Forum: Politik
Brexit-Verhandlungen: Die drei Optionen der Theresa May
REUTERS

Die britische Regierung muss sich in Kürze entscheiden, wie ihre Beziehung zur EU aussehen soll. Der Wunsch der Bevölkerungsmehrheit kommt für sie nicht in Frage.

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wasistlosnix 07.01.2018, 10:19
30. Ein Verbleib in der EU

Ich denke ein Szenario das die Briten ihren Austritt zurücknehmen würde in Europa nicht auf Freude stoßen. Auch hier würde es Verhandlungen geben müssen bzw. keine Sonderwürste mehr für die Briten und das werden die Briten nicht wollen.

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Hamberliner 07.01.2018, 10:27
31. Re: Bei der Bevölkerung für einen Verbleib werben

Zitat von stevie25
Wir brauchen und wollen die Briten in der EU als vollwertiges, konstruktives Mitglied.
Das sehe ich auch so. Trotzdem war mir der Brexit, ein hoffentlich nur vorübergehender, von Anfang an als wertvoller Test sehr willkommen: Als Test, ob die EU auch wirklich immer noch ein Vertragswerk zwischen souveränen Staaten geblieben ist, wie es sein sollte, oder ob die EU zu dem degeneriert ist was sie IMHO nie werden darf: ein Staat, dessen Bestandteile keine souveränen Staaten mehr sind. Der Brexit bringt ans Tageslicht, welche Teile der Souveränität bereits durch die EU vernichtet sind und mühsam wiederhergestellt werden müssen um ohne EU als Staat existieren zu können. Ich bin den Briten dankbar, dass sie sich als Versuchskarnickel für diesen Test hergeben. Ich hatte mir gewünscht und wünsche mir immer noch, dass als Folge eines erfolgreichen Brexit die nationalen Regierungen die EU-Komission und das EU-Parlament in ihre Schranken weisen können um eine Zerstörung der Vielfalt zu verhindern. Finger weg von unserer Souveränität, oder wir treten aus.
Übrigens wäre ein Austritt und späterer Wiedereintritt der Briten aus einem Grund durchaus demokratisch sauber: Für den Brexit haben vor allem die Alten gestimmt, und die Mehrheitsverhältnisse werden sich deshalb mit dem Generationenwechsel verschieben.

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ripley99 07.01.2018, 10:28
32. Wto

Zitat von sdietze
Völlig vergessen wird, dass das UK kein Mitglied der WTO ist (nur als Mitglied der EU). Das heißt, dass May und Konsorten mit der WTO eine Mitgliedschaft verhandeln müssten. Das kann 5-10 Jahre dauern. Bis dahin ist die britische Wirtschaft den Bach runter!
Stimmt nicht, UK ist auch eigenständiges WTO-Mitglied.

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dkdent67 07.01.2018, 10:39
33. Lächerlich !

Das ganze Theater um den Brexit ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Jetzt wo die Folgen deutlich werden, will angeblich eine Mehrheit der Briten doch in der EU bleiben. Den Ausschlag geben hier wohl die damaligen Nichtwähler. Das zu kommentieren schenke ich mir. Man sollte endlich aufhören, über einen Exit vom Brexit zu lamentieren. 1. ist das eine Sache der Briten und auch ihr Problem; 2. kann der Brexit für die EU eine Chance sein. Zum einen wird man ein Mitglied los, welches sich sowieso immer nur die Rosinen rauspickte und zum anderen werden alle Mitglieder nun sehen, was es für Folgen hat, wenn man sich für einen Austritt entscheidet. Geh mit Gott Britannia aber geh !

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quark2@mailinator.com 07.01.2018, 10:45
34.

