Forum: Politik
Brexit-Folgen: Das Ende des Empire-Gefühls
AFP

Der Brexit weckt bei manchen Briten Träume von einem "Empire 2.0". Die übersteigerten Erwartungen belasten nicht nur die Austrittsverhandlungen: Auf der Insel droht ein Gefühl nationaler Demütigung.

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Jürgen Thiede 21.07.2017, 17:23
80.

Zitat von simonweber1
Brandschutzverordnung kommt doch gerade von der EU.
Bei den Tests, die von den britischen Behörden nach der Brandkatastrophe bei anderen Hochhäusern durchgeführt wurden, kam heraus, dass keines der geprüften Gebäude den Anforderungen entsprach. Dazu sind Brandschutzvorschriften gut. Im UK wurden sie Mitte der achtziger Jahre gelockert und die Einhaltung nicht behördlich überprüft.

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brucewillisdoesit 21.07.2017, 17:24
81. Logik

Zitat von gutmichl
Vielleicht wird nach der Wahl in Deutschland der Flüchtlingsstrom wieder anschwellen und die Briten in ihrem Votum erneut bestärken. Die Kontrolle über Zuwanderung ist ein Grundprinzip eines Staates, auch wenn das deutsche Politiker nicht verstehen. England ist bereit, Grundprinzipien auch mal ein paar Quartalszahlen zu opfern.
Nun, da das UK nie Schengenland war, wird man auch seine Souveränität über die Grenzen, die man nie verloren hat, durch einen Brexit deswegen nicht wiedererlangen können. Was gar nicht weg war, wird nicht erst wiederkommen. Oder anders: natürlich haben die Flüchtlinge nichts mit dem Brexit zu tun. Es sind immer nur AFD-Fans die das mangels besseren Verständnisses glauben oder andere Glauben machen möchten. Was natürlich volkommener Blödsinn ist. das ist so realistisch wie Verhalten von Mao in den 60ern enormen Einfluß auf die nächsten Bundestagswahlen zuzuschreiben.
Nun denn, wenn man bereit ist wirtschaftlich irrational zu handeln, nur um falschen Behauptungen zu folgen, dann bitte. Sollte man nur hier nicht unbedingt nachmachen. Wur sind die vergangenen Jahrzehnte mit halbwegs rationaken Entscheidungen eher gut gefahren. Die Frage ist nur, ob die Pro-Brexit Wähler bei: "Keine EU-Einwanderung mehr, aber immer noch aus Indien, Pakistan etc., dafür aber Stagnation der Wirtschaft, Wohlstandsverlust und keine Möglichkeit das EuGH anzurufen, z.B. im Falle der IP-Bill" tatsächlich dort ihr Kreuz gemacht hätten, so wie sie suggerieren. Ich denke kaum. So verblödet sind nur die wirklich bildungsfernsten Schichten, die aber glücklicherweise (sowohl im UK, als auch D) bestenfalls 10-20% aber niemals 50% der Population ausmachen.

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bw47 21.07.2017, 17:24
82. Sagen wir unentschieden!

Das ganze nimmt tatsächlich sehr komische Züge an und erinnert stark an Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" Mit abgehakten Armen und Beinen schön noch einen auf dicke Hose machen - sagen wir Unentschieden? Oder doch nicht?

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newbie99 21.07.2017, 17:24
83. Die vermeintlich ach so böse EU!?!

Die Britten hätten ihre Freiheit wiedererlangt, kann man hier lesen! Was für große Worte. Aber wovon? Die Britten waren doch überall dabei, bei jenen Entscheidungen, die sie jetzt so wahnsinnig knechten. Was soll das!

