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Brexit-Plan der Premierministerin: Mays Wunschkonzert
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Theresa May hat im Poker mit der EU vorgelegt: Mit einem Zwölf-Punkte-Plan setzt die britische Regierungschefin die europäischen Partner unter Druck. Die Brexit-Rede in der Übersicht.

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Karl Auer 17.01.2017, 19:56
150.

Zitat von eriatlov
Mit 66 Mio. Einwohner ein grosser Absatzmarkt, militärisch vielseitig und erfahren (Atommacht) auf dem Gebiet der Forschung und Bildung führend (mit Oxford und Cambridge die zwei besten Universitäten Europas).
Nun ja, was die Forschung und Entwicklung angeht, sieht es in GB nicht so dolle aus. Natürlich gibt es auch gute Forscher und Institute, aber es fehlt die Breite und vor allem die private Forschung im verarbeitenden Gewerbe. Die Aufwendungen für FuE wurden in EU-Verträgen mal auf 3 % vereinbart. GB hat als einziges größeres Land nicht nur diesen Wert mit unter 2 % deutlich verfehlt, es hat sogar den Anteil der FuE am BIP seit den 90ern noch gesenkt.

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james.n 17.01.2017, 20:01
151. Schade, dass die Briten

gehen, aber eine erfolgreiche Rosinenpickerei der britischen Regierung (Freihandelsabkomen) dürfte anderen EU-Staaten zur Nachahmung motivieren, was eine Erosion des EU-Projektes zur Folge haben könnte.

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Liberalitärer 17.01.2017, 20:08
152. Da wackelt nichts

Zitat von alberts66
Da wackelt der Schwanz mit dem Hund. Zumindest ist das wohl der Plan von Mrs. May.
Nein, eben nicht. Die EU ist frei zu tun, was sie will. Wenn es Verhandlungswünsche gibt, dann ist das nett, sonst gibt es eben keine Verhandlungen. Die Tories gehen raus aus der Zollunion mit der EU und dem Binnenmarkt. Es besteht daran nur wenig Interesse (anders als bei der Schweiz oder Norwegen), das muss man aber erst verarbeiten. Das ist nur nice to have.

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Bananenschale 17.01.2017, 20:12
153. So ist es leider.

Zitat von zaqsam
Man hört immer nur, wie die es weiter gehen soll mit den Banken, Industrie, Export & Import und blablabla! Mich würde es mal interessieren, wie es den weiter geht mit den in der EU lebenden Briten oder EU Bürgern in der UK, die hier und dort seit Jahren leben, familien haben usw.! Da hört man so gut wie nichts davon, immer nur GELD und der MENSCH ist nichts WERT!!!
Im Falle eines harten kalten Austritts sind die in der EU lebenden Briten EU-Ausländer und müssen sich um Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen nach Maßgabe der Gesetze des Landes, in dem sie leben, bemühen. U.U. bedeutet das sofortige Ausreise. Umegekehrt ergeht es EU-Bürgern in UK ebenso. Ich finde, das ist auch ok so. Es ist notwendig; nur so ist Brexit auch Brexit.

Die Zeit der großen Völkerverständigung ist eben vorbei. Das hat sich lange schon abgezeichnet. Die Fehler liegen auf allen Seiten und im Wesentlichen darin, daß Institutionen und Unternehmen von vorneherein bevorzugt betrachtet und behandelt werden. Eine Renationalisierung ist darum wichtig, um sicherzustellen, daß Politik sich in erste Linie um die Menschen und erst in Funktion davon um das andere zu kümmern hat. Zu viele sind hinten runtergerutscht. Nicht die EU als solche ist schlecht, sondern wie mit ihr umgegangen wurde und wird: Sie wurde immer von nationalen Parlamenten und Regierungen dazu mißbraucht, die eigene Bevölkerung zugunsten partikularer Interessen zu hintergehen. Die EU konnte sich wg. Gesetze und Vertragslage nicht oder nur schlecht dagegen wehren.

Aus europäischer Sicht ist der Brexit eine existenzielle Katastrophe. Vor allem sicherheitspolitisch. UK wird das alles verschmerzen können. Im Grunde genommen spaltet sich der "Westen" in eine angelsächsische Sphäre und in eine kontinental-europäische Sphäre auf. Letzte dürfte marginalisiert und womöglich Kolonie / Hegemonialzone von irgendjemandem werden. Einzige Möglichkeit ist eine Annäherung an Rußland, was einen kalten Krieg mit den Angelsachsen bedeuten könnte. DAS nämlich sind die Folgen des Brexit in Kombination mit Trump in den USA.

