Forum: Politik
Brexit-Hochburg Canvey Island: "Die Leute haben die Schnauze voll"
Georg Fahrion

Auf dem Weg zum Brexit machte Premier Boris Johnson diese Woche keine gute Figur: Das Unterhaus hat einen schnellen Ausstieg wohl verhindert. Wie finden das seine treusten Anhänger? Zu Besuch in einer Hochburg der Brexiteers.

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thinking_about 07.09.2019, 00:59
50. So ist es

Zitat von derhey
Die Schnauze voll sowohl Gegner als auch Befürworter. Sowohl die Briten als auch die EU haben andere Politikfelder dringlichst zu beackern als diesen dämlich Brexit. Wieder drei Monate Aufschub? Was soll das? Ich hätte die Briten gerne in der EU - aber es hat doch keinen Sinn mehr. Macht ein Ende. Die Briten wollen keine Freihandelszone wie mit Norwegen, eine harte Außengrenze die EU, entweder auf der irischen Insel oder in der irischen See, aber irgendwo dort aber keiner wirklich. Also Ende - alle werden darunter leiden, die einen weniger, die anderen mehr, wer auch immer. Die Zukunft wird es zeigen aber macht einen Knopf dran.
Da hat sogar der jüngere Bruder von Boris die Segel gestrichen, seinen Staatssekretär Posten und seine Mitgliedschaft im Parlament hingeworfen, ungeachtet der Familienbande.
Wenn eine Nation wirklich tief gespalten ist, dann ist es derzeit UK .
Das Verrückte, gäbe es Neuwahlen, würde Boris sogar derzeit siegen, davon ging er ja auch selbst aus, als er dazu aufrief. Im Parlament aber rückt man von ihm ab.
Ein Narrenspiel, und als das Parlament entschied, wir wollen keinen no Deal, sprang gleich das Pfund nach oben. Ob sie nochmal zu einer tragfähigen Entscheidung gelangen, das steht in den Sternen.
Aber die Queen gab ja ihren Segen , alle irgendwie verrückte.....splendid isolation eben im NarrenhUs....

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feverray 07.09.2019, 01:02
51.

Zitat von p-touch
wenn diese kleine Insel nicht auch Gelder aus einen EU-Fördertopf bekommt. Fallen die dann ersatzlos weg kommt das böse Erwachen.
Sie bekommen natürlich EU-Fördergelder, u.a. für den wirtschaftlichen Ausbau, Ansiedlung aber eben auch für wissenschaflichen Austauch. War selbst auch in einem EU-Förderprogramm wo eine Uni aus London mitgemacht hat. Das wird nach dem Brexit wegfallen, dann wird auch versucht werden es kleinteilig in Ansätzen wieder aufzaubauen. Ersasmus gibt auch noch, EU weiter Austausch von Studenten.

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zynischereuropäer 07.09.2019, 01:15
52. @marcus.geissler

Die Briten könnten direkt morgen austreten wenn sie wollen, schaffen es aber nicht weil das Land politisch völlig am Ende ist. Die EU mischt sich explizit nicht in die Innenpolitik ihrer Mitgliedsländer ein, besonders beim Brexit war man darauf bedacht. MMn ein großer Fehler, dann hätte man wenigstens versuchen können den ganzen Bullshit der da verbreitet wurde zu entkräften. "Die EU Regenten" (wer soll das sein? Die 27 anderen Länder oder die Beamten der EU Kommission?) würden sich liebend gern mit wichtigeren Dingen beschäftigen als mit einem Land, dessen politisches System gerade eine Kernschmelze erlebt und dessen Gesellschaft komplett gespalten ist.
Verdrehen Sie hier bitte nicht die Wahrheit.

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KayYou 07.09.2019, 01:25
53. Osterweiterung,.

Dafür waren die Briten. Das war deren Politik. Die wollten das.

