Forum: Politik
Brexit-Irrsinn: Alles nur ein Spiel
REUTERS

Es ist die vielleicht größte Tragödie der britischen Politik, dass sie zum Privatduell von Boris Johnson und David Cameron verkam. Zwei Snobs, die sich eigentlich nur für sich selbst interessieren.

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Friedrich Wilhelm Schlege 02.07.2016, 08:59
30. Ja, ja

man hat's gern, gelle, wenn das Volk blöd ist, verführbar etc. und man dann einen hat, dem man die Schelle umhängen kann. Wenn es doch nur so herrlich einfach wäre: das Volk als Dumpfbackengeschwader und Boris Johnson als der große Zampono, dem es mit ein paar Reden gelungen ist rund 17 Millionen Menschen zu törichten, nichts verstehenden, die Nation beschwörenden, Individuen mutieren zu lassen. Es ist immer wieder die gleiche Sache: wer glaubt, dass Politiker ein Land führen können, ein Volk vertreten können, der glaubt wahrscheinlich auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen falten kann. Will sagen: es ist nur das beeinflussbar, was im Kern bereits da ist! Was gefehlt hat, war jemand der es artikulierte, das hat Johnson getan. Nicht weniger, aber auch nicht mehr!

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ijf 02.07.2016, 09:00
31. Kluger Beitrag, aber...

Zitat von ficino
aber in all den klugen und auch richtigen Kommentaren, die diese bitterernste Farce im noch Vereinigten Königreich beleuchten, fehlt es an einer aufrichtigen und selbstkritischen Analyse der destruktiven und verantwortungslosen Rolle der Medien, insbesondere des "Boulevards". Was müssen diese "Meinungsmacher" eigentlich von ihren Lesern und Käufern halten? Dämliche Manipulationsmasse? Tumber Haufen von Leichtgläubigen, denen man - wenn nur laut genug - den letzten Sch... und lauter Lügen ungestraft verkaufen kann? Im Guardian wird berichtet, dass sich die Kampagne von Nigel Farage den Ratschlägen eines mit den Medienzaren eng verbandelten Hypnotiseurs bedient hat. Wo, um Himmels Willen leben wir eigentlich? Der eigentliche "elephant in the room" sind die Verbreiter, Manipulateure und Lautsprecher, die hinter den Kulissen und auf offener Bühne professionell den Untergang befeuern. Es wird Zeit, dass diese Figuren in der Öffentlichkeit endlich einmal zur Rechenschaft gezogen werden ...
Ähm, hüstel... zur Rechenschaft gezogen in der Öffentlichkeit? Von wem? Der Öffentlichkeit, die diesen Verbreitern, Manipulatoren und Lautsprechern nur zu bereitwillig gefolgt ist?

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Bueckstueck 02.07.2016, 09:01
32.

Zitat von hassowa
und die Zukunft wird beweisen, dass die Entscheidung aus einem System auszusteigen, das mehr Probleme verursacht, als es löst, richtig war. Die Briten haben im Gegensatz zu Deutschland eine Jahrhunderte alte demokratische Tradidition. Sie sind viel sensibler als wir Deutschen, wenn es um die Marginalisierung demokratischer Rechte geht. Das ist der Grund, warum sie ausgestiegen sind. Ob das ökonomische Nachteile für sie hat, ist zunächst zweitrangig. Ökonomie ist nicht alles!
Nein. Dein Problem ist, dass du aus deinem Hass auf die EU die Fakten leugnest. Selbst jetzt, wo Leute wie Johnson oder Farage nicht nur der Lüge überführt wurden, sie geben es selbst zu, stellst du dich hin und behauptest es wäre alles richtig so "und die Zukunft wirds beweisen".

Entlarvend.

Man wird in 5, 10 oder 15 Jahren aber von dir hier kein Statement zu sehen bekommen, das ist sicher.

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Ruhri1972 02.07.2016, 09:01
33.

Untermauert der Kommentar nicht die üblichen Verschwörungstheorien ? Eliten und gefällige Medien steuern ueber Mainstream das gemeine Volk. Der Souverän eine manipulierbar Masse. Mir kommen da Erinnerungen an den Herbst 2015, als es in Deutschland ein voellig unreflektierte Berichterstattung im Mainstream gab. Hinterfragt wurde da ebenfalls nicht wie die wöchentlichen 350£ fuer das Gesundheitswesen in Großbritannien. Die Kontakte zum Medienmogul in Großbritannien sind geklärt - besteht die Transparenz auch in Deutschland ?

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rainer82 02.07.2016, 09:02
34. Es gab gute Gründe, dass sich Deutschland für eine repräsentative Demokrtatie entschieden hat

und sie auch im Grundgesetz festgeschrieben wurde. Das britische Desaster zeigt ein weiteres Mal, wie wichtig und richtig einst diese Weichenstellung war! Eine Diktatur schnell wechselnder Stimmungslagen, aufgehetzt von der gezielten Propaganda demagogischer Populisten führt GB gerade an oder sogar in den Abgrund und bedroht unsere demokratische Wertegemeinschaft. Die britische Katastrophe hat das deutlich gemacht und entwickelt hoffentlich eine abschreckende Wirkung. Das Pulver der Populisten ist dadurch jedenfalls feucht geworden. AfD, Pegida, NPD und Konsorten stehen blank da, da ihnen ihr Lieblingsthema verbrannt wurde.Insofern hat der Brexit wenigstens doch noch etwas Gutes.

