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Brexit-Drama im Unterhaus: Verraten und verzockt
Vudi Xhymshiti/ DPA

Dramatische Szenen im britischen Parlament: Die Abgeordneten haben Boris Johnson eine bittere Niederlage zugefügt. Doch der Premier ist zum Brexit wild entschlossen - und noch nicht gescheitert.

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hans-hermann_lensing 04.09.2019, 11:19
110. Game of Commons

Ich bin so gespannt was für ein Plot-Twist in der nächsten Folge läuft. Das ist die beste Staffel seit Jahren!

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Gerwien 04.09.2019, 11:21
111. Der kürzeste "First Lord of the Treasury" mit 43 Tagen.

Nur Arthur Wellesley, 1st Duke of Wellington regierte mit 22 Tagen in einer Übergangsregierung vom 17. Nov. 1834 bis 9. Dez. 1834 kürzer.

Der "wichsende Oberschüler" (Hugh Grant) hat bereits jetzt sein "Pulver" verschossen. Wie man gestern sah, wäre auch die Bezeichnung: "Der Lümmel von der Regierungsbank" angebracht.

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grotefend 04.09.2019, 11:22
112. Vorsicht!

Zitat von Beat Adler
BoJo gewinnt Neuwahlen deutlich? Wenn Farage NICHT mitmacht! Wenn die 21 Abtruennigen Tories keine eigene, konservative Partei gruenden, wenn die Liberal Demokraten versagen, wenn, wenn, wenn.... Das sind zuviele Wenns, um zu wissen, oder vorherzusagen, was denn genau bei Neuwahlen passieren wird! In Prozentverteilung, NICHT Sitzverteilung, kann es durchaus sein, dass der Farage mit seiner Brexitpartei in den Wahlkampf zieht und seinen Waehlern, den sogenannten hard Brexiteers erklaert, dass er der Einzige in Grossbritanien ist, der faehig ist, den Brexit zu vollziehen. Alle Anderen versuchten es 3 Jahre lang und versagten. Mit diesem Programm holt er bis zu 30% der Stimmen. Die Liberal Demokraten in den Kampf ziehen mit der Strategie des Remains: "Waehlt uns und wir bleiben in der EU". Damit bekommen sie auch gegen 30 %. Tories, Labour, Gruene und was sonst noch herumfleucht, haben dann zusammen 40%. In diesem Fall ist eine Regierungsbildung unmoeglich. Das House of Lords, wo Adlige ihre Sitze erben, muss jedem Gesetz zustimmen, bevor es von der Queen unterschriebenwerden kann und damit in Kraft tritt. Es wird gemunkelt, dass Einige der Lords bereits daruber diskutieren 90 (neunzig) Aenderungsantraege zu stellen, und solange zu filibustern, bis die Zeit abgelaufen ist. Neues Gesetz "No-No-Deal-Brexit"? Ungewiss! Neuwahlen? Ausgang mehr als ungewiss! mfG Beat
Vergessen Sie nicht das First-Past-The-Post-Wahlsystem. Da sind absolute Zahlen letztlich egal, sondern es kommt darauf an, wie viele Wahlkreise gewonnen werden.

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Nandiux 04.09.2019, 11:25
113.

Genauso ist es. Wobei ich schon sagen würde, dass ein Austritt mit Vertrag besser wäre. Für beide Seiten. Falls nicht, lag es sicher nicht an der Geduld und am Verhandlungswillen der EU.

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grotefend 04.09.2019, 11:25
114. Schwer vorzustellen

Zitat von österreichischeschule
Falls Boris Johnson es schafft, die 2/3-Mehrheit für Neuwahlen zu provozieren, dann kriegen wir wahrscheinlich ein Bündnis aus Tories und Brexit-Partei.
Das wird nicht funktionieren. Die Brexit-Partei wird dafür sorgen, dass sie Stimmen von den Tories ziehen. Durch das Wahlsystem ist die Brexit-Partei das schlimmste, was den Konservativen passieren kann, denn es fehlen dadurch Stimmen gerade in den marginal seats.

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Nandiux 04.09.2019, 11:25
115. Genauso ist es.

Wobei ich schon sagen würde, dass ein Austritt mit Vertrag besser wäre. Für beide Seiten. Falls nicht, lag es sicher nicht an der Geduld und am Verhandlungswillen der EU.

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Nandiux 04.09.2019, 11:26
116. Genauso ist es.

