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Braucht die SPD eine gründliche Erneuerung?

Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?

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crocodile dentist 28.09.2009, 13:09
1.

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Gegenfrage: brauchen wir einen weiteren Fred zur SPD?

Ansonsten kann man nur sagen: ja, die SPD hat eine tiefgreifende Erneuerung mehr als nötig. Da so etwas immer auch an Gesichtern festgemacht wird, geht es auch nicht ohne Personalaustausch an den Führungspositionen.
Die SPD muß wieder die Partei der kleinen Leute werden, sie hat linke Positionen viel zu leichtfertig aufgegeben und damit die Linkspartei erst stark gemacht. Statt dessen versuchte man, die Mitte zu besetzen, die Domäne der CDU, der ehemaligen Zentrumspartei! Der Schuss ging nach hinten los. Wird aber Zeit, dass der Schuss jetzt überhaupt erst mal gehört wird.
Allerdings fehlt am linken Flügel ein echter Sympathieträger, Frau Nahles jedenfalls ist es nicht.

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Emil Peisker 28.09.2009, 13:09
2. Bildungspolitik, die wichtigste Zukunftssicherung

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Bildungspolitik, die wichtigste Zukunftssicherung, muss allererste Priorität haben, sonst werden durch die verkorkste Schulpolitik die Arbeitslosen der Zukunft am Fließband produziert.

Keine Sparmaßnahmen mehr, wenn es um schulische oder universitäre Notwendigkeiten geht!

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kleinrentner 28.09.2009, 13:13
3. Die SPD ist nicht verloren

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Sie braucht in allererster Linie glaubhafte Politiker.

Steinmeier karrierebewust mit dem Politcharme eines Bahnhofvorstehers sollte lieber abdanken.
Steinbrück leider nur grosse Klappe - nichts dahinter - kann mit Asmussen in jeder Saitire-Produktion mitwirken.
Müntefering - abgehalfteter Macho

Und natürlich braucht die SPD eine politische Neuausrichtung.
Wenn die SPD ihre Kriegspolitik in Afghanistan beendet und von ihrer Politik der Schuldenmacherei wegkommt (Opel, HRE,Abwrackprämie) dann ist mit ihr wieder zu rechnen.

Die CDU sollte sich daher der FDP nicht zu sicher sein.
Die FDP hat sich als Prinzipientreu erwiesen.

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Izmir.Übül 28.09.2009, 13:13
4.

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Am Anfang müsste eine selbstkritische Analyse der tatsächlichen Ursachen des Niedergangs, der mit dem aktuellen Wahldebakel ja nur einen vorläufigen Tiefpunkt gefunden hat, stehen. Aber solange man sich selbst vormacht, dass es nur nicht gelungen sei, die eigene tolle Politik in der Öffentlichkeit transparent zu kommunizieren, wird es weiter bergab gehen bis zur endgültigen Implosion.

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Michael Giertz 28.09.2009, 13:14
5.

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
10-Punkte-Plan:
- Schröder-Garde RAUS. Also Münte, Steinmeier, Nahles, Wiefelspütz und wie sie alle heißen: da ist die Tür, Parteibuch bitte abgeben.

- Entschuldigungsschreiben an die Bevölkerung: für Agenda 2010, für Hartz-Gesetze, für 4 Jahre Rumkasperei mit Angela und für Abbau des Rechtsstaates. Jeder Neuanfang beginnt mit einer Abrechnung des Alten.

- Fehler EINSEHEN. Kann im Zuge des Entschuldigungsschreibens kommen. Wenn Fehler EINGESEHEN werden können auch personelle Konsequenzen erfolgen. Außedem ist dann klar, in welche Richtung es gehen soll, wenn man erstmal die Ursachen für die Krise kennt.

- Platzeck an die Spitze. Der Mann ist sympatisch, Landesfürst und dazu auch noch unverbraucht: er wusste, warum er hinwarf als die SPD noch am Mitregieren war.

- Opposition im Bundestag. Das heißt: gute Gesetze zulassen, schlechte, zweifelhafte Gesetze ablehnen. Insbesondere was aus dem Büro Schäuble kommt ist gesondert zu prüfen.

- Ein eigenes Profil finden. Nach 11 Jahren Regierung hat sich die SPD so stark abgenutzt, dass keiner mehr weiß, wofür sie eigentlich steht. Das Steigbügelhaltertum in der GroKo hat jedenfalls nicht geholfen, diesen Eindruck abzuschwächen.

- SPD-Basis zu Wort kommen lassen. Wenn der Kopf nach rechts, der Körper aber nach links will, ist da schon ein Riss drin. Wenn also wirklich eine Erneuerung stattfinden soll, muss der Rechtsdrall aus dem Kopf, die Basis hat die bessere Einstellung.

- Annäherung an die Linkspartei. Entweder die SPD akzeptiert diese Partei und tritt mit ihr gemeinsam auf, oder sie wird sich irgendwann überholt sehen. Ein Anfang wäre hier schon gemacht, wenn das Tabu Rot-Rot überall fallen würde UND die SPD den rechten Flügel abstößt.

