Forum: Politik
Brexit-Ärger: London provoziert, Brüssel keilt zurück
AFP

Eigentlich gab es bei den Brexit-Verhandlungen eine erste Einigung, doch plötzlich stellen die Briten die Beschlüsse infrage. EU-Politiker verlieren langsam die Geduld.

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Newspeak 13.12.2017, 01:51
40. ...

Man sollte dieses Theater von Seiten der EU abbrechen. Harter Brexit und keine weiteren Abkommen. Die Briten wollten raus, also sollen sie das tun, anstatt mit der bizarr unrealistischen Rosinenpickerei weiterzumachen. Es scheint so zu sein, als ob man sich selbst noch fuer eine Kolonialmacht haelt und die EU fuer sowas wie eine Kolonie, der man nach Lust und Laune etwas diktieren kann. Das war vielleicht sogar VOR dem Brexit Referendum so. Aber nun, selbstgewaehlt, nicht mehr. Die Briten muessen offenbar erst durch das tiefe Tal der Traenen gehen, um etwas von ihrer unsagbaren Arroganz und ihrem eingebildeten Snobismus zu verlieren.

Die EU jedenfalls braucht Grossbrittanien nicht. Wie es sich andersherum verhaelt, wird sich zeigen.

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ph.latundan 13.12.2017, 01:55
41.

Zitat von erwin777sti
Ein Imperium, das jahrhunderte lang als Kolonialmacht die Welt beherrschte, lässt sich doch nicht so einfach ins Bockshorn jagen. Mit Verstand, Arglist und krimineller Energie haben die Briten ihre "Verhandlungspartner" bearbeitet, und auch nicht davor halt gemacht, ihnen ihre Sprache zu nehmen (Keltisch in Irland und Wales, in den Kolonien, und wer weiss wo noch auf der Welt). Für mich gibt es nicht den geringsten Anlass, Grossbritanien faire Verhandlungen zu unterstellen; Grossbritanien wird Europa auch freiwillig nichts schenken. Europa muss für sich selbst das Resultat der Verhandlungen definieren, und dieses selbst in die Schlussdokumente einbringen. Erwin Stieger, Moskau
Mit Verstand, Arglist und krimineller Energie haben die Briten ihre "Verhandlungspartner" bearbeitet

sie haben sehr recht .................
ich kann mir mittlerweile auch vorstellen das der ganze zirkus teil eines 'geplanten' perfiden spiels ist um letztendlich doch das zu bekommen was man will. einen freihandelsvertrag ohne jede verpflichtung. nun, das vertrauen der menschen (jedenfalls die, die ich kenne) in die eu-verhandler ist nicht besonders gross. nur wenn die briten das bekommen was sie wollen, dann ist das das ende der eu wie sie heute excistiert. so gesehen sollte man den briten erfolg wuenschen.

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nite_fly 13.12.2017, 02:06
42. Wollen die nun aus der EU austreten, oder nicht...

Wenn die das definitiv wollen, dann sollte ein Termin, in nicht allzu ferner Zukunft, gesetzt werden, ab der Großbritannien, wie jedes andere Nicht-EU-Land von der EU behandelt wird!
Mit dieser Taktiererei halten die die EU nur auf, denn Ungewissheit bedeutet Stillstand!
GB ist ein EU-Partner, der sich bisher schon nur die Rosinen aus dem Kuchen herausgepickt hat.
Und jetzt scheinen die sogar noch zu versuchen, ihre Konditionen in der EU nochmal verbessern zu wollen, ohne die lästigen Pflichten eines EU-Mitgliedslands erfüllen zu müssen...
Das Thema mit den Landesgrenzen auf der Insel ist ja eher wohl nur ein weiteres Druckmittel, das da angewendet wird, um eigene Interessen durchzusetzen...

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thobie2 13.12.2017, 03:17
43.

Zitat von shopper34
Und da fährt UK mit UKIP eine seit Jahrhunderten bewährte Strategie der splendid isolation und wird gewinnen , wie bei Napoleon. London wird zum Mega-Offshore-Paradise, das die Weltkonzerne wie Amazon, Google, Shell, Microsoft bedient und Europa beliefert bis es kein Geld mehr hat. Und die zerstrittene, konzeptionslose, chaotische EU guckt zu.
Mit Sicherheit wird es so nicht ablaufen. Der deutsche Finanzminister hat auf Andeutungen der britischen Regierung die Unternehmenssteuern drastisch senken zu wollen, schon einmal das Folterinstrumentarium kurz aufblinken lassen: Deutschland würde GB als "Steuerparadis" einstufen. Die Folge wäre, dass die beim Import anfallende Einfuhrumsatzsteuer nicht mehr als Vorsteuer in Anrechnung gebracht werden kann. Damit würden sich alle Vorprodukte um 7,5 % bzw. 19 % verteuern. Damit wäre jeglicher Steuervorteil dahin.

