Forum: Politik
Brexit: Austritt ohne Ende
AFP

Vor fast drei Jahren entschieden sich die Briten für einen EU-Austritt. Es folgte ein zähes Ringen über das "Wie?", das bis heute anhält und viele ratlos stimmt. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

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smickey 10.04.2019, 20:57
30. Der Titel ist falsch

Liebe SPON. Ihr habt einen Schreibfehler gemacht.. Das sollte Ende ohne Austritt heißen und nicht umgekehrt

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hansriedl 10.04.2019, 21:00
31. Macron bremst

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte die Pläne bei seiner Ankunft in Brüssel allerdings infrage. Bei der Brexit-Verlängerung sei "nichts sicher", es sei noch keine Entscheidung getroffen, auch was eine längere Vertagung über den 30. Juni hinaus betrifft. Zunächst müsste die EU "verstehen, wieso Großbritannien mehr Zeit bekommen soll". Die Einheit der Union sei "in Gefahr", der Austritt der Briten dürfe das "europäische Projekt nicht blockieren".
Macron warnt vor der gelben Gefahr.Konkret schlug Macron die Gründung einer europäischen Behörde zum Schutz der Demokratie vor.
Mit europäische Projekt, ein napoleonischer Traum.
Geht es nach dem Willen des französischen Präsidenten, dann soll die EU eine gemeinsame Anti-Terror-Ermittlungsbehörde erhalten, eine Geheimdienstakademie, eine Katastrophenschutzbehörde, einen Verteidigungshaushalt, eine Innovationsagentur, eine Asylbehörde und eine Finanztransaktionssteuer. Die Einwanderungsgesetze sollen ebenso harmonisiert werden wie die Sozialgesetzgebung und die Unternehmensbesteuerung. Und die 19 Mitgliedsländer der Euro-Zone sollen ein gemeinsames Budget und einen gemeinsamen Finanzminister erhalten, vielleicht auch gemeinsame Steuern.
Was fehlt? ein König namens Macron.

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i. c. rosche 10.04.2019, 21:01
32. sollen sie doch auf ihrer Insel glücklich werden

Mir scheint, das einige Konzerne der EU sich in die Hose machen, weil sie ihre Angst vor Verlusten nicht in den Griff kriegen. Warum können wir EU-Mitglieder nicht einen Schritt zurück gehen, um später zwei nach vorne zu gehen? Endlich Schluss mit dem Britenrabatt. Endlich mehr Gleichstellung innerhalb der EU.
Die EU ist wie ein Verein mit Vorzügen, die nur den Mitgliedern vorbehalten sein sollen. Bei aller Britensympathie, aber sollen sie gehen und neue Konditionen aushandeln, wie alle Nicht-EU-Staaten. Weiterhin würde ich zur Vorsicht raten. Die Briten waren mal vor gar nicht langer Zeit die größte Imperialmacht der Erde. Ihr Reichtum basierte auf die Ausbeutung ihrer Kolonien - immer eine Gewinner-Verlierer-Situation.
Wer sagt denn, dass dieser ganze Brexit-Hick-Hack nicht eine Strategie ist, um die EU nachhaltig zu schwächen? Eine Verhandlungsposition unter kleinen Partnern ist doch einfacher, als gegenüber einer geschlossenen großen EU? Wie heißt es: teile und herrsche.
Ich wünsche mir eine geschlossene EU und wenn es so sein soll, einen möglichst schnellen ungeregelten Brexit. Für die Zukunft wünsche ich Britanien alles Gute und verbleibe mit dem Wunsch für ein friedliches Irland mit freundlichen Grüßen
ein Europäer aus Deutschland

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alfredo24 11.04.2019, 09:00
33. Ungeregelter Brexit ist für die Briten das Beste.

