Forum: Politik
Brexit-Drama im Unterhaus: Verraten und verzockt
Vudi Xhymshiti/ DPA

Dramatische Szenen im britischen Parlament: Die Abgeordneten haben Boris Johnson eine bittere Niederlage zugefügt. Doch der Premier ist zum Brexit wild entschlossen - und noch nicht gescheitert.

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Meckerer 04.09.2019, 09:53
30. Von der Insel nichts neues!

Margaret Thatcher war die letzte Engländerin als Primärminister mit der man nicht reden konnte. Sie musste nach guter alter englischer Tradition einen Krieg los treten. Sie war ja auch gegen die Wiedervereinigung. Das Dilemma der Briten ist immer das gleiche nur dass man heute keine Kriege mehr führt. Also sollten wir froh sein dass die Engländer nur debattieren. Die Briten haben sich tatsächlich weiter entwickelt ansonsten hätten wir wieder Krieg. Immer wenn es der britischen Wirtschaft schlecht ging, haben sie die anderen zerstört, also Krieg geführt. Die Bagdad Eisenbahn war eines der größten Dilemma der Briten. Ein fairer Wettbewerb war für die Briten, wie so oft, ausgeschlossen.

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Archie69 04.09.2019, 09:53
31. Das große Problem ist,

dass bei dem Referendum, welches sogar nicht mal bindend gewesen wäre, zwar entschieden wurde den Brexit zu vollziehen, aber nicht, ob zwingend mit Deal oder auch ohne. Mag ja sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung und sogar des Parlaments immer noch für einen Brexit ist, aber nicht unbedingt für einen ungeregelten und am Parlament vorbei. Das zeigt, das Referenden vielleicht bei relativ einfachen Fragen wie Rauchverbot in Kneipen ja/nein funktionieren, aber nicht für komplexe Fragen.

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MisterD 04.09.2019, 09:54
32. Ja... ist es...

Zitat von RalfHenrichs
Wenn der Bericht so stimmt, kann ich mir folgendes Szenario vorstellen.: 1. Das Unter- und danach auch Oberhaus verabschiedet das No-No-Brexit Gesetz. 2. Johnsson gewinnt die Wahlen. 3. Das Unter- und danach auch Oberhaus hebt mit neuer Mehrheit das No-No-Brexit-Gesetz wieder auf. Ist das so unwahrscheinlich?
denn es ist höchst zweifelhaft, ob Johnson eine Neuwahl gewinnen würde. Er hat in den wenigen Tagen seiner Amtszeit schon so viel Porzellan zerschlagen und vor allem das No-Deal-Lager mit seiner fast schon diktatorischen Vorgehensweise brüskiert.
Ich glaube nicht, dass ihm und den Brexiteers am 14. Oktober eine Mehrheit der Briten ihre Stimme geben würden...

Und ich sage das nicht, weil ich eine Verlängerung der Frist möchte. Ganz im Gegenteil, wenn es nach mir ginge, hätte ich schon im Juli die Grenzen geschlossen und LKW aus dem UK durch den "roten Ausgang" nach Europa fahren lassen... also durch den Zoll, den auch alle anderen Drittstaaten passieren müssen...

Man muss leider sagen... das Theater mit den Briten wird weitergehen. Prima für den Goldpreis...

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hans_sebbo 04.09.2019, 09:54
33. Staatskrise

... hätten wir im Deutschen Bundestag ähnliche Zustände, stünde halb Deutschland schon längst Kopf und die Staatskrise würde ausgerufen. In GB bleibt man cool und gelassen ...

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Neapolitaner 04.09.2019, 09:55
34. Verlängerung zum 19.1. ist Quatsch

...Das war irgendwo zu lesen, eine "weitere" Verlängerung des EU-Austritts, nachdem er bereits 3mal verlängert wurde. Die Frist wäre (viel) zu kurz. Unter einem halben Jahr Fristverlängerung geht da gar nichts, und man kann nur hoffen, dass UvdL hier die richtigen Weichen stellt. Es reicht jetzt. Vor allem nicht immer weitere Gipfel wg. GB. Es ist ein lächerliches Theater.

