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Brexit-Durchbruch: Jetzt geht's erst richtig los
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London und Brüssel haben den Durchbruch geschafft: Die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen kann beginnen. Die aber dürfte noch schwieriger werden - darum geht's.

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Zvonko 08.12.2017, 12:22
1. sehe ich es nur so .....

...oder wurde tatsächlich gar nichts erreicht. Harte Grenze, weiche Grenze, aber ohne auch nur eine Idee zu haben, wie dieses ablaufen soll. Dann dürfen die bereits in GB lebenden EU Bürger, aber auch nur diese, weiter in GB bleiben und für alle anderen EU Bürger gibt es hier keine Freizügigkeit.
Was ist mit den Zahlungen, ohne die es noch vor einigen Tagen keine weiteren Verhandlungen geben sollten? Diese sind auf einmal kein Thema mehr.
Da verkauft doch jemand die Werte der EU für nen Appel und en Ei. Traurig, sehr traurig was hier gerade den EU Bürgern vorgegaukelt und angetan wird.

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peterpahn 08.12.2017, 12:23
2. Die EU kann beim Brexit nur verlieren, denn ...

Die EU kann beim Brexit nur verlieren, denn die ganze Linie, den Briten den Austritt so schwer und schmerzhaft wie möglich zu gestalten, spricht Bände; fast wie ein Fitness-Studio, das ein Mitglied nicht aus einem bestehenden Vertrag entlassen will, um nochmal 6 oder 12 Monate Beiträge zu kassieren - für neue Mitglieder sind solche Katastrophen-Buden natürlich längst nicht mehr attraktiv, weswegen sie sich noch stärker an die verbliebenen Mitglieder klammern und zunehmend auf Drohungen zurückgreifen (siehe jetzt aktuelle Vertragsverletzungsverfahren gegen mitteleuropäische Länder). Nein, Spaß beiseite, die EU braucht dringend Reformen, aber nicht solche, wie sie Macron, Juncker, Schulz und Merkel vorschweben, sondern ein Europa der Freiwilligkeit und Subsidiarität; und als wichtigste Einzelmaßnahme braucht Europa eine Insolvenzornung für Staaten der Euro-Zone.

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UnitedEurope 08.12.2017, 12:32
3.

Das scheint doch, auf dem Papier zumindest, ein halbwegs gangbarer Weg zu sein. Ich freue mich insbesondere, dass Irland nicht nur nicht Übergängen wurde, sondern sich zu 100% durchgesetzt hat. Unsere Loyalität sollte schliesslich mit den verbliebenen Mitgliedern sein, nicht den Briten.

Ob der Brexit wirklich so dann kommt werden wir sehen, ich denke die Hardcore Brexiteers werden weiter sticheln, aber einen besseren Deal werden sie nicht bekommen. Schade, es war fast schon amüsant zu sehen wie die britische Regierung ein ums andere Mal an den anderen 27 zerschellt ist ..

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dr_jp 08.12.2017, 12:40
4. Peinlich

Es ist mittlerweise so dermassen peinlich, wie wichtig sich Juncker und seine Getreuen finden. Bezüglich der komplexen Brexitverhandlungen wird es noch peinlicher, da die Verantwortlichen bei der Gründung der EU selbst diese komplizierten Verträge geschustert haben. Und GB wollte schon immer eine Sonderrolle haben und deshalb hätte ich die Großbritanien (eher Kleinbritanien) gar nicht in die EU aufgenommen. Ich bin froh, wenn der Brexit abgeschlossen ist und dieses ganze Gezeter ein Ende hat.

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spon_2999637 08.12.2017, 12:51
5. .

"Zwar werden alle britischen und EU-Bürger weiterhin dort leben und arbeiten dürfen, wo sie es vor dem Brexit getan haben, auch hätten sie weiterhin Zugang etwa zur Gesundheitsversorgung. Die entsprechenden Rechte würden ins finale Austrittsabkommen eingehen, das wiederum Teil des britischen Gesetzes werde. Dieser Punkt war den EU-Unterhändlern entscheidend, denn dann können die Briten die Bürgerrechte nicht mehr in Zukunft einseitig beschneiden."

Aha - und wer hindert die britische Regierung daran, z.B. 10 Jahre nach dem Austritt diese Rechte im nationalen Gesetz zu beschneiden? Welches Druckmittel hat die EU ggü. einem Nicht-Mitglied? Embargo und Handelskrieg?