Game over!

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egoneiermann 17.01.2017, 20:15
154.

Zitat von Winterberg
Austrittsverhandlungen??? Was soll das sein? Wo gibt es sowas? Man erklärt seinen Austritt oder verhandelt die Konditionen für einen Eintritt. Beides zusammen ist wohl nur in der Mauschel EU möglich. Die Briten sollen erstmal ihren Austritt erklären. Dann kann man mal die EU reformieren. Wenn die Briten dann Lust haben, können sie einen Aufnahmeantrag stellen.
Das wird immer wieder falsch verstanden. Es wird nicht der Austritt verhandelt sondern die Beziehungen danach. Der Austritt ist ja dann erklärt und die EU gewährt eben noch eine Frist von bis zu zwei Jahren. Das kann auch schneller gehen aber es darf eben nich länger dauern, danach sind die Beziehungen die üblichen internationalen, wirtschaftlich wäre das die WHO, weil beide dort Mitglied sind.

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ericus 17.01.2017, 20:17
155. Größte Sorge: Brexit gelingt

Die EU-Oberen haben Angst, dass GB in einigen Jahren genauso gut oder besser dasteht und keines der (Horror-)Szenarien eingetreten ist. Wir werden sehen. Mein Gefühl: Es klappt.

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doktordoktormueller 17.01.2017, 20:19
156. Nein

Zitat von thomasbär
....ist die EU also ein Gefangenenlager? Sonst gibt es kein Gund, 'Flucht' zu bestrafen. Wessen Gefangene? Bleibt nur die Antwort: Gefangene der EU-Bürokraten. Damit ist wenigstens das klar.
das muss sich übers finanzielle regeln lassen.
Beispiel: die Briten zahlen jede Woche 150 Mio ein. Nun wollen sie weiterhin Rechte, aber keine Pflichten mehr.

dann sollen sie halt 400 Mio einzahlen.

dann ist wieder alles in Butter, die Engländer zahlen, haben Zuwanderung ohne Ende von Pakistan und Indien und in Europa versickern die zusätzlichen Einnahmen irgendwo in der Verwaltung.

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Kit Kerber 17.01.2017, 20:21
157. schlechte Verlierer

Zitat von myengland
Ich bin Brite. Ein britisches Thema und wenn ich mich hoeflich aeussere zu einem britischem Thema wird mein post unterdrueckt. Das ist infam Sie erlauben Verunglimpfungen, falsche Darstellungen .. aber wenn ich dagegenhalte, dass wir hier in UK genau wussten, wofuer oder wogegen wir abstimmten blockieren sie meinen blog shame on you
Ich habe mir im Vorfeld der Entscheidung vom 23. Juni die britischen Debatten angesehen, und ich kann sagen, es ist einfach falsch, was hier immer wieder behauptet wird: nämlich daß die Briten getäuscht worden wären oder nicht gewußt hätten, worum es geht. Das sind Aussagen, die der Begründung entbehren und nur den Zweck haben, den Gegner zu diffamieren.

In Britannien weiß man mittlerweile auch, daß eine Wiederholung des Referendums zu dem gleichen Ergebnis führen würde. Hier eine aufschlußreiche CNN-Poll:

http://edition.cnn.com/2016/12/19/europe/cnn-brexit-poll/

Im Guardian war heute zu lesen, daß das Lager der Brexiters inzwischen sogar erstarkt sein könnte. Die Briten hätten nämlich gesehen, daß die Vorhersage der Remainers - es würde einen ökonomischen Crash geben - sich in Schall und Rauch aufgelöst hätte.

Die Engländer haben eine bewußte Entscheidung getroffen, die zwar knapp war, an der es aber nichts zu rütteln und zu deuteln gibt. Die Tories haben sich - in demokratischer Tradition - dem Machtwort des Souveräns gefügt und setzen den Auftrag um. Das wird auch das Parlament tun. Niemand rechnet ernsthaft damit, daß sich das Parlament gegen das Votum des Volks stellen wird.

Die Sache ist entschieden. Bad loosers won't change that.

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