Diese Münze hat 2 Seiten. Es wird nicht oft erwähnt, daß auch die anderen Staaten Europas und auch die USA ein Interesse haben, UK "am Leben" zu erhalten. Ich habe das Gefühl, im Moment baut die EU die maximale Drohkulisse auf, u.a. um Nachahmer abzuschrecken. Aber wenn man die Wirtschaft Großbritanniens wirklich mal eben so von jener der EU abkoppeln würde, verschwände ein ziemlich bedeutender Markt als Kunde und ein ziemlich bedeutender Zulieferer, u.a. werden komplexe Teile für Airbus dort gebaut und ohne die Dinger fliegen die Vögel nicht. Die USA brauchen UK für ihr "5-eyes". Da ist UK ein wichtiger Knotenpunkt. Auch für die ehemals SOSUS genannte Kette von Sonalanlagen im Atlantik, usw. Es wäre sehr wohl im Interesse diverser Länder, weiterhin ordentlich mit UK zusammenzuarbeiten. Man kann über jahrzehnte geschaffene Strukturen nicht mal eben so über den Kanal verschieben - ganz abgesehen davon, daß UK sich natürlich wehren würde. Die ganze feindseelige Schreiberei in der Presse hierzulande schürt nur Resentiments und genau das zeigt, wie unfreundlich die EU unter ihrer Oberfläche ist. Das ist das eigentlich Schlimme - der Brexit zeigt den Tonfall der angeblich befreundeten Länder untereinander. War auch schon bei Griechenland zu beobachten. Die Briten setzen eine demokratische Entscheidung um und die EU versucht es ihnen im Moment so schwer wie möglich zu machen. Ich hätte auch gern einen entsprechenden Volksentscheid und dann könnte man mit den Briten zusammen was machen ;-).

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jj2005 07.01.2018, 10:50
35. Option 3

Zitat von Kurt2.1
Mir persönlich gefällt Option 3 am besten. Raus aus der EU und Handeln nach den Vorgaben der WTO. Sollte sich tatsächlich ein Exit vom Brexit abzeichnen, sollte den Briten vorher klargemacht werden, dass es keinerlei Extrawürste mehr gibt und die bisherigen nicht mehr gelten. Es stellt sich mir auch die Frage, ob nicht ein neuerlicher Eintritt nach Abgabe des Austrittsschreibens, dem Eintritt eines Neubewerbers gleichzusetzen ist.
Darauf wird es hinauslaufen, denn die Briten trödeln vor sich hin und glauben an Wunder. Irgendwann werden sie aufwachen und feststellen, dass der Vertrag, den sie mühsam mit der Kommission zurechtgefriemelt haben (schon die "Übergangszeit" ist ein gewaltiges Zugeständnis), keine Einstimmigkeit bei den Mitgliedstaaten findet - Stichworte Gibraltar, Nordirland... wo ist eigentlich Cameron, der sich so fröhlich pfeifend abgesetzt hat, nachdem er sein Jahrhundertdesaster angestossen hatte?

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egoneiermann 07.01.2018, 10:52
36.

Zitat von josho
.....bei der ganzen Diskussion vollkommen unter. Es hätte erst gar nicht zum brexit kommen müssen, wenn sich die EU den schon längst fälligen Reformen unterzogen hätte. Dass sich jetzt alle darüber einig sind, den Briten den Austritt so schwer wie möglich zu machen, ändert nichts daran, dass die veralteten Strukturen nach wie vor dazu führen, dass auch andere dem Beispiel der Briten folgen. Leider ist aber von Erneuerung bei der EU noch nicht einmal ein Ansatz in Sicht. Die Europawahlen im nächsten Jahr werden zum vollkommenen Desaster werden...
Gesammelter rechtspopulistischer Unsinn. Niemand macht den Briten den Austritt schwer, sie haben ihn eingeleitet und in einem Jahr wird er vollzogen. Es geht lediglich noch um die Endabrechnung und die zukünftigen Beziehungen zur EU. Ob es in der EU Reformen geben soll, ist diskutabel, aber UK war hier in den letzten Jahren ein großer Bremser, sodass sich der Brexit letztlich für die EU-Reformen als Glücksgriff erweisen könnte. Natürlich auch weil andere rechtspopulistisch regierten Länder nun sehen was ein Austritt bedeutet und so abschätzen können, ob die europäische Solidarität wollen oder dann doch lieber Nationalismus, dann aber außerhalb der EU.

