Forum: Politik
Brexit-Votum: Johnson spielt auf Zeit
DPA

Nach dem Brexit-Votum berät Europa über die Folgen. Boris Johnson, der als nächster britischer Premier gehandelt wird, gibt sich gelassen. Sein Land habe keine Eile. Der Konservative verspricht weiter Privilegien - auch ohne EU.

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newbie99 27.06.2016, 14:53
560. Aber was ist gut für uns??

Zitat von fbdgbd
Wie bereits geschrieben: es wäre für GB von Nachteil, würde man jetzt auf die "schnell-raus" Propaganda hören! Besonnen und durchdacht muss es laufen. Wir deutschen haben diese schnellen/überstürzten Aktionen anscheinend im Blut (siehe Merkel). Aber was sehen wir immer wieder? Wie schnell man seine Meinung ......
Also hier hofft augenscheinlich jemand, dass GB beim Austritt das Beste für sich herausholt. Nur zum Verständnis: Dann zu Lasten der übrigen EU-Länder, also auch zu Lasten Deutschlands.

Und diese Länder werden nun dazu angehalten, so ein Verhalten gefälligst ohne zu Murren zu akzeptieren. Was soll das?

Dass die Briten das Beste für sich herausholen wollen, ist natürlich anzunehmen. Aber Untersützung dürfen sie doch bitte von den anderen Ländern dafür nicht erwarten. Ich wiederum erwarte von meiner Regierung, dass den Briten gehörig Druck macht, dass der Brexit jetzt schnell von Statten geht, damit die Unsicherheiten bladmöglichst beendet sind. Eine Zweijahresfrist, bis die überhaupt erstmal über ihren Ausstieg nachdenken, ist auf jeden Fall nicht akzeptabel!
Ich glaube auch nicht, das Europa so etwas mit sich machen lassen wird. Am Ende dürfte schnell deutlich werden, dass die GB-Bürger hier einer dumpfen Anti-Europa-Propaganda aufgesessen sind. Und wird Johnsson tatäschlich Premier, dann wird er viel Gelegeheit zur Selbstreflextion erhalten.

PS (oder Fazit): Kann es sein, dass Beiträge wie obiger in erster Linie die Hoffnung zeigen, dass der Brexit die EU maximal schaden möge und daher einem langsamen Verfahren der Vorzug gegeben wird? Von dieser Seite wird allzuhäufig von "Vaterlandsverätern" gesprochen. Ist eine solche Haltung nicht auch "vaterlandsverräterisch"?

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Proggy 27.06.2016, 14:56
561.

Zitat von platin-iridium
Darin gibt es zwei prominente Mitglieder: Boris Johnson und David Cameron. Es liegt nun an denen, im Parlament für einen schnellen Austritt zu werben, oder sehe ich das falsch? Interessant: "Es wäre.......
Sie haben vollkommen recht, was Cameron betrifft. Er alleine hat nicht nur das Ansetzen des Referendum zu verantworten (um seine damalige Wiederwahl zu gewährleisten), sondern auch jetzt die Verzögerung mit seinem überfälligen Rücktritt.
Johnson und Farage haben lediglich die Steilvorlage von Cameron genutzt und das Tor gemacht - bitte, welcher Politiker hätte das nicht?!
Natürlich wäre es für die Mitglieder des Parlaments politischer Selbstmord (und eine extreme Stärkung von UKIP bei den nächsten Wahlen), wenn die das Referendum ignorieren oder gar kippen würden.
Das das Parlament jetzt auf Zeit spielt, heißt nur, dass das Parlament keinen Ausweg aus dieser Zwickmühle hat.
Dafür können Johnson und Farage nun wirklich nichts - die haben im Moment nichts zu melden bzw. keinerlei parlamentarische Mehrheiten.

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osgar 27.06.2016, 15:02
562.

Zitat von schwarzrotgold
Das hört man ja nun immer wieder, wie sehr Norwegen und die Schweiz vom gemeinsamen Markt profitieren, ohne sich sonderlich dafür anstrengen zu müssen (im Gegensatz zu vielen EU-Mitgliedsstaaten). Wenn das so paradiesisch ist, wie Sie es hier gerade beschrieben haben, sollte man bei diesen beiden Staaten vielleicht mal ein Auge darauf werfen und bei deren Belastung entsprechend nachjustieren. Was meinen Sie?
Nun die Schweiz hat grad vor kurzem den längsten Bahntunnel der Welt fertiggestellt. FÜR die EU. Während Deutschland und Italen sich natürlich nicht an getroffene Abmachungen halten, weil sie die entsprechenden Zubringerstrecken nicht bauen.
Rosinenpickerei können Sie da getrost vergessen.

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fbdgbd 27.06.2016, 15:03
563.

