Forum: Politik
Brexit-Ungeduld: Gebt den Briten mehr Zeit!
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Viele in der Europäischen Union verlieren die Geduld mit den Briten, weil sich deren Parlament nicht über den Brexit einigen kann. Doch obwohl die Ungeduld nachvollziehbar ist, wäre ein "No deal" keine gute Lösung.

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der_rookie 21.03.2019, 18:29
10. Hm

Kein Deal wäre in der Tat keine gute Lösung. Aber wer glaubt ernsthaft, dass es einen realistischen Deal mit den zerstrittenen Britten geben kann. Bei denen hat doch noch nicht mal jemand ein Verhandlungsmandat.

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temp1 21.03.2019, 18:29
11. Medien: Keine Veränderung der Pro/Contra seit der letzten Abstimmung

Wenn man den Medien wie Spiegel etc. traut, haben sich die Pro/Contra Stimmenverhältnisse in GB nicht substantiell seit der letzten Abstimmung verändert. Diese Behauptung wird hier einfach negiert. Wem soll man trauen?

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stuart_nachalnik 21.03.2019, 18:29
12.

Kein Land der EU hat Cameron zu seinem Referendum gezwungen, dies tat er um eine Spaltung der Torys zu verhindern bzw. seine Hinterbänkler zu beruhigen.
Kein Land der EU hat TM dazu gezwungen ihre roten Linien rund um die CU und FoM zu ziehen. Sie tat es aus dem gleichen Grund wie Cameron um die Unterstützung ihrer Hinterbänkler zu sichern.

Extremisten lassen sich nicht beschwichtigen gibt man nach wollen sie immer noch mehr.

Der einzige logische Deal der auch den Frieden in NI wahrt liegt auf dem Tisch. Daher entweder das Unterhaus fasst Mut und beendet TMs Irrfahrt nächste Woche (Dann und nur dann sind andere Optionen möglich) oder es akzeptiert den Deal ansonsten ist es halt ein no deal. Jedweder weitere Aufschub mit TM an der Spitze würde genau zur gleichen Situation führen in der wir uns jetzt befinden. Dies macht jeden weiteren Aufschub ohne Änderung der Rahmenbedingungen Sinnlos, erst recht wenn man dafür die Legitimität des zukünftigen EU Parlamentes und der entsprechenden Institutionen riskiert.

Ein Wiederaufnahmeantrag ist in Zukunft jederzeit möglich, wenn denn die pro Europäer nicht nur eine Umfragemehrheit sondern eine tatsächliche Mehrheit im Unterhaus bilden.

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nisse1970 21.03.2019, 18:30
13.

Ich gebe ihnen gerne in allem, von Ihnen Gesagten, Recht Herr Meyer. Doch wo waren diese Demonstranten in den letzten 2 Jahren? Welche andere Variante als eine Zustimmung zum Austrittsabkommen und einer kurzen technischen Verlängerung sehen Sie? Was ist Ihre Antwort auf eine drohende Blockadehaltung des VK im Fall einer Verlängerung über April hinaus?(Stichwort Wahl zum Europäischen Parlament).Vorschlag: Lassen Sie ins die neuen europäischen Kräfte im VK in der Folge unterstützen. Wer weiss.. vielleicht sind die Briten dann wieder ganz schnell dabei. Doch erst einmal: Tschüss!

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stefanmargraf 21.03.2019, 18:31
14. Verständlich

Die Briten wollen raus aus der EU Umklammerung und trotzdem freizügiger Bestandteil von Europa sein, sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in der Bewegungsfreiheit. Sie sind nun mal Teil Europas.Das will die EU den Briten aber nicht zugestehen (sonst könnte ja "jeder" kommen). Die EU beansprucht inzwischen Europa für sich allein. So kann aber keine Lösung gefunden werden, weder noDeal noch das verbleiben in der EU ist eine Option. Und dem Deal zustimmen heißt doch sich Brüssel beugen: weil die Briten das nicht mehr wollen geht der "Deal" zu Brüssels Bedingungen auch nicht. Das läuft daher auf einen noDeal hinaus nach dem Motto, wir kommen schon irgendwie klar. Letztlich ist eine freundschaftliche Haltung zwischen GB und etwa D und F auf Jahre unwahrscheinlich. Und irgendwann werden NL und Italien auch raus wollen. Die EU hat vorsätzlich ein Verlassen des Klubs nie geplant (nur als Leiche), daher der ganze Mist.

