Forum: Politik
Britischer Premier in Paris: Macron verlangt Klartext von Johnson - und schickt eine
Philippe Wojazer/ REUTERS

Boris Johnson reist nach Frankreich. Vor ihrem Treffen fand Präsident Emmanuel Macron klare Worte für das Verhalten des Briten. In Paris geht man mittlerweile von einem harten Brexit aus.

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syracusa 22.08.2019, 10:37
150.

Zitat von cobaea
Trump hat nicht gesagt, es sei ein Freihandelsvertrag ausgehandelt worden. Er hat gesagt, man werde dem UK sehr bald einen Vorschlag vorlegen. Der Unterschied sollte klar sein: Die USA schreiben auf, was sie sich so erträumen.
Da hat Trump sicher einige Ideen. Er könnte den Briten ihre Karibik-Inseln abkaufen. Oder er könnte den Briten Nordirland abkaufen. Oder er könnte gleich das ganze UK kaufen und dem einen Koloniestatus wie Puerto Rico oder Amerikanisch-Samoa geben.

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k70-ingo 22.08.2019, 10:39
151.

Zitat von Johann Dumont
Ein Freihandelsabkommen mit den USA tritt mit dem Brexit in Kraft - BMW Minis, Rolls Royces, Bentleys, Hondas, Toyotas usw. made in GB werden sich dann mit 0% Zoll in die USA Exportieren lassen. BMW beispielsweise Mini und Rolls Royce weiterhin in GB produzieren lassen für den wichtigsten Exportmarkt. Macron, Sarkozy, G. Schröder, j. Fischer, Berlusconi, Putiin und noch einige haben alle ein ähnliches, vermeindliches Problem und dass führt zu Kompensationshandlungen - leider.
Wir haben bereits versucht, es Ihnen zu erklären, aber Sie wollen es nicht verstehen.
Also, noch einmal:
Es wird keinen nennenswerten Autoexport von GB in die USA aus mehreren Gründen geben.

Zum einen weil die genannten Firmen BMW, Toyota und Honda bereits Werke in den USA betreiben, wo die Fahrzeuge für den amerikanischen Markt hergestellt werden. Ford ist ein US-Konzern und PSA ist seit 30 Jahren nicht mehr auf dem US-Markt vertreten, die PSA gehörenden Marken Opel und Vauxhall seit über 40 Jahren nicht mehr.
In den USA bauen die genannten Firmen etliche Modelle, die speziell für Amerika entwickelt wurden - weil die in der EU für Europa gebauten Autos dort nicht beliebt, bzw. unverkäuflich sind.

Abgesehen davon gibt es keine originär britische Autoindustrie mehr.
Die vermeintlich englischen Marken gehören alle ausländischen Konzernen und die britschen Autofabriken sind nur verlängerte Werkbänke dieser Konzerne. Eigenständige Entscheidungen werden in GB nicht mehr getroffen.

Ach ja, das Freihandelsabkommem USA-GB steht noch völlig in den Sternen. Es gibt noch nicht einmal Vorverhandlungen.
Es wird ohnehin nicht zustandekommen, weil 54 irischstämmige US-Kongreßabgeordnete nicht zustimmen werden, wenn der Frieden in Irland gefährdet wird - was bei der Vorgehensweise der Brexiteers der Fall ist.

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schmetterling76 22.08.2019, 10:39
152.