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hans-rai 08.12.2017, 12:51
6. England bleibt also an der EU-Leine

Wenigstens bis 2020 scheint es ein Brexit "light" zu sein. Jedenfalls was man aus der regelung für die Zahlungsverpflichtungen ableiten kann. Gut so! Europa und Großbritannien sollten sich eigentlich nicht zu weit voneinander entfernen. Das schadet letztlich beiden. Wenn beide aus dem Unbehagen der Bürger an der jetzigen EU-Konstruktion lernen, könnte insgesamt doch noch etwas Positives dabei herauskommen.

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enzio 08.12.2017, 13:06
7. Als Bettvorleger gelandet

Wie klang es doch aus dem Brüsseler Raumschiff? Ganz hart muss verhandelt werden, ohne klare Ergebnisse in der irischen Grenzfrage, bei der Zuständigkeit des EuGH und vor allem beim Trennungsgeld kann die zweite Runde der Verhandlungen nicht eingeläutet werden. Den Briten und allen, die es wagen wollen, die EU zu verlassen, wird die große Keule gezeigt. Und was haben wir jetzt? Keine Klarheit bei der Grenzfrage, keine Zuständigkeit des EuGH und beim Trennungsgeld wird vage von 50-60 Mrd. € gesprochen, wo vorher stolz von 100 Mrd. die Rede war. Die Kommission ist als Bettvorleger gelandet, und das ist auch gut so. Ohne zu wissen, wie die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien aussehen, lässt sich ernsthaft nicht über die Grenze zwischen Irland und Nordirland verhandeln, die Zuständigkeit des EuGH in Großbritannien einzufordern, war eh albern, und der Scheidungspreis, das war allen Vernünftigen klar, wird erst am Ende genau bestimmt. Die Realpolitik hat sich durchgesetzt - auch in Brüssel. Prima, nur warum vorher dieses Tamtam?

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SWK 08.12.2017, 13:08
8. Der Artikel bringt es ganz gut rüber.

Im parallelen SPON Artikel "Reaktionen" habe ich nur einen richtig dummen Kommentar (den von Herrn Gove) und einen wenig intelligenten Kommentar (den von Herrn Hammond) gelesen. Alle anderen haben die Sache mehr oder weniger richtig eingeschätzt. Gerade Herr Gove hat überhaupt nicht begriffen, was passiert ist - aber das passt zu ihm. Bemerkenswert die Erleichterung von Herrn Johnson, der über die notwendige Mindestintelligenz verfügt, die Gefahren von dem richtig einzuschätzen, was er selbst angerichtet hat. Seine Leute werden ihn darüber hinaus entsprechend gebrieft haben. Das Sicherheitsnetz hängt nun und jetzt kann er sicher sein, dass bei jedem Ausgang wenigstens das Allerschlimmste vermieden wird: Die Gefahren gegenseitiger Massenausweisungen von Millionen und wieder potentieller (Bürger-)Krieg zwischen Irland und UK sind jetzt vom Tisch. Darum ging es hier, um nichts anderes. Mit dem Rest - einschließlich zwischenzeitlicher Abstürze - wird man jetzt in der Tat "irgendwie" leben können, egal was kommt. Der weiße Rauch von Herrn Selmayr ist also vollauf berechtigt.

Eine Uneinigkeit der EU-Staaten schadet übrigens vor allem UK: Keine Mehrheiten - kein Abkommen - sauberer "cliff edge" Schnitt - damit KEIN Freihandel mit EU. Ganz einfach. Zwietracht sähen ist also keine gute Idee - für UK.

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sikasuu 08.12.2017, 13:14
9. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird das auf Norwegen etc.....

Schweiz Status hinauslaufen mit ein paar Britischen Eigenheiten, aber doch so im Grundsatz. Wie May ein NI-Sonderstatus aber innenpolitisch verkaufen will, z.B. gegenüber Schottland, wer weis das?
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Ob das innenpolitisch durchs Parlament geht dito.
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1 Jahr Zeit gewonnen, mehr mMn. ist nicht passiert. Das Abkommen muss von den 27 &EUParlament & auch noch von Westminster ratifiziert werden und der "Teufel steckt im Kleingedruckten" was jetzt kommt.
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Ist Junkers nicht der Politiker der mal in einer ehrlichen Stunde öffentlich gesagt hat: "Wenn es hart auf hart geht, müssen Politiker auch mal lügen?"
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Na ja, weiter im Text, mal sehen was raus kommt & das wir das größte Problem werden, wie May diesen & weitere Einigungen innenpolitisch verkauft!

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