Es spielt absolut keine Rolle, ob die USA und China von einem ungeregelten Brexit profitieren. Das weltweite Wirtschaftssystem ist sowieso aus den Fugen geraten. Gerade Deutschland ist eines der schlechtesten Beispiele: Deutschland wird Jahr für Jahr Exportweltmeister. Doch was bedeutet dies? Deutschland produziert Produkte mit einer hohen Qualität und versucht die Menschen, die für die Produktion der Produkte zuständig sind, mit einem Minimal-Netto-Lohn abzuspeisen. Der Staat und auch die Sozialsysteme verdienen kräftig dabei mit. Wer nicht mehr bei dem Spiel mitmachen kann, wird mit Hartz IV auf unterem Level durchgefüttert und wird später Armutsrentner und Flaschensammler. Auch die Menschen, die vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten müssen, erleiden im Rentenalter das gleiche Schicksal. Den Exportweltmeister erreicht man auch, indem Teile der Produktion in Billigst-Länder ausgelagert und von unserer Wirtschaft mit kräftigem Gewinn danach vermarktet werden. Nun sucht man weltweit nur noch nach Absatzmärkten. Die Politik hilft dabei noch fleißig mit, mit den Steuergeldern von uns allen. Das Ausland verschuldet sich bei uns immer mehr, weil durch den Exportweltmeister Deutschland das Handelsgleichgewicht dauerhaft gestört bleibt. Da dies vom Ausland erkannt und nicht reguliert werden kann, kommt die Politik der Importnationen unserer Güter auf die Idee Zölle zum Schutze ihrer Wirtschaft und der davon lebenden Menschen zu erheben. Dies wird medial in Deutschland natürlich als was ganz Schlechtes und Dummes angesehen. Doch dass unsere Politik und Wirtschaft die Ursache des Ganzen ist, dessen ist man sich nicht bewusst und erfindet ständig Scheinargumente, um sich zu rechtfertigen. Der Brexit gibt den Britten die Möglichkeit, wieder ein besseres eigenständiges Leben für ihre Menschen zu ermöglichen. In Deutschland bleiben die Menschen weiterhin Gefangene dieses ungleichen Systems.

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Flachlandprophet 11.04.2019, 11:35
34.

Zitat von alfredo24
Es spielt absolut keine Rolle, ob die USA und China von einem ungeregelten Brexit profitieren. Das weltweite Wirtschaftssystem ist sowieso aus den Fugen geraten. Gerade Deutschland ist eines der schlechtesten Beispiele: Deutschland wird Jahr für Jahr Exportweltmeister. Doch was bedeutet dies? Deutschland produziert Produkte mit einer hohen Qualität und versucht die Menschen, die für die Produktion der Produkte zuständig sind, mit einem Minimal-Netto-Lohn abzuspeisen. Der Staat und auch die Sozialsysteme verdienen kräftig dabei mit. Wer nicht mehr bei dem Spiel mitmachen kann, wird mit Hartz IV auf unterem Level durchgefüttert und wird später Armutsrentner und Flaschensammler. Auch die Menschen, die vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten müssen, erleiden im Rentenalter das gleiche Schicksal. Den Exportweltmeister erreicht man auch, indem Teile der Produktion in Billigst-Länder ausgelagert und von unserer Wirtschaft mit kräftigem Gewinn danach vermarktet werden. Nun sucht man weltweit nur noch nach Absatzmärkten. Die Politik hilft dabei noch fleißig mit, mit den Steuergeldern von uns allen. Das Ausland verschuldet sich bei uns immer mehr, weil durch den Exportweltmeister Deutschland das Handelsgleichgewicht dauerhaft gestört bleibt. Da dies vom Ausland erkannt und nicht reguliert werden kann, kommt die Politik der Importnationen unserer Güter auf die Idee Zölle zum Schutze ihrer Wirtschaft und der davon lebenden Menschen zu erheben. Dies wird medial in Deutschland natürlich als was ganz Schlechtes und Dummes angesehen. Doch dass unsere Politik und Wirtschaft die Ursache des Ganzen ist, dessen ist man sich nicht bewusst und erfindet ständig Scheinargumente, um sich zu rechtfertigen. Der Brexit gibt den Britten die Möglichkeit, wieder ein besseres eigenständiges Leben für ihre Menschen zu ermöglichen. In Deutschland bleiben die Menschen weiterhin Gefangene dieses ungleichen Systems.
Also von "System" und "Gefangenen" würde ich in diesem Zusammenhang nicht reden wollen. Wir sind nicht Exportweltmeister weil wir uns das auf die Fahne geschrieben haben, sondern weil wir gute Arbeit abliefern und hervorragende Produkte auf den Markt bringen, die überall auf der Welt Begehrlichkeiten wecken. Sollen wir jetzt unsere Arbeitsleistung bremsen und nur noch Schrott produzieren, nur damit die (Handels) Welt wieder ins Gleichgewicht kommt? Zwar haben Sie Recht...wenn Sie das soziale Ungleichgewicht hierzulande ansprechen, doch hat das mit dem obigen Sachverhalt nur am Rande zu tun. Lieber ein Ungleichgewicht auf hohem Level...als Gerechtigkeit auf niedrigstem Niveau. Oder anders ausgedrückt: besser Euro 1000.- ungerecht...als Euro 10.- gerecht verteilen. Alles hat seinen "Preis" - zu glauben man könne es selbst zum Wohlstand bringen...ohne dass das zu Lasten anderer geht...wäre etwas naiv.

