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Brexit-Drama im Unterhaus: Verraten und verzockt
Vudi Xhymshiti/ DPA

Dramatische Szenen im britischen Parlament: Die Abgeordneten haben Boris Johnson eine bittere Niederlage zugefügt. Doch der Premier ist zum Brexit wild entschlossen - und noch nicht gescheitert.

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der-junge-scharwenka 04.09.2019, 10:46
80.

Zitat von archi47
Ihre Betrachtungsweise engt sich auf die EU-GB Beziehung ein. Tatsächlich ist aber China, Rußland, Japan, USA, Indien, der afrikanische und südamerikanischen Kontinent auch mit im Spiel. Das sind zu viele Unbekannte. Es verbieten sich Prognosen, außer schiere Größenvergleiche und da hat die EU die Nase vorne...
China wird sicher Mittel und Wege finden, mit UK Handel zu treiben, wenn China das will; kein Zweifel. Eine andere Frage ist, ob das dann die gleiche Priorität besitzt wie der Handel mit der EU. Dazu brauchen wir keine Prognose anzustellen; die Frage können wir klar beantworten. Und dafür brauchen wir auch keine "Unbekannten" in die Rechnung einzupreisen. Ein Stand-Alone ist für jeden Handelspartner von geringem Interesse, wenn er anderenorts Zugang zu einem viel größeren Markt haben kann. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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burlei 04.09.2019, 10:47
81. @mwroer, #14

Ich schreib mal schamlos bei Ihnen ab und verändere den Text ein ganz kleines bisschen:

"Im Falle von Neuwahlen vor dem 31.10. - was ggf noch funktioniert wenn man jetzt beginnt - wird die gesamte rechte Presse der Insel den siebten Kreis der Hölle als Normalzustand im Falle einer Niederlage von Johnson und eines folgenden Brexit mit Vertrag beschreiben.

Mit anderen Worten: Sie kriegen eine nie dagewesene Lügen- und Propagandaschlacht die das UK auf viele Jahre hinaus unwiderruflich in 2 Lager spalten und immensen Schaden anrichten wird. Weitaus schlimmeren als der Brexit, egal in welcher Variante, es jemals könnte.

Vorteil: Viele deutsche Foristen könnten sich freuen dass das UK aus der EU kippt. Das dies dem UK schadet interessiert keinen wirklich. Die EU muss verlassen werden, egal von wem, hat sich.

Wer das nicht versteht ist doof."

So einfach ist das. Die Situation war in dem Moment völlig verfahren, als David Cameron eine Meinungsumfrage zu einem bindenden Referendum hochjazzte. Wenn das hier Schule macht, dürften wir nach jeder der monatlichen "Sonntagsfragen" mal wieder eine neue Regierung haben. Es haben sich grade mal 51,9% für den Austritt, 48,1% für einen Verbleib ausgesprochen. Da ging es noch nicht einmal darum, ob man jetzt mit einem Abkommen austritt oder ohne Abkommen, ob es ernstzunehmende Auswirkungen gibt oder nicht.

Spätestens nach der Aushandlung des Vertrages hätte die Regierung den Vertrag offen legen und die Bevölkerung um ihre Meinung fragen müssen. Aber da war die Regierung schon durch Populisten gekapert worden, also viel zu spät für Ruhe und Gelassenheit.

Neuwahlen vor dem Brexit bringen nichts. Selbst wenn die Opposition, nennen wir sie mal "Wer auch immer" die stärkste Kraft wird, geht es dann nicht mehr um Verbleib oder Austritt. Dann geht es nur noch um mit oder ohne Vertrag. Dazu dann noch das ständige "Dagegen!"-Trommelfeuer der Brexiteers und ihrer Medien und es wird sich nichts, überhaupt nichts gegenüber dem jetzigen Zustand ändern. Selbst wenn "Wer auch immer" den Vertrag ratifiziert, wird jedes kleine Problemchen in den zwei Jahren des gleitenden Überganges von den Brexeteers als der totale Untergang des VK angeprangert werden.

Es gibt eigentlich nur eine saubere Lösung - GB tritt unter BoJo am 31.10 aus. Mit Vertrag oder ohne, völlig Wurscht. Hauptsache raus. Die Aufgabe der EU - völlige Neutralität. Hauptverantwortlich für den Brexit: BoJo und die Brexeteers. Danach einige Zeit warten, fünf oder 10 Jahre. Was GB in dieser Zeit macht, kann der EU schnuppe sein. GB hat dann den Stand von Sierra Leone oder Burkina Faso. Man kennt sich, man pflegt gutnachbarliche Beziehungen und ansonsten ist GB das typische Nicht-EU-Mitglied. Kommt GB nach dieser Zeit wieder auf die Idee, Mitglied der EU zu werden, kann man den Antrag im Sinne dieser gutnachbarlichen Beziehungen wohlwollend prüfen. Mehr auch nicht. Ob GB in diesen fünf oder 10 Jahren zur führenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen oder auf den Stand der 3. Welt abgesackt ist, spielt keine Rolle.

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österreichischeschule 04.09.2019, 10:49
82.

Zitat von archi47
Ihre Betrachtungsweise engt sich auf die EU-GB Beziehung ein. Tatsächlich ist aber China, Rußland, Japan, USA, Indien, der afrikanische und südamerikanischen Kontinent auch mit im Spiel. Das sind zu viele Unbekannte. Es verbieten sich Prognosen, außer schiere Größenvergleiche und da hat die EU die Nase vorne...
"Prognosen sind schwierig vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen." Da haben Sie Recht. Daher sollte man aber auch nicht davon ausgehen, dass es feststeht, das GB nach einem No-Deal-Brexit dem Untergang geweiht ist. Und das Größe nicht alles ist, kann man schließlich auch an der Schweiz sehen, die mit Ihrem Staatsmodell bisher äußerst erfolgreich sind (oder Norwegen).

