Forum: Politik
Brexit-Debatte: Jo Cox ist tot, und alles ist anders
REUTERS

Der Mord an Jo Cox hat die Brexit-Debatte jäh unterbrochen. So zynisch es klingt: Der Tod der Labour-Abgeordneten könnte einen Meinungsumschwung bringen.

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fbdgbd 17.06.2016, 19:36
1. Armselig...

...und traurig, dass man sich genötigt fühlt den Tot eines Menschen zu instrumentalisieren.

Ganz im Ernst...

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kpfeilst 17.06.2016, 19:39
2. Ich habe die Brexit Debatte...

..intensiv in den britischen Medien verfolgt und ich muß sagen dass es eine tote MP braucht damit die Brexit'ler etwas verbal zur Besinnung kommen ist schin sehr bedenklich.

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grumpy53 17.06.2016, 19:50
3. Entsetzliche Tat

Mein Respekt und mein Mitgefühl verbieten es mir, über den Täter zu spekulieren, hier steht das Opfer im Vordergrund. Was mir und auch anderen auffällt, da wo Sachargumente kaum mehr jemand erreichen, da wo Ängste und Hass zur Rechtfertigung billigend in Kauf genommen werden, ist ein Boden bereitet, der solche Ausraster einkalkuliert. Man kann für den Brexit sein, oder nicht, andere politische Meinungen sollten nicht pauschal als Lügen und Betrug abgewertet werden. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Emotionen, Sorgen und Unehrlichkeit. Ich wünsche mir, dass Menschen auf einander zugehen, sich zuhören, Kompromisse schließen und mit Verstand und Herz an einer friedlichen Welt arbeiten. Sich nicht ausgrenzen, nicht alles hinschmeißen, nur weil man mit der ein oder anderen Regelung nicht einverstanden ist. Und wer Rechte in Anspruch nehmen will, sollte auch an die eigenen Pflichten denken. Guckt doch mal in eure Familienstammbäume, drei, vier, fünf Generationen zurück. Dann wird klar, dass wir alle unterschiedliche Nationalitäten im Blut haben, keine ist besser oder schlechter, nur vielleicht kulturell unterschiedlich. Großbritannien ist groß geworden durch Kolonialismus, durch Ausbeutung anderer Länder. Und nun soll keiner mehr rein? Wie armselig. Und wir Deutschen tun gut daran, nachzudenken, wie unsere Geschichte ist, wie gut es uns geht im Vergleich zu anderen - und dass wir alle, Deutsche, Briten, Franzosen, Russen, Griechen, Verantwortung für Frieden und Respekt haben.

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INGXXL 17.06.2016, 19:50
4. Man sollte diesen schrecklichen Anschlag

genauso wie den in Orlando weitgehend aus dem Wahlkampf raushalten. Alles andere führt zu einer Verschärfung der Situation

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der-schwarze-fleck 17.06.2016, 19:59
5. erbärmliche Tat

Eine junge Frau musste sterben weil jemand anders eine andere politische Einstellung hatte, wie erbärmlich. Eine Tat, die jederzeit auch in Deutschland passieren könnte, schaut man nach Kölln, fällt mir der Name Reker ein, die hatte noch Glück. Schaue ich heute nach Hamburg, so kommt mir das Grausen. wohin sind wir schon wieder geraten, dass man Angst haben muss, in einer demokratischen Partei politisch aktiv zu sein.

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ty coon 17.06.2016, 20:07
6.

Fand ich jedenfalls gut von den Tories. Respekt auch für den politischen Gegner -- drei Tage Schweigegelögbnis und kein Wahlkampf. Mal gucken, ob der Vorsatz hält, aber es war auch eine Repektstat für den politischen Gegner. Genau das will ich in einer Demokratie sehen und nicht, daß alle aufeinander losgehen wie die Kesselflicker. Gut gemacht, Britain!

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dubito_ergo_cogito 17.06.2016, 20:08
7. Zitat

Genau das! Und wenn man die Geschichte der letzten 30-40 Jahre aufmerksam verfolgt und jede Menge solcher zufälliger Ereignisse erlebt hat, die sich genau zum richtigen Zeitpunkt ereignet haben, um das von den Strippenziehern gewünschte Ergebnis zu erzielen - beziehungsweise unerwünschte zu verhindern, dann muss man und kann man (und darf man hoffentlich auch noch!) sich an diesen berühmten Ausspruch Franklin D. Roosevelts) erinnern: "In der Politik geschieht geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war." Oder gar an die prophetische Rede John Fitzgerald Kennedy`s im Waldorf-Astoria New York City, am 27 April 1961:" Auch heute hat das Überleben unserer Nation keinen Wert, wenn unsere (freiheitlichen) Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, daß der Vorwand der Sicherheit mißbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen."

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ty coon 17.06.2016, 20:09
8.

Zitat von INGXXL
genauso wie den in Orlando weitgehend aus dem Wahlkampf raushalten. Alles andere führt zu einer Verschärfung der Situation
Äh, sie wurde im Wahlkampf ermordet, wie soll man das aus dem Wahlkampf heraushalten? Okay, Orlando hat nicht viel mit der EU zu tun, vielleicht auch doch, aber Jo Cox? Natürlich hat das was mit Wahlkampf zu tun, mit der Verrohung der Sprache! Wo Bücher brennen, da brennen demnächst auch Menschen, sagte mal der große Erich Kästner. Drei Tage Klappe halten, das hätte ich den Tories nie zugetraut!

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Golda Meier 17.06.2016, 20:13
9.

Das war zu erwarten:

SPON-Zaitat: "Die Befürworter eines EU-Ausstiegs hatten dabei den Ton in den vergangenen Tagen immer weiter verschärft. Erst am Donnerstag veröffentlichte Ukip-Chef Nigel Farage ein Plakat mit der Aufschrift "Breaking Point". Darauf zu sehen ist eine Masse von Flüchtlingen, die - so Farages offensichtliche Botschaft - vor den Grenzen Großbritanniens warteten. Weiter heißt es auf dem Transparent: "Wir müssen uns von der EU befreien und wieder die Kontrolle übernehmen."

Daß eine politische Kampagne gegen Ende plakativ zugespitzt wird, dürfte a) normal sein und b) für alle gelten, nicht nur für die Brexit-Befürworter. Dies aber in einen nebulös formulierten Zusammenhang mit dem Mord an Jo Cox zu bringen, ist weder normal, noch guter Stil.

Da die EU-Befürworter den Nutzen haben, halten sie sich, so weit erkennbar, mit Schuldzuweisungen zurück. Denn eine offene Instrumentalisierung des Trauerfalls könnte zum Eigentor werden.

Auch der Spiegel sollte sich - so schwer es ihm fallen mag - mit Bärendiensten in Richtung GB zurückhalten.

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