Konzerne wie Google kann die EU ganz anders packen: Die Verschärfung von Datenschutzvorschriften kann deren Geschäftsmodell völlig ins Leere laufen lassen. Das gilt natürlich auch für Amazon und Microsoft. Die können sich dann zwar iin London ansiedeln, gegen eine Ändrungen der Rechtsvorschriften hätten sie kein Mittel in der Hand. Denn die Briten können dann in Brüssel nichts mehr verhindern.
Die britischen Banken haben zudem ein massives Problem. Mit dem Austritt von UK aus der EU wird auch das EU-Passporting entfallen. Damit können diese Institute Finanzdienstleistungen nur noch mit enormen Aufwand in der EU platzieren (27 Genehmigungen, statt nur einer). Und das Passporting wird nicht mehr in Frage kommen. Denn dafür müsste sich die britische Finanzdienstleistungsaufsicht der Jurisdiktion der EU unterwerfen.

So wie die Briten im Moment vorgehen, läuft es in der Tat auf einen harten Brexit hinaus. Und das kann noch ganz andere Verwerfungen mit sich bringen. In London gibt es gegenwärtig eine riesige Immobilienblase. Immobilien dort werden zu Phantasiepreisen gehandelt. Ob das auch noch so sein wird, wenn sich größere Teile der Finanzindustrie aus London zurückziehen? Ich könnte mir da ganz deutliche Korrekturen nach unten vorstellen. Denn die City wird nach dem Brexit deutlich an Bedeutung verlieren. Die Banken reagieren jetzt schon teilweise mit der Verlegung von Geschäftsfeldern. Denn letztlich verliert die Londoner City den Zugriff auf den Gemeinsamen Fimanzmarkt.

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frageniemals 13.12.2017, 03:20
44. Wenn Facebook schon einknickt,

die EU reagiert langsam, mE aber stetig. Zum Teil erfreulicherweise gegen nationale Interessen. Ich sach mal so: Was lange währt....die nächsten Jahrzehnte werden es zeigen...Tschüss Amazon, RyanAir, China-Produkte...wer billig kauft, zahlt doppelt drauf....

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MütterchenMüh 13.12.2017, 03:55
45. Festgefahren

Alles doch keine Überraschung bei den Verhandlungen.

Die EU interessiert in erster Linie die Austrittsrechnung, bisher jedenfalls, daher die verschleppte Aufnahme der Verhandlungen über die zukünftige Handelsbeziehungen.

London interessiert in erster Linie die zukünftigen Handelsbeziehungen.

Beides nachvollziehbar.

Nun rächt sich , dass Brüssel seiner diktatorisch festgeleigte Verhandlungsreihenfolge festhält bzw. festgehalten hat.

So wie Brüssel sich das vorstellt, die Verhandlungen der Handelsbeziehungen auf die "Lange Bank" zu schieben wird das garantiert nicht funktionieren. "Zeit" ist der Verhandlungstrumpf von Brüssel, Zeit die London nicht hat. Warum sollte sich London so demütigend in die Hände Brüssels begeben?

Ohne eine klare Vereinbarung zu den zukünftigen Handelsbeziehungen wird es m.M.n. keine Fortschritte geben können.
Zumal sich die britische Wirtschaft auf die Zeit nach dem Brexit vorbereiten muss, so oder so.
Eine schnelle Entscheidung wie ein harter Brexit könnte da sogar öknomisch effektiver sein, als ein "langes Verhandlungsspiel" mit ungewissem Ausgang.

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Ekatus Atimoss 13.12.2017, 05:59
46. Nicht unterschätzen

...der Flegel GB wird schon bekommen, was er will.

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p-touch 13.12.2017, 05:59
47. Im Moment

erinnnert mich die Regierung in England an die Titanic, man fährt bei Nacht und Nebel mit voller Kraft vorraus in ein Gebiet mit haufenweise Eisberge. Wie die Geschichte damals ausging ist ja bekannt, hoffen mir das es sich nicht wiederholt.

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erst nachdenken 13.12.2017, 07:23
48.

Stellt den Briten Bedingungen und dann heißt es "friss oder stirb" - sollen sie sehen, wie sie im Status von Somalia mit ihrer Wirtschaft überleben. Ist das unser Problem?

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MütterchenMüh 13.12.2017, 07:45
49. xxx

Zitat von marcaurel1957
Ich denke, die Europäische Union macht bislang alles richtig! Wie soll England- als "Mega Offshore Paradies" - Europa "bedienen, wenn es keinen Zugang zum Binnenmarkt hat? Wenn aus England keine Finanzgeschäfte für Europa gemacht werden können? Die kleine Insel am nördlichen Rand Europas wird schweren Zeiten entgegen gehen!
Ihnen ist schon klar, das man , wer auch immer, nur eine Tochter im EU-Raum gründen muss, um mitspielen zu können.

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