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hannibalanteportas 07.09.2019, 01:49
54. Schon nachvollziehbar, aber

doch etwas klischeehaft.
Das gibt es überall, nicht nur bei den Briten. Da werden eine Handvoll Leute etwas aus dem Kontext herausgerissen dargestellt.
Wenn man hier in Bayern in einigen Gegenden in ein Wirtshaus geht, hört man solche konservativen bis z.T. nationalistisch geprägten Gespräche auch.
Inhaltlich zeigt sich deutlich, wie wenig die Vermutungen und Haltungen der Menschen etwas mit der Realität zu tun haben.
Sagt einer er wolle sich nicht von Brüssel sagen lassen, wer er zu sein hat. Und die ältere Generation lebt innerlich mehr in „der guten alten Zeit“ als im hier und jetzt.
Leute wie Johnson zielen genau auf diese Gefühle ab das macht das ganze so gefährlich.

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mig68 07.09.2019, 02:45
55. "Sie haben ihm keine Chance gegeben"

Das haben die Chavisten in Venezuela 15 Jahre lang wiederholt (Er war an der absoluten Macht). Es fehlt ein genereller Wahlführerschein!!! Mofa, Auto, Segelboot, Universität, Ausbildung etc., überall wird ein Fähigkeitsnachweis verlangt, außer bei Wahlen und Abstimmungen... Was für ein Bild gibt das für unsere Gesellschaft? Wer zu blöd ist für alles, darf trotzdem wählen. Im Osten, nichts Neues:)

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swandue 07.09.2019, 02:45
56.

Zitat von marcus.geissler
Ich denke, dass die "EU Regenten" die Briten nicht austreten lassen wollen, weil nicht sein kann was nicht sein darf! Deshalb wird Stimmung gemacht und jeder Brexitgegner unterstützt und gepuscht. Genauso wie es als Strategie scheint keine "Deal" Einigung zu finden. Es soll nur Zeit geschunden werden bis der Brexit ganz vom Tisch ist. In einem bin ich mir mittlerweile sicher, das die Britten niemals aus der EU rauskommen. Das wäre zu viel Demokratie und Freiheit für die vereinigten Staaten Europas.
Jetzt schon Legendenbildung? In 50 Jahren werden viele Leute nicht mehr wissen, dass GB jemals EU-Mitglied war.

EU und GB haben einen Vertrag ausgehandelt, aber im britischen Parlament gibt's keine Mehrheit dafür. So schaut's aus.

Die EU hat kein Interesse an einem langen Hin und Her, Ungewissheit ist keine gute Sache. Die EU hat ein Interesse an einer guten Nachbarschaft zu GB, aber zu attraktiv darf so ein Austritt natürlich auch nicht sein. Viel Lästiges loswerden, aber viel Gutes behalten - Das fänden andere Mitglieder auch toll.

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The Independent 07.09.2019, 03:02
57.

Zitat von 123rumpel123
Den Briten geht es aber nicht nur um den kleinlichen Aspekt des Haushaltsbuches, sondern um politische Unabhängigkeit. Das sind zwei Paar Schuhe.
Kurz vor dem Referendum ging es gerade und vor allem um den finanziellen Aspekt.

Die Populisten der UKiP haben vor dem Referendum werbewirksam einen Bus (der Boris Johnson und Michael Gove für die Brexit-Kampagne durch das VK chauffierte) mit einer riesigen Werbefolie durch's Land fahren lassen, auf denen in großen Lettern stand, dass nach dem Brexit wöchentlich 350 Millionen Pfund in das NHS (Gesundheitssystem) gesteckt würden (angeblich die Summe, die das VK angeblich wöchentlich an die EU zahlt. Nigel Farage hat dann nach dem Referendum zugegeben, dass die Zahl nicht stimmte, und die Angabe dieser Summe als Fehler bezeichnet.

In Interviews wurden nachweislich weitere Lügen verbreitet, und in sozialen Medien gegen die EU-Mitgliedschaft gezielt Stimmung gemacht. Auch die Murdoch-Medien (u.a. "The Sun" und Sky-TV) unterstützten vor dem Referendum die Schlüsselfigur der Brexit-Kampagne Nigel Farage (UKiP), später gesellten sich konservative Brexit-Befürworter hinzu.
Die UKiP und auch Politiker wie Boris Johnson argumentierten, dass man die eingesparten EU-Beiträge in das NHS stecken sollte, verschwiegen aber, dass die wegfallenden EU-Subventionen für die Landwirtschaft + die Hilfen für schwache Regionen (Wales, Osten + Nordosten Englands) kompensiert werden müssen, und zwar bevor man Geld in das NHS pumpt.

