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Brexit-Verhandlungen: EU-Chefunterhändler Barnier sieht noch Chancen für einen Deal
Virginia Mayo/ AP

Michel Barnier, EU-Chefunterhändler, hält eine Einigung im Brexit-Streit bis Ende der Woche für möglich. Dem irischen Sender RTE zufolge wollen die Briten noch an diesem Dienstag neue Vorschläge unterbreiten.

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Papazaca 15.10.2019, 09:51
1. Sehr große Zweifel sind angebracht

Erstens geht es beiden Seiten sicher darum, nicht als der Schuldige für die gescheiterten Verhandlungen da zu stehen.

Dann müßte ein "Deal" in einen rechtssicheren Text gegossen werden. Danach müßte er von allen Beteiligten
die Zustimmung erhalten, also von GB, von der Regierung, aber auch dem Parlament, allen EU-Ländern, dem EU-Parlament etc. Wie das zeitlich gehen soll, möchte ich mal gerne wissen.

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H.Schulz 15.10.2019, 09:52
2. Alles nur Wahlkampf

auch die nächsten Vorschläge werden nur unverbindliche und nebulöse Absichtserklärungen sein. In Großbritannien will halt niemand ernsthaft Entscheidungen, den jede Entscheidungsoption hat gravierende Nachteile für das Vereinigte Königreich. Das Land geht schweren Zeiten entgegen.

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transatco 15.10.2019, 09:52
3. Natürlich! Alle Chancen!

Man muss einfach nur alle Wünsche von Herrn Johnson erfüllen und fertig ist der "Deal"
Ganz nebenbei ist "Deal" für mich Favorit als Unwort des Jahres! Ist es doch gleichbedeutend mit: "Einer wurde über den Tisch gezogen"!!!

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kayakclc 15.10.2019, 10:03
4. Geduld und Ruhe

Ich wünsche den EU Unterhändlern Geduld und Ruhe. Wenn die Briten zur Vernunft kommen, werden wir einen ordentlichen Vertrag erhalten, denn beide Seiten nützt. Dieses Geplänkel nerve zu den Zuschauer, aber einfach mal die Sache nüchtern betrachten. Den Briten dämmert jetzt auch, dass die EU den Friedensnobelpreis erhalten hat, und das die Nordirlandfrage wohl auch eine zentrale Rolle spielt. Ich bewundere Barnier, wie vieles der Hasadeure an ihm abperlt und er nicht den Fehler begeht, Dinge persönlich zu nehmen.

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burgundy 15.10.2019, 10:05
5.

Wieso hatte man eigentlich schon immer dieses ungute Gefühl, dass die EU doch noch einknicken könnte? Wieviel kostet es, kein Rückgrat zu haben? Eine pragmatische Lösung ist sicherlich gut, warum sollte man keinen Kompromiss machen? Aber muss es ausgerechnet Johnson sein, den man damit stützt? Ein Premier, der sich hochmütig über sein Parlament hinwegsetzt? Wo bleibt die demokratische Vorbildrolle, die sich die EU so gern ans Revers heftet? Hätte man das nicht alles mit Theresa May aushandeln können, die man in einem langen Marathon demontiert und gedemütigt hat? Das soll jetzt durch die Stärkung populistischer Kräfte in GB alles besser sein? Und was für ein Signal ist das an Schottland (und Wales), die mit einer Integration nach Europa liebäugeln? Lässt man sie bewusst im Stich, um den Zusammenhalt GBs nicht zu gefährden? Na ja, es ist wohl zu früh für all diese Fragen, warten wir das Wochenende ab. Aber ein ungutes Gefühl bleibt.

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ambulans 15.10.2019, 10:18
6. moin,

Zitat von Papazaca
Erstens geht es beiden Seiten sicher darum, nicht als der Schuldige für die gescheiterten Verhandlungen da zu stehen. Dann müßte ein "Deal" in einen rechtssicheren Text gegossen werden. Danach müßte er von allen Beteiligten die Zustimmung erhalten, also von GB, von der Regierung, aber auch dem Parlament, allen EU-Ländern, dem EU-Parlament etc. Wie das zeitlich gehen soll, möchte ich mal gerne wissen.
diese zweifel habe ich auch; mir gefällt die position des finnischen MP am besten - er ist offensichtlich realistisch, was die noch zur verfügung stehende zeitspanne und die notwendigen inhalte für einen deal angeht. wahrscheinlich gehts nur noch darum, wer als "good guy" in die geschichte eingehen wird und wer den "bad guy" geben soll ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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noch_ein_forenposter 15.10.2019, 10:24
7.

Zitat von Papazaca
Erstens geht es beiden Seiten sicher darum, nicht als der Schuldige für die gescheiterten Verhandlungen da zu stehen. Dann müßte ein "Deal" in einen rechtssicheren Text gegossen werden. Danach müßte er von allen Beteiligten die Zustimmung erhalten, also von GB, von der Regierung, aber auch dem Parlament, allen EU-Ländern, dem EU-Parlament etc. Wie das zeitlich gehen soll, möchte ich mal gerne wissen.
Für die EU ist es völlig egal, wer beim Scheitern als "Schuldiger" gilt. Das hat ausschließlich Bedeutung für BJs weitere Karriere. Ich verstehe nicht, warum dieser komplett unwichtige Punkt immer wieder genannt wird.

Zeitlich ist das Prozedere überhaupt kein Problem, wenn die EU eine Verlängerung gewährt. Aber dafür muss es echte Perspektiven geben.

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haresu 15.10.2019, 10:27
8. Skepsis ist angebracht

Wer glaubt denn, dass Johnson wirklich einem Sonderstatus für Nordirland zustimmt? Schon ob er überhaupt weitere Verhandlungen will ist fraglich. Die EU hingegen scheint dazu entschlossen und will Johnson wohl auch dazu zwingen. Umarmungsstrategie! Ob die gegenwärtigen Verhandlungen allerdings wirklich so vielversprechend sind wie getan wird, darf man bezweifeln.

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Jöel L. 15.10.2019, 10:35
9. Es wäre zu hoffen, dass Vernunft einkehrt

Es wäre zu hoffen, dass Vernunft einkehrt und dass die EU den Briten eine tragbare Lösung anbietet. Wenn die Geschichte etwas immer und immer wieder lehrt: einseitige Verträge, die eine Seite der anderen in einer Situation der Stärke aufzwingt bringen, ein Potential von Frustration und Feindseligkeit mit sich, das sich nach kürzerer oder längerer Zeit meist explosiv entlädt. Zu lange waren die Hitzköpfe am Werk: Auf der einen Seite Fanatiker, welche die Briten hart abstrafen wollten, weil sie es als schlimmes Vergehen betrachten, wenn ein Staat nicht Mitglied der EU sein möchte, auf der anderen Seite die Fanatiker, die an der EU die selbst die offensichtlichen Vorteile der EU leugnen. In einer stets instabiler werdenden Welt sollten die Länder Eurpas sich auf die natürlichen gemeinsamen Interessen fokussieren und die Zusammenarbeit vor allem dort suchen, wo es allen etwas nützt. Man sollte darauf verzichten, anderen Ländern etwas aufzuzwingen. Dort wo Gegensätze bestehen, sollte man nach Möglichkeit die anderen nach ihrer Façon selig werden lassen. Die heutige Welt ist einfach zu kompliziert, als das sich die europäischen Lander den Luxus solcher Animositäten leisten können. Ähnliches gilt auch für das Verhältnis EU -Schweiz, wo die EU der Schweiz unbedingt ein 'Rahmenabkommen' aufdrücken will.

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