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Brexit-Wirren: Corbyn sucht Verbündete gegen Johnson
WILL OLIVER/EPA-EFE/REX

Die britische Opposition versucht mit aller Macht, einen No-Deal-Brexit zu verhindern. Labour-Chef Corbyn plant deshalb einen Misstrauensantrag gegen Premier Johnson. Ziel: Neuwahlen noch vor dem EU-Austritt.

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hagebut 27.08.2019, 11:40
1. Unsinn

GB braucht keine parlamentarischen Initiativen und keine Neuwahlen, sondern ein neues Referendum. Das erste war von Falsch- und Fehlinformationen so sehr gekennzeichnet, dass dies schon allein aus Fairness gegenüber dem Souverän durchgeführt werden muss.

Die Wahlbevölkerung sollte vor drei wählbare Alternativen gestellt werden:

a) In der EU verbleiben
b) ein No-Deal-Brexit
c) dem derzeit vorliegenden Austrittsvertrag zustimmen

Wenn keine der drei Alternativen eine Mehrheit erreicht, muss selbstverständlich die wenigste Befürwortete wegefallen und ein weiteres Referendum durchgeführt werden.

Das ist nur fair und demokratisch, alles andere ist Humbug.

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Beat Adler 27.08.2019, 11:43
2. Wenn doch nur die Person Jeremy Corbyn nicht waere, dann ginge dies

Wenn doch nur die Person Jeremy Corbyn nicht waere, dann ginge dies ruck zuck mit den Anti-BoJos. Dieser Corbyn ist umstritten, als Marxist und Antisemit verschrieen, einfach nicht als Uebergangspremier, auch nicht nur fuer eine einzige Stunde, waehlbar.

Sollten sich die Anti-BoJos, die um jeden Preis einen no deal Brexit verhindern wollen, nicht auf einen anderen, also NICHT Corbyn und auch NICHT BoJo als Uebergangspremier einigen koennen, bleibt der BoJo eben der Premier, der entscheiden kann, ob, und wann Neuwahlen stattfinden. Er wird sie vermutlich auf Dezember 2019 legen, NACH dem Brexit, deal or no deal, das ist hier die Frage, schrieb Shakespeare.

Neuwahlen MIT einem Antrag bei der Rest EU der 27 auf erneute Verschiebung des Datums vom 31. Okt. 2019 auf spaeter, fuehrt zum Wahlsieg von Nigel Farage, dem roten Tuch aller anstaendigen Briten;-)

So oder so: Es gibt keine Loesung, Brexit, wie auch immer, ob windelweich oder knallhart, geht nicht. Kein Brexit geht auch nicht. Oder wie die BBC ihre Reportagen zum Brexit beendet: May be! Who knows?
mfG Beat

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rwachsmu 27.08.2019, 11:46
3. zu spät und halbherzig

Corbyn wollte den Brexit doch auch. Er wollte ihn aus anderen Gründen als die Brexiters. Er meinte, dass eine nach einem Machtwechsel mögliche linke Politik durch die EU-Mitgliedschaft verhindert würde. Von Anfang an stand er dafür in der Kritik. Warum? Weil am Ende er das Gleiche forderte, wie die Brexiters. Labour hat dadurch die Stellung als Alternative verloren. Durch diese Haltung wurde der Brexit überhaupt nicht in Frage gestellt und die konservative Parlamentsmehrheit konnte machen, was sie wollte.

All die Millionen, die gegen den Brexit waren und sind, haben dadurch überhaupt keine parlamentarische, bzw. wählbare Option. Corbyn trägt an dem heutigen Dilemma eine erhebliche Mitschuld.

Es wäre besser gewesen, eine Alternative zu formulieren, die auch den Ansprüchen von Labour gerecht geworden wäre. Die hätte nur lauten können, Verbleib in der EU und endlich eine soziale Neuausrichtung der EU, weg von dieser neoliberalen und undemokratischen Grundhaltung.

Jetzt will er plötzlich diesen Austrittsvertrag, der die Britten an die EU-Regeln binden wird, ohne dass sie irgendeinen gestaltenden Einfluss nehmen können.

Wem will er das erklären?

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Europa-Realist 27.08.2019, 11:47
4. Und dann?

Angenommenk Corbyn schafft es, BoJo abzuwählen und vor dem 31.10.2019 Neuwahlen abzuhalten, und schließlich den Brexit zum 31.10.2019 abzuwenden. Was dann? Ist dann Friede, Freude, Eierkuchen? Die Britische Bevölkerung will doch weiterhin mehrheitlich die Loslösung von der EU, aller Unken-Rufe (die nur die Stimmung in London widerspiegeln) zum Trotz. GB bleibt gespalten.

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rosinenzuechterin 27.08.2019, 11:48
5. Die Chance hätte er doch gehabt

Corbyn hatte doch eine Verbündete gegen Johnson: Theresa May. Leider hat er die mit seinem Nichtunterstützen ihrer (mit der EU ausgehandelten!) Vorschläge aus dem Amt getrieben und ist damit erst zum Steigbügelhalter Johnsons geworden.

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danilo.pecher 27.08.2019, 11:52
6. Zum Scheitern verureilt

Ausser Johnson vermag keiner das Land mehr zu spalten als Jeremy Corbyn. Durch das marxistische Kabal rund um Seamus Milne und seinen anderen "Beratern" gilt Corbyn selbst in der eigenen Partei als unwählbar.

Sein "Angebot" übergangsweise ein Government of National Unity (GNU) zu führen ist absolut hirnrissig. Kein Tory-Rebell würde den Hauptgegner vor einer Wahl zum Premierminister machen, und sei es nur übergangsweise. Das wäre, als würde man bei einem Fussballspiel einen der Kapitäne der spielenden Mannschaften zum Schiedsrichter machen.

Die LibDems haben den einzig gangbaren Weg aufgezeigt: Eine Übergangsregierung unter Führung von Ken Clarke oder Marriet Harman, die jeweil dienstältesten männlichen/weiblichen Parlametarier.Beide hätten keinerlei langfristige Ambitionen und gelten im gesamten Parteienspektrum als verlässlich und vertrauenswürdig.

Besonders Ken Clarke würde sich hier anbieten, da er bei der kommenden Wahl aus Altersgründen ohnehin nicht mehr antreten wird und somit absolut kein Pferd mehr im Rennen hat und somit einzig dem Wohl des Landes verpflichtet sein kann.

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HerrPeterlein 27.08.2019, 11:59
7. Falscher Mann zur falschen Zeit

Er hat doch auch nicht die nötige Mehrheit hinter sich, dazu kann er mit seinen Forderungen kaum Abgeordnete aus den anderen Parteien zu sich herüber ziehen. Selbst wenn es gelingt, wäre er auch nur einer weiterer PM mit einer extrem schwachen Basis. Dazu dauert die Vorbereitung zu Wahlen etwas, entsprechend die Überschneidung zum Brexit. Im Wahlkampf werden die extremeren Position vertreten und Populismus zählt noch mehr als vernünftige Lösungen, wenn diese nicht kurzfristig vom Wähler honoriert werden.
Dazu bringen Wahlen im Moment keine eindeutigen Ergebnisse, siehe Europawahl. Bevor es jetzt noch chaotischer wird, sollte er anfangen die harten Folgen des Brexit abzumildern.

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radlrambo 27.08.2019, 12:02
8. Das kann er haben

und zwar, in dem er sofort seinen Hut nimmt. Auch an Corbyns Händen klebt Blut: Zu sehr wollte er schon den Brexit missbrauchen, um Kalif anstelle des Kalifen zu werden. Auch ihm waren die Interessen GBs egal.

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Papazaca 27.08.2019, 12:07
9. Scheint alles auf Neuwahlen hinauszulaufen

Wenn Johnson ziemlich sicher ist, das ein Misstrauensvotum gegen ihn erfolgreich ist, wird er vorher Neuwahlen vorschlagen. Dabei werden die Tories zwar ein Teil der Farage-Stimmen bekommen, aber eben nicht alle. Das heißt, die Tories werden eine Menge Stimmen verlieren. Für Labour wird es aufgrund des unglaubwürdigen Corbyn vielleicht noch schlimmer. Labour wird viele Stimmen an die Lib-Dems verlieren. Wie sich das letztlich bei dem britischen Mehrheitswahlrecht auf das Ergebnis auswirkt. ist wie der berühmte Blick in die Glaskugel.

Deshalb ist alles, was BoJo gerade erzählt vorgezogener Wahlkampf. Was ihm letztlich den Sieg kosten könnte, ist sein Königinnen-Mord an May. Königsmörder haben in der Regel zu viele interne Feinde. Nach den Wahlen wird sich fast sicher viel in der britischen Politik ändern. Viele der negativen Figuren werden nach den Wahlen abgestraft und verschwinden.

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