Forum: Politik
Buchvorstellung: Westerwelle wirbt fürs Spenden von Stammzellen
DPA

Bei der Vorstellung seines Buchs hat Ex-Außenminister Westerwelle dazu aufgerufen, sich als Stammzellen-Spender zur Verfügung zu stellen. Die Suche sei kompliziert: Ihm sei der erste Spender kurzfristig abgesprungen.

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janne2109 08.11.2015, 14:59
1. er mag

politisch nicht alles richtig gemacht haben ( aber wer macht das schon?), wer ihn kennt weiss, dass er unter seiner Schale immer ein warmherziger Kerl war.

Es ist die Cruz seines Lebens, dass er, endlich einen Lebenspartner gefunden hat durch den er den Mut hatte mit seiner Lebensform an die Öffentlichkeit zu gehen, so krank werden musste.

Ich drücke ihm die Daumen, dass er wieder völlig gesund wird, ich drücke sie auch seinem Mann.

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bristolbay 08.11.2015, 15:02
2. Tolle Idee

Vorab, das Buch habe ich nicht gelesen und werde es aus prinzipiellen Gründen nicht kaufen und lesen.

Mein Sohn musste ich sich vor 18 Jahren einer KMT (Knochenmarktransplantation) unterziehen und meine Familie hat sich im Rahmen dieser Maßnahme sofort bei der DKMS erfassen lassen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber alle bereits als Organspender registriert, von einer Knochenmarkspenderdatei wussten wir aber nichts.

Leider ist die Transplantation nicht erfolgreich gewesen und unser Sohn ist verstorben. Das könnte auch daran gelegen haben, dass die Spendersuche, auch durch andere Umstände, sehr lange gedauert hat.

Menschen wie Herr Westerwelle hatten es in der Hand dieses Problem zu ändern, in dem jeder Bürger automatisch Organspender ist und die Aufnahme in einer Spenderdatei quasi bei Geburt erfolgt.

Hat Herr Westerwelle sich für dieses Verfahren damals eingesetzt?

Erst wenn man persönlich betroffen ist, dann erfährt man wie wichtig Solidarität ist, leider ist aber dieses Wort und diese Einstellung in der politischen Gesinnung von Herrn Westerwelle fehl am Platze, hier gelten doch die bekannten Ellbogen.

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rexsayer 08.11.2015, 15:05
3. Schon komisch, dass sich so viele Überlebenskünstler in die Öffentlichkeit drängen !

Kaum bekommt einer dieser Menschen seine Krebsdiagnose, schon weint er sich öffentlich aus.
Ich versteh das nicht.
Als ich mit Colon Cancer konfrontiert wurde wandte ich mich an mein Innerstes..
Ich wusste meine Chancen stehen nicht gut da jeder zweite daran elend zugrunde geht.
Ich fühlte mich wie auf einer Selektionsrampe.
Öffentlichkeit war überhaupt kein Thema.
Im Gegenteil.

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dirk.limburg 08.11.2015, 15:08
4. Mei

Wir haben alle unsere Wirrungen und Irrungen. Dennoch war er sls Kämpfer/Opposition klasse und mochte ihn auch wg seiner zumeist trefflichen zuspitzungen. Für mich hat er wirkliche Freiheit verkörpert. Alles Gute und Beste Gesundheit.

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drent 08.11.2015, 15:08
5. Es gibt doch ein Forum

Mit Politik hat der Beitrag nichts zu tun.

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Luscinia007 08.11.2015, 15:53
6.

Das darf doch nicht wahr sein! Da beklagt sich der große Liberale, der wie kein anderer die Entsolidarisierung der Gesellschaft betrieben hat, der jahrzehntelang eine Ellbogengesellschaft angestrebt hat, bei der niemand auf die Schwachen Rücksicht nehmen sollte, darüber, dass ihm ein freiwiliger Spender abgesprungen ist.
Es ist doch ein Wunder, dass nach Jahrzehten der Wirtschaftsliberalisierung durch die Lambsdorff-Möllemann-Westerwelle-FDP es überhaupt noch Freiwillige und Engagierte gibt, von denen Herr Westerwelle jetzt profitieren kann. Zumal die Kosten der Typisierung, von der Herr Westerwelle jetzt profietiert, von den Krankenkassen nicht übernommen werden und nur duch Spenden aufgebracht wurden.
Und jetzt, wo es ihm selber ans Eingemachte geht, kennt er plötzlich die schlimmen Wörtchen wie sozial, gemeinnützig und Solidarität wieder. Seltsam. Dekadent. Und das nicht einmal spätrömisch.