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styxx66 07.01.2018, 10:57
37.

Zitat von Newspeak
"Und was große Teile der Bevölkerung in Sachen Brexit wollen, scheint bei alldem überhaupt keine Rolle mehr zu spielen." Sorry, es gab eine Abstimmung. Wenn man sich vor so einer wichtigen Abstimmung keine Gedanken über die Folgen machan kann, dann hat man Pech gehabt. Einen Brexit mit Binnenmarkt und Zollunion wird es hoffentlich nicht geben, denn das wäre dann kein Brexit, sondern wieder nur eine Sonderregelung für die Briten. Ich mag England sehr, ich hätte mir einen Verbleib in der EU gewünscht, sogar eine wichtigere Rolle, aber der Snobismus und die selbstverliebte Arroganz muss mal einen massiven Dämpfer bekommen. Also Goodbye...zu 100%...Reisende soll man nicht aufhalten...
Bei einigen Argumenten kann ich Ihnen zustimmen. Wenn ich mir jedoch das Zustandekommen des Brexit, also die Abstimmung, Revue passieren lasse, muss ich eins ganz klar festhalten: Die Bürger hatten nicht alle Fakten auf dem Tisch, es waren auch falsche Aussagen an der Tagesordnung (mit den freiwerdenden Beträgen, die KV verbilligen und verbessern), und nach der Abstimmung war auf einmal alles wesentlich schlechter. Die Corbyns und Boris mussten ihre eigenen Äusserungen schlucken und reviedieren, abändern und relativieren. Diese Abstimmung ist meiner Meinung nach auf Grund falscher Aussagen und Teilwahrheiten zustande gekommen. Das ist den Menschen in GB mittlerweile auch klar geworden. Deshalb bin ich der Meinung, die britischen Bürger sollten eine "Zweite Chance" bekommen und nochmals abstimmen dürfen.

May verhält sich wie eine Schwester von Merkel. Sie beharrt auf ihrer und nur ihrer Meinung, sie hat eben die Meinungshoheit, ob sie richtig ist oder falsch. In unserem Land wollen mittlerweile die meisten Bürger Grenzkontrollen und Abschiebungen von kriminellen, neuen Mitbürgern. Sie wollen die Sicherheit zurück, die wir vor dem September 2015 hatten. Das passiert nicht, da Merkel ja der Meinung ist, ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen. Ich wüsste es, zurücktreten und zwar mit ihrem kompletten Hofstaat und neue Leute, die für die Bürger da sind, ihre Fehler und Gesetzesübertretungen ausbügeln lassen. Und das Ganze nach Neuwahlen. Das wäre wahre Demokratie, denn als Wahlverliererin mit dem schlechtestens Ergebnis seit langem, kann ich nicht so tun, als wäre das nicht passiert.

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ralfix 07.01.2018, 10:58
38.

Bei allen Optionen müsste neben der wirtschaftlichen Auswirkung auch noch die Nord-Irland-Problematik berücksichtigt werden. Und da ist den Briten wohl selbst nicht klar, wie das zu lösen wäre. Man könnte doch mal die Brexit-Befürworter fragen, wie sie sich das eigentlich vorgestellt haben, als sie abgestimmt haben.

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egoneiermann 07.01.2018, 11:01
39.

Zitat von De facto
Option 3 wird es sein. Der Krach nach dem Brexit wird kommen aber die Zukunft muss nicht düster sein. EU ist wirtschaftliche viel zu erstarrt und ausserhalb EU können die Briten sich von Regularien und Steuern befreien und ein Art Singapur in Europa sein.
Was für Regularien meinen Sie? Weniger Umweltschutz, weniger Arbeitnehmerrechte, mehr ungezügelter Kapitalismus und natürlich weniger Steuern. Das wäre wirklich eine tolle Zukunft für die sehr reichen Briten. Aber klar, kann man gut mit einem Stadtstaat vergleichen, der alleine durch Handel reich geworden ist. Wobei das mit dem Handel bei UK schwer gehen wird so ganz alleine.

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