Forum: Politik
Brexit: London will offenbar Einwanderung von EU-Bürgern beschränken
AFP

Nach dem Brexit soll es für EU-Bürger offenbar schwerer werden, nach Großbritannien einzuwandern. Laut "Guardian" plant die Regierung unter anderem Änderungen beim Familiennachzug und beim Grenzübertritt.

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jj2005 06.09.2017, 01:34
1. Bestandsschutz

Es wird wohl vor allem der Bestandsschutz diskutiert werden, d.h. die Rechte derjenigen EU-Bürger, die bereits jetzt in UK leben. Was danach passiert, ist relativ problemlos: Wenige werden freiwillig dorthin auswandern, andererseits will die Nachfrage sowohl nach billigen als auch nach hochqualifizierten Arbeitskräften weiterhin bedient werden. Viel interessanter ist die Frage nach der Zukunft der "City": Dürfen die Londoner Zocker weiterhin frei schalten und walten, oder wird die EU ihre Aussengrenzen für die Finanzwirtschaft undurchlässiger machen, z.B. mit der von Cameron so gefürchteten Financial Transaction Tax?

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decathlone 06.09.2017, 01:40
2. Die Quadratur des Kreises oder neuer Weltrekord im Rosinenpicken?

Dieses Papier steht in krassem Gegensatz zu den Positionen der restlichen EU. Freien Zugang zum (von den anderen Ländern organisierten Binnenmarkt) will man einerseits, aber sich bei der Personenfreizügigkeit das Recht auf Rosinenpickerei vorbehalten... Was kommt als nächstes?? Teilanahme an EU-Programmen und Abgreifen von Fördergeldern ohne selbst in den Haushalt einzuzahlen?? Es ist doch schon tausendmal betont worden, dass man das ein nicht ohne das andere haben kann... Die Länder, die es mit Europa ernst meinen, und das sind im wesentlichen die Kern-EU-Länder, sollten einfach ihrerseits konzertiert austreten und im gleichen Moment die EU 2.0 begründen. Dann kann Little Britain zusammen mit den Osteuropäern einen eigenen Binnenmarkt aufmachen (Viel Spass!) und die anderen Europäer haben nicht jeden Tag ein Kasperletheater aus GB, Polen, Ungarn oder Griechenland in den Abendnachrichten...

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ghosthh 06.09.2017, 01:41
3. Ja und?

Dann erschweren die Briten eben die Bedingungen für EU-Bürger. Was anderes war ja auch nach dem Entscheid zum Brexit nicht zu erwarten, oder hat irgendjemand erwartet, dass alles beim Alten bleibt? Großbritannien und Premierministerin May muss aber auch klar sein, dass so etwas keine Einbahnstraße ist, und auch Folgen für das UK haben wird. U.a. solche, die den Briten sicher nicht gefallen werden. Eine Scheidung ist immer schmerzhaft, und eine Seite wird so gut wie immer der Verlierer sein. Meiner Meinung nach wird diese Seite auf der anderen Seite des Kanals sein. Ich bedauere diese ganze Sache, aber das wird nicht zu ändern sein.

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ph.latundan 06.09.2017, 01:46
4. als auslandsdeutscher ..............

als auslandsdeutscher ..............
verstehe ich das ganze gejaule um die eu-buerger in briten nicht. als auswanderer sollte mir bewusst sein das dass gastland jeder zeit die aufenthaltsbedingungen (aus welchen gruenden auch immer) aendern kann und ich ggfs. ausziehen muss. wenn briten nicht mehr teil der eu ist, dann sind die bedingungen dort wie im rest der welt. und wenn die briten sich damit selbst schaedigen weil sie ploetzlich nicht mehr genug aerzte in ihren hospiaelern haben, umso besser. und niedrig qualifizierte einwanderer braucht kein land.

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lathea 06.09.2017, 01:57
5. In einem Punkt kann ich die Ansichten May's .....

