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Britisches Parlament lehnt Brexit-Deal ab: Kollision mit der Realität
REUTERS

Der Brexit-Deal ist im britischen Parlament durchgefallen. Die EU sollte sich jetzt darauf konzentrieren, die Folgen eines Austritts ohne Abkommen abzufedern. Denn eine Einigung mit den Briten ist derzeit kaum vorstellbar.

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Harry Callahan 15.01.2019, 21:21
1. Was lernen wir daraus?

Wenn man eine Gemeinschaft nicht verlassen kann, ist man kein Mitglied sondern Gefangener. Wie es nun weitergeht, zeigt, wie das Demokratieverständnis der Briten ist. Der Auftrag des Volkes ist klar.

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ulijoergens 15.01.2019, 21:23
2. Besser Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

Ich glaube nicht dass der Brexit eine gute Idee ist. Er ist eine Katastrophe und ein epochales politisches Armutszeugnis. Inzwischen überwiegt aber der Schaden durch die Unsicherheit den Schaden durch einen ungeordneten Brexit.
Die Entscheidung ist klar, GB muss raus. WTO ist durchaus eine Grundlage. Mag sein, dass es in ein paar Monaten Unruhen gibt wenn Werke schließen. So what? Wenn die Lage klar ist kann man wieder verhandeln.

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kain1 15.01.2019, 21:23
3. Sehr schon auf den Punkt gebracht

Man kann nicht mit einer Partei erfolgreich verhandeln, die nicht weiß was sie will.

Hier wurden wirklich 2 Jahre verschwendet, anstatt die Debatte in UK zu führen was man denn wirklich will - dies kann jetzt in 2 oder 3 Monaten nicht nachgeholt werden....

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alt-nassauer 15.01.2019, 21:29
4. Vor allem jetzt den Iren...

Vor allem jetzt den Iren, den Weg frei machen um mit dem Kontinent Problemlos den Handel weiter durch zu führen. Nicht das deren Wirtschaftsfluss dort ins Stocken kommt. Weil der große Nachbar sich auf "Ramsch-Niveau" herablassen will.

Hoffentlich sind da genug Fähren frei ab dem 29. März. Der Warenverkehr sollte direkt über Frankreich laufen. Nun wie man den Handel zwischen den Inseln und über das Festland (Nordirland) regelt. Das wird schon ein harter Brocken.

Ansonsten bin ich eher Zuversichtlich - alte Handelsbeziehungen wird es bald nicht mehr geben. Die 27 verblieben werden sich intern oder über andere Handelswege schon absichern

Haben ja jetzt schon einige gemacht. Auch Irische Firmen haben Verträge die Älter als 20 Jahre waren, schon gekündigt. Lieferungen kommen stattdessen aus Deutschland und nicht mehr aus GB.

Wahrscheinlich wird man in Zukunft wieder Zöllner benötigen, die sich im Warenverkehr auskennen.

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jdoehrin 15.01.2019, 21:34
5. Kein Brexit

Das einzige, was die Briten kennen, ist der Status quo (EU-Mitgliedschaft). Wie es ist - Quasi-Mitgliedschaft ohne Stimm- und Beteiligungsrechte, Drittland mit Zollgrenzen auch quer durch Irland, das wissen sie nicht.
Deswegen wäre eine Abstimmung über alle echten Möglichkeiten der wirklich demokratische Weg.
Nixtun, Nodeal, hoffen auf die heilsame Realität ist wie weiland "Sonthofen" von Franz Strauß. Mit absehbarem Ergebnis: Man traut keinem aktuellen Politiker mehr. Man wählt oder putscht Alternative.
Das können doch weder besonnene Tories noch Labour wollen.

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Europa! 15.01.2019, 21:35
6. Es kann alles noch gut werden

Ja, natürlich muss man auf das Schlimmste gefasst sein. Aber wenn May morgen abgewählt wird, ist der "Brexit" vielleicht bald Geschichte. Pro forma beschwören die Politiker zwar noch den Respekt vor dem "Willen des Volkes" von 2016. Aber die meisten Abgeordneten wissen längst, dass sie es heute mit einem ganz anderen Volk zu tun haben. Die Briten wissen heute mehr, es kommen viel mehr junge Wähler an die Urnen. Es ist nur eine Frage der richtigen Methode, um den "Brexit" ad acta zu legen. Hoffen wir, dass Corbyn geschickt genug ist, um die 2/3-Mehrheit von heute zum besten von GB zu nutzen.

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fellmonster_betty 15.01.2019, 21:35
7. un tschüsssss

Die spinnen, die Briten. Jetzt schnell eine stabile EU Aussengrenze in Irland bauen und alle 26 müssen dabei helfen. Danach haben wir zollfreies Ausland in einer Flugstunde von Norddeutschland. Dazu noch Klimaerwärmung. Wäre es keine Ironie, es könnte so schön sein.

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linnener 15.01.2019, 21:35
8. Exempel

Die EU ist erstmalig in ihrer Geschichte einer Meinung, da sie weiss, dass ein erfolgreicher Brexit Nachahmer erzeugen würde, da viele andere Staaten die EU auch gerne verlassen würden, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Das Paradoxe ist, dass die EU aus Selbsterhaltungsgründen ein Exempel statuieren muss, in dem Grossbritannien leiden muss. Poor!

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markus.pfeiffer@gmx.com 15.01.2019, 21:37
9. :)

"Möglicherweise muss Großbritannien tatsächlich erst die Katastrophe eines No-Deal-Brexits durchmachen, um wieder zu sich selbst zu finden."

Ziemlich genau das habe ich heute morgen bei einem anderen als Kommentar zum besten gegeben: Nur durch die katastrophalen Folgen eines No-Deal-Brexits werden die Briten - vielleicht - mehrheitlich einen (kleinwenig) realitischen Blick über die Vor- und Nachteile einer EU-Mitgliedschaft erkennen.

By the way:
Vor allem auf einen Punkt freue ich mich beim ungeregelten Brexit: Die angebliche Wiedererlangung der Kontrolle über die Einwanderung wird sowas von nach hinten losgehen. Warum? Weil der Ärmelkanal zum neuen Mittelmeer werden wird, weil Tausende, die in Europa wenig Chancen auf Asyl haben oder illegal dort sind, sich auf den Weg machen werden; Und die Küstenwache kann diese Leute aus moralischen Gründen nicht ertrinken oder an Bord verdursten lassen, muss sie also zunächst mal an Land holen. Dann hat man aber kein Abkommen mit der EU, das eine Rückführung dieser Menschen erlauben würde; und erst Recht kein Abkommen mit einem der zahlreichen Herkunftsländer. D.h. alle, die es aus eigener Kraft oder durch Rettung an Land geschafft haben, werden auf Jahre hinaus bleiben.

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