Forum: Politik
Brunei: Sultanat verteidigt in Brief an EU Todesstrafe für Homosexuelle
AFP

Das streng konservative Sultanat Brunei hat sich in einem Brief an das Europäische Parlament gewandt - und fordert darin "Respekt und Verständnis" für Strafrechtsverschärfungen, die einen internationalen Aufschrei auslösten.

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newbie99 23.04.2019, 11:06
160. Nicht geeignet für Islam-Hass!

Und natürlich wird so eine Meldung wieder aus der rechten Ecke instrumentalisiert: So sei der Islam halt nun mal und man müsse doch endlich erkennen, dass dieser Religion keine (i. S. des Grundgesetztes) Toleranz entgegenzubringen sei, sondern man ihr offen ablehnend entgegentreten müsse. Na aber klar doch!

Vergessen dabei die Tatsache, dass auch der oft heldenhaft dargestellte Putin vor einigen Jahren homophobe Gesetze verschärft hat - völlig ohne Islam und dass auch in so manchem anderen erzkonservativen Land Homosexualität ein Straftatbestand ist.

Aber es ist natürlich der Islam, der für alles Leid der Welt verantwortlich ist. Viele Religionen haben Regelungen mit Gesetztes-Anspruch, die nicht mit unserem Grundgesetz in Übereinstimmung stehen. Und trotzdem haben viele Gläubige erkannt, dass diese Regelungen auf die heutige Zeit "übersetzt" werden müssen. Der Islam war über viele Jahrhunderte weit, weit toleranter, als das christliche Abendland - und auch als heute. Erst seit 1, 2 Jahrhunderten verbreitete sich dort der Traditionalismus. Und die größten Schlächter des 20. Jh. waren übrigens keine religiösen Ereiferer, sondern zumeist entschiedene Religionshasser: Hitler, Lenin, Stalin, Mao. Extremisten bringen Menschen um - dazu benötigt es keine Religion. Irgend einen "Ismus" (z. B. Nationalismus) tut es auch!

Falsch ist es aber auch, Verständnis für die geforderte "Toleranz" zu zeigen. Es gibt die internationalen Menschenrechtscharta der UN. Das ist keine Erfindung Deutschlands oder den USA, sondern ein internationaler Standard, auf den sich die meisten Länder eigentlich geeinigt haben. Und natürlich können nicht ein paar Länder ihre eigenen Menschenrechte definieren und darin sagen, wer schwul ist, wird gesteinigt. Dafür kann man keine Toleranz aufbringen!

Wer dann aber gleich wieder Doppelmoral schreit und viel lieber auf die USA verweisen möchte, den möchte ich kurz darauf hinweisen, dass
- die meisten Todesstrafen (auch relativ zu Bevölkerungsgröße) in China und dem Iran stattfinden
(zwei Länder, die in einem Konflikt mit den USA stehen; bei Anschuldigungen werden sie zumeist auf's Blut verteidigt!)
- zur Erinnerung: auch Russland hat sein homophobes Recht vor kurzer Zeit noch einmal verschärft; Empörungen
westl. Politiker wurden damals brüsk zurückgewiesen
- auch Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien werden unter westl. Politikern thematisiert

Genauso wenig kann ich aber dann gleich wieder jene verstehen, die sofort wieder nach der Maximal-Reaktion schreien: Diplomatische Beziehungen aufkündigen, wirtschaftliche Kontakte abbrechen und und und. Bei wie vielen Ländern hätten wir wohl schon in den letzten Jahren zu diesem Mittel gegriffen? Wir hätten wahrscheinlich mit der halben Welt jede Diplomatie eingestellt! Aber auch hier natürlich nicht zu Ländern wie dem Iran, Kuba oder China. Nein, das funktioniert auch nicht.

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rleu 23.04.2019, 11:07
161.

Zitat von dasfred
Ich hoffe, dass die EU sich nicht wieder vom Geld blenden lässt, sondern hart bleibt, wenn Brunei weiter diesen Weg geht. Mit seinen moralisch hochstehenden Zeugen kann man ebensoviel Schindluder treiben, wie damals bei uns, wenn man aus was für Gründen auch immer, eine Frau der Hexerei bezichtigt. Schlimm genug, dass immer noch in vielen Staaten Homosexuellen getötet, gefoltert und eingesperrt werden. Das Brunei aber jetzt betont, sich von den Menschenrechten abkehren zu wollen, um eine "Heiligkeit" der Ehe zu demonstrieren, Diebe zu verstümmeln und was es noch für Strafen in der Scharia gibt, macht die Zusammenarbeit mit dem Land und seinem Sultan unmöglich. Strenge Konsequenzen von Seiten der EU können auch ein Zeichen an andere Staaten senden, die sich jedem modernen Weltbild verweigern.
Der Islam ist allerdings auch grad erst im Jahr 1440, bis zur Reformation sind es noch um die 77 Jahre. Habt Geduld allemiteinander. Das moderne Weltbild ist räumlich arg begrenzt, es existiert immer nur um den einzelnen Ignoranten herum.

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Crom 23.04.2019, 11:09
162.

Andere Länder andere Sitten heißt es. Wenn das dort der gesellschaftlich akzeptierte Umgang mit dem Thema ist, dann ist das ebenso. Wir würden es uns auch verbieten lassen, wenn andere in unser Straftrecht versuchen hereinzureden.

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Crom 23.04.2019, 11:10
163.