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v.knopp.da 02.07.2016, 09:03
35. Wooster

Die Qualität des Artikels spiegelt sich auch in den abgedruckten Kommentaren wieder, wobei ich weitgehend der Auffassung des Verfassers folge.
Ich erlaube mir lediglich, eine Kleinigkeit zu korrigieren: Der Verfasser des Artikels vergleicht Boris Johnson mit dem "Faktotum" Bertie Wooster. Das ist leider falsch, denn das Faktotum des schnöseligen und ziemlich nutzlosen Upper Class Jünglings Wooster heißt Jeeves, und der ist, als "A Gentleman's Gentleman" schlichtweg unschlagbar, was Kompetenz betrifft. Der Autor der recht amüsanten Bücher, besonders im englischen Original, war P.G.Wodehouse.

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Bueckstueck 02.07.2016, 09:04
36.

Zitat von dummbrummjewski
Was ist an der Mehrheitsentscheidung der Bevölkerung Irrsinn? Die meisten Berichte zum Brexit gehen völlig am Thema vorbei. Fakt ist nun mal, das in allen EU-Ländern der Anteil der EU-Kritiker ständig zunimmt. Kritisch zu hinterfragen warum das so ist, das vermisse ich. Die Menschen haben einfach genug von solchen Typen wie Junckers, Draghi, Schulz etc und ihrer Institution, welche ausschließlich die Interessen der Finanzindustrie und der Konzerne vertritt. M.E. ist der Untergang der EU bereits besiegelt. Als bekennender Europäer macht mich das traurig, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die EU ist ein fehlerhaftes Konstrukt, welches niemals mehr die Herzen der Menschen erreichen wird, weil sie sich zu wenig für deren Interessen eingesetzt hat und ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. Ein Neustart von Europa ist unabdingbar, als Verbund souveräner Nationalstaaten o h n e gemeinsame Währung. Der Euro war/ist auch einer der Hauptgründe für den Untergang der EU, das kann ihnen jeder Wirtschaftswissenschaftler bestätigen.
Ist Quatsch. Erst letzte Woche hat eine grossangelegete Umfrage das Gegenteil deiner Behauptung bewiesen.

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mielforte 02.07.2016, 09:06
37. Boris Jelzin Johnson vs. Francis Cameron Drake

haben doch der Krone einen guten Dienst erwiesen. Die Schatztruhen sind wieder gefüllt, die Feinde sind auf Dauer geschwächt. Es sind wahre Ritter der Neuzeit!
Achja, hat sich die Queen schon mal zum Brexit geäußert oder ist sie tatsächlich der politischen Neutralität verpflichtet? Ich meine ja nur...

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schaeferreiner 02.07.2016, 09:07
38. Englands Schröder

Ein kleiner Schröder in England, der einen Scherbenhaufen anrichtet und dann lächelnd ins nächste Spiel geht. Aber die englische Entscheidung ist ein Bild für das Bauchgefühl vieler Europäer, auch in diesem Land. Spätestens seit der Flüchtlingskrise haben sie erkannt, dass nur wenige die Last der Verantwortung tragen wollen, dass die politische und juristiche Einigkeit außerhalb des Wirtschaftsraumes kaum gegeben ist. Wenn Cameron und Johnson jeweils für die andere Richtung eingetreten wären, hätte das Ergebnis wohl auch nicht anders ausgesehen. Zumal die Briten nicht so einfach durch die Länder reisen und mit Euro-Währung überall bezahlen können wie der Rest Euro-Europas.

Die Meeres-, Linksverkehrs- und Währungsgrenze lässt für sie neben der kulturellen und politischen Eigenheit das knappe Votum noch als europafreundlich erscheinen - man hätte es auch deutlicher erwarten können. Das Königreich gibt schon lange kaum noch den Ton an, man hat das Gefühl, es ist in den 70er bis 80er Jahren stecken geblieben und befindet sich da in einer Endlosschleife. Um sie herum verändert sich die Welt, aber die Briten sehen sich als Fels in der Brandung für Tradition und sehr eigene Wertvorstellungen.

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etlamu 02.07.2016, 09:10
39. Meinung des Volkes respektieren!

Da das britische Parlament den Brexit noch NICHT beschlossen hat, befürchte ich, daß er NICHT kommt. Es wird so wie in Griechenland kommen. Das Volk wählt, aber es wird NICHT erhört.
Die Presse stimmt uns schon darauf ein.

An der Reaktion der EU-Obrigen merkt man auch, daß diese das Problem nicht erkannt haben. Das Volk will nun mal die nationale Identität behalten, auch wen das ökonomisch schlecht ist.
Mir kommt es so vor, daß immer mehr von Brüssel bestimmt wird und das im Interesse der Industrie.

Ein Beispiel sind die Abkommen CETA, TTIP und TISA und der Zwang kommunale Projekte Europa weit auszuschreiben. Dies ist Gift gerade für die regionalen Betriebe.

Das Totschlargument EXPORTWELTMEISTER ist keines, da gerade der deutsche Exportüberschuss das HAUPTPROBLEM in der EU ist. Die Exporte werden auf Kredit bezahlt und wenn das betreffende Land pleite ist, wird es von dem Steuerzahler gerettet. So zahlt im Endeffekt der Steuerzahler diese Exporte.

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