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ingo.adlung 12.04.2019, 04:19
35. BREXIT Staffel 2

Was schreibt man, wenn schon alles gesagt ist? Die Staffel 2 des BREXIT läuft ab Samstag auf allen Kanälen zur besten Sendezeit und die Planungen für Staffel 3 des BREXIT ab 1. November laufen bereits heute an. Was als Tragödie begann geht als Groteske in die Geschichte ein. Auch wenn es scheinbar der wirtschaftlichen Vernunft folgend sinnvoll scheint, in die Verlängerung zu gehen, so dokumentiert es doch die Unfähigkeit der Politik beiderseits des Ärmelkanals die Entscheidung eines Volkes, so unverständlich sie auch sein mag umzusetzen. Der französische Präsident hat Recht, es wird Zeit den BREXIT zu akzeptieren und die Entscheidung unserer Freunde auf der Insel zu exekutieren auch wenn sie nur der weiteren Verzwergung der Nation dient. Oder wenn sie diesen in letzter Minute verhindern wollen, dann erklären sie den BREXIT für abgebrochen, gehen in sich und sollten sie einen neuen Anlauf wagen, dann hoffentlich diesmal mit einem Plan in der Schublade, wie dieser realistisch und weniger quälend vollzogen werden kann. Ich bin kein Orakel, aber es steht zu befürchten, dass der politische Preis der Hängepartie mit der Europawahl kommt. Aber unser Verfassungsgericht ist ja der Meinung, es handle sich um gar kein richtiges Parlament. Auch so ein fataler Irrtum. Es ist der Ort, wo der Auflösungsprozess Europas seinen Anfang zu nehmen droht. Der Ministerrat wird seine Unfähigkeit zu Entscheiden möglicherweise noch bitter bereuen, spätestens wenn es um die Wahl der nächsten Kommission geht. Und Angela Merkel wird nicht als Lichtgestalt, sondern als Sargmacherin in die Geschichte eingehen. In blauem Sakko, in die Kamera lächelnd. Klappe.

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ingo.adlung 12.04.2019, 04:41
36. Es mag zynisch klingen ...