Jemand schrieb hier, jetzt könnten die endlich wieder ihre Staubsauger-Wattgiganten und Stromfresser-Glühbirnen rausholen. Mir geht es jetzt nicht um Sinn oder Unsinn dieser Gesetze. Nur muss man sich doch über eines im klaren sein: Die Gesetze, die ein nationales Parlament beschließt, sind ja nicht deshalb perse sinnvoller. Das ist doch quatsch! Wenn es eine Mehrheit im Unterhausgibt, die den notwendigen Gestaltungssinn aufbringt, Verbraucherschutz- oder Umweltschutzgesetze zu erlassen, dann kommen da genauso sinnvolle oder unsinnige Gesetze heraus - vielleicht anders, aber sicher nicht besser. Der Gesetzgeber hat generell einen Gewissen Hang dazu, vieles bestimmen zu wollen. Das ein kein EU-Problem, sondern genauso im Bundestag oder halt auch im Unterhaus anzutreffen. Und auch hier in den Foren werden bei bestimmten Problemlagen immer wieder genau solche Forderungen laut. Der einzige Unterschied für die Britten wird es demnächst sein, dass umstrittene Gesetze aus London kommen, statt aus Brüssel. Super! Das hat sich ja gelohnt!

Wir würden schon sehen, was der Austritt für die Britten bedeutet, wenn erst einmal die nächste große Flüchtlingswelle auf uns zurollt. Die Grenzen zu sichern sei schließlich "Urprinzip" der Souveränität. Ja klar! Die Flüchtlingswelle! Damit hatten die Britten überhaupt nie ein Problem, da die bei Schengen überhaupt nicht dabei waren! Denen geht es um EU-Ausländer, nicht um Marokkaner oder Syrer!

Und wenn dann immer wieder auf das Referendum verwiesen wird, dass ja so eindeutig den Volkswillen bekundet hat und jetzt doch alle Britten vermeintlich so wahnsinnig glücklich mit der Scheidung seien, dann sei angemerkt, dass das Referendum denkbar knapp ausfiel. Keine Missverständnisse: Egal wie knapp, es zählt - gem. demokratischer Prinzipien. Nur heißt das dann eben noch lange nicht, dass man davon ausgehen müsse, dass wirklich jeder Einwohner GB's mit der Entscheidung glücklich sei. Ganz, ganz knapp die Hälfte sind es augenscheinlich eben nicht. Das war keine eindeutige Entscheidung. Auch wenn sie zählt, zeigt sie sehr deutlich, wie umstritten der Ausstieg bei den Britten ist.

Die EU ist ein riesiger Segen für den Kontinent. Gäbe es sie nicht, man müsste sie erfinden! Auch wenn sie nicht perfekt ist - und das wird sie wie alles menschliche auch nie werden! - ist sie gut für uns alle. Ein Europa der ausgeprägten Nationalstaaten, wo sich jeder gegen den anderen abheben oder gar absondern will, möchte ich nicht mehr. Ich möchte keine Grenzen mehr. Und wirtschaftlich hilft es auch! Man möge mal nur mit einem Mitarbeiter eines mittelständigen Unternehmens sprechen, dass Güter innerhalb der EU Exportiert und auch außerhalb. Und dann möge man sich mal aufzeigen lassen, was das für einen Unterschied bedeutet in Sachen Bürokratie, Zoll-Abwicklung, Papiere und und und!

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Schlaukeks 21.07.2017, 17:28
84.

Zitat von H Milch
Die Engländer brauchen die EU so doll wie einen Tsunami. Die haben da nur Kohle abgegriffen und wollten die trotteligen Europäer ausnehmen. Da es nichts mehr zu holen gibt konzentriert man sich lieber auf andere Dinge.
Auch richtig aber nicht entscheidend.
Die Flüchtlingskriese und die Angst vor der Verfremdung der stolzen Inselbewohner war letztendlich der ausschlagende Punk.
London als europäisches Finanzzentrum wird es jedenfalls schwer haben, wenn die EU das so will. Das ist ja gerade das Dilemma momentan in Klein-Brittania, man hat keine Plan wie es weiter gehen soll und es gibt keinen Politiker, der am Ende Schuld sein will für den anstehenden Misserfolg. :)

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chaussmann 21.07.2017, 17:28
85. Drei haben es vermurkst und jetzt haben wir Brexit !