Zitat von kabeljau77
Nein, kein Verständnis für solch einen Unfug. Demnächst sollte die EU bei Brunei Regierung um Verständnis bitten, das wir Bürger Brunei‘s zum Schutz traditioneller christlicher Werte nicht mehr in die EU einreisen lassen können. Nein nicht alles muss toleriert werden.
Meines Wissens nach steht im Christentum Homosexualität auch unter Strafe. Welche christlichen Werte sollen das also sein?

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vegefranz 23.04.2019, 11:12
164. wir sind alle Brunei

spätestens in 50 Jahren sind wir auch Brunei.

Das heißt dann aber Multikulti und wer etwas dagegen sagt, ist "rechts" oder "Rassist"

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Niteftef 23.04.2019, 11:14
165. Witzbolde

Das unrechtmäßige Töten von Menschen sollen wir respektieren? Wir können höchstens akzeptieren, dass wir Unrecht in Brunei nicht völlig verhindern können, aber die müssen auch damit leben, dass wir das eben kacke finden.

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neurobi 23.04.2019, 11:17
166.

Zitat von frankfurtbeat
stellt sich die Frage warum man nicht die Todesstrafe der USA an den Pranger stellt? Ach so ja das ist ja noch immer die möchtegernSupermacht des Planeten und da müssen sich die EU-Politiker ganz tief bücken, abnicken und leise treten ...
Das wird sie doch, hier und in den USA selbst. In der Konsequenz werden auch Straftäter, denen die Todesstrafe droht, in die USA ausgeliefert.

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MJR 23.04.2019, 11:17
167. Importschlager "Islam" ?

Na, dann hoffe ich mal, dass wir dieser "konservative" Islam kein Exportschlager genau dieser Länder wird.
Das klingt wie die Werbebotschaft der AfD und extrem rechts?
Nun: Ich mag mein Leben und meine Freiheit! Mir ist egal, ob dies mir suspekte "Bewegungen" in meinem Land ebenso sehen und ich werde aus reinem Überlebensdrang mit Sicherheit nicht, nur um mich "weitestmöglich von dieser bösen AfD zu entfernen" linkest mögliche Hymnen einer grenzenlosen Welt singen:
Wer nämlich nach allen Seiten, auch der islamistisch konservativen Seite, offen ist, der ist nicht ganz dicht!
Im Angesicht von Terror und mittelalterlichen Allüren seltsamer Staaten und deren Staatsbürger (!!!), die ja auch zu uns migrieren, gebe ich zu bedenken: Es ist so manch "gemäßigter" und in seiner Heimat dadurch verfolgter Mensch einer auf mittelaterlichem Rechtsverständnis basierenden Rechtsform mitunter noch lange nicht gemäßigt genug, um in unserer Gesellschaft kein massives Problem darzustellen!
Mit diesen "Problemen" hat Deutschland, AfD hin oder her, Populismus hin oder her, massiv zu kämpfen. Es kann nicht sein, dass eine "Scharia" gilt, wo Menschenrechte gelten sollten: In meinem Land! Ja... es gibt eine Obergrenze für den islamistischen Einfluss: Wenn nämlich eine Gruppe Menschen in einer Demokratie so groß wird, dass sie morgen oder übermorgen ihre eigenen Rechtsvorstellungen aufgrund der freien aktiven und passiven Wahl durchsetzen können, dann gnade uns unser aller Gott, wenn es sich dabei um schariagläubige Moslems handelt! Es gibt Menschen, die sind aufgrund des politischen Anspruchs ihrer gelebten Religion schlichtweg nicht kompatibel mit unserer Lebensform, die auf individueller Freiheit basiert. Wenn die AfD sich morgen keinen Juniorpartner zur Regentschaft aussuchen soll, wäre es gut, wenn die Politiker endlich mal kapieren würden, dass sie deutsche Interessen vertreten und nicht den "Totalen, unbedingten Humanismus": Barmherzigkeit hin oder her, Asylrecht hin oder her: Deutsche Politik hat den Auftrag Schaden vom deutschen Volke zu nehmen und nicht durch "Importschlager Islamismus" zu mehren. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Deutschen bereit ist "ein wenig Scharia" zu tolerieren und die Politiker haben sich gefälligst diesem Wunsch zu beugen, tun sie aber nicht! Darum fliegt uns der politische Laden gerade um die Ohren. NEIN: Dies war eine rechte Aussage von mir, sie ist mit nichten Islamfeindlich oder rechtsextrem: Der Selbsterhaltungstrieb, der Wunsch freiheitlich demokratisch in einem Rechtsstaat zu leben, kennt keine Seiten, sondern nur das Notwendige.

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antelatis 23.04.2019, 11:18
168. Asyl für Homosexuelle, die religiös verfolgt werden

Man sollte sich mal klarmachen, dass alle Homosexuellen aus den betroffenen Regionen jetzt sofort nach Europa/Deutschland fliehen könnten und hier ganz sicher Asly bekommen würden. Jemand, der aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung die Todesstrafe befürchten muss, könnte unter keinen Umständen mehr abgewiesen werden! Das könnte eine Massenbewegung werden! Wäre bestimmt ganz lustig, zu sehen, wie die AfD am Rad dreht, wenn plötzlich viele unabweisbare Flüchtlinge ankommen, die nicht nur muslimisch, sondern auch noch homosexuell sind.

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aras62 23.04.2019, 11:20
169. !

Die EU als Waffenexporteur in Kriegsgebiete(Saud-Arab-Jemen) spielt als Moralist auf! Bigott!

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