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Brexit: Boris Johnson setzt auf "Kooperation" mit der EU
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Am 31. Oktober sind die Briten raus der EU: Das verspricht Boris Johnson im BBC-Interview. Es werde aber auf keinen Fall Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland geben, kündigte der Ex-Außenminister an.

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ClausB 25.06.2019, 08:01
20. Auf die Lösung dieses "Problems":

Zitat von tadano
Keine Grenzkontrollen in Irland zusammen mit einem ungeregelten Brexit. Das klingt ja noch unrealistischer als Theresa May.
bin ich auch mal gespannt. Die Grenze zwischen NI und der Rep. Irl wird nach dem Brexit eine Grenze sein zwischen einem EU-Land und einem Teil eines Nicht-EU-Landes. Also müssen dort die gleichen Kontrollen und Bestimmungen angewandt werden wie zwischen jedem Nichtmitglied und der EU auf dem Kontinent.
Neuverhandlungen kommen für die EU -wie mehrfach angekündigt-nicht infrage und dabei muss die EU bleiben !
Andernfalls hat sie ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem.

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Neapolitaner 25.06.2019, 08:06
21. Johnson sieht also Irland als Zollanschlussgebiet

Also raus aus dem gemeinsamen Zollgebiet EU, aber keine (Zoll)Grenze nach Irland => faktisch wird Irland damit dem Zollgebiet von GB angeschlossen. Das wird nur dann gehen, wenn Irland mitmacht. Eher nein, dann liegt die Zollgrenze zwischen NI und IR. Dort ist die EU-Außengrenze. Ohne weitere Vereinbarung mit der EU ist dort dann auch die EU-Grenzkontrolle. Wenn da irgendwo ein Trick sein sollte, dann gibt es keinen. Darauf werden die Briten selbst kommen, wenn Boris' Momentum: "Schaut her Leute, ich bin schlau, und ihr seid blöd, es ist alles ganz einfach" zusammengefallen ist.

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s.l.bln 25.06.2019, 08:06
22. Den schwarzen Peter...

Zitat von Korken
Mal zusammenfassen: Er wird keinesfalls Grenzkontrollen an der Nordirischen-Irischen Grenze einrichten. Heisst, er lässt die Grenze UKs unbewacht, diametral entgegengesetzt zu der Forderung, die Grenzen zu schützen. Den schwarzen Peter hätte die EU, die Grenzkontrollen selbstverständlich zum Schutz des Marktes benötigt - wie eigentlich auch UK. Vielleicht hofft er Irland weiter aus der EU zu lösen, was ja schonmal mit Schengen klappte. UK wollte wie bei so vielem nicht mitmachen und nahm nicht an Schengen teil, Irland musste dem Folgen, da es sonst Grenzkontrollen an der Nordirischen-Irischen Grenze gegeben hätte. Vielleicht kann man Irland ja erneut erpressen - nichts anderes ist es nämlich. Man darf gespannt sein, wie die EU darauf reagiert. Dann will er den brexit auf jeden Fall an Halloween durchziehen, egal ob mit oder ohne Abkommen, dass das Parlament allerdings dies ausschloss scheint ihn nicht zu kümmern - soviel zu seinem Demokratieverständnis. Ob nun Hunt oder Johnson es werden, beide sind dieses Postens unwürdig doch vielleicht kann man den ewigen Opportunisten und nachgewisenen Bus-Kampagnen-Lügner Johnson noch verhindern.
...hätten hier primär die Briten.
Zentrales Versprechen des Brexit war die Eindämmung der Migration, was wohl schwierig wird, wenn man Grenzen zur EU nicht schützt.

Das ist allerdings hypothetisch, weil Irland das pflichtgemäß tun wird, wodurch das deutlich größere Problem bei den Briten landet: wütende Nordirländer, welchen das Gegenteil im Freitagsabkommen zugesichert wurde, um das Blutvergießen zu beenden.
Auch Johnson kommt an einer Tatsache nicht vorbei: die verbleibenden 27 EU Mitglieder bestehen aus gutem Grund auf einer gesicherten Außengrenze, die den Schengenraum überhaupt erst ermöglicht.
Diese geht entweder durch Irland, oder sie befindet zwischen Nordirland und dem Rest von GB(Backstop).
Daran ändern auch die markigen Aussagen zu den britischen Verbindlichkeiten nichts, die ich eh für heiße Luft halte. Unabhängig von möglichen Handelsbeziehungen nach Übersee brauchen die Briten den Zugang zum EU Binnenmarkt und die EU hat in den letzten drei Jahren klargemacht, daß sie bei entscheidenden Positionen keine Kompromisse eingeht.
Sein Geschwafel mag reichen, um bei den Torys zu punkten, danach muß er aber liefern und kann real nicht mehr anbieten als May.
Der harte Brexit ohne harte Grenze in Irland ist eine Utopie.