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hans_habermoos 04.09.2019, 09:56
35. Was soll das?

Wieso diese ständig diese hämische Berichterstattung über das Parlament in GB? Das britische Parlament hat eine über 600 jährige Geschichte und ist mit seinem entwickelten zwei Kammersystem die Wiege der Demokratie. Die Briten haben bisher jede noch so schwierige Lage demokratisch gemeistert. Wenn ich da auf die deutsche demokratische Geschichte schaue kann ich wirklich kot..n. Abgesehen davon, dass die Vermögenden der deutschen Wirtschaft das deutsche Parlament nach Belieben versklavt, fallen auch noch die Parlamentarier vor Ehrfurcht der Superreichen direkt auf die Knie und werden zu Stiefelleckern. Nebenbei: Auch den Briten haben wir es zu verdanken, das wir überhaupt sowas wie eine Demokratie haben. Also SPON, mal etwas den Ball flachhalten...

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willi_behle 04.09.2019, 09:59
36. da muss nicht kommentiert werden

da spricht die debatte im unterhaus für sich. es wäre schön, wenn sich so etwas auch in der brd entwickeln könnte. die briten machen vor wie man gleichschaltung von meinungen in politik und medien verhindert. das mag alles chaotisch aussehen, aber immerhin wurde die einsame entscheidung "zum ungeordneten brexit" von herrn johnson und dessen anhänger durch eine demokratische entscheidung fürs erste auf eis gelegt. da kann sich das parlament der brd eine scheibe abschneiden, das einsame entscheidungen der kanzlerin ohne jeden widerspruch abgesegnet und in einem noch nie gewesenem ausmaß, durch parlamentarier und medien, die politische meinung mit der regierung gleichgeschaltet ist. zu den meisten "wichtigen" entscheidungen der kanzlerin wurde das parlament der brd überhaupt nicht gefragt. glückliches gb wo eigene meinungen, auch in der politik, (ob nun je nach sicht der dinge "falsch" oder "richtig") zur tradition gehören, "fröhliche" urstände feiern und dies auch öffentlich kommuniziert wird..

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österreichischeschule 04.09.2019, 09:59
37. Neuwahlen fürhen (aktuell) in den No-Deal-Brexit

Falls Boris Johnson es schafft, die 2/3-Mehrheit für Neuwahlen zu provozieren, dann kriegen wir wahrscheinlich ein Bündnis aus Tories und Brexit-Partei. Die werden den Austritt dann ohne wenn und aber durchziehen, um in die Geschichtsbücher zu kommen. Der No-Deal-Brexit würde dann sicher kommen, da die EU mit diesen Personen kaum noch ernsthaft verhandeln kann. Und alle werden sagen: Nun geht es zu Ende.
Was aber wenn Folgendes passiert: Das Pfund wertet brutal ab, die Bank of England senkt radikal die Zinsen. Beides stärkt die Unternehmen und den Immobilienmarkt im Land. Importe werden so teuer, das wieder stärker einheimische Produkte konsumiert werden. Boris Johnson baut GB zur Steueroase wie Irland oder Luxemburg aus und das zieht viele Investitionen (auch in den Immobilienmarkt) und internationale Unternehmen an (z.B. BASF verlagert Ihren Sitz auf die Insel um der EU-Co2-Steuer zu entkommen). Wir in Deutschland erleben dank der neuen Vermögenssteuer massive Kapitalflucht auf die Insel. Die Briten machen wieder Urlaub zu Hause, da das Pfund so niedrig steht und Malle zu teuer ist und kaufen nur noch britische Autos usw. All dies und viele andere Faktoren (Not macht erfinderisch und schweißt zusammen) kurbelt die Wirtschaft an und GB steht nach 3 Jahren Rosskur besser da als jemals zuvor... Unglaublich ? Warten wir es ab.