Zitat von burlei
So einfach ist das. Die Situation war in dem Moment völlig verfahren, als David Cameron eine Meinungsumfrage zu einem bindenden Referendum hochjazzte. Wenn das hier Schule macht, dürften wir nach jeder der monatlichen "Sonntagsfragen" mal wieder eine neue Regierung haben. Es haben sich grade mal 51,9% für den Austritt, 48,1% für einen Verbleib ausgesprochen. Da ging es noch nicht einmal darum, ob man jetzt mit einem Abkommen austritt oder ohne Abkommen, ob es ernstzunehmende Auswirkungen gibt oder nicht. Spätestens nach der Aushandlung des Vertrages hätte die Regierung den Vertrag offen legen und die Bevölkerung um ihre Meinung fragen müssen. Aber da war die Regierung schon durch Populisten gekapert worden, also viel zu spät für Ruhe und Gelassenheit. Neuwahlen vor dem Brexit bringen nichts. Selbst wenn die Opposition, nennen wir sie mal "Wer auch immer" die stärkste Kraft wird, geht es dann nicht mehr um Verbleib oder Austritt. Dann geht es nur noch um mit oder ohne Vertrag. Dazu dann noch das ständige "Dagegen!"-Trommelfeuer der Brexiteers und ihrer Medien und es wird sich nichts, überhaupt nichts gegenüber dem jetzigen Zustand ändern. Selbst wenn "Wer auch immer" den Vertrag ratifiziert, wird jedes kleine Problemchen in den zwei Jahren des gleitenden Überganges von den Brexeteers als der totale Untergang des VK angeprangert werden. Es gibt eigentlich nur eine saubere Lösung - GB tritt unter BoJo am 31.10 aus. Mit Vertrag oder ohne, völlig Wurscht. Hauptsache raus. Die Aufgabe der EU - völlige Neutralität. Hauptverantwortlich für den Brexit: BoJo und die Brexeteers. Danach einige Zeit warten, fünf oder 10 Jahre. Was GB in dieser Zeit macht, kann der EU schnuppe sein. GB hat dann den Stand von Sierra Leone oder Burkina Faso. Man kennt sich, man pflegt gutnachbarliche Beziehungen und ansonsten ist GB das typische Nicht-EU-Mitglied. Kommt GB nach dieser Zeit wieder auf die Idee, Mitglied der EU zu werden, kann man den Antrag im Sinne dieser gutnachbarlichen Beziehungen wohlwollend prüfen. Mehr auch nicht. Ob GB in diesen fünf oder 10 Jahren zur führenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen oder auf den Stand der 3. Welt abgesackt ist, spielt keine Rolle.
Wobei ich schon sagen würde, dass ein Austritt mit Vertrag besser wäre. Für beide Seiten. Falls nicht, lag es sicher nicht an der Geduld und am Verhandlungswillen der EU.

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Gerwien 04.09.2019, 11:27
117. Nicht zu glauben.

Zitat von pnegi
"Sie glauben ja nicht, wie gross der Zorn der Wähler in GB ob diesen dreijährigen Affentheaters im Parlament mittlerweile ist..."
Und trotzdem wagen Sie die These, dass die Briten die Kandidaten der Conservatives wählen? Einer Partei, die das Affentheater zu verantworten hat?

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grotefend 04.09.2019, 11:28
118.

Zitat von artep
Herrlich, dieser Mr. Speaker, John Bercow, und sein wildgewordener Parlamentarierhaufen. Dabei ist Mr. Bercow, soweit ich weiß, selbst Remainer. Was ich am meisten am Brexit bedauern werde, sind die dann fehlenden Reportagen aus dem Britischen Unterhaus. Vielleicht kann man ja unsere "Öffentlich Rechtlichen" trotzdem überreden, danach 1mal wöchentlich anstelle eines Krimis eine Übertragung aus GBs Unterhaus zu bringen.
Die Debatten kann man im Internet live und kostenlos ansehen.

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vothka 04.09.2019, 11:30
119.

Zitat von Nandiux
Es gab zwar eine knappe Mehrheit für einen Brexit, aber es wurde damals nicht gefragt, ob man einen Austritt ohne Deal bevorzugt. Deshalb handeln eher die Abgeordneten verantwortungsvoll, die dieses Szenario noch verhindern wollen. Mit Figuren wie Johnson und Rees-Mogg lässt sich kein Staat machen.
Das Referendum ging um Artikel 50 - das ist der Exit ohne Deal.
Jede Argumentation von "aber nur mit Deal" kann man nur als vorgeschoben ansehen

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