..... verstehen und teile sie auch bedingt hinsichtlich der EU: die EU sollte auch nur solche Migranten aufnehmen, die sie braucht und deren Aufnahme in erster Linie nicht nur dem Wohl des Migranten, sondern auch dem Wohl der EU dient. So machen es im Prinzip alle anderen Länder auch. Eine Ausnahme wären militärische Konflikte oder Naturkatastrophen in Nachbarstaaten und dadurch bedingte Massenflucht aus einem Nachbarstaat. Zur Lösung unseres Flüchtlingsproblems brauchen wir dringend ein Einwanderungsgesetz und ein an das Einwanderungsgesetz gekoppeltes einheitliches EU-Asylrecht. Mal schaun' , wie May den Brexit noch durchziehen will - vielleicht fallen die Engländer noch viel schlimmer auf die Schnauze, als sie es sich jetzt vorstellen können. Die EU sollte sich dann langsam darauf einstellen, die Grenzen in Richtung des Mittelmeerkanals für Flüchtlinge zu öffnen - schließlich werden dort nach dem Abzug der EU-Ausländer noch billige Arbeitskräfte gebraucht. ;-)

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hummer2311 06.09.2017, 02:10
6. wer will das?

welcher halbwegs intelligente EU Bürger will ins "Königreich " schon wegen dem Wetter nicht ....

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akohle 06.09.2017, 02:29
7. Children of Men

Dieser Film ist sehr empfehlenswert (Children of Men)
Genau so wird es in Großbritannien & außerorts in der Zukunft aussehen.

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_Mitspieler 06.09.2017, 03:01
8. Gemanagter Sozialdarwinismus

So so: Das Vereinigte Königreich braucht in einigen Bereichen seiner Wirtschaft temporär und funktional gemanagte Manpower. Mal die unqualifizierten Erntehelfer in Kent, dann wieder die Hochqualifizierten am anderen Ende der Qualifikationsskala an der Uni in Oxford oder bei einer Londoner Investmentbank. Als Statistiker konstatiere ich: Die Briten wollen nur die fetten Schwänze der Verteilung exploitieren und den sozialdarwinistisch abgenagten Kadaver auf dem EU-Festland zurücklassen, damit sich andere um ihn kümmern mögen, wie um die zahlreichen unproduktiven Britenrentner mit Krankenkassenanspruch in Südspanien. Den Mittelbauch der Verteilung wollen sie nicht, denn da tummeln sich die ganz normalen Arbeitnehmer mit ihren nachgezogenen Familienangehörigen, die auf Dauer wohnen wollen, wo sie arbeiten, einen Laden oder ein Handwerk betreiben und die im Zeitverlauf auch mal arbeitslos oder gar Rentner werden und den Sozialkassen zur Last fallen könnten. Die Britenmaxime lautet ergo: Menschen aus der EU als benötigte Arbeitskraft temporär heuern, auslutschen und nach Gebrauch wieder ausscheiden. Schwer vorstellbar, dass EU-Bürger, die sich darauf einlassen, dabei nachhaltige und später als Ausländer vom EU-Festland aus einforderbare Rentenansprüche aufbauen können. Diesem Rosinenpicken ist von Anfang an der Zahn zu ziehen. Das ist EU-seitig in die Trennungsverhandlungen einzupreisen.

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bluraypower 06.09.2017, 03:05
9. Na dann ist der Brexit hart!

Wenn das die Briten sich so vorstellen, muss der Brexit hart werden, denn die Freizügigkeit innerhalb der europäischen Wirtschaftszone beruht sich auf diesen Pfeiler. Hier sollte die EU hart bleiben und den Zugang der Briten zum europäischen Markt verschließen denn Norwegen und die Schweiz halten sich an die Freizügigkeit der EU was eine von mehreren Grundpfeilern für den Zugang ist. Wer das in Frage stellt hat kein Recht noch solche Forderungen zu stellen. Die Briten sollen sich abschotten, aber ohne Zollfreiheit und andere Vorzüge.

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