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Beat Adler 04.09.2019, 10:00
38. Ein No-Deal-Brexit trifft Beide: GB sehr und die EU ein bisschen!

Zitat von mwroer
Sorry aber das ist alles Kristallkugel :) Im Falle von Neuwahlen vor dem 31.10. - was ggf noch funktioniert wenn man jetzt beginnt - wird die gesamte Presse der Insel und in Europa den siebten Kreis der Hölle als Normalzustand im Falle eines Wahlsieges von Johnson und eines folgenden Brexit beschreiben. Mit anderen Worten: Sie kriegen eine nie dagewesene Lügen- und Propagandaschlacht die das UK auf viele Jahre hinaus unwiderruflich in 2 Lager spalten und immensen Schaden anrichten wird. Weitaus schlimmeren als der Brexit, egal in welcher Variante, es jemals könnte. Vorteil: Viele deutsche Foristen könnten sich freuen dass das UK in der EU verbleibt. Das dies dem UK schadet interessiert keinen wirklich. Die EU darf nicht verlassen werden, egal von wem, hat sich. Wer das nicht versteht ist doof. Nun wäre die beste Option natürlich wenn das Unterhaus einfach den Austrittsantrag zurücknimmt - und man sich danach im Unterhaus in aller Ruhe mit Neuwahlen und Referenden beschäftigt, die Probleme löst die der Brexit so mit sich bringt und dann, wenn man das immer noch will, ausscheidet. Scheint aber auch keiner zu wollen. Das Unterhaus killt das UK mit noch einer Verlängerung und die EU schwächt das UK und sich selbst wieder einmal weil sie darauf eingehen wird. Mittlerweile sehe ich die Verantwortung zu 50% bei der EU und die andere Hälfte im UK. Das in der Gewissheit das die EU im Falle einer Bitte um Verlängerung wieder verlängern wird. Da treffen Planlose auf Rückratlose. Das Ergebnis wird ein Desaster für beide aber ... das konnte dann natürlich niemand kommen sehen. Klar.
Ein No-Deal-Brexit trifft Beide: GB sehr und die EU ein bisschen!

Anders gesagt: Grossbritanien leidet viel Jahre und kann die katastrophalen Folgen kaum abfedern, die Rest EU der 27 leidet kurz und kann Dank der Groesse alle negativen Folgen leicht abfedern.

Wie kommt es zur Aussage, dass die Schuld am Brexitchaos 50:50 GB:EU sei? Bitte erklaeren.

Schuld am Brexitchaos ist zu Aller-Vorderst und hauptsaechlich eine Demokratie, die aelteste der Welt, ohne kodifizierte, echte, geschriebene und aktualisierte Verfassung, mit der Krone als ZUSAETZLICHE Staatsgewalt, die NICHT von der Jurikative ueberwacht, kontolliert, sanktionier werden darf. Eine Demokratie, die sich ein House of Lords, Oberhaus, leistet, wo die Sitze weitervererbt werden. Unter diesen Umlstaenden kann jeder wildgewordene, von allen guten Geistern verlassenn, vom Volk nicht gewaehlte Premierminister an Schrauben drehen, Weichen umstellen, offensichtlich nach belieben!
mfG Beat

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artep 04.09.2019, 10:02
39. Göttlich

Herrlich, dieser Mr. Speaker, John Bercow, und sein wildgewordener Parlamentarierhaufen. Dabei ist Mr. Bercow, soweit ich weiß, selbst Remainer.
Was ich am meisten am Brexit bedauern werde, sind die dann fehlenden Reportagen aus dem Britischen Unterhaus.
Vielleicht kann man ja unsere "Öffentlich Rechtlichen" trotzdem überreden, danach 1mal wöchentlich anstelle eines Krimis eine Übertragung aus GBs Unterhaus zu bringen.

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