1. Bruessel: Haelt sich nicht an die eigenen Vertraege (Dublin, Schengen, etc), hat ein Demokratiedefizit, Mitglieder die bald keine Demokratien mehr zu sein drohen (Polen, Ungarn), verschwendet Steuergelder (Pendeln zwischen Strassburg und Bruessel, etc), das alles kommt in einer alten Demokratie wie England nicht gut an.
2. London: Genauer gesagt Westminster, hat das Land jahrzehntelang gespalten, weite Bevoelkerungsgruppen und Regionen wurden abgehaengt, die im schlecht organisiertem Referendum (Einfache Mehrheit genuegte, Schottland und Nordirland werden notfalls ignoriert) eine Moeglichkeit gesehen haben es "denen da oben" mal zu zeigen. Gleichzeitig hat London immer Rosinen gepickt und gleichzeitig allem in Bruessel zugestimmt was sie jetzt beklagen (Osteuropaeische Einwanderung, Tuerkeibuendnis, etc)
3. Berlin: Angela Merkel bestimmte selbstherrlich die EU Fluechtlingspolitik ohne andere zu fragen, das souveraene griechische Volk wird fuer seine schlechten Politiker und das Euroabenteuer bestraft, auch das ist in England nicht gerade gut angekommen.

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emobil 21.07.2017, 17:29
86. Freiheit

Zitat von nonick93
Ja klar, nationale Demütigung, weil sie ihre Freiheit wieder erlangt haben. Alles klar.
Wenn Sie noch detaillierter darstellen könnten, worin denn die "Freiheit" besteht.
Und berücksichtigen Sie bitte auch, dass ja bisher noch gar nichts Konkretes ausgehandelt ist und am Ende der Verhandlungen möglicherweise von dieser ominösen "Freiheit" gar nicht mehr so viel übrig bleibt.

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andre-bock 21.07.2017, 17:29
87. Eu

Was das wirklich ärgerliche ist, dass es mehrer europ.Staaten gibt die sich durch die EU saniert haben und nur durch die EU eine Bedeutung haben. Neben GB ist gerade Deutschland das Paradebeispiel. Merkels Macht basiert nur auf der Rolle Deutschlands in der EU. Die gefühlte Renationalisierung begann schon vor langer Zeit. GB ist nur deshalb etwas, weil Europa zuließ dass London der wichtigste Finanzplatz ganz Europas wurde und diese Rolle geben die nun freiwillig auf. Big stupidy.

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derinvestigator 21.07.2017, 17:30
88. Hoffentlich können die mutigen Briten bald andere Länder überzeugen!

Ja, das hätten einige Foristen gern, dass die Briten sich gedemütigt fühlen sollen, bloß weil sie vernünftigerweise das Wahnsinnskonstrukt EU verlassen wollen. Es ist eben nicht alles materiell übersetzbar wie in Deutschland, sondern die Freiheit, selbst über die nationalen Belange zu entscheiden und die britische Identität werden dort sehr hoch veranschlagt. Von den deutschen EU-Phantasten, von ihrem Wahn umnebelt, kann man derartiges nicht erwarten. Die Briten stehen bald in guten Verhandlungen mit den USA, Kanada, Australien und Neuseeland und werden über die Anfangsschwierigkeiten schnell hinweg kommen. Den durch und durch angepassten Europhantasten passt es einfach nicht, dass die Briten Erfolg haben könnten; daher ihre ständigen Störfeuer und Verunglimpfungen.

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Wal-Ire 21.07.2017, 17:30
89.

Zitat von rudig
weder das Eine noch das Andere wird eintreten. GB wird frei von den Vorschriften der EU sein und seinen eigenen Weg gehen.
Ohne die "Vorschriften" der EU wird es wohl kaum einen Handel geben. Die "Produkte" der Briten - und damit ist wohl neben Whiskey wohl nur noch das Banken- und Versicherungskartell der City of London gemeint - lassen sich ohne Zulassung schlecht verkaufen. Also wird man wohl weiter nach der Pfeife der EU tanzen müssen. Oder glauben Sie ernsthaft, daß die Schweiz und Norwegen - wenn es Spitz auf Knopf kommt - tatsächlich so "frei" sind? Nein, die zahlen ohne mitreden zu dürfen und genau so wird es Kleinbritannien ergehen.
Und Kleinbritannien ist näher las man denkt. In Nordirland sterben die Pro-Briten schneller weg als die Katholen Nachwuch zeugen können. Die "Wiedervereinigung" der Insel scheitert zur Zeit daran, daß in Dublin kein wirkliches Interesse besteht. Man hat nur zu gut gesehen, wie sich die BRD an der DDR verhoben hat.

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