an den dort lagernden Daten zu verlangen?

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oberallgaeuer 01.01.2010, 18:05
8. Elektronischer entgeltnachweis

Ich war mal so naiv und dachte, dass Orwells 1984 eine Fiktion sei. Aber wir werden von der Wirklichkeit überholt. Neusprech gibt es auch schon: Endlager = Entsorgungspark, Nacktscanner = Körperscanner, Reiche = Leistungsträger, Zuwendung an Leistungsträger = Wachstumsbeschleunigungsgesetz, Überwachung = Elena.

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pro bono 01.01.2010, 18:06
9. Notwendig?

Zitat von sysop
"Elena" - kurz für elektronischer Entgeltnachweis - wurde am Freitag in Deutschland gestartet. Eigentlich sollte "Elena" beim Bürokratieabbau helfen: Bei dem Mega-Projekt werden Millionen von Angestellten-Daten erfasst. Dazu sollten allerdings auch Informationen über Abmahnungen oder Streikverhalten gehören. Doch Gewerkschafter und Datenschützer liefen Sturm - jetzt will die Regierung nachbessern. Was denken Sie - ist solch eine zentrale elektronische Erfassung notwendig?
Wohl eher nicht, denn wo bleiben die Freiberufler und Selbständigen? Schließlich sind das nicht nur Juristen, Ärzte oder gut verdienende Schriftsteller, die auf Wohngeld oder Hartz IV nicht angewiesen sind.

Und was haben Angaben zu Krankheit, Abmahnung, Streikbereitschaft oder Kündigungsgründen mit einer "unbürokratischen Bearbeitung" von z.B. Wohngeld zu tun? Genau, gar nichts.

Hier geht es wieder einmal um den Versuch des Staates, möglichst viele Informationen über seine Bürger zusammenzutragen.

Ich gehöre noch zu denen, die bereits in den 80ern bei der sogenannten Volkszählung sofort an Big Brother dachten und gegen das Vorhaben waren. Auch wenn dies in Zeiten von Facebook & Co. nach Ansicht vieler völlig obsolet sein mag: Bei mir schrillen sofort sämtliche Alarmglocken, wenn ich lese, was mit "Elena" auf uns zu kommt (kommen könnte).

Was bleibt, ist die Hoffnung, daß das BVG dem ganzen enge Grenzen setzt.

pro bono

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