Zitat von postorgel
die Briten wurden schon seit Maggie Thatcher zu antieuropaern erzogen. immer, wenn etwas schief lief in Britannia, zeigte Man mit dem Finger auf Brüssel. das konnte auf Dauer nicht gut gehen. man sah die eu als wirtschaftsclub von dem man sich Vorteile erhoffte. die europäische Idee hat man nie verfolgt, sondern eher bekämpft. nun ist es endlich genug, sollen die Briten endlich gehen, sie sind für Europa eher ein Klotz am Bein!
Naja... der Vorgänger der EU war auch als reine Wirtschaftskooperation gedacht.
Über die "Vereinigten Staaten von Europa" wurde ich persönlich nicht gefragt... dass man auf dem Weg zu eben diesen "VSvE" ist, war mir bisher auch nicht bewusst. (naja... seit 2008 ist mir das so halb bewusst geworden - deswegen hab ich meine Meinung auch Grundlegend von einer Pro EU Einstellung auf eine anti EU geändert)

Nicht falsch verstehen: ich denke ein Vereintes Europa wäre ne gute Sache: aber dann bitte nicht als undurchsichtiges Vertragswerk, dass von Lobbyisten und Eliten erstellt wurde und das man ohne 200 Juristen nicht durchblicken kann.
Dann wäre mir eine Unabhängigkeitserklärung alá "Amerikanische Unabhängigkeitserklärung" lieber.

Etwas, was man als Schüler mittleren Alters durchlesen und verstehen kann! Und nicht irgendein seltsames, undurchsichtiges und Korruptes etwas, was aktuell die EU darstellt!

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newbie99 27.06.2016, 15:04
564.

Zitat von mr.andersson
Man hatte in den letzten 2 Jahren auch keine Zeit darüber nachzudenken, wie man die eigene Forderung umsetzt, wenn sie denn eine Mehrheit bekommt? Hier wird ja jetzt so getan, als könnte GB erst nach der Abstimmung anfangen nachzudenken. Merkt eigentlich noch jemand, dass dieses "Lasst GB doch jetzt mal Zeit besonnen nachzudenken" das übelste GB-Basching überhaupt ist, weil das aussagt, dass die es nicht vorher gemacht haben? Wobei ich diesen Eindruck auch langsam gewinne. Trotzdem wundere ich mich, das die Pro-Brexit Fraktion dies propagiert.
Nein, genau umgekehrt!
Die Brexit-Befürworter hoffen nun, dass die Briten ihren Austrittskurs möglichst effektiv "auskosten" und zu ihren Gunsten gestalten, damit das Verfahren der EU "bestmöglichst" schadet. Problem dabei: Es schadet damit allen verbleibenden Mitgliedsstaaten und damit eben auch Deutschland.

Für die Befürworter geht es nun darum, dass GB den "bösen EU-Bürokraten" einmal so richtig zeigt, was eine Hake ist und sie am langen Arm verhungern lässt. Quasi eine anti-europäische Lehrstunde in Sachen "Souveränität".
Wäre das fair ggü. der EU und den anderen Mitgliedsstaaten? Wen interessierts! Wichtig ist nur, dass man seine Erwartungshaltung äußert, dass sich Brüssel und die anderen Länder das gefälligst murrlos gefallen lassen, weil die Briten ja sooo souverän sind.

Meine Erwartungshaltung ist, dass Berlin und Brüssel unsere Interessen vertritt und dazu gehört, dass London dazu gedrängt wird, möglichst bald sein Austrittsgesuch zu beschließen!

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biobayer 27.06.2016, 15:05
565. Legende

Zitat von Trockenfisch
Gibt es neuerdings eine Regelung das die Stimmen der jungen Wähler mehr zählen als die der Alten? Da hätten sich mal mehr junge Wähler aufraffen müssen und zur Wahl gehen sollen. Aber vieleicht war grad eine wichtige Party und das abstimmen per Smartphone und Twitter von zu Hause ist ja auch bequemer.
So ist es. Es gilt immer noch das Prinzip: one man - one vote. Dieses Prinzip hat Nachteile, aber es gibt kein besseres.

Und die Legende "Alt vs. Jung" ist ohnehin nur eine Erfindung parteiischer Autoren. Denn die Mehrheit der Jungen ist bei der Abstimmung zu Hause geblieben, hat das Thema also nicht als Zukunft bestimmend erachtet.

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RenegadeOtis 27.06.2016, 15:05
566.

Zitat von gabriele.joppe
lag bei ca. 72%. D.h. im Umkehrschluss 37,4% der Wahlberechtigten haben gegen einen Verbleib in der EU gestimmt.
Nein, 37,4% haben gar nicht gestimmt, weder dafür, noch dagegen.

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fbdgbd 27.06.2016, 15:12
567.

Zitat von portlana
deutschland ist doch auch nicht besser, eigentlich macht jeder was er will, daher ist es eigentlicht nicht die eu , kommission etc die nix tut, erstmal darf die eu als sagen wir mal übergeordnetes dach fast nix wirklich, da alle wichtigen entscheidung in wahrheit von den eu treffen der staatsoberhäuptern und minister treffen getroffen werden,. über bleibt fast nur das was viele so .....
Nanana... mag sein, dass einige EU-Beschlüsse vielleicht höhere/bessere Standards haben als die Nationalen.
ABER das ist noch lange kein Freifahrschein alles 1:1 umzusetzen.

Bei wichtigen Themen sind die Lobbys sehr viel präsenter!
100 zufriedenstellende Beschlüsse gaben einem Fatalen noch lange keine Berechtigung! (aber genau so handeln die Lobbys - man gibt in 90% der fälle nach - um sich dann bei einem wichtigen Punkt durchzusetzen)

Aber wie immer ist der Bürger außen vor und weiß gar nicht erst, was DORT OBEN überhaupt beschlossen wird!

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