Zusätzlich waren so einige Bürger gar nicht richtig informiert, über was sie da eigentlich abstimmen bzw. welche Folgen der Brexit hat, was die hohe Zahl der Google-Suchanfragen unmittelbar nach dem Referendum ("was ist Brexit?") nahelegt.

Die UKiP-Hochburgen an der Ostküste Englands, deren Einwohner mit dem Brexit auf die Erhöhung der Ölfördermengen vor der Küste + die Abschaffung der (von der EU zugewiesenen) Fischfangquoten hofften, gingen bei den Kommunalwahlen im Mai wieder an die Konservativen, insgesamt verlor die Brexit-Partei 145 Sitze (Stadt- und Gemeinderäte), wobei für die UKiP in den 248 Gemeinde- und Stadträten, wo 8.886 Sitze zu vergeben waren, nun in ganz England (nicht VK) nur noch 31 Parteimitglieder sitzen.
Die Menschen sind dort auf den Trichter gekommen, dass die Brexit-Hardliner der UKiP sich nicht für die Region/die Menschen dort interessiert, und für die Zeit nach dem Brexit den Menschen dort auch nichts anzubieten haben.

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Karsten Kriwat 07.09.2019, 04:01
58. Der Brexit ist gescheitert

"Brexit-Boris" wird es gar nicht mehr gelingen, eine Mehrheit im britischen Parlament hinter sich zu vereinen. Der Brexit schein (vorerst) gescheitert zu sein. Ich hätte die "stolzen" Briten ohnehin lieber in der EU als außerhalb - auch wenn ich selbst öfter ein EU-Kritiker bin...

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The Independent 07.09.2019, 04:07
59.

Zitat von Darwins Affe
1) Warum sollte eine stolze Nation mit grosser Geschichte wie GB sich ... unterwerfen? ..... 2) Selbst Napoléon und euren Führer haben sie kleingekriegt. ....3) Die EU, insbesondere der Euro, steht zurzeit auf wackligen Beinen. .....4) In Bezug auf Einhämmern: In GB gibt es eine grosse Vielfalt an Presseorganen mit vielfältigen Meinungen. Selbst die BBC versucht zumindest eine politische Neutralität.
1) Weil die EU-Mitgliedschaft bisher nur Vorteile gebracht hat, und durch Thatcher sogar noch Sonderrabatte rausschlagen konnte. Von Unterwerfen kann da keine Rede sein. GB wusste sich immer zu behaupten.
Zusätzlich hat das VK jahrzehntelang Finanzdienstleister angelockt bzw. gezielt durch steuerliche Vergünstigungen gefördert, wozu auch die Beibehaltung der heimischen Währung beitrug. Dem VK wurde erlaubt, den heimischen Finanzsektor in wettbewerbsverzerrender Art und Weise zu pushen, ohne dafür von der EU-Wettbewerbsbehörde bestraft zu werden.
2) Den Gröfaz, der nicht "mein" Gröfaz war, haben die Russen kleingekriegt, aber ohne die massive Hilfe der USA hätten selbst die Russen das nicht stemmen können (Allein 350.000 Lastwagen für die untermotorisierte Rote Armee, Weizen- und Panzerlieferungen, etc.). Und ohne die Nahrungsmittel-, Munitions- und Spritlieferungen aus den USA hätte das VK bereits vor dem amerik. Kriegseintritt schlecht ausgesehen. Die Wirtschaftsleistung + Rohstoffförderungsquoten Kanadas hätten allein nicht ausgereicht. Gerade die Nahrungsmittel- und Treibstofflieferungen aus den USA waren lebensnotwendig.
3) Der Euro ist derzeit recht stabil.
https://www.finanzen.net/nachricht/devisen/entspannungssignale-deshalb-zeigt-sich-der-euro-stabil-7959883
4) Die BBC ist gemäß der Royal Charter verpflichtet unabhängig und neutral zu berichten. Vom bloßen "Versuch" kann da nicht die Rede sein, denn Neutralität ist sozusagen die Hausordnung der BBC. Durch die umfassende Gebührenerhebung ist die BBC seit 2014 komplett unabhängig von staatlichen Förderungen, und damit auch nicht mehr erpressbar.

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