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soerensen 04.09.2019, 10:49
83. @hans_habermoos

Nicht spon macht das Parlament lächerlich sondern das Parlament macht das Parlament lächerlich.

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frenchie3 04.09.2019, 10:50
84. @35 Saugut, echt

Zitate:"Das britische Parlament hat eine über 600 jährige Geschichte..." und "bisher jede noch so schwierige Lage demokratisch gemeistert". Na, wie toll daß man aus der Vergangenheit gelernt hat. Statt Forderungen mit Kanonenbooten einzutreiben (beispielsweise Opiumkriege) beschränkt man sich auf "vor der Kasse rumrollen" und "ich will, ich will" schreien. Wahrlich, von der britischen Demokratie lernen heißt Bescheidenheit lernen. Und mal ein bißchen das Parlament aussperren bringt Leben in die Bude, voll demokratisch.

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neckargirl1 04.09.2019, 10:50
85.

Zitat von pepe-b
Nein, die Briten wählten nicht anders, als prognostiziert. Es war immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen innerhalb der normalen statistischen Fehlertoleranz von 2-3%. So sah das Ergebnis des Referendums dann auch aus, nur halt andersrum als erhofft. Trotzdem innerhalb der normalen Fehlertoleranz. Bei Trump übrigens das gleiche.
Bei T. Mays Neuwahlen allerdings nicht

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Archie69 04.09.2019, 10:51
86. Genau so wird es kommen,

Zitat von österreichischeschule
Falls Boris Johnson es schafft, die 2/3-Mehrheit für Neuwahlen zu provozieren, dann kriegen wir wahrscheinlich ein Bündnis aus Tories und Brexit-Partei. Die werden den Austritt dann ohne wenn und aber durchziehen, um in die Geschichtsbücher zu kommen. Der No-Deal-Brexit würde dann sicher kommen, da die EU mit diesen Personen kaum noch ernsthaft verhandeln kann. Und alle werden sagen: Nun geht es zu Ende. Was aber wenn Folgendes passiert: Das Pfund wertet brutal ab, die Bank of England senkt radikal die Zinsen. Beides stärkt die Unternehmen und den Immobilienmarkt im Land. Importe werden so teuer, das wieder stärker einheimische Produkte konsumiert werden. Boris Johnson baut GB zur Steueroase wie Irland oder Luxemburg aus und das zieht viele Investitionen (auch in den Immobilienmarkt) und internationale Unternehmen an (z.B. BASF verlagert Ihren Sitz auf die Insel um der EU-Co2-Steuer zu entkommen). Wir in Deutschland erleben dank der neuen Vermögenssteuer massive Kapitalflucht auf die Insel. Die Briten machen wieder Urlaub zu Hause, da das Pfund so niedrig steht und Malle zu teuer ist und kaufen nur noch britische Autos usw. All dies und viele andere Faktoren (Not macht erfinderisch und schweißt zusammen) kurbelt die Wirtschaft an und GB steht nach 3 Jahren Rosskur besser da als jemals zuvor... Unglaublich ? Warten wir es ab.
nur dass selbst Boris in seiner Antrittsrede von einem blühenden GB bis 2050 gesprochen hat. Da liegen schon 90 % der heute über 50 jährigen 2 Meter unter der Erde. Dieser Aufschwung benötigt natürlich zusätzliche Arbeitskräfte, was nur durch massive Zuwanderung bewältigt werden kann. Ein Argument für den Brexit war ja genau diese Zuwanderung – aber nicht von irgendwo in der Welt sondern aus der EU. Damals wurde in erster Linie gegen die 2 Mio Polen und Rumänen Stimmung gemacht und nicht gegen die paar Tausend Flüchtlinge aus Syrien.

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ForumBesucher 04.09.2019, 10:52
87. Schlecht

Für die EU, wenn die Hängepartei weitergeht. Ein No-Brexit wäre eine klare Angelegenheit, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Briten lähmen die EU. Das muss aufhören. Warum schlagen alle auf den Boris ein, der doch nur ein unwürdiges Schauspiel zu Ende bringen will. Den Brexit wollten die Briten, dann sollen sie ihn doch endlich auch bekommen.

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raoul2 04.09.2019, 10:55
88. Sehr unwahrscheinlich

Zitat von RalfHenrichs
Sieht gut aus für Johnson - Wenn der Bericht so stimmt, kann ich mir folgendes Szenario vorstellen.: 1. Das Unter- und danach auch Oberhaus verabschiedet das No-No-Brexit Gesetz. 2. Johnsson gewinnt die Wahlen. 3. Das Unter- und danach auch Oberhaus hebt mit neuer Mehrheit das No-No-Brexit-Gesetz wieder auf. Ist das so unwahrscheinlich?
Es steht ja nicht einmal fest, daß der Clown eine erforderliche Mehrheit für Neuwahlen bekommt. Und daß er - falls es schnell zu solchen Wahlen kommen sollte - dann auch noch derart viele Stimmen bekommen würde, wie Sie es sich möglicherweise wünschen, steht auch längst nicht fest. Ganz zu schweigen von der zeitlichen Abfolge - alles nicht leicht zu bewerkstelligen.

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frenchie3 04.09.2019, 10:57
89. @40 Interessante Lösung

Ihr Partner haut ab und kauft weiter mit Ihrer Kreditkarte ein. Sie holen sich dann am Jahresende das Geld von der Bank wieder. Jetzt interessiert mich doch die Begründung warum man so dämlich sein sollte. Hätten Sie da einen Vorschlag?

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