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renk 21.03.2019, 18:31
15. Last sie gehen

Ich bin direct betroffen, lebe seit 10 Jahren in UK, bin aber deutscher Staatsbuerger.
Last sie gehen weil:
1. Es gab eine Abstimmung. Die war nicht gut, die war verlogen, aber sie wurde gemacht. Keiner kann die radikalen Kraefte wegdiskutieren. Sollte der Austritt ausbleiben wird das Land nie mehr zur Ruhe kommen.
2. Die EU braucht eine Zeit ohne Briten, um einfach mal ein wenig Fortschritt zu machen.
3. Die Briten haben nie verstanden, dass Teil eines Grossen zu sein nicht automatisch klein macht. Dieses Gefuehl etwas aufzugeben, ohne Gegenleistung, ist einfach zu stark bei allen Briten. Sogar EU Befuehrworter haben dieses Gefuehl und sind daher nicht wirklich konzequent. Britania is there to rule, not to follow.
4. Ein Deal - kein Deal - da wird am Ende kaum ein Unterschied bestehen. Die Probleme sind so oder so enorm, aber nicht katastrophal. Aber - mit Deal werden die Brexitiers immer eine Ausrede haben, ohne Deal waere besser gewesen. Also - kein Deal ist die beste Option fuer eine Heilung in der Zukunft.
5. Was wichtig wird ist eine klare Aussage der EU - die Briten sind gerne wieder willkommen, zu normalen EU Bedingungen. Keine Represalien, kein - told you so. Es wird nur etwa 5 Jahre dauern bis die erste Anfrage kommt. Bis dahin kann die EU einiges weiter sein und die Briten sicher gut gebrauchen. In 10-15 Jahren sind wir dann alle wieder zusammen.

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Newspeak 21.03.2019, 18:31
16. ....

Danke für die Argumente, aber das kommt alles etwas zu spät. Wenn so viele Pro Europäer auf der Insel leben, hätten sie halt vor zwei Jahren zur Wahl gehen sollen. Nein, es muss mal Schluss sein mit diesem Chaos. Ich muss inzwischen auch sagen, dass die Briten die ganze Debatte vergiftet haben. Ich wünsche mir nur noch, dass sie gehen. Dieses Land hatte seine Chance, mehr als eine, es hat sie alle nicht genutzt, aus Arroganz. Die Briten sind nur geographisch Europäer.

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oelfinger 21.03.2019, 18:33
17. Die Brexit-Abstimmung war

am 26 Juni 2016. Und dann geschah? Genau! Nicht! Monatelang. Permanente Aufschieberitis. Und jetzt soll, nachdem wichtige Zeit unnütz vertan wurde, alles auf die letzte Minute geregelt werden? Alle sollen sich wieder nach den Terminwünschen des Empire richten? Wieder eine Extrawurst? Nix da. Zum Stichtag raus und gut ist. Die restliche EU wird es trotz aller Schwarzmalerei sog. Fachleute überstehen.

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fottesfott 21.03.2019, 18:33
18. der entscheidende Satz Ihres Beitrages verbirgt sich im letzten Absatz

..."Die EU.... sollte nicht die rechtlichen und organisatorischen Komplikationen der Europawahl überbewerten".
Diese juristischen und organisatorischen Komplikationen sind aber mitnichten trivial, und haben nach Ansicht vieler Experten durchaus das Potenzial, die EU in ihrer bisherigen Form zu sprengen. Was passiert denn, wenn Frau May am 29.06. formal den Antrag auf EU-Austritt zurückzieht??? Man kann halt auch der britischen Regierung kein einziges in Brüssel vorgetragenes Wort mehr glauben, Theresa May ist doch nur noch eine Flipperkugel. Der Kater in Downing Street hat mehr Kompetenz und Gestaltungsmacht. Verlängerung bis 22.05. ist OK, alles andere wäre aus Sicht der EU absurd.

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Europa! 21.03.2019, 18:34
19. Hervorragende Analyse

Die Probleme in England (nicht in GB) liegen tiefer als der "Brexit". Das undemokratische und reformfeindliche Mehrheitswahlrecht steht ganz obenan. Aber auch der englische Imperialismus gegenüber Iren und Schotten steht zur Debatte. Die arrogante und dabei absolut unseriöse englische Oberschicht, hat hoffentlich nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch bei den Engländern alles Vertrauen verspielt. Die Tories, aber auch Labour müssen einem modernen Parteiensystem weichen. Aber bis dahin braucht es Zeit und Geduld, auch von Seiten der EU. Irgendein herrisches "Jetzt-aber-Schluss" ist vollkommen unangebracht. Die EU sollte sich einfach mit den Problemen befassen, die außer dem Brexit noch anstehen.

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