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ardgeIII 08.11.2015, 15:57
7. toller guido

Ich weiß wie sich eine Allo-Tx anfühlt und ich habe auch gespürt wie sich der finanzielle Abstieg anfühlt wenn man unverschuldet durch eine schwere Erkrankung "Hilfe" von den Sozialversicherungsträgern benötigt.
Ist doch genial welchen Weg WW beschreitet, nur lassen sie sich nicht lumpen. Guido: haben sie auch was aus der Situation gelernt was für die Allgemeinheit nützlich wäre?

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karteileiche007 08.11.2015, 16:01
8. Krankheit und Krankheit ist nicht das selbe

Die Medizin wurde in den letzten Jahren mehr und mehr zum Wirtschaftsfaktor. Mit "sozial" oder "Gesundheit" hat das, was in Krankenhäusern passiert, immer weniger zu tun.

Es fängt damit an, dass die erste Frage, wenn man bei einem Arzt anruft, die ist, ob man privat oder gesetzlich versichert sei - erst dann bekommt man einen Termin. Oder auch nicht. Geht weiter mit Spezialabteilungen für Privatversicherte in Krankenhäusern. Das sehen wir auch bei den Hygiene-Skandalen, während uns andere Länder in diesem Bereich weit voraus sind. Wir haben es gesehen, nach welchen Kriterien Spenderorgane vergeben werden, auch da ist die Dringlichkeit scheinbar eher untergeordnet von Bedeutung.

Mich wird deswegen niemand dazu bewegen, mich in ein Krankenhaus zu begeben, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

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patras 08.11.2015, 16:29
9.

Zitat von Luscinia007
Das darf doch nicht wahr sein! Da beklagt sich der große Liberale, der wie kein anderer die Entsolidarisierung der Gesellschaft betrieben hat, der jahrzehntelang eine Ellbogengesellschaft angestrebt hat, bei der niemand auf die Schwachen Rücksicht nehmen sollte, darüber, dass ihm ein freiwiliger Spender abgesprungen ist. Es ist doch ein Wunder, dass nach Jahrzehten der Wirtschaftsliberalisierung durch die Lambsdorff-Möllemann-Westerwelle-FDP es überhaupt noch Freiwillige und Engagierte gibt, von denen Herr Westerwelle jetzt profitieren kann. Zumal die Kosten der Typisierung, von der Herr Westerwelle jetzt profietiert, von den Krankenkassen nicht übernommen werden und nur duch Spenden aufgebracht wurden. Und jetzt, wo es ihm selber ans Eingemachte geht, kennt er plötzlich die schlimmen Wörtchen wie sozial, gemeinnützig und Solidarität wieder. Seltsam. Dekadent. Und das nicht einmal spätrömisch.
Nein, das ist nicht dekadent. Da in den letzten Monaten so viel über unser christliches Europa und unsere Werte gesprochen wird: Zu unseren Werten gehört Nächstenliebe und vielleicht noch in Erinnerung: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Herr Westerwelle ist noch jung genug und auch bekannt genug, seine Erfahrungen zu verwerten und jetzt dafür einzustehen, dass sich die Dinge, die er als Parteisoldat verfochten hat, mit zu verändern. Denn jeder kann sich ändern, jeder kann seinen Lebensstandpunkt verändern, wenn man dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Ein persönlicher Erfahrungswert. Und ein Leben wird am Ende in seiner Gesamtheit bewertet. Saulus wurde zu Paulus, vielleicht ist Herr Westerwelle auf dem Weg, eine solche Entwicklung zu machen?

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