Zitat von s.l.bln
...geht es immer nur bei trotzigen Dummköpfen. Alle anderen orientieren sich bei ihren Handlungen idealerweise am realen Nutzen für sich und andere. Eine Teilnahme der Briten an der EU Wahl, drei Jahre nach Austrittsgesuch, wäre wohl eher eine Bankrotterklärung der Brexiteers als der EU. Mal sehen, ob sie an der nächsten auch noch teilnehmen. Ich wär nichtmal überrascht.
... aber wenn die Bürger der EU27 mal alle gemeinsam einen Blick in den Abgrund hätten erhaschen können, nach einen vollzogenen "No Deal" BREXIT, dann hätte dies vielleicht einen positiven Impuls für die EU27 auslösen können. So aber werden sich die Gaulands und Salvinis weiter an der Auflösung der EU Werte abarbeiten und die Erosion der Gemeinschaft schreitet weiter voran. Der Austritt Großbritaniens ist zweifelsohne eine Tragödie, aber auch eine Chance der Rückbesinnung. Aber unsere Politiker verspielen all dies. Ihre Furcht vor den Geschichtsbüchern ist real, aber anders als sie, allen voran Angela Merkel es denken. Der 10. April 2019 wird mit Theresa May und Angela Merkel in ihrer blauen Symbiose als gemeinsame Katalysatoren für den Anfang des Endes der EU in Farbe in die Geschichtsbücher eingehen. Am 27. Mai wird das Unverständnis der Entscheidung der europäischen Wähler sich über den Hauptstädten ausbreiten. Wie konnte es nur dazu kommen? Mal sehen, was für eine Kommission wir dann bekommen werden. Bleibt nur zu hoffen, dass wir dann alle aufwachen und feststellen, dass Bobby Ewing ja auch noch lebt und es nur ein Traum war ... nach einer kalten Dusche. Die andere Hoffnung ist, dass es sich unsere Nachbarn auf der Insel selbst noch einmal besinnen, aber nach 34 Monaten BREXIT würde ich darauf nicht meine Zukunft verpfänden wollen ...

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ingo.adlung 12.04.2019, 06:12
37. Und trotzdem ...

Zitat von Flachlandprophet
Also von "System" und "Gefangenen" würde ich in diesem Zusammenhang nicht reden wollen. Wir sind nicht Exportweltmeister weil wir uns das auf die Fahne geschrieben haben, sondern weil wir gute Arbeit abliefern und hervorragende Produkte auf den Markt bringen, die überall auf der Welt Begehrlichkeiten wecken. Sollen wir jetzt unsere Arbeitsleistung bremsen und nur noch Schrott produzieren, nur damit die (Handels) Welt wieder ins Gleichgewicht kommt? Zwar haben Sie Recht...wenn Sie das soziale Ungleichgewicht hierzulande ansprechen, doch hat das mit dem obigen Sachverhalt nur am Rande zu tun. Lieber ein Ungleichgewicht auf hohem Level...als Gerechtigkeit auf niedrigstem Niveau. Oder anders ausgedrückt: besser Euro 1000.- ungerecht...als Euro 10.- gerecht verteilen. Alles hat seinen "Preis" - zu glauben man könne es selbst zum Wohlstand bringen...ohne dass das zu Lasten anderer geht...wäre etwas naiv.
... wird dies nicht ewig tragen. Wir glauben wir haben das verdient? Im Sinne harter Arbeit vieler sicherlich. Aber die anderen werden es sich nicht ewig gefallen lassen. Die ersten Fliehkräfte spüren wir bereits. Manch einer macht sich hier auf SPON über Macron lustig, aber Macron scheint der einzige zu sein, der erkannt hat, dass wir entweder mutig voranschreiten müssen, oder es wird ein bitteres Erwachen geben. Und es wird nicht zuletzt für uns bitter werden, weil die Fallhöhe die Härte des Aufpralls ausmacht. Aber auch hierfür gibt es auf SPON Besserwisser, die glauben, dass dies unser Volk nur noch stärker machen wird. Ideologische Träumer, ähnlich denen auf der Insel. Allerorten scheint es Nationalisten zu geben, die meinen "mach unser Land wieder groß" sei das Gebot der Stunde und die Größe in der Kleinstaaterei verorten.

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