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bert1966 25.06.2019, 08:07
23.

Ein neuer Irlandkonflikt fällt dem britischen PM deutlich eher und unangenehmer auf die Füsse, als der EU. Open borders - sicher auch ein schönes Einfallstor für europäische und außereuropäische Einwanderer (die Mr. Johnson doch eigentlich so dringend abhalten will). Zahlungsverweigerung und fehlende Vertragstreue Großbritanniens qualifizieren nicht für weitere Verhandlungen über neue Handelsabkommen - mit wem auch immer. Eine Übergangsphase (vulgo: soft Brexit) ist das genaue Gegenteil des von Mr. Johnson versprochenen harten Schnitts im Oktober und bedarf der Zustimmung des ausgehandelten Abkommens.

Die EU hat mit Großbritannien (in dieser Zeit: vertreten durch Ms May) verhandelt und wird keine neue Privatverhandlung für Herrn Johnson eröffnen. "Kreative Unklarheit"? Ganz auf der Seite von Mr. Johnson.

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andreas_germann 25.06.2019, 08:10
24. Hazardeur und Schlitzohr

In meinen Augen ist Johnson beides: Hazardeur und Schlitzohr. Natürlich würde nach dem Brexit eine offene Grenze zwischen Nordirland und Irland den Markt für England auch ohne Abkommen offen halten. Ist dann nur die Frage, wie man die Waren deklariert, die man dann über dieses Schlupfloch verschiebt.
Johnson ist nicht zu trauen. Er ist einer der schlimmsten Vertreter postfaktischer Politik.
Watch your back, EU!

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normalversiffter 25.06.2019, 08:20
25. "ein sehr wichtiges Element: ... Gegenseitigkeit und Kooperation"

Man könnte meinen, er möchte doch in der EU bleiben. Ach nee, er will alle Vorzüge der EU haben, aber dafür rein gar nichts geben. So sind sie, die Rechtspopulisten, ob in Polen, Ungarn, Italien, unter Trump, von der FPÖ .... und wenn wundert's: AfD .... Das ist wie bei den so manchen Nachbarn, die dauernd irgendwas wollen, aber nie etwas geben, und alle anderen als Miesepeter und Betrüger beschimpfen.

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rufuseule 25.06.2019, 08:22
26. Ewr

Zitat von ClausB
bin ich auch mal gespannt. Die Grenze zwischen NI und der Rep. Irl wird nach dem Brexit eine Grenze sein zwischen einem EU-Land und einem Teil eines Nicht-EU-Landes. Also müssen dort die gleichen Kontrollen und Bestimmungen angewandt werden wie zwischen jedem Nichtmitglied und der EU auf dem Kontinent. Neuverhandlungen kommen für die EU -wie mehrfach angekündigt-nicht infrage und dabei muss die EU bleiben ! Andernfalls hat sie ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem.
Ändern Sie den Begriff EU in EWR, dann stimmt's wieder. Norwegen und die Schweiz (Bilaterale) sind auch nicht in der EU, es finden aber so gut wie keine Grenzkontrollen statt. ;-)

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chainso 25.06.2019, 08:23
27. endlich einer mit klaren ansagen

deshalb ist may gescheitert.
brüssel ist ein harter, unfairer boxer. wer da im vorgeplänkel
vor dem zusammentreffen schwäche zeigt hat schon verloren.
bei johnson bin ich optimistisch dass der brexit klappt.

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Jürg Allemann 25.06.2019, 08:25
28. Kooperation mit de EU?

ausgerechnet Boris Johnson? Und dann noch, falls die EU auf seine "Kooperations"-Vorstellungen nicht eingeht, ein harter Brexit, aber natürlich ohne Grenzkontrollen in Irland? Realitätsverlust pur, erinnert irgendwie an den grossen Dampftwitterer jenseits des Atlantiks. Sollte Johnson tatsächlich Premier werden, dürfte es für die EU-Wirtschaft etwas schwierig, für die UK-Wirtschaft katastrophal und für den unbeteiligten Zuschauer - sofern es so etwas überhaupt gibt - ziemlich unterhaltsam werden.

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crunchy_frog 25.06.2019, 08:27
29. Ganz tolle Idee

Zitat von jomai
Der der gute Mann braucht ja nur Grenzkontrollen zwischen dem besetzten Nordirland und seiner Insel einfuehren, schon braucht es keine Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland mehr.
Uns woher weiß man dann in GB, ob die eingeführen Waren aus Nordirland oder der EU kommen?
Darüber hinaus wäre die Grenze zwischen Rep. Irland und Nordirland eine EU-Aussengrenze, die die EU selbstverständlich schützen muss. Daher würde nichts an einer kontrollierten Grenze vorbei führen, völlig egal ob dem kleinen Dampfplauderer das gefällt oder nicht.

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