Forum: Politik
Brexit-Poker mit EU: Briten erwägen Steuerdumping
AFP

Die britische Regierung rüstet sich für die Brexit-Verhandlungen mit der EU: Berater von Premierministerin Theresa May schlagen vor, Firmensteuern drastisch zu senken, berichtet die "Sunday Times".

Seite 1 von 21
kjartan75 23.10.2016, 15:11
1. Haha, guter Witz...

Sollen die Briten das ruhig machen. Ich frage mich dann nur, wie sie ihren Haushalt dann retten wollen. Schon am Freitag wurde bekannt, dass die Schulden höher sind als gedacht und dass man vom Erreichen des Haushaltsziels meilenweit entfernt ist. Ich bin gespannt, wie die Sozialausgabenkürzung und Steuererhöhung für Privathaushalte sich dann in der britischen Bevölkerung bemerkbar machen wird. Durch die Kappung und Entkopplung von der Inflationssteigerung der benefits für die ärmere britische Bevölkerung (diejenigen, die mehrheitlich für den Austritt gestimmt haben), wird die ansteigende Inflation in den nächsten Jahren zum ernsthaften Problem.

Nur zu, liebe Tories, viel Spaß beim Runterwirtschaften :)))

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Katzazi 23.10.2016, 15:12
2. Unternehmenssteuern halbieren ...

Unternehmenssteuern zu halbieren hört sich schon recht drastisch an. Das hat ja ziemlich weitreichende Folgen. Zum einen müssen die Steuern die dadurch wegfallen erstmal wieder eingeholt werden. Und bis sich entsprechend viele neue Firmen angesiedelt haben, dürfte es durchaus noch etwas dauern. Insbesondere, wenn für die Firmen andere Faktoren weiterhin mit Unsicherheit verknüpft sind oder sie eben wo anders trotzdem bessere Konditionen für andere Bereiche, als die Steuer haben. -- Zum anderen kann das auch innenpolitische Folgen haben. Wenn nämlich gleichzeitig "normale" Steuern erhöht werden (müssen), um das Senken der Unternehmenssteuern zu kompensieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Roland Bender 23.10.2016, 15:12
3. Das ist ja albern

Sollte Großbritannien so in die Vertragsverhandlungen mit Brüssel und den 27 verbliebenen EU Staaten gehen, dann machen sie eine Bauchlandung. Am Ende müssen die eine Charmoffensive starten, sonst wird es schlicht keinen Deal geben. Die können vielleicht uns Deutschen mit niedrigeren Unternehmenssteuern kommen aber was interessiert das - sagen wir die Slowakei. Wenn die sich erpresst fühlen, schalten sie auf Stur. Und dann können die Briten einpacken. Nebenbei Bemerkt macht sich in der EU gerade sowas wie ein Goldrausch breit. Viele Länder werben um britische Firmen und viele britische Firmen denken auch über Umzug nach. Das wird die Verhandlungen - nun sagen wir - deutlich verzögern. Für Länder wie Polen oder Ungarn, die eher national eingestellt sind und in deren Richung Produktionsstätten verlagert werden könnten, wenn ´Großbritannien ein Zugang zum Binnenmarkt verwehrt wird, wird es sehr attraktiv sein, den Zugang zum Binnenmarkt überhaupt nicht oder nur sehr spät zu gewähren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
suedseefrachter 23.10.2016, 15:13
4.

Das wäre klasse dann würd ich sofort nach England auswandern!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bigsur1 23.10.2016, 15:14
5. Steuersenkung, na und?

GB ist doch auf dem Weg ein souveräner Staat zu werden. Ob uns dies nun gefällt oder nicht. Wer sollte denn dann später diesen souveränen Staat dann später davon abhalten jederzeit Unternehmenssteuern herunterzufahren oder nach oben zu setzen? Ich vermute nicht, dass irgendein Abkommen einen souveränen Staat dazu zwingen kann seine Steuersätze nach eigenen Wünschen zu gestalten. Allerdings gilt dies sicherlich dann auch für die Staaten der EU

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SINAN_75 23.10.2016, 15:15
6. Der Bürger verliert

Niedrigere Unternehmenssteuern --> Weniger Steuereinnahmen --> der Bürger verliert, und zwar sowohl in UK als auch in der EU. Gewinner sind die Unternehmen. Wer hat nochmal die Brexit-Kampagne finanziert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
whitewisent 23.10.2016, 15:16
7.

Wo ist da der Effekt? Ob ich als Unternehmen 20 Prozent oder 10 Prozent nicht Zahle, ist ziemlich gleich. Offenbar haben die Briten immer noch nicht kapiert, daß Ihr Problem die Kontakte nach Außen sind, sowohl wirtschaftlich als auch finanziell (Pfund), und nicht die nationale Steuerpolitik

Beitrag melden Antworten / Zitieren
keksguru 23.10.2016, 15:16
8. was wollen die Briten denn exportieren?

denen ist da was entgangen, daß die EU nciht nur den freien verkehr von Waren und Personen, sondern auch von Dienstleistungen garantiert haben. Da UK so gut wie nichts produziert, an dem es in der EU mangelt wird der Schaden dann auch sehr einseitig sein. Importe verteuern sich, und EU-weite Dienstleistungen speziell im Bankengewerbe werden in EU-Länder abwandern. Die Unternehmenssteuern werden sicherlich das allerletzte Argument sein da es schon jetzt viele Konzerne schaffen, sich mit halb legalen Steuertricks eine schwarze Null in die Bilanz zu rechnen - und das dank eines Steuerkonstrukts aus Holland und Irland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1458183583 23.10.2016, 15:16
9. Schön,

aber das bringt denFirmen mit Sitz in UK auch nicht viel, wenn stattdessen Zölle anfallen und die Banken ihre Produkte immer noch nicht in der EU verkaufen können. Das nannte man früher Milchmädchenrechnung. Oder glauben die das Daimler nach UK geht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 21