- UNBEQUEM sein. Eine Opposition, die alles abnickt, braucht kein Mensch. Es müssen Fragen gestellt werden, Peditionen unterstützt, gegebenenfalls selbst initiert werden. Demonstrationen veranstalten, wieder zu den Wurzeln der Demokratie finden. Es wird schwer für die SPD, das Vertrauen der Menschen wiederzufinden, aber es ist nicht unmöglich. Nur mit der alten Schröder'schen Garde wird es nichts.

- Last but not least: Klüngeltum ablegen. Die SPD sollte eine Interessenvertretung der normalen, arbeitenden Bevölkerung sein und nicht der Unternehmer und Elite. Zwar werden viele alte Verbindungen gekappt, geht die Schröder'sche Truppe in Rente, aber die haben genauso ihren Nachwuchs wie der linke Flügel. Erst ohne Klüngel wird die SPD wieder vertrauenswürdig.

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Tarja13 28.09.2009, 13:16
6.

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Erstens hätte die SPD schon lange eine inhaltliche Erneuerung gebraucht und zweitens braucht sie spätestens seit diesem Sonntag auch eine personelle, denn gewählt wird nur, wer seine Inhalte auch glaubwürdig präsentieren und repräsentieren kann. Steinmeier hingegen gab sich eher als Schröderimitat denn als unabhängiger Kandidat. Das desolate Ergebnis war die Quittung. Man muss ihm zwar zugute halten, dass es angesichts der vorherigen Großen Koalition zwar zu erwarten war, dass beide Volksparteien Einbußen hinnehmen müssen. Warum aber die SPD diese fast allein zu tragen hat, ist aber nur damit zu erklären, dass sie zwei Dinge nicht geschafft hat, die doch beide eigentlich kein Problem hätten darstellen dürfen:

1. Warum konnte die SPD nicht nachdrücklich erklären, warum gerade die wirtschaftsliberale Politik der FDP diejenige Politik ist, die Finanz- und Wirtschaftskrisen wie die aktuelle besonders wahrscheinlich macht. Die FDP hatte außer nebulösen Versprechungen eigentlich nichts zu bieten und wirkte auch nicht besonders glaubwürdig. Ergo hätte die SPD nur glaubhaft vermitteln müssen, dass sie Exzessen a la Hypo-Real-Estate, die gerade unseren Staatshaushalt ruinieren, einen Riegel vorschieben würde, sollte sie das Mandat dazu erhalten.

2. Die Union hatte kein ernst zu nehmendes Programm präsentiert, sondern ist - wie es die Art ihrer Vorsitzenden ist - inhaltlich sehr vage geblieben. Für eine Partei, die weiß, was sie will, wäre das eine Steilvorlage. Für die SPD nicht. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wieso sie der Union auf dem Weg der halbherzigen, in endloser Beliebigkeit versinkenden Sprechblasen, die doch ohnehin kein Mensch mehr glauben kann, gefolgt ist. Steinmeier hätte doch klar sein müssen, dass wenn beide Volksparteien inhaltlich gleich beliebig und unglaubwürdig sind, am Ende die größere persönliche Beliebtheit beim Wähler den Ausschlag gibt. Und dass Merkel - warum auch immer - diese besitzt, war Jahre vor der Wahl bekannt.

Ich denke, die SPD hätte einfach ein paar inhaltliche Kehrtwendungen weniger machen sollen. Erst für Hartz 4, dann wieder nicht, erst für die Verkürzung des Alo-Geldes, dann wieder für eine Verlängerung, erst für soziale Gerechtigkeit, aber dann bei jeder Gelegenheit für eine Senkung des AG-Sozialversicherungsbeitrages - kein Wunder, wenn der Wähler dieser Partei überhaupt nichts mehr glaubt. Er weißt schlicht und einfach nicht, woran er mit ihr ist - und was der Wähler nicht kennt, wählt er nicht.

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Pinarello 28.09.2009, 13:19
7.

Zitat von sysop
Ein deströses Wahlergebnis, Ratlosigkeit und viele Fragen: Wie gründlich muss sich die SPD nach der verlorenen Bundestagswahl erneuern? Weclhe Aufgaben stehen an, wie sollen sie gelöst werden?
Einfach genial und hoffentlich bald zutreffend bringt es die Conrad-Werbung auf der SPON-Hauptseite auf den Punkt, nur sollte statt des Fliegers gleich die "sauerländische Nudel" durch die Luft fliegen.

Gratulation an Conrad, besser geht es nicht und die - verbliebenen - SPD-Apparatschiks sollten sich daran ein Beispiel nehmen und die Schröder- undClementclique gnadenlos aus der Partei jagen, sonst wird bald die restliche SPD von den Linken eingesammelt werden.

Oder wie es Georg Schramm in der Anstalt so treffend ausdrückte: !Wir haben jetzt schon im Ortsverband einen Arbeitskreis Sozialdemokrten in der SPD gegründet, wir sind schon drei Mitglieder"!

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seiwol 28.09.2009, 13:28
8.

Zitat von Michael Giertz
10-Punkte-Plan:
Ihr 10-Punkte-Plan würde wahrscheinlich den gewünschten Erfolg bringen. Ich hoffe schwer, dass keiner der Punkte umgesetzt wird.

Ich will Rache, ich will die SPD untergehen sehen.

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derweise 28.09.2009, 13:31
9. 150 Jahre SPD

150 Jahre SPD - es reicht schon lang!

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