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Brexit-Drama im Unterhaus: Verraten und verzockt
Vudi Xhymshiti/ DPA

Dramatische Szenen im britischen Parlament: Die Abgeordneten haben Boris Johnson eine bittere Niederlage zugefügt. Doch der Premier ist zum Brexit wild entschlossen - und noch nicht gescheitert.

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hausfeen 04.09.2019, 09:09
1. Naja, "noch nicht gescheitert" ...

Da sind noch ein paar aberwitzige Optionen, als Kamikaze sozusagen. Aber selbst dann wäre es immer noch eine Art von Scheitern. Ein erweitertes eben. Dass er dann viele mit ins Verderben zieht, ist nur aus seiner SIcht als Erfolg zu werten.

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joachimbrochhagen 04.09.2019, 09:15
2. Mein Gott Großbritannien!

Es ist wirklich erschreckend, dass ein Politclown wie Boris Johnson überhaupt Führer eines Landes sein darf.
Wann endlich werden die Briten vernünftig?
Ob sie nun aus der EU austreten oder nicht, seit 1967 haben sie nur gemeckert und Sonderwünsche gehabt. Ein verlässlicher Partner war Großbritannien nie und hat immer die Ziele des jeweiligen Premierministers über die Ziele des Landes und der EU gestellt.

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weltverbesserer75 04.09.2019, 09:17
3.

Ich befürchte, dass Johnson die ganze Zeit eigentlich Neuwahlen wollte. Wie richtigerweise in dem Artikel steht, würde er die wohl gewinnen - zumindest lassen die aktuellen Umfragen darauf schließen, dass er eine satte Mehrheit bekäme. Dies gilt zumindest für den Fall, dass mit der Neuwahl die Frage „Brexit - ja oder nein?“ verknüpft wäre. Von daher wäre eventuell ein vorzeitiger ungeregelter Brexit und eine daraufhin folgende Neuwahl die bessere Option für Labor/Lib Dems und Grüne. Denn wenn die Wählerinnen und Wähler erstmal sehen, was ein No Deal Brexit bedeutet, würden sie Boris Johnson nicht mehr so folgen wie sie das laut Umfragen aktuell tun. Eine Neuwahl vor dem Brexit, die ihm eine komfortable Mehrheit besorgt, mit der er den Brexit durchführen und daraufhin weitere Jahre regieren kann: dann hätte Johnson wirklich gewonnen und sein Ziel, (langfristig) PM zu sein, erreicht.

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Grzegorz 04.09.2019, 09:17
4. Die unendliche Geschichte

Was soll da jetzt noch passieren? Eine Neuverhandlung mit der EU ist aussichtslos, das bereits verhandelte Dokument ist gescheitert, da bleibt doch nur no-deal. Damit müssen die Briten sich langsam aber sicher mal arrangieren. Es ist doch mittlerweile eine Farce, dass das britische Parlament sich nicht auf eine der Möglichkeiten einigen kann. Der Brexit hat die Mehrheit also setzt ihn endlich um. Daher wäre die EU auch gut daran beraten einem weiteren Aufschub nicht zuzustimmen. Was soll den dieses Mal anders sein als bereits zuvor? Es ist ja nicht so, dass das Projekt an Zeitmangel scheitert. Zwei unterschiedliche PMs haben sich daran jetzt schon die Zähne ausgebissen. Man sollte auch aus Sicht der EU das Projekt Großbritannien aufgeben. Ob Großbritannien daran zerbricht oder nicht ist nicht unsere Baustelle und auch der Friedensprozess in Nordirland betrifft uns dann nicht mehr. Man muss auch mal von unserem Standpunkt die Vorteile sehen.

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RalfHenrichs 04.09.2019, 09:18
5. Sieht gut aus für Johnson

Wenn der Bericht so stimmt, kann ich mir folgendes Szenario vorstellen.: 1. Das Unter- und danach auch Oberhaus verabschiedet das No-No-Brexit Gesetz. 2. Johnsson gewinnt die Wahlen. 3. Das Unter- und danach auch Oberhaus hebt mit neuer Mehrheit das No-No-Brexit-Gesetz wieder auf. Ist das so unwahrscheinlich?

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lspring 04.09.2019, 09:19
6. Neuwahlen in GB

Ich stelle ein grosses Fragezeichen hinter die Behauptung, dass Boris Johnson "mit grösster Wahrscheinlichkeit die Neuwahlen gewinnen würde". Erstens traue ich keinen britischen Umfragen seit der BREXIT-Volksabstimmung vom 23. Juni 2016. Wählten da die Briten nicht ganz anders als in den Umfragen prognostiziert wurde? Könnte es nicht auch sein, dass die NO BREXIT-Befürworter bei einer Neuwahl diesmal in dieser aufgeheizten Situation besser und erfolgreicher mobilisieren könnten, auch wenn das britische Wahlsystem immer für einige Überraschungen gut ist? Immerhin scheinen jetzt doch einige Briten zu wissen, worum es beim BREXIT eigentlich geht. Und die gleichen Lügen wie bei der Volksabstimmung wird Boris ja wohl kaum mehr anwenden können. Wobei man ihm durchaus zutrauen muss, neue zu erfinden.

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sibbi78 04.09.2019, 09:24
7. Sollte Boris Johnson seine Neuwahlen bekommen,

wird es sehr laut und unruhig werden im Königreich. Die Tories, UKIP und Farages neues Hobby, die BREXIT-Party, werden jeder Seele hinterher jagen, um am Ende ihre Stimmen in einen Topf zu werfen. Das sollte für eine satte Mehrheit reichen.

Die Opposition wird sich hoffentlich - trotz eines absolut machtgeilen Corbyn - nicht zu Neuwahlen verleiten lassen, sondern dem Chaos, so oder so, ein Ende bereiten...

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soerensen 04.09.2019, 09:26
8. @RalfHenrichs

Allerdings muss man wissen, dass er 2/3 der Stimmen des Unterhauses braucht, um Neuwahlen durchzukriegen.

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Kannebichler 04.09.2019, 09:28
9. Soso

Johnson würde "Neuwahlen deutlich gewinnen". Das wiederum bedeutet doch, dass das Parlament gerade gegen die Mehrheit der Briten arbeitet? So etwas ist mittelfristig nicht gesund. Angenommen, dass das Parlament durch Verfahrenstricks einen BREXIT verhindert, führt das nicht zu einer Beruhigung in Großbritannien sondern zu noch größeren Verwerfungen. Das sauberste für alle Beteiligten (inkl. EU) wären wohl schnelle Neuwahlen, Durchführung des BREXIT und schnellstmögliche "freundliche" Vereinbarung eines Handelsvertrages zwischen EU und Großbritannien. Keiner kann diesen Konflikt gebrauchen.

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