Zitat von Athlonpower
Ja, genau so war es, diemeisten Brexitbefürworter, die ihre Stimme abgegeben haben hatte wirklich keinerlei Ahnung, was der Austritt aus der EU wirklich bzw. auch nur ansatzweise bedeutet, gerade die in GB so viel gelesene Murdoch-Hetzpresse hat ja seit Jahren nur noch vorsätzlich Lügen über die EU verbreitet, andere Beispiele: siehe die Hunderttausende britische Rentner in Spanien, Südfrankreich und Portugal, die meisten hatten für den Austritt gestimmt und waren dann ganz überrascht, daß damit auch ihre Daseinsberechtigung in der EU hinfällig werden wird, großes Staunen, oder die Nordirischen Farmer und Viehzüchter, auch hier große Zustimmung zum Brexit und anschließend das große Erstaunen über die daraus restultierenden Folgen, die man sich so überhaupt nicht hätte vorstellen können, von den ganzen britischen Rentner gar nicht erst zu reden, die meist nur für den Austritt gestimmt hatten, weil Farange und Johnson ja fest versprochen hatten, daß wöchentlich 350 Mio Pfund statt nach Brüssel in den so ziemlich maroden nationalen Gesundheitsdienst - NHS - gesteckt werden, ich würde sogar sagen, der allergrößte Teil der Brexitbefürworter hatte bei der Abstimmung auch nur einen Schimmer von den daraus resultierenden Folgen, aber so ist es eben, wenn man auf einer Insel lebt, sich selbst als absoluten Höhepunkt der Menschheit sieht und immer noch vom untergegangenen EMpire träumt, das jetzt wieder auferstehen wird/soll! Oder wie es Friedrich Schiller schon vor über 200 Jahren erkannte: "Die Mehrheit des Volkes ist immer auch die Mehrheit der Dummen, weil die Intelligenz nur auf eine Minderheit verteilt ist"!
Genau die, die sie genannt haben, hatten bei den EU-Wahlen in England die Chance gehabt ein deutliches Signal zu geben für die EU, indem sie die "Brexit - Parteien" abgestrafft hätten. Das wäre die Chance gewesen für genau diese Engländer, die sie hier genannt haben und haben sie die Chance genützt?

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deSelby 22.08.2019, 10:41
153. Nun ja...

Zitat von HH-Hamburger-HH
Glauben Sie wirklich, dass die britischen Bürger alle unmündig bzw. dumm sind und sich vor ihrer Abstimmungsentscheidung nicht informieren? Denken tatsächlich, dass ausgerechnet Sie als Außenstehender die Folgen eines Brexits bzw. dessen Vor- und/oder Nachteile für jeden Einzelnen besser beurteilen können als die betroffenen Bürger selbst? Vielleicht betrachten die Briten (und Nordiren) ihr Land auch einfach nur aus einem anderen Blickwinkel als Sie und brauchen deswegen Ihre Belehrungen ainfach nicht ...
Erstens sagt auch die britische Presse, daß einer der Hauptgründe Grund für das Votum pro Brexit schiere Unwissenheit in Sachen EU war:

https://www.independent.co.uk/voices/brexit-theresa-may-leave-voters-remain-eu-referendum-campaign-deal-a8740526.html

https://www.theguardian.com/politics/2016/jul/07/voters-eu-referendum-did-not-know-what-they-were-voting-for-oona-king

Und zweitens: warum Nordirland? In Nordirland hat eine Mehrheit für Remain gestimmt:
55,2% Remain
44,8% Leave

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wiseman21 22.08.2019, 10:41
154. Bitte, bitte mehr davon!

Zitat von 123rumpel123
Gehen Sie davon aus, dass man Zollpolitik filigran mit dem Florett organisieren kann. Das hat nichts mit Ihrer groben holzschnittartigen Vorstellung zu tun. Allein Ihre Verherrlichung des Exports zeigt Ihre ökonomische Ahnungslosigkeit. Da Handel kein Nullsummenspiel ist, können nicht alle am Welthandel beteiligten daraus den größtmöglichen Nutzen ziehen. Nach wie vor ist das oberste volkswirtschaftliche Ziel die Sicherung von "Beschäftigung und Einkommen". Und Sie werden sicher kaum einen unabhängigen Ökonomen finden, der konstante Handelsbilanzüberschüsse verteidigen wird, da es einfach unsinnig ist. Die konzentrierte Sicht auf den Export ist leider extrem laienhaft.
"Filigran mit dem Floret" - und das genau von Ihnen, den Meister der feinen Debatierkunst. Und dann fabulieren Sie auch noch von "ökonomischer Ahnungslosigkeit" ! Sie, der uns heute folgende Weisheit beschert hat: "Das was man nicht selber herstellen kann, besorgt man sich auf dem Weltmarkt zu den günstigeren Weltmarktpreisen Positve Auswirkungen hinsichtlich der Transformationskosten"!
Nun erhellen Sie uns Leien doch mal: Wie setzten sich für die Transformationskosten für das UK bei einem EU Austritt zusammen? An welche Kostenbestandteile denken Sie konkret? Und welche Maßnahmen wirken sich konkret positiv auf diese Kosten aus? Der verzollte Export von Gütern nach Weltmarktpreisen?

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Beat Adler 22.08.2019, 10:42
155. Am kommenden Dienstag treffen sich die Anti-BoJos in London, um eine

Am kommenden Dienstag treffen sich die Anti-BoJos in London, um eine gemeinsame Linie am ersten Tag der neuen Session Anfang Sept im House of Commons zu finden.

Sie wollen sich auf einen gemeinsamen Uebergangspremier einigen, der nachdem der BoJo die Vertrauensfrage verliert, uebernimmt und das Datum der Neuwahlen festsetzt, die Rest EU der 27 um eine erneute Verschiebung des Austrittsdatums bitte, um ein weiteres Jahr oder so.

Das neugewaehlte Parlament kann dann der Versuch starten eine regierungsfaehige Mehrheit zu bilden und dem neuen Premier Nigel Farage, der ueber 30% der Stimmen bei Neuwahlen einfangen wird, die staerkste Partei stellt, irgendwie die Bildung einer Regierung zu vermasseln.

Es braucht mindestens ein Jahr, bis das neugewaehlte Parlament mit einer stabilen Regierung entscheiden kann, was nun zu tun ist: Brexit ja oder nein, wenn ja, wie, erneutes Referendum oder nicht!
mfG Beat

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ramuz 22.08.2019, 10:44
156. Unglaublich!

Zitat von dieter.rodewald
Macron sollte zunächst einmal seine eigenen Probleme im Land lösen und sich nicht als Politiker aufspielen, der anderen Nationen Ratschläge erteilt; ganz nach Art unserer " Welt-Kanzlerin ", die wie gehabt die Probleme aussitzt. Durch ihre Entscheidung , 2015 die Grenzen zu öffnen ( und weiterhin offenzuhalten ) und unkontrollierte Masseneinwanderung zu ermöglichen, hat Merkel ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Briten diesen Weg gehen.
Der Schachsinn kommt tatsächlich immer wieder einmal aus der Kloake!
Was sagt Ihnen, dass das UK nicht im Schengenraum ist, in Bezug auf die europäische Immigrationslösung? Nichts? Wirklich GAR NIX ??

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dw_63 22.08.2019, 10:47
157. Zahlmeister

Zitat von HH-Hamburger-HH
Macron versucht seit seinem Amtsantritt, den französischen Einfluss in der EU zu stärken. Der Austritt des UK spielt im dabei in die Karten. Dass er für Deutschland in seiner EU nur noch die Rolle des Zahlmeisters vorsieht, mag hierzulande erstaunlicherweise bis heute niemand sehen.
Wo bitte nehmen Sie die Fakten her, dass Macron Deutschland als Zahlmeister sieht?

Ich bitte um Zitate oder Links.

Fakt ist, dass Deutschland im Handel am meisten profitiert, von unseren 106,1 Milliarden Exporten gehen 63,5 Milliarden in die EU, aber für gewisse Gruppen in dieser Gesellschaft ist der "Zahlmeister" das politische Argument, um eine EU feindliche Stimmung zu schüren.

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spon_5711341 22.08.2019, 10:48
158. Mal eine ganz blöde Frage..

... was würde denn überhaupt passieren, wenn GB den Backstop anerkennt und dann trotzdem ein Freihandelsabkommen mit den USA abschliesst? Droht ihnen dann der Rauswurf aus der EU, den sie sowieso schon vollzogen haben? Die Sonderrolle Nordirlands, die ja gerade den Backstop ausmacht und den Frieden an der inner-irischen EU-Grenze sichert, kann die EU nicht wirklich aufgeben wollen.

Wenn ich das richtig sehe, könnte Johnson den Backstop locker akzeptieren und dann ignorieren und sich als Pudel bei Trump ins Körbchen legen. Gegenmeinung?

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seetaucher 22.08.2019, 10:51
159.

Zitat von schmetterling76
Ich habe das anders verstanden. So wie Hr. Trump über Monate gelegentlich per Twitter mitteilte, scheint es sehr wohl schon Gespräche gegeben zu haben zwischen England und USA.
Glücklicherweise kann man das, was Trump so vor sich hinzwitschert, als mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit fern ab jeder Realität einordnen.

Wenn es nicht so wäre: Das UK würde bei Verhandlungen mit den USA direkt gegen Verpflchtungen aus internationalen Verträgen verstoßen. Denn solche Verhandlungen sind der EU mitzuteilen.

Was meinen Sie wohl, wie gerne andere Staaten Verträge mit einem UK schließen werden, das durch die Vertragsverhandlungen zeigt, dass es sich im Zweifel nicht an Verträge halten wird?

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