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Britischer EU-Ausstieg: Drei Gründe, warum der Brexit wohl wirklich kommt
DPA

Bleiben die Briten vielleicht doch in der EU? Die Debatte ist in vollem Gang - aber ein Exit vom Brexit ist sehr unwahrscheinlich.

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peterpahn 03.03.2018, 23:50
1. Die Briten hatten m.E. nie Zweifel, dass ihr Votum gilt, ...

Die Briten hatten m.E. nie Zweifel, dass ihr Votum gilt - was denn sonst? Nur in Berlin, Paris, Washington und Brüssel hat man sich scheinbar Illusionen hingegeben, zumal man die eigenen Bürgerinnen und Bürger ganz gut im Griff hat. Zur Erinnerung: Die Franzosen und die Niederländer haben sich in Referenden gegen den EU-Vertrag von Lissabon ausgesprochen.

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spmc-12355639674612 03.03.2018, 00:00
2. Der erste Brexit im Jahr 409

Im Jahre 409 taten sich die britischen Provinzen zusammen und sagten sich vom römischen Reich los. Die Römer verließen kurze Zeit später Britannien. Was war die Folge? Es begann das "dunkle Zeitalter": Britannien versank in einem wilden Chaos von Kriegen, Bürgerkriegen, Eroberungen und bitterer Armut. Die Angelsachsen übernahmen die Macht und plünderten Britannien aus. Das Ganze dauerte viele Jahrhunderte, bis unter normannischer Regierung die Normalität langsam zurückkehrte.
Dieses Mal droht Britannien - vielleicht - nicht so tief zu fallen. Das Verhaltensmuster ist jedoch ähnlich: Das Unheil ist selbst gewählt und verschuldet.
Sollte GB doch noch - was in der Tat unwahrscheinlich ist - einen Rückzieher machen, wird es mit Sicherheit ohne juristische Bedenken wieder in die EU zurückkehren können, niemand würde ernsthaft dagegen klagen wollen. Aber es hängt alleine von den Briten ab.

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obersterhofnarr 03.03.2018, 00:51
3. Sie ist ohne Ehre und Loyalität und stellt eine Bedrohung dar

Die britische Regierung hat keinerlei Achtung vor den Bedürfnissen der Bevölkerung und ist so arrogant, blasiert und ignorant, daß sie ihren eigenen Machttrieb vor die wirtschaftlichen Bedürfnisse der britischen Bevölkerung stellt. Es ist May, Verarsch und BoJo und wie sie nicht alle heißen vollkommen gleichgültig, daß der britische Arbeiter und kleine Angestellte am Ende die Zeche zahlen muß nur weil keiner den Mut hat zuzugeben, daß man einen Fehler begangen hat, den man relativ leicht korrigieren kann.
Topbeispiel sind die Trump'schen Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Die USA und die EU können locker mit China und Indien über Zölle und Kontingente streiten, aber kann das auch das UK? Nein, denn jeder der 1,3 Mrd. Chinesen und 1,2 Mrd. Inder weiss ganz genau, daß die britische Regierung mit dem Rücken in der Ecke steckt und so schnell als möglich Handelsabkommen vorlegen muß egal wie diese aussehen in der Realität. Und da kommen die Trump'schen Zölle gerade recht um Druck auf das UK auszuüben. Einfach PM May ein bißchen zappeln lassen, und mal schauen wie weich sie wird. Vielleicht ruft sie auch mal Donald an, wer weiss wer weiss... Wenn nicht dauern halt die Verhandlungen noch mal 5 Jahre.
May ist einfach eine machtgeile Opportunistin, die auch anderen bescheuerten Ideen hinterherlaufen würde nur um sich nicht verantworten zu müssen. Und klingelt es, kommt es niemandem bekannt vor wer das genauso macht? Na dann gute Nacht....

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marius_london 03.03.2018, 01:27
4. Das ist gar keine Frage mehr...

Diese Frage stellt sich hier in UK gar keiner mehr. Es kommt natuerlich zum Brexit und nach zwei Jahren Transition und Verhandlungen ist es der EU einfach zuviel. Die UK wird niemals von ihren "roten Linien" abweichen. Daher ist ein harter Brexit das Ergebnis. Ich schaetze die EU wird sich sagen die sollen einfach mal sehen wie weit sie kommen...ich kann mir gut vorstellen das die UK nach 10 Jahren Wirtschaftskrise wider einen EU-Antrage stellen wird. Ich bin jedenfalls in drei Jahren hier weg. Mir reichts.

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clara1337 03.03.2018, 02:12
5. Nicht wirklich relevant

Das ganze ist vielleicht traurig, aber Fakt ist nun mal, die Briten sind raus. Ich hoffe, die EU plant und bereitet sich nun auf den Austritt 2019 vor. Sollte es wirklich noch zu irgendeinem Vorschlag kommen, der für uns (die EU und bestenfalls für beide Seiten) von Vorteil ist, kann darüber ja geredet werden. Aber insgesamt wird immer noch zu sehr daran geglaubt, die Engländer "kämen noch zur Vernunft". Das ist quatsch, es geht nicht um Vernunft. England hat diesen Weg gewählt und früher oder später ist UK einfach nur ein weiterer Nachbar, der nicht in der EU ist. Alles andere ist momentan nur Wunschdenken. Die EU muss jetzt das ganze Affentheater beenden, sich auf diese Situation vorbereiten.

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Oskar ist der Beste 03.03.2018, 04:05
6. eine Richtigstellung,

es ist nicht richtig, daß die Mehrheit der sog. "Working class" für den Brexit gestimmt hat, richtig ist, daß zuviele in den traditionellen Labour Hochburgen für den Austritt gestimmt hatten, um das Ergebnis zu verhindern. Tatsächlich sind es die Wähler der Tories, die mit über 60% für den Austritt gestimmt haben und da waren es vor allem Rentner (wovon mittlerweile mehr als eine halbe Million verstorben sind) und Leute aus den Mittelschichten.
Und und Jeremy Corbyn hat für den Verbleib geworben und auch gestimmt. Allerdings kritisiert er auch zu recht, daß die EU in ihrer derzeitigen Ausrichtung neoliberal verseucht ist. Aber was die Brexiteers auch auf der Linken nicht begreifen, ist der Umstand, das man durch Weglaufen nichts verändert.

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hevopi 03.03.2018, 04:09
7. Wenn Sie sich mit intelligenten Engländern unterhalten,

sind die Einstellungen sehr ähnlich. Sie befürchten einen wirtschaftlichen Einbruch, keine Sicherheit für die Zukunft, Rückgang auch im Tourismus und Spannungen innerhalb der beiden Gruppen, die für und gegen einen Brexit sind. Der "Flüchtlingswahnsinn" hat allerdings die Befürworter gestärkt und jeder logisch denkende Europäer weiß doch genau, wo das enden wird. "Dublin" nimmt keiner mehr ernst, der Rechtsruck wird sich weiterentwickeln und die leidtragenden Bürger werden immer stärkere Spannungen erleben. Unser politisches Chaos ist der beste Beweis, was jetzt passieren wird, wir müssen für Europa einen anderen Weg finden, wenn wir nicht einen Untergang unserer Demokratie riskieren wollen und uns endlich wieder auf die EU konzentrieren.

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Papazaca 03.03.2018, 06:16
8. Dir Briten müssen da durch!

Wir auch. Danach wissen wir mehr. Was eher das Problem ist: Es vollzieht sich so quälend lang hin.

Ja, die Briten müssen diese Erfahrungen machen, danach wissen sie mehr. Und die EU muss ihre Schlüsse aus allem ziehen und sich endlich mal erneuern. Veränderungen sind notwendig, das betrifft auch das Personal. Juncker hat die Hoffnungen, die man mit ihm verbunden hat, nicht eingelöst. Und Merkel hat Europa gespalten und Deutschland's Position geschwächt. Gerade bringt ihre gescheiterte Flüchtlingspolitik in Italien den unseligen Berlusconi wieder ins Spiel.

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MarkusHenny 03.03.2018, 06:20
9. Experten in Kaffesatzleserei

Was aber relativ sicher ist, dass Frau May den Austritt ihres Landes nicht mehr als Regierungschefin erleben wird. Dann wird sich das Chaos immer mehr zuspitzen, wofür die Wähler die Konservativen abstrafen. Denn sie haben ja mit dem Referendum das Chaos angerichtet. Corbyn kann dann weiter herumlavieren; er wird wohl die Wahlen trotzdem gewinnen. Dann wird aber trotzdem das Chaos immer grösser, weil es bis dann sicher noch zu keiner Einigung zwischen der EU und dem UK gekommen ist. Dann werden wohl die Parlamentarier doch eher den Brexit irgenwie abblasen, weil wohl auch die Neugewählten mehrheitlich gegen den Brexit sein werden. Im Wahlkampf werden sie das natürlich wohlweislich nicht sagen.

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