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Brexit-Debatte: So reagiert Brüssel auf Mays Weißbuch
REUTERS

Die britische Regierung hat endlich ihren Detailplan für den Brexit vorgelegt. Aber ob die EU da mitmacht? Die bisherige Reaktion aus Brüssel: frostig. Und jetzt mischt sich auch noch Donald Trump ein.

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brux 13.07.2018, 16:01
1. Zusammen gefasst

Die Briten wollen, dass die EU ihre vertraglichen Grundlagen ändert, damit die Briten nicht die Konsequenzen ihrer eigenen Dummheit tragen müssen. Ohne dass die EU irgendwelche Vorteile hätte.
So verblendet muss man erst einmal sein.
Da die Briten aber keinerlei Vorbereitungen für ein Scheitern der Verhandlungen getroffen haben, werden sie am Ende das unterschreiben, was die EU anbietet.

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jjcamera 13.07.2018, 16:09
2. Präzedenzfall

Ein Brexit, der sich für den Austrittskandidaten auch noch lohnt, wäre ein Präzedenzfall, der Nachahmer ermutigt.
Die EU muss bereit sein, auch eigene Nachteile in Kauf zu nehmen (etwa wie bei den Sanktionen gegen Russland), sonst verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.

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appenzella 13.07.2018, 16:11
3. Die Briten

mögen es paradox: Das Geld ausgeben und es gleichzeitig behalten - ob die EU das Spielchen wohl mitmacht?
Aber: Solten sie es vollbringen, können wir von ihnen lernen und dasselbe verlangen wie einst Margret Thatcher:
I want my money back!
Tja, so ist das mit einem Paradoxon: Schwer zu verstehen..
Ja Grüezimo
der appenzella

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kleinstaatengegner 13.07.2018, 16:25
4. Zumindest jetzt muss allen klar sein,

dass es um die Zerschlagung der EU geht. Was man von Trump zu halten hat weiß man inzwischen. Auch wenn einige ihn nicht ernst nehmen wollen, richtet er doch großen Schaden an und will scheinbar die Welt mit Krieg überziehen ( wo ist Krieg? Warum? Na er hat wieder eine Friedensrede gehalten ). Das Frau May eine unterwürfige Person ist und nach weiterer Prügel verlangt ist allerdings neu. Ihr Statement bei der Pressekonferenz mit Trump hatte den Inhalt:" > wir unterwerfen uns den USA > machen alles was sie wollen > kaufen für ............Waffen bei ihnen > werden weiter gemeinsam mit ihnen Krieg führen und > in der EU als Spalter auftreten > wir werden nicht mehr an der Zollunion, Binnenmarkt und Europäischem Gerichtshof teilnehmen." Lediglich Freihandel für bestimmte Waren ist gewünscht. Das würde bedeuten, dass die EU ihre Regeln für Frau May ändern müsste, also die bekannte Rosinenpickerei. Herr Trump lässt Frau May zwei Möglichkeiten; entweder sie bricht gänzlich mit der EU, dann ist sie ganz abhängig von ihm und auf sein Wohlwollen angewiesen oder sie praktiziert weiterhin Freihandel mit der EU nach deren Regeln, dann kein Handel mit Trump und Herr Johnson kommt wahrscheinlich wie ein Springteufel aus der Kiste. NS: Mal sehen was die "SUN" dazu sagt, dass Herr Trump sie der Unwahrheit bezichtigt. Zum Fremdschämen war es auch, als er bei der Pressekonferenz die Fragen einiger Reporter nicht beantworten wollte und Frau May wie ein Schulmädchen danebenstand. " Herr Trump ist nur so mächtig, wie wir es zulassen".

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hamburghammer 13.07.2018, 16:25
5. Ich mag die Briten

Aber die dauernden Extrawürste nerven kolossal.
GB will doch raus aus der EU, das wolle wir erstmal festhalten! Daraus ergeben sich auch etliche negative Konsequenzen, die man sich nicht durch weitere Rosinenpickerei ersparen kann.
Norweger Modell, Schweizer Modell, okay!
Aber ganz sicher wird jetzt nich extra für GB ein Rundum-Wohlfühl-Ausstiegspaket mit Wohlstandsgarantie gezimmert, warum auch ?
GB will beim Brexit die eierlegende Wollmilchsau

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Onkel Drops 13.07.2018, 16:27
6. May ist leider keine Thatcher

die hätte das Angebot des Potus dankend abgelehnt mit Hinweis darauf das sie einen genialen deal vorzieht ,den UK aber ganz alleine klären kann, weil man schon groß und erwachsen ist! die konnte verbal noch mehr wehtun wie ein Morgenstern. klappt schon UK, etwas dumm gelaufen aber seid wann lasst ihr euch unterkriegen.

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hamburghammer 13.07.2018, 16:36
7. Ergänzung

Ich begreife es immer noch nicht, da wurde beim Referendum munter, wenn auch nicht rege, abgestimmt, obwohl sowohl Bürger als auch Politiker nicht ansatzweise begriffen haben, was EU-Mitgliedschaft bedeutet, was da an rechtlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen drinsteckt, was ein Austritt mit sich bringen wird etc.
Trotzdem nimmt man dann dieses (rechtlich nicht bindende) Votum, schickt den Austrittsbrief und rennt dann fröhlich auf den Klippenrand zu, mit einem ganzen Land und seiner Bevölkerung im Schlepptau.
Erinnert fast an einen religiös verblendeten Selbstmordkult.
Normalerweise müsste irgend ein vernünftiger, verantwortungsbewusster Brite die Reissleine ziehen und sagen: HALT! Alle mal fünf Meter vor der Klippe anhalten! Bitte alle mal kurz über den Rand gucken und dann überlegen, was mit uns passiert, wenn wir nach 150 Meter freiem Fall unten aufkommen!
Und jetzt nochmal Handzeichen: Wollen wir da wirklich runter oder drehen wir lieber um und trinken mit unseren europäischen Freunden eine schöne Tasse Tee und reden nochmal ?

Ich kann nicht verstehen, warum vernunftbegabte erwachsene Menschen im Jahr 2018 so unvernünftig und impulsiv agieren. Ich kapier es einfach nicht.

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Atheist_Crusader 13.07.2018, 16:37
8.

Zitat von brux
Zusammen gefasst Die Briten wollen, dass die EU ihre vertraglichen Grundlagen ändert, damit die Briten nicht die Konsequenzen ihrer eigenen Dummheit tragen müssen. Ohne dass die EU irgendwelche Vorteile hätte. So verblendet muss man erst einmal sein. Da die Briten aber keinerlei Vorbereitungen für ein Scheitern der Verhandlungen getroffen haben, werden sie am Ende das unterschreiben, was die EU anbietet.
Ich weiß ja nicht. Die Fronten zum Thema EU sind da recht verhärtet. Ich halte es ebenfalls für möglich (wenn auch weniger wahrscheinlich), dass man stattdessen alles auf die "special relationship" zu den USA setzt. Bei aller Abneigung gegen Trump scheint mir diese Frage weniger politisch festgefahren. Die EU ist nunmal de facto der Scheidungspartner von dem man weg will, die USA dagegen einer dieser potentiellen Staaten mit denen man Handelsabkommen schließen könnte die so großartig sind dass die EU irgendwie keine Lust darauf hat. Und Trump hat ja mehr oder weniger zu verstehen gegeben, dass Großbritannien sich entscheiden müsse - auch wenn er das später wieder kleingeredet hat.
Wäre in meinen Augen zwar ein gefährlicher Fehler, aber das war ja schon der ganze Brexit-Irrsinn und das ist dennoch passiert.

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theodtiger 13.07.2018, 16:39
9. Dynamische Aspekte

Die EU Binnenmarktregeln wurden mit britischer Beteiligung in einem langen Prozess ausgehandelt, sodass ein vernünftiges, faires und funktionierendes Ergebnis zustandegekommen ist, das - auch nach einer Reihe von Erweiterungen - seit 25 Jahren den Praxistest bestanden hat. Jetzt wollen die Briten einseitig etwas anderes, bei dem es berechtigte Zweifel gibt, dass dies funktionieren kann, nur weil sie sich aus innenpolitischen Gründen aus der EU und dem Binnenmarkt verabschieden wollen (dabei hat der Austritt aus dem Binnenmarkt in der Volksbefragung gar nicht zur Abstimmung gestanden, sondern es wurden von den Brexiteers behauptet, die Vorteile könnten erhalten bleiben). Die EU Verhandler, die schon sehr viel Zeit auf diesen an sich unnötigen Brexit Prozess verwendet haben, sind hier nicht zu beneiden, wenn es gilt, das Positive am UK Weissbuch zu identifizieren und auf dieser Basis konstruktiv weiter zu verhandeln. Bedenkenswert wäre noch ein weiterer Aspekt: es gibt einige Mitgliedstaaten die in ihrem gegenwärtigen Zustand (Rechtsstaat, Demokratie, Korruption, Solidarität) an Gemeinschaftssinn vermissen lassen. Diese teilen vielleicht auch nur ein wirtschaftliches Interesse an der europäischen Zusammenarbeit. Vielleicht lässt sich mit dem Brexit Modell auch eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft light konstruieren, die es den ernsthaft an einer Europäischen Union interessierten Staaten erlaubt, sinnvolle zusätzliche